Die Verpflichtung von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher für drei Jahre ist für den, nach der Übernahme des amtierenden Weltmeister-Teams Brawn GP, neuformierten Rennstall Mercedes GP nicht nur aus Marketing-Gesichtspunkten mit einem "Sechser" im Lotto gleichzusetzen.
Die Aufmerksamkeit, die der 41-jährige Deutsche seinem neuen Rennstall bringt, wird Mercedes GP viele neue Sponsoren bringen, die Millionenbeträge in die Kasse des deutsch-englischen Rennstalls spülen wird. Ein Aspekt, der in der durch die Finanzkrise und daraus resultierenden Herstelleraustritten gebeutelten Formel-1 von immenser Bedeutung für die Reputation eines Herstellers wie Mercedes ist. Schumachers Comeback nach dreijähriger Pause bedeutet zudem für die gesamte Formel-1, die in der abgelaufenen Saison besonders abseits der Strecke viel negative Presse verbreitete, einen äusserst wichtigen Aufmerksamkeitsschub, der sich bereits kurz nach der Verkündung der Vertragsunterschrift des Manheimers in den stark anziehenden Ticketverkäufen niederschlug.
Schumacher weiss worauf er sich einlässt
Michael Schumacher ist sich nach der gesundheitlich bedingten Absage seinen Comebacks im vergangenen Sommer bewusst auf was er sich bei Mercedes GP einlässt. Der Deutsche Superstar kennt die Daten des 2010-Fahrzeugs ebenso, wie die Ressourcen seines neuen Teams. Nur in dem Wissen, um die guten Erfolgsaussichten, die sich ihm unter den neuen Voraussetzungen bieten, war er bereit drei weitere Jahre Formel-1 zu fahren. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt ist seine enge Verbindung zu Teamchef Ross Brawn, der Schumacher den Weg zu all seinen sieben Weltmeisterschaften bereitet hat. Da Schumacher um Brawns in Formel-1-Kreisen ausserordentliche Fähigkeiten weiss, ist er von einer in Zukunft erneut erfolgsversprechenden Kombination Schumacher/Brawn überzeugt. Dass Mercedes mit im Boot sitzt ist für Schumacher hierbei zweitrangig.
Schumacher weiterhin top
Michael Schumacher wird auch in den kommenden drei Jahren um Siege und WM-Titel mitfahren. Während seiner dreijährigen Formel-1-Abstinenz ist er körperlich weiterhin im Training gewesen, während er sich zudem im Kart und beim prestigträchtigen Race of Champions auf der Rennstrecke mit großen Erfolgen gegen Top-Konkurrenten betätigte. Durch diese "Fingerübungen" sind seine körperlichen Sensoren stets geschult worden, so dass es keiner allzu langen Arbeit bedarf, um auf dem höchsten Level einzusteigen. Im Gegensatz zu vielen vorherigen Comebacks vorheriger Weltmeister bewegte sich Schumacher während seiner Formel-1-Pause weiter auf höchstem Niveau.
Aus diesem Grunde bin ich überzeugt, dass die Kombination Schumacher/Brawn auch in Zukunft für Furore sorgen wird-Schumacher wird nach einigen Rennen der Saison 2010 wieder um Siege mitfahren. Den Gewinn der Weltmeisterschaft traue ich dem Deutschen ebenfalls zu, wobei die Saison 2011 hierbei realistischer sein wird. Nach einem erneuten WM-Titel, dürfte Schumacher seine Karriere dann auch endgültig beenden!
Mercedes GP hatte "leichtes Spiel" mit Schumacher
Mercedes GP hat Schumachers geweckten Ehrgeiz, nach seiner Comeback Ankündugung im vergangen Sommer clever auszunutzen verstanden. Die Mercedes-Verantwortlichen wussten um Schumachers Verbindung zu Ross Brawn und die Tatsache, dass bei Ferrari kein Cockpit für den Deutschen zu haben war, da dort der zweimalige Weltmeister Alonso aus Spanien andockte. Unter diesen Voraussetzungen war es für Mercedes nicht allzu schwer den Deutschen zu einem Comeback zu überreden, so dass der deutsche Hersteller die Gallionsfigur Michael Schumacher Ferrari hat "wegschnappen" können. Für eingefleischte Formel-1-Fans hat der Wechsel des Deutschen zu Mercedes deshalb einen leicht faden Beigeschmack-Mercedes wird Schumacher auf Lebenszeit als Aushängeschild und Werbepartner an sich binden, obwohl er fünf Titel und damit die meisten seiner beachtlichen Erfolge mit einem anderen Hersteller, nämlich mit Ferrari, eingefahren hat.