Hockenheim 2005

Mittwoch, 25. Mai 2011

Pirelli sorgt für Action auf der Strecke

Der neue Reifenausrüster der Formel 1, Pirelli, hat die Vorgabe von Formel 1-Chef Ecclestone mehr als erfüllt. Der 80-jährige Promoter der Königsklasse forderte vom italienischen Reifenhersteller kurzlebigere Reifen, als sie Bridgestone bis Ende letzten Jahres lieferte. Ecclestones Vorgabe, dass die neuen Reifen etwa ein Drittel der Renndistanz überstehen sollten, konnte Pirelli nachkommen.

Das Ergebnis führt auf der Rennstrecke zu einer Inflation an Boxenstopps. Beim vorletzten Grand Prix in der Türkei stoppten die Piloten ganze 82 Mal, um neue Reifen auszufassen - in Spanien am vergangenen Wochenende fanden 79 Boxenstopps statt. Und das, obwohl Pirelli eine härtere Reifenmischung an die Rennstrecke brachte, die deutlich langlebiger sein sollte als die bisher verwendete harte Mischung.

Die Zahl der Boxenstopps, die seit dieser Saison bei trockenen Bedingungen im Durchschnitt ähnlich hoch ist wie bei den stärksten Regenrennen der vergangenen zwei Jahrzehnte, und die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der beiden Reifenmischungen, führt beim interessierten Zuschauer am Fernsehschirm und erst recht an der Strecke zu Verwirrung. Zwar ist für genügend Action auf der Strecke in Form von Überholmanövern und Duellen gesorgt, aber der interessierte Beobachter ist nicht mehr in der Lage, die Gründe, die zu Verschiebungen auf der Rennstrecke führen, nachzuvollziehen.

Die Formel 1 bot auch in der Vergangenheit tollen Motorsport, der eigentlich keiner Eingriffe von aussen bedurfte. Auch beim Fussball wartet der Zuschauer auf Tore. Oft gibt es Spiele, die torlos ausgehen und trotzdem sehenswert sind. Die FIFA kommt in solchen Fällen auch nicht auf die Idee und nimmt die Torhüter aus dem Spiel, nur um den Beobachtern Tore zu präsentieren. Fussball ist seit jeher ein gutes Produkt, dessen Popularität auch auf seine leicht zu verstehenden Regeln zurückzuführen ist, die in den letzten Jahrzehnten nicht verändert wurden. Jeder kann direkt nachvollziehen, was auf dem Platz passiert. Genau das wünsche ich mir auch für die Formel 1.

Sonntag, 8. Mai 2011

Sebastian Vettel feiert dritten Sieg im vierten Rennen

Mit seinem insgesamt 13. Grand Prix-Sieg holte sich Sebastian Vettel auch den Sieg beim vierten Saisonlauf in der Türkei. Im Gegensatz zum vorherigen Rennen konnte Vettel seine Pole Position auf dem Weg in die erste Kurve halten und einen ungefährdeten Sieg einfahren. Nach einem von Überholmanövern geprägten Lauf in Istanbul wurde Vettels Teamkollege Mark Webber zweiter, vor einem wiedererstarkten Ferrari von Fernando Alonso.

Die Kombination aus langer Gerade und DRS führte in Istanbul zu vielen packenden Positionskämpfen. Lediglich Spitzenreiter Vettel konnte von der Konkurrenz unbehelligt vorne weg fahren und musste sich nicht gegen die künstlichen Überholhilfen (Kers und DRS) seiner Konkurrenten zur Wehr setzen. Neben vielen Überholmanövern prägte die erneute Inflation an Boxenstopps das Bild beim vierten Lauf zur diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft. Über 80 Boxenstopps fanden während des über 58 Runden gehenden Rennens statt. Die Spitzenreiter stoppten gar viermal, was eine genaue Analyse der diesjährigen Rennen erschwert, da es zu sehr vielen Verschiebungen durch unterschiedliche Reifensätze und Strategien kommt.

Neben Vettel setzte in der Türkei auch der zehntplatzierte Kamui Kobayashi die Strategie des Sauber-Teams perfekt um, indem er vom letzten Startplatz ins Rennen gegangen war und mit drei Stopps immerhin einen Punkt für den schweizer Privatrennstall sichern konnte. Kobayashi profitierte dabei besonders von der reifenschonenden Konstruktion seines Sauber-Ferrari, der bei den bisherigen Saisonrennen bereits als Reifenflüsterer auffiel. Da Kobayashi mit technischen Problemen das Qualifying, bis auf eine Einführungsrunde auslassen musste, kamen ihm seine neuen Reifensätze zugute.

Mercedes GP stark im Qualifying

Besonders Nico Rosberg ließ im Qualifying mit Startplatz drei und einem erstarkten Mercedes GP aufhorchen. Es scheint, als würden die Techniker und Fahrer um Ross Brawn den aktuellen Boliden von Rennen zu Rennen besser verstehen und allmählich das Potential des Fahrzeugs umsetzen können. Die Wettbewerbsfähigkeit des Autos ist im Training jedoch deutlich stärker, als im Rennen. So fiel der 25-jährige Wiesbadener nach einem tollen Start noch auf Platz fünf in der Endabrechnung zurück. Auch beim vierten Lauf hatte Rosberg seinen Teamkollegen Michael Schumacher weitestgehend im Griff. Schumacher, der nach einer selbstverschuldeten Kollision mit Vitaly Petrov in der zweiten Runden des Rennens, lediglich auf Platz zwölf ins Ziel kam, hat größere Schwierigkeiten als Rosberg das Potential des Autos in gute Ergebnisse umzusetzen. Allerdings bleibt in Bezug auf Schumacher festzuhalten, dass er im entscheidenden Moment im Qualifying selten eine defekt- oder fehlerfreie Runde hinlegt, so dass die Differenz zwischen den beiden deutschen Piloten ein wenig verwässert wird.