Sebastian Vettel ist nach seinem neunten Saisonsieg der Gewinn der zweiten Weltmeisterschaft so gut wie sicher. Fünf Rennen vor Schluß führt der 24-jährige Heppenheimer die Gesamtwertung mit 124 Punkten Vorsprung vor seinem stärksten Verfolger, Jenson Button, an. Lediglich ein Punkt fehlt dem Red Bull-Renault-Piloten noch zur erfolgreichen Titelverteidigung. Mit knapp 24 Jahren und zwei Monaten ist Vettel auch auf dem Weg den Rekord des jüngsten Doppelweltmeisters in der Geschichte der Formel 1 aufzustellen.
Vettel dominiert seit nunmehr einem Jahr die Formel 1 wie vor ihm bisher nur Nigel Mansell 1992 und Michael Schumacher. Der deutsche Rekordweltmeister aus Manheim setzte in seinen Weltmeisterjahren bei Benetton, sowie während der glanzvollen Ferrari-Ära neue Maßstäbe in der Formel 1. So dominant wie Sebastian Vettel in der laufenden Saison war Schumacher in den Jahren 1994, 1995, 2001, 2002 und 2004 unterwegs. Die 11 Saisonsiege im Jahr 2002 konnte der damalige Ferrari-Pilot zwei Jahre später sogar auf 13 Siege in einem Jahr aufstocken. Wenn Sebastian Vettel die noch ausstehenden fünf Saisonläufe gewinnt, würde er Michael Schumachers Rekord aus dem Jahr 2004 ebenfalls überbieten. Nach dem erneut fehlerfreien Wochenende in Singapur ist der amtierende Weltmeister nicht nur auf dem Weg, die WM mit den meisten Punkten überhaupt für sich zu entscheiden, sondern zusätzlich den größten Vorsprung vor dem Zweiten herauszufahren. Ausserdem wackelt Nigel Mansells Pole Rekord von 14 besten Startplätzen in einer Saison. Vettels diesjährige Bilanz steht derzeit bei 11 Starts vom besten Startplatz.
Nicht nur Vettel befindet sich derzeit in bestechender Form, sondern auch sein Red Bull-Renault, mit dem der Deutsche die Konkurrenz nach Belieben dominiert. Lediglich Jenson Button im McLaren-Mercedes konnte dem deutschen Seriensieger in Singapur ansatzweise folgen. Der Weltmeister des Jahres 2009 wurde vor dem Red Bull von Mark Webber Zweiter. Allerdings nahm Vettel Kontrahent Button besonders zu Beginn des Rennens etwa eine Sekunde pro Runde ab, was die diesjährige Ausnahmestellung von Fahrer und Auto zusätzlich verdeutlicht.
Ferrari fiel in Singapur trotz einer technischen Rückrüstung auf die weicher abzustimmende Hinterachse in Kombination mit den von Pirelli angelieferten weichen Reifenmischungen deutlich hinter McLaren zurück. Die Hinterachse, die in Verbindung mit dem nach Red Bull-Vorbild modifizierten Diffusor, für die guten Ergebnisse vor der Sommerpause mit verantwortlich war, konnte in Singapur allerdings nicht für einen Formanstieg sorgen. Der spanische Ex-Weltmeister Fernando Alonso holt mit wahren Glanzleistungen zwar gewohnt Topleistungen aus dem Ferrari-Paket, jedoch reicht es derzeit nicht zu mehr als Platz vier bis fünf. Die Hinterreifen seines Ferrari bauten in Singapur zu stark ab. Seine Ausnahmestellung bei Ferrari stellte der Spanier im Qualifying erneut beeindruckend unter Beweis. Er nahm seinem Teamkollegen Felipe Massa mehr als eine Sekunde ab. Über eine gesamte Renndistanz ist aber selbst Alonso unter normalen Umständen nicht in der Lage, die technisch derzeit deutlich stärkeren Red Bull und McLaren zu schlagen.
Spektakuläre Bilder in Singapur
Der Nacht-Grand Prix im südostasiatischen Singapur ist seit seinem Debut im Jahr 2008 mit seinen spektakulären Bildern das absolute Highlight im Rennkalender der Formel 1. Die enge Streckenführung lud bisher zwar nicht gerade zum Überholen ein, durch das DR-System gehören die bisherigen Prozessionen jedoch auch in Singapur der Vergangenheit an. Besonders Mark Webber und Lewis Hamilton taten sich während der gestrigen Rennens mit teilweise spektakulären Uberholmanövern auf der holprigen Strecke hervor. Hamilton hätte allerdings noch viel weiter vorne als auf Platz fünf ins Ziel einlaufen können - wenn er nicht einmal mehr eine vollkommen überflüssige Kollision verursacht hätte. Diesmal kollidierte der Weltmeister des Jahres 2008 mit Ferrari-Pilot Felipe Massa, dem er nach Monaco das Rennen zum zweiten Mal in dieser Saison zerstörte.
