Hockenheim 2005

Dienstag, 28. September 2010

Alonso nach Sieg in Singapur wieder im WM-Kampf

Der Spanier Fernando Alonso konnte mit seinem vierten Saisonsieg nicht nur den Rückstand auf den in der WM führenden Mark Webber auf 11 Punkte verkürzen, sondern er überholte in der ewigen Bestenliste mit seinem 25. Grand Prix-Sieg den fünfachen Weltmeister Juan Manuel Fangio und zog mit Niki Lauda und Jim Clark gleich.

Alonso profitiert von Vettels konservativer Herangehensweise

Beim nunmehr dritten Nacht-Grand Prix in Singapur, dem 14. Lauf zur diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft, gelang dem zweifachen spanischen Ex-Weltmeister Alonso ein souveräner Start-Ziel-Sieg, bei dem ihm lediglich Red Bull-Renault-Pilot Sebastian Vettel folgen konnte. Der 23-jährige Heppenheimer jagte den sechs Jahre älteren Ferrari-Fahrer vom Start bis ins Ziel, konnte dabei allerdings die leichte Überlegenheit seines Red Bull nicht in einen Sieg umwandeln. Auf der spektakulären Strecke im südostasiatischen Stadtstaat boten sich Vettel lediglich zwei gute Möglichkeiten, um die Spitze von Alonso zu übernehmen.

Beim Start steckte Vettel allerdings zurück, obwohl er beim Sprint in die erste Kurve leicht besser wegkam, als sein Kontrahent im Ferrari. Alonso machte zwar die Innenspur zu, doch Vettel war bereits auf Höhe seines linken Hinterrades, als der Deutsche leicht vom Gas ging und die Spur wechselte. Hätte der Deutsche nicht zurückgezogen und wäre er über die Boxengassenausfahrt ausgewichen, wäre er womöglich vor Alonso in die erste Kurve eingebogen. Eine weitere Möglichkeit bot sie beim einzigen Boxenstopp, den beide Piloten zeitgleich absolvierten. Unabhängig von einem kleinen Konzentrationsfehler Vettels beim Anfahren, als er versehentlich im zweiten Gang losfuhr, hätte Red Bull den Deutschen länger mit den weichen Reifen fahren lassen sollen, nachdem Alonso in die Box abgebogen war. Auf diese Weise hätte Vettel mit dem leicht schnelleren Red Bull womöglich die nötige Zeit auf Alonso gutgemacht und wäre in Führung gegangen. Meiner Ansicht nach hat Red Bull bei Vettel zu konservativ reagiert.

Die risikofreudigere Strategie bei Vettels Teamkollegen, Mark Webber, ging hingegen auf. Der Kommandostand beorderte den WM-Spitzenreiter aus Australien direkt zu Beginn des Rennens, während der ersten von insgesamt zwei Safety-Car-Phasen, an die Box, um früh seinen Pflichtboxenstopp abzuleisten. Mit diesem Taktikkniff konnte Webber seine beiden direkten Kontrahenten im Kampf um den diesjährigen Weltmeistertitel, Hamilton und Button, in der Box überholen und seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf die beiden britischen McLaren-Piloten ausbauen.

Heidfeld mit solidem, aber sehr mutigem Comeback

Beim Singapur Grand Prix standen mit Rückkehrer Nick Heidfeld erstmals in der Geschichte der Formel 1 sieben deutschen Fahrer in der Startaufstellung zu einem Grand Prix. Heidfeld, der den von vornherein überschätzten Pedro de la Rosa bei Sauber ablöste, feierte in Singapur nach knapp elfmonatiger Rennpause sein Comeback in der Formel 1. Heidfeld hatte aufgrund des Testverbotes in der Formel 1 keine Gelegenheit den diesjährigen Sauber-Ferrari und die aktuelle Reifengeneration kennenzulernen. Der äusserst schwierige Stadtkurs in Singapur ist für einen solchen Fall zudem nicht gerade prädestiniert. Dennoch konnte der Mönchengladbacher seinen Rückstand auf seinen talentierten japanischen Teamkollgen, Kamui Kobayashi, einigermaßen im Rahmen halten, wenn auch eine kontinuierliche Steigerung von dem Deutschen zu erwarten sein muss.

Heidfeld, der bis zum Spätsommer Ersatzfahrer bei Mercedes GP gewesen ist und dann als Testfahrer in die Entwicklung der nächstjährigen Reifen von Pirelli wechselte, wäre meiner Ansicht nach besser beraten gewesen, das verlockende Angebot von Peter Sauber auszuschlagen und sich weiterhin auf die Reifenentwicklung bei Pirelli zu konzentrieren. Im Renneinsatz kann der 33-jährige mit einem für ihn weitgehend fremden Auto und ebenso unbekannten Reifen gegen den hocheingestuften Kobayashi nur verlieren und den Fortgang seiner Karriere dabei aufs Spiel setzen. Die Möglichkeiten im nächsten Jahr als Stammpilot in der Formel 1 unterzukommen, wären deutlich höher, wenn er sein Talent gepaart mit dem Know-How der nächstjährigen Reifengeneration bei Vertragsverhandlungen in die Wagschale geworfen hätte. Heidfeld wäre nämlich der einzige verfügbare Pilot, der bis zum Beginn der Testfahrten nach dem letzten Saisonlauf die Reifen kennt, was einen Vorteile den Kontrahenten gegenüber bedeutet und Heidfeld in eine sehr gute Position für die nächstjährige Saison manövriert hätte.

