Hockenheim 2005

Montag, 29. August 2011

Sebastian Vettel feiert den ersten Sieg in Spa-Francorchamps

Nach zuletzt drei Rennen ohne Sieg konnte Weltmeister Sebatian Vettel nach der Sommerpause der Formel 1 im belgischen Spa-Francorchamps im zwölften Saisonlauf den siebten Sieg feiern. Mit dem insgesamt 17 Sieg seiner noch jungen Karriere, baute der 24-jährige Heppenheimer zudem die Führung in der Weltmeisterschaft auf komfortable 92 Punkte aus. Vettel nimmt damit weiter Kurs auf den Gewinn seiner zweiten Fahrerweltmeisterschaft.

In einem einmal mehr ereignisreichen Rennen verwies Sebastian Vettel seinen Teamkollegen Mark Webber und McLaren-Mercedes Pilot Jenson Button auf die weiteren Podiumsplätze. Die einzige Gefahr für den jüngsten Weltmeister der Geschichte ging an diesem Tag von seinen Reifen aus, die bereits nach wenigen Runden Blasen warfen. Grund dafür war die nicht perfekt ausgetüftelte Fahrzeugabstimmung. Nach den hauptsächlich im Regen stattgefundenen Trainingseinheiten hatten die Teams keinerlei Anhaltspunkte für ein optimales Trocken-Set-Up erarbeiten können, so dass besonders Red Bull ein hohes Risiko einging und mit deutlich mehr Sturz in Qualifying und Rennen ging, als üblich. Bereits im Qualifying neigten die Reifen daraufhin zu erhöhter Blasenbildung. Da zwischen Qualifying und Rennen die Parc Ferme-Regel gilt, durften die Teams keine Änderungen an der Fahrzeugabstimmung vornehmen. Bei Zuwiderhandlung hätte ein Start aus der Bowngasse gedroht, was sich im Falle Red Bull, die in der Startaufstellung die Plätze eins und drei belegten, massiv nachteilig ausgewirkt hätte. Zwar wären Vettel und Webber auch von ganz hinten weit nach vorne vorgedrungen, ob es aber zum Sieg gereicht hätte, bleibt fraglich. Red Bull entschied sich letztlich gegen Änderungen am Set Up und riskierte im Rennen Reifenschäden an beiden Autos. Die Fahrer steuerten mit kürzeren Stints bei den weicheren der zu fahrenden Pirelli-Pneus gegen und konnten letztlich einen auf der Strecke ungefährdeten Doppelsieg landen.

In den vergangenen Jahren stellte der Kurs im belgischen Spa immer eine Art Angststrecke für Red Bull dar. Vor der Sommerpause kamen zudem die gegnerischen Teams von McLaren-Mercedes und Ferrari immer stärker auf, so dass für Spa mit einem harten Kampf auf der Strecke zu rechnen war. Red Bull am gefährlichsten wurden in Spa einmal mehr Fernando Alonso im Ferrari und die beiden McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton.

Button, der einen tollen Endspurt in Spa hinlegte, der ihn bis auf Platz drei nach vorne führte, startete nach einem Strategiefehler seines Teams jedoch nur von Startplatz dreizehn. Teamkollege Hamilton eliminierte sich hingegen einmal mehr selbst, indem er nach einem Überholvorgang den neben ihm fahrenden Kamui Kobayashi übersah und heftig in die Leitplanken krachte. Leider steht sich der extrem begabte Lewis Hamilton immer wieder selbst im Weg. Er ist der wahrscheinlich talentierteste und beste Fahrer im gesamten Fahrerfeld, begeht aber unverständlich viele Fehler, die ihn im Kampf um die WM-Krone empfindlich zurückwerfen.

Der Fahrstil ist allerdings wie ein Fingerabdruck ein individuelles Merkmal, was man nicht so einfach abstreifen, oder ändern kann. Dennoch sollte Hamilton zukünftig ein bißchen mehr Um- und Weitsicht walten lassen. Wenn der 26-jährige Brite fehlerlos über die Distanz eines Grand Prix kommt, ist er immer für den Sieg gut.