Dass Hamiltons Frontflügel bei der Kollision mit Massas rechtem Hinterrad stark beschädigt wurde und der heißblütige Engländer einmal mehr eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt bekam, war für Massa dabei nur ein schwacher Trost. Zumal der Brasilianer nach seinem von Hamilton verursachten Reifenschaden nur auf Paltz neun im Ziel einlief - vier Positionen hinter seinem Widersacher.
Hamiltons Ausnahmetalent ist unbestritten, allerdings häufen sich die Fehler des Briten in dieser Saison derart, dass der 26-jährige sich langsam ernsthafte Gedanken über seinen Fahrstil machen sollte. Zum wiederholten Male ließ der McLaren-Mercedes-Pilot in dieser Saison selbstverschuldet Punkte liegen, die ihn in der WM-Wertung aussichtlos zurückwerfen. Ohne die ständigen Patzer wäre der 16-fache Grand Prix-Sieger deutlich besser platziert. Hamitons Launen und Attacken sind offensichtlich immer auch vom Ergebnis seines Teamkollegen Jenson Button abhängig. Button nutzt die Fehler seines teaminternen Kontrahenten derweil dankbar aus und zieht Hamilton allählich auch in der WM-Gesamtwertung deutlich davon.
Für die spektakulärsten Bilder des Nachmittags sorgte Michael Schumacher. Der deutsche Rekordweltmeister setzte gerade zu einem Überholversuch gegen den Sauber-Ferrari von Sergio Perez an. Perez fuhr Kampflinie und musste etwas früher vom Gas als auf der Ideallinie üblich gewesen wäre. Schumacher, der direkt hinter dem Sauber-Ferrari lag, verschätzte sich mit dem Bremszeitpunkt des Mexikaners und prallte auf das Heck des schweizer Boliden. Er kollidierte mit dem rechten Hinterrad des Sauber von Sergio Perez und hob von der Strecke ab, bevor er in die Streckenbegrenzung prallte. Der Unfall ähnelte, auch wenn er bei deutlich geringeren Geschwindigkeiten passierte, dem Unfall von Mark Webber und Heikki Kovalainen in Valencia im vergangenen Jahr. Die Aktion ist auch diesmal als normaler Rennunfall zu werten, so dass keinem der beiden Fahrer eine Schuld zugesprochen werden kann.
Hockenheim 2005
Montag, 26. September 2011
Sonntag, 11. September 2011
Sebastian Vettel dominiert in Italien
Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel ist nicht aufzuhalten. Der 24-jährige Red Bull Pilot gewann beinahe ungefährdet zum zweiten Mal in seiner Karriere den Großen Preis von Italien und feierte in Monza den achten Saisonerfolg im dreizehnten Rennen. Seit seinem ersten Sieg in der Formel 1 vor drei Jahren, ebenfalls im italienischen Monza, konnte Vettel seine beeindruckende Karrierebilanz mit dem heutigen Sieg auf nunmehr 18 Siege ausbauen. Vettel führt zudem weiterhin ungefährdet die Gesamtwertung der Formel 1 an und baute seinen Vorsprung auf unglaubliche 112 Punkte aus. Bereits beim nächsten Saisonlauf in Singapur kann sich der Heppenheimer zum zweiten Mal die Krone des Fahrerweltmeisters sichern.
Trotz seiner beeindruckenden bisherigen Saison kam der Sieg für Sebastian Vettel in Monza etwas überraschend. In den vergangenen Jahren war die Traditionsstrecke im Parco di Monza eine Art Angststrecke für das britisch-österreichische Red Bull-Team. Neben aerodynamischer Effizienz zählt in Monza besonders die Motorleistung. Auf diesem Gebiet hinkte der Renault befeuerte Red Bull in der Vergangenheit der Konkurrenz etwas hinterher. In diesem Jahr verzichtete Vettel allerdings auf die absolute Höchstgeschwindigkeit und legte sein Hauptaugenmerk bei der mechanischen Abstimmung seines Fahrzeigs auf die Getriebeübersetzung: Ein Kniff, der sich auszahlen sollte.