Sonntag, 12. September 2010

Fernando Alonso triumphiert in Monza

Der zweifache spanische Formel 1-Ex-Weltmeister Fernando Alonso feierte im italienischen Monza seinen dritten Saisonsieg und versetzte die Ferrari-Anhänger in Jubelstürme. Der Ferrari-Pilot verwies bei seinem insgesamt 24. Grand Prix Sieg, mit dem er in der ewigen Statistik mit dem fünffachen Weltmeister Juan-Manuel Fangio gleichzog, den amtierenden Weltmeister Jenson Button und seinen Teamkollegen Felipe Massa auf die weiteren Podiumsplätze.

Hamilton Ausfall in der ersten Runde erleichtert Alonso das Leben

Fernando Alonso profitierte bei seinem ersten Ferrari-Sieg in Monza vom Ausfall des bis dato in der Gesamtwertung führenden Lewis Hamilton, der seinen McLaren-Mercedes bereits in der zweiten Schikane der ersten Runde, nach einer leichten Kollision mit dem auf Platz drei fahrenden Felipe Massa, abstellen musste. Da der 25-jährige Brite mit einem Low-Downforce-Paket ins Rennen ging und dadurch einen um etwa fünf Stundenkilometer höheren Topspeed als seine Konkurrenten erzielen konnte, wäre Hamilton ein ernsthafter Anwärter auf den Sieg in Monza gewesen. Sein Ausfall vereitelte nicht nur spannende Positionskämpfe, sondern führte Sieger Alonso, den drittplatzierten Jenson Button und den in Monza auf Platz vier eingelaufenen Sebastian Vettel in der WM-Gesamtwertung näher an die Spitze heran, die der in Monza sechstplatzierte Mark Webber von Hamilton übernahm.

Bei seinem Manöver gegen Massa zeigte sich Hamilton unschlüssig. Als er seinen bereits gestarteten, allerdings aussichtslosen Überholvorgang gegen den Brasilianer wieder abbrechen wollte, war es bereits zu spät und das rechte Vorderrad des McLaren-Mercedes berührte das linke Hinterrad des vor ihm liegenden Ferrari. Die leichte Berührung führte bei dem nach links eingeschlagenen Vorderrad am McLaren des Weltmeisters von 2008 zum Bruch der Spurstange und zum Ausfall im 13. Saisonlauf der diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft. Hamilton offenbarte in dieser Situation seine auf weiterhin mangelnder Erfahrung beruhende Ungestümtheit, die ihm bereits in der Vergangenheit einige gute Positionen und sogar einen zusätzlichen Weltmeistertitel in der Formel 1 gekostet hat.

Strategiefehler von McLaren bringt Alonso Sieg

Bei seinem Sieg im italienischen Grand Prix profitierte der zweifache Weltmeister Alonso zudem von einem Fehler der Taktikstrategen im McLaren-Team. Button, der unmittelbar nach dem Start die Führung von Pole-Setter Alonso übernahm und bis zum ersten Boxenstopp behielt, wurde vor Alonso zum Stopp an die Boxen beordert und verlor aus diesem Grunde den greifbar nahen Sieg in Italien. Hätten die Strategen die Taktik auf Alonso ausgerichtet und Button zeitgleich oder erst nach dem Spanier zum fälligen Reifenwechsel an die Boxen gerufen, würde der Sieger wohl Button und nicht Alonso heißen. In der einen Runde zwischen Buttons und Alonsos Stopp konnte der Spanier die nötige Zeit heraus fahren, um die Spitzenposition zu übernehmen.

Eine ähnliche Strategie verfolgte in diesem Zusammenhang das Red Bull-Team, das Sebastian Vettel mit einer cleveren Strategie von Position acht auf vier nach vorne brachte. Nach einem Leistungsabfall des Renault-Motors im Red Bull von Vettel, nach etwa einem Drittel des Rennens, bei dem Vettel eine Position an seinen Teamkollegen Mark Webber einbüßte, blieb der 23-jährige Deutsche mit Blick auf die Differenz seiner eigenen und der Rundenzeiten seiner direkten Konkurrenten so lange auf der Bahn, bis er den nötigen Vorsprung zum Absovieren seines fälligen Boxenstopps eine Runde vor dem Rennende herausgefahren hatte.