Hockenheim 2005

Dienstag, 23. Oktober 2007

Kimi Räikkönen neuer Formel 1-Weltmeister

Mit einem an Spannung kaum zu überbietenden Saisonfinale in Brasilien und dem überraschenden Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft durch Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen, endete die 58ste Formel 1-Saison.

Der als WM-Führende und klarer Favorit ins Rennen gegangene 22-jährige Rookie Lewis Hamilton kam nach einem selbstdurchgeführten Elektronik-Reset seines McLaren-Mercedes lediglich auf dem siebten Rang ins Ziel und verfehlte somit, um zwei Plätze, den historischen Weltmeisterschaftsgewinn. Hamilton wäre der erste Neuling der Geschichte und der jüngste Pilot überhaupt gewesen, dem dies hätte gelingen können.

Der bereits abzusehenden Überlegenheit der beiden Ferrari in diesem Rennen konnte auch der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso nichts entgegensetzen, dem seinerseits ein zweiter Platz hinter Sieger Kimi Räikkönen zum erneuten Titelgewinn genügt hätte. Alonso verfehlte diese Position als Dritter denkbar knapp.

Räikkönen verdienter Weltmeister

Der 28-jährige Ferrari-Pilot Räikkönen verdient diesen Titelgewinn nicht nur, weil er in der abgelaufenen Saison mit sechs Siegen zwei Rennen mehr gewann, als seine direkten WM-Kontrahenten, sondern auch, weil er bereits vor zwei Jahren hätte Weltmeister werden müssen.
Damals machte ihm die Technik seines McLaren-Mercedes jedoch, oftmals in Führung liegend, einen Strich durch die Rechnung, so dass letztendlich der Spanier Fernando Alonso seinen ersten Titel hat einfahren können. In der Saison 2005 war die Kombination Räikkönen und McLaren die definitiv beste Konstellation. Der diesjährige Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft durch Räikkönen, der unter anderem auch durch Fehlentscheidungen seines ehemaligen McLaren-Rennstalls zu Stande gekommen ist, kann somit als ausgleichende Gerechtigkeit gesehen werden.

Hamilton der konstanteste Fahrer der abgelaufenen Saison


Über die gesamte Saison gesehen war nichts desto trotz Debütant Lewis Hamilton der konstanteste Fahrer der beiden Spitzenteams Ferrari und McLaren-Mercedes. Ohne den kurzzeitig auftretenden Elektronikdefekt zu Beginn des Saisonfinals in Sao Paulo wäre Hamilton wohl auch ohne grössere Probleme Weltmeister geworden. Hamilton war auch fahrerisch der wohl stärkste Fahrer des Jahres, da ihm kaum gravierende Fehler unterliefen, die bei einem Rookie normalerweise an der Tagesordnung sind.

Der neue Weltmeister hat auch diesbezüglich eine nicht ganz so reine Weste vorzuweisen. In Monaco touchierte er beispielsweis im Qualifying die Leitplanke und musste lediglich von Startplatz 16 aus ins Rennen gehen. Letztlich landete er dort auf einem ernüchternden achten Rang. Als Räikkönens Abstand zur Saisonmitte bereits 26 Zähler auf Spitzenreiter Lewis Hamilton betrug, schien der WM-Gewinn nicht mehr möglich zu sein. Eine sehr gute zweite Saisonhälfte des Finnen, mit fünf Laufsiegen und teaminterne Querelen beim Konkurrenten McLaren-Mercedes brachten den 28-jährigen Finnen in der Fahrerwertung allerdings wieder näher an das McLaren-Duo heran.

Zwei technisch bedingten Ausfällen des Weltmeisters steht ein Ausfall Hamiltons gegenüber, der im vorletzten Lauf der Saison, auf komplett abgefahren Reifen, Eingang Boxengasse in einem chinesischen Kiesbett strandete. Dieser Ausfall erst machte den Kampf um die Fahrerweltmeisterschaft in Brasilien, zumindest theoretisch, erst möglich. Erst zum dritten Mal in der Geschichte der Formel 1-Weltmeisterschaft griffen dort drei Fahrer nach der Krone, die letztlich der Aussenseiter erringen sollte.