Der aerodynamisch extrem effiziente Red Bull-Renault machte auf dem Autodromo di Monza die auf den Geraden auf die Konkurrenz eingebüßte Zeit nicht nur in den langgezogenen Kurven wieder gut, sondern war zusätzlich in der Lage, mit dem deutlich kürzer übersetzten Getriebe besser aus den engen Schikanen heraus zu beschleunigen. Der überragende Vorsprung von mehr als einer halben Sekunde im Qualifying auf Lewis Hamilton zeigte bereits, dass die Strategie aufgehen könnte.
Vettels größte Sorge musste deshalb dem Start gelten. Verlorene Positionen könnte der Weltmeister auf den langen Geraden, aufgrund des Geschwindigkeitsmankos, nur schwer wieder zurückerobern. Nach der Safety Car-Phase, die nach einem heftigen Startunfall zwischen Vitantonio Liuzzi, Vitaly Petrov und Nico Rosberg ausgerufen wurde, gelang es Vettel, die zunächst verlorene Spitzenposition mit einem harten Manöver auf dem Gras außen herum an Fernando Alonso zurück zu holen. Anschließend konnte der Deutsche das Rennen von vorneweg kontrollieren und einen weiteren souveränen Sieg einfahren.
Michael Schumacher zeigt sein Ausnahmetalent
Vettels tolle Siegfahrt geriet aufgrund der vielen spektakulären Szenen, die das Rennen zu bieten hatte, etwas ins Hintertreffen. Ein über weite Strecken äußerst spektakuläres Rennen zeigte der 42-jährige Rekordweltmeister Michael Schumacher, der den deutlich schnelleren McLaren-Mercedes von Lewis Hamilton bis zur 28 Runde bravourös hinter sich halten konnte. Schumacher zeigte dabei eine perfekte Verteidigungsschlacht, die in nichts zu überbieten war. Hamilton konnte Schumacher zwar einmal klassisch in die erste Schikane hinein ausbremsen, allerdings war der Deutsche unmittelbar danach in der Lage, die leicht höhere Top-Speed seines MercedesGP zu einem Konter, außen herum an Hamilton vorbei in der Curva Grande, zu nutzen. Schumacher, der seit seinem Comeback weiterhin auf eine absolute Spitzenposition wartet, zeigte dabei einmal mehr sein Ausnahmekönnen. Besonders in der Startrunde ist Schumacher außergewöhnlich gut. Kein anderer Fahrer im Feld macht nach dem Start so viele Positionen gut wie der Manheimer. Hierbei profitiert der 42-jährige von seiner Erfahrung und der daraus resultierenden Übersicht, die ihn andere Linien fahren lässt als die Konkurrenz. In Monza kam Schumacher auf diese Weise von Startplatz acht aus auf Position vier nach vorne, während er in Belgien in der Startrunde sogar 10 Positionen gutmachen konnte. Nach dem tollen Lauf vor zwei Wochen im belgischen Spa-Francorchamps, als Schumacher von Startplatz 24 bis auf Platz fünf nach vorne fuhr, konnte der Deutsche auch in Italien glänzen.
Als Schumachers Reifen in Monza allerdings immer stärker abbauten, schloss Hamilton Teamkollege Jenson Button auf das Duo auf. Schumacher drängte Hamilton bei einem Überholversuch mit der rechten Fahrzeugseite ins Gras, sodass Hamilton vom Gas gehen musste und Button am Weltmeister des Jahres 2008 vorbeiziehen konnte. Im Gegensatz zu Hamilton war Button danach auch in der Lage den deutschen siebenmaligen Weltmeister mit einem tollen Manöver außen herum in die Ascari-Schikane hinein zu überholen. Button, der Weltmeister des Jahres 2009, bewies auch in Italien einmal mehr seine außergewöhnliche Übersicht, dazu die Fähigkeit seine Reifen zu schonen und im entscheidenden Moment, wenn die Reifen der Konkurrenten nachlassen, zuzuschlagen und Positionen gutzumachen. Button schloss das Rennen letztlich auf Platz zwei hinter Vettel ab, während Teamkollege Hamilton auf Position vier, direkt vor Schumacher, im Ziel einlief.
Trotz seiner beeindruckenden bisherigen Saison kam der Sieg für Sebastian Vettel in Monza etwas überraschend. In den vergangenen Jahren war die Traditionsstrecke im Parco di Monza eine Art Angststrecke für das britisch-österreichische Red Bull-Team. Neben aerodynamischer Effizienz zählt in Monza besonders die Motorleistung. Auf diesem Gebiet hinkte der Renault befeuerte Red Bull in der Vergangenheit der Konkurrenz etwas hinterher. In diesem Jahr verzichtete Vettel allerdings auf die absolute Höchstgeschwindigkeit und legte sein Hauptaugenmerk bei der mechanischen Abstimmung seines Fahrzeigs auf die Getriebeübersetzung: Ein Kniff, der sich auszahlen sollte.
