Hockenheim 2005

Montag, 4. November 2013

Die Vettel-Festspiele gehen weiter

Nachdem sich Sebastian Vettel bereits in Indien den inzwischen vierten Titelgewinn in der Formel 1 in Folge gesichert hat, gewann der Heppenheimer auch das eine Woche später folgende Rennen in Abu Dhabi souverän. Der siebte Sieg in Folge des 26-Jährigen ist der bislang elfte Sieg in der laufenden Saison. Langsam muss sich Michael Schumacher Sorgen um seine Rekorde in der Königsklasse des Motorsports machen – sie könnten kürzer Bestand haben als noch vor einigen Jahren geglaubt!

Die Bestmarke von fünf Weltmeistertiteln des Argentiniers Juan-Manuel Fangio aus den 1950er Jahren hatten 46 Jahre bestand, bis Michael Schumacher sie im Jahr 2003 überbieten konnte. Mit einer ähnlich langen Zeitspanne haben Beobachter der Formel 1 nach Schumachers erstem Abschied aus der Formel 1 im Jahr 2006 erneut gerechnet. Dass nur wenige Jahre später eine erneute Dominanz eines Piloten vorherrscht, hat niemand vorhersehen können. Auch nicht bei Sebastian Vettels Einstand in der höchsten Motorsportkategorie.

Vettels Einstand holpriger als bei Schumacher

Im Gegenteil. Bei seinem Debüt im US-amerikanischen Indianapolis im Jahr 2007 als Ersatz für den verletzten Robert Kubica, konnte Vettel noch nicht ganz mit seinem erfahrenen Teamkollegen Nick Heidfeld mithalten. Schumachers erster Auftritt in Spa-Francorchamps 16 Jahre zuvor war schon deutlich beeindruckender. Schumacher hatte nicht nur Teamkollege Andrea de Cesaris bei seinem ersten Einsatz im Jordan-Ford im Griff, sondern nach dem unmittelbar darauf folgenden Wechsel zu Benetton auch den dort fahrenden dreimaligen Ex-Weltmeister Nelson Piquet. Dass Schumacher den Sport wird prägen, war auch in den kommenden Jahren offensichtlich. Besonders bei schwierigen Bedingungen ließ der Deutsche aufhorchen.

Sein 18 Jahre jüngerer Landsmann tat sich bis zu seinem ersten Sieg im Regen von Monza 2008 schon deutlich schwerer. Auch nachdem der Knoten mit dem Sensationssieg im Toro Rosso aufgegangen war, ließ Vettel noch oftmals die nötige Konstanz vermissen, um stetig ganz vorne mitzufahren. Kleine Fehler wechselten sich mit Glanztaten auf der Strecke ab. Erst nach der Sommerpause im Jahr 2010 ist Vettel für die Konkurrenz nur schwer zu knacken. Beinahe fehlerlos spult der Deutsche seine Runden ab. Besonders im Qualifying setzt der inzwischen 43-fache Polesetter Maßstäbe. In dieser Disziplin war Michael Schumacher in seiner gesamten Laufbahn nie so dominant wie es Vettel derzeit ist. Schumacher brillierte eher im Rennen. Aber auch da ist Vettel auf einem beeindruckenden Weg - 37 Grand Prix-Siege aus 118 Rennen sprächen Bände.

Schumacher setzte während seiner ersten Karriere mit seinem unbändigen Siegeswillen Maßstäbe. Der Manheimer war zudem der erste, der beinahe jedes Jahr bis zum Schluss um die Weltmeisterschaft kämpfte. Lediglich in den Jahren 1996 und 2005 ließ das ihm zur Verfügung gestellte Material von Ferrari dies nicht zu. Andere Größen des Sportes hatten in diesem Zusammenhang immer wieder Aufs und Abs zu verzeichnen. Piloten wie etwa Mika Häkkinen waren durch den Druck an der Spitze der Formel 1 bereits nach drei Jahren ausgebrannt und womöglich auch gesättigt. Bei Schumacher und Vettel sieht dies anders aus. Auch Ayrton Senna war am Ende einer Saison regelrecht ausgebrannt und benötigte dringend Urlaub und Abstand von der Formel 1. Schumacher und Vettel waren