Zugegeben, fallen Benotungen der aktuellen Formel 1-Piloten des Jahrgangs 2007 schwer. Für meine Notenvergabe habe ich demnach den im Oktober letzten Jahres zurückgetretenen Formel 1-Rekordweltmeister Michael Schumacher als die Ausgangsbasis herangezogen. Die Vergabe der Noten orientiert sich somit am Manheimer, dem ich folglich eine 1+ vergebe.
Auch wenn nicht alle von mir vergebenen Noten im guten Bereich liegen, tummelt sich dennoch die absolute die Créme de la Créme der Monopostofahrer in der Königsklasse des Motorsports, die sich oftmals nur in Nuancen voneinander unterscheiden. Allerdings sind einige versetzungsgefährdet...
Fernando Alonso:
Nach Michael Schumachers Rücktritt ist der 25 jährige Spanier der kompletteste Fahrer im Feld. Alonso macht auch unter grossem Druck kaum Fehler, er ist extrem schnell, technisch versiert und geht mit hohem Einsatz zu Werke. Er ist in der Lage ein Team zu führen und es anzuspornen und in die Erfolgsspur zu führen. Alonso ist sehr abgeklärt und konstant schnell. Auch mit weniger gutem Material ist er in der Lage das bestmögliche Resultat zu erzielen. Tendenz steigend. Note: (1-)
Lewis Hamilton:
Der 21 jährige Engländer ist von seinen Anlagen her ein kommender Weltmeister. Er steht bereits seit 11 Jahren bei McLaren-Chef Ron Dennis unter Vertrag und wird seit jeher dazu aufgebaut eines Tages Formel 1-Weltmeister zu werden. Sämtliche Motorsportkategorien unterhalb der Formel 1 dominierte er. Hamilton war immer auch in der Lage grossem Druck Stand zu halten.
Wenn er sich gegen den zweifachen Weltmeister Alonso gut aus der Affäre ziehen kann, dann wird er ein Mann der Zukunft sein. Note: (2)
Giancarlo Fisichella:
Der Römer ist ein Auslaufmodell. Er kann nur sehr selten herausragende Leistungen bringen, da er zu unbeständig ist. Er kann weder ein Team führen, noch es mit technisch versierten Aussagen auf die Erfolgsspur bringen. Unter Druck sind bei ihm Fehler vorprogrammiert. Ausserdem mangelt es ihm an Selbstvertrauen, Killerinstinkt und Rennintelligenz. Fisichella gehört definitiv nicht länger in ein Top-Team.
Note: (3-)
Heikki Kovalainen:
Der 25 jährige Finne macht unter Druck zu viele Fehler; wenn er dies in den Griff bekommt, kann er in Zukunft ganz vorne mitfahren. Das Talent dazu hat er in jedem Falle. In meinen Augen wird er auch die neue Führungsperson bei Renault werden, da Fisichella dazu nicht in der Lage ist. Note: (2-)
Felipe Massa:
Massa ist in den zwei Jahren unter Rekordweltmeister Michael Schumacher zu einem der besten Fahrer im Feld herangereift. Bis auf fehlendes technisches Verständnis, was Massas Manko ist, ist der 25 jährige Brasilianer einer der herausragenden Fahrer. An guten Tagen ist er nur schwer zu besiegen. Note: (2+)
Kimi Räikkönen:
Räikkönen ist der schnellste Pilot im Feld. Sein Speed ist allerdings extrem materialmordend, was ihm bereits zwei Weltmeistertitel gekostet hat. Wenn er dies mit seinen Ingenieuren in den Griff bekommt, ist er jedoch nur schwer zu schlagen. An seinem technischen Verständnis muss er aber genauso arbeiten, wie an seiner Einstellung zum Sport. Note: (2+)
Jenson Button:
Button ist einer der am meisten überschätzten Piloten im Feld. Es ist mir ein Rätsel, wie Honda einen hohen zweistelligen Millionenbetrag an Williams hat zahlen können, um den Briten dort aus seinem Kontrakt für die Saison 2006 wieder herauszukaufen. Jenson Button macht unter Druck extrem viele schwere Fehler und ist definitiv kein Fahrer, der WM-Titel gewinnen kann. An technischem Verständnis fehlt es ihm ebenso, wie an Führungsqualitäten und dem nötigen Killerinstinkt. Note: (3)
Rubens Barrichello:
Der Brasilianer ist zwar der dienstälteste Pilot im Feld, aber in meinen Augen auch einer der Besten. Barrichello ist technisch versiert, Regenspezialist und beweist grosse Rennintelligenz. Er hält Druck stand und kann seinem Team auf dem technischen Sektor weiterhelfen und neue Ideen zur Entwicklungsreife bringen. An guten Tagen ist er, zumindest im Rennen, mit entsprechendem Material ausgerüstet, weiterhin einer der Besten. Seine Leistung im Qualifiying allerdings lässt nach. Tendenz nach unten. Note: (3+)
Nick Heidfeld:
Der Mönchengladbacher ist einer der am meisten unterschätzten Fahrer im Feld. Er ist, genau wie Barrichello, Regenspezialist, technisch versiert und noch dazu schnell. Grossen Druck auf der Strecke kann er genauso aushalten, wie teaminternem. Seine Teamkollegen hat er in der Regel allesamt im Griff gehabt. Mit seinem technischem Verständnis und analytischem Arbeiten hilft er einem Team wie BMW ungemein weiter. Note: (2-)
Robert Kubica:
Der 22 jährige Pole ist einer der kommenden Stars der Szene. Vom Talent her ist er über jeden Zweifel erhaben. Er besitzt eine extrem grosse Rennintelligenz, gepaart mit grossem natürlichem Speed. Druck hält er, vollkommen abgeklärt, Stand, während er grossen Ehrgeiz und Motivation an den Tag legt. Note: (2)
Ralf Schumacher:
Dem Bruder des zurückgetretenen Rekordweltmeisters fehlt es an Einsatz und Killerinstinkt, um einer der Besten zu sein. An guten Tagen ist aber auch er für spitzen Ergebnisse gut. Leider sind diese guten Tage aber recht selten bei ihm. Schumacher besitzt grosses technisches Verständnis, ist aber im Qualifiying meistens zu langsam. Generell unterliegen auch seine Leistungen recht grossen Schwankungen, die er nicht in den Griff zu bekommen scheint. Sein grösstes Plus in der Vergangenheit war sein Manager Willi Weber. Nach dessen Entlassung dürfte es für Ralf Schumacher allerdings recht schwierig werden, auch in Zukunft ein gutes Cockpit und eine weiterhin herausragende Bezahlung einzustreichen.