Der aerodynamisch extrem effiziente Red Bull-Renault machte auf dem Autodromo di Monza die auf den Geraden auf die Konkurrenz eingebüßte Zeit nicht nur in den langgezogenen Kurven wieder gut, sondern war zusätzlich in der Lage, mit dem deutlich kürzer übersetzten Getriebe besser aus den engen Schikanen heraus zu beschleunigen. Der überragende Vorsprung von mehr als einer halben Sekunde im Qualifying auf Lewis Hamilton zeigte bereits, dass die Strategie aufgehen könnte.
Vettels größte Sorge musste deshalb dem Start gelten. Verlorene Positionen könnte der Weltmeister auf den langen Geraden, aufgrund des Geschwindigkeitsmankos, nur schwer wieder zurückerobern. Nach der Safety Car-Phase, die nach einem heftigen Startunfall zwischen Vitantonio Liuzzi, Vitaly Petrov und Nico Rosberg ausgerufen wurde, gelang es Vettel, die zunächst verlorene Spitzenposition mit einem harten Manöver auf dem Gras außen herum an Fernando Alonso zurück zu holen. Anschließend konnte der Deutsche das Rennen von vorneweg kontrollieren und einen weiteren souveränen Sieg einfahren.
Michael Schumacher zeigt sein Ausnahmetalent
Vettels tolle Siegfahrt geriet aufgrund der vielen spektakulären Szenen, die das Rennen zu bieten hatte, etwas ins Hintertreffen. Ein über weite Strecken äußerst spektakuläres Rennen zeigte der 42-jährige Rekordweltmeister Michael Schumacher, der den deutlich schnelleren McLaren-Mercedes von Lewis Hamilton bis zur 28 Runde bravourös hinter sich halten konnte. Schumacher zeigte dabei eine perfekte Verteidigungsschlacht, die in nichts zu überbieten war. Hamilton konnte Schumacher zwar einmal klassisch in die erste Schikane hinein ausbremsen, allerdings war der Deutsche unmittelbar danach in der Lage, die leicht höhere Top-Speed seines MercedesGP zu einem Konter, außen herum an Hamilton vorbei in der Curva Grande, zu nutzen. Schumacher, der seit seinem Comeback weiterhin auf eine absolute Spitzenposition wartet, zeigte dabei einmal mehr sein Ausnahmekönnen. Besonders in der Startrunde ist Schumacher außergewöhnlich gut. Kein anderer Fahrer im Feld macht nach dem Start so viele Positionen gut wie der Manheimer. Hierbei profitiert der 42-jährige von seiner Erfahrung und der daraus resultierenden Übersicht, die ihn andere Linien fahren lässt als die Konkurrenz. In Monza kam Schumacher auf diese Weise von Startplatz acht aus auf Position vier nach vorne, während er in Belgien in der Startrunde sogar 10 Positionen gutmachen konnte. Nach dem tollen Lauf vor zwei Wochen im belgischen Spa-Francorchamps, als Schumacher von Startplatz 24 bis auf Platz fünf nach vorne fuhr, konnte der Deutsche auch in Italien glänzen.
Als Schumachers Reifen in Monza allerdings immer stärker abbauten, schloss Hamilton Teamkollege Jenson Button auf das Duo auf. Schumacher drängte Hamilton bei einem Überholversuch mit der rechten Fahrzeugseite ins Gras, sodass Hamilton vom Gas gehen musste und Button am Weltmeister des Jahres 2008 vorbeiziehen konnte. Im Gegensatz zu Hamilton war Button danach auch in der Lage den deutschen siebenmaligen Weltmeister mit einem tollen Manöver außen herum in die Ascari-Schikane hinein zu überholen. Button, der Weltmeister des Jahres 2009, bewies auch in Italien einmal mehr seine außergewöhnliche Übersicht, dazu die Fähigkeit seine Reifen zu schonen und im entscheidenden Moment, wenn die Reifen der Konkurrenten nachlassen, zuzuschlagen und Positionen gutzumachen. Button schloss das Rennen letztlich auf Platz zwei hinter Vettel ab, während Teamkollege Hamilton auf Position vier, direkt vor Schumacher, im Ziel einlief.
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