Note: (3)
Jarno Trulli:
Der 33 jährige Italiener ist ebenfalls an guten Tagen eine Bank. Er ist zudem nur sehr schwer zu überholen und druckresistent. Trulli ist, gutes Material vorausgestzt, für Grand Prix-Siege gut; WM-reif ist er aber nicht. Note: (3)
David Coulthard:
Der vom Alter her älteste Fahrer im Feld ist längst über seinen Zenit hinweg. Er ist technisch versiert, aber zu unkonstant. Trotz alledem lebt er seinen Sport und ist immer mit vollem Einsatz dabei. Allerdings reicht auch dieser Einsatz nicht aus, um WM-reif zu sein. Dazu fehlt es dem Schotten an zu vielen Ingredienzen. Note: (4+)
Mark Webber:
Der 30 jährige Australier ist einer der am meisten überschätzten Piloten der Formel 1. Ferner hat er eine Gabe, immer zur falschen Zeit am falschen Platz zu sein, sprich er sucht sich partout das falsche Team aus. Webber ist zwar auf eine Runde gesehen extrem schnell, kann diesen Speed aber nicht im Rennen an den Tag legen. Er ist sehr unkonstant und macht viele Fehler. Seinen Arbeitgeber kann er weder mit versierten Aussagen unterstüzen und auf den richtigen weg bringen, noch kann er Druck standhalten. Auch Webber ist gelegentlich mit seinem Job überfordert. Note: (4)
Nico Rosberg:
Der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg ist, genau wie die meisten seiner Kollegen zu unkonstant. An guten Tagen ist er zu Glanztaten im Stande, allerdings kann er ein Team in seinen jungen Jahren noch nicht führen und hinter sich bringen. Schnell ist er ja ohne Zweifel, ich sehe ihn aber nicht als WM-verdächtig an. Zu einigen GP-Siegen sollte er im Verlauf seiner Karriere aber in der Lage sein. Tendenz klar nach oben. Note: (3+)
Alexander Wurz:
Wurz ist ein intelligenter fahrender Renningenieur, der ein Team mit seinen technisch versierten Aussagen unterstüzen kann. Sieg-, oder WM-Anwärter ist er aber leider keiner. Der 33 jährige Österreicher besitzt definitiv nicht den nötigen Speed und Killerinstinkt. Note: (3-)
Vitantonio Liuzzi:
Der 25 jährige Italiener ist zweifelsohne mit grossem Talent gesegnet-er macht aber nichts daraus. Er ist unkonstant und macht extrem viele Fehler. Ausserdem hat er nicht die richtige Einstellung zu seinem Job, um erfolgreich zu sein. Note: (4-)
Scott Speed:
Der Amerikaner ist lediglich wegen seiner Nationalität im Fahrerfeld vertreten. Er macht grosse Fehler, besitzt keinen überragenden, na, Speed natürlich, und hat eine zu lasche Einstellung zum Beruf des Formel 1-Fahrers. Auch er ist somit ein Auslaufmodell. Note: (5+)
Christijan Albers:
Der Niederländer ist gelegentlich überfordert. Zwar ist auch er ein hervorragender Rennfahrer, aber für die Formel 1 wahrscheinlich doch nicht gut genug. Oftmals geht er übermotiviert zu Werke, was sich negativ auf seine Leistung auswirkt. Unter Druck macht er zu viele Fehler. Auch an reinem Speed hapert es bei dem Mann aus Eindhoven. Note: (4-)
Adrian Sutil:
Der junge Deutsche aus Gräfelfing ist ein ausserordentlich guter Rennfahrer. Instinkt gepaart mit natürlichem speed haben ihn schon in den unteren Kategorien gut abschneiden lassen. Mit gutem Material ist er in der Lage auch in der Formel 1 respektable Leistungen zu erbringen. Zu GP-Siegen, oder sogar dem WM-Titel wird es dem intelligenten Bayern aber definitiv nicht reichen. Mit etwas mehr Erfahrung sollte er aber einige Teamchefs beeindrucken können. Einen Platz in der Formel 1 hat er auf jeden Fall verdient. Note: (4+)
Takuma Sato:
Der 30 jährige Japaner ist an guten Tagen aussergewöhnlich gut. Leider sind auch bei ihm diese Tage selten. Er besitzt eine sehr grosse Grundschnelligkeit ist aber auch zu unkonstant und oftmals zu ungestüm. Vom Talent her ist er aber im Mittelfeld einzuordnen. Note: (3-)
Anthony Davidson:
Der Brite Davidson ist etwas schlechter einzustufen als sein Teamkollege Sato. Auch Davidson macht oft Fehler und ist unkonstant, sowohl was seine Leistungen generell anbelangt, als auch seine Rundenzeiten während eines Grand Prix. Siegerqualitäten bestizt auch er keine. Note: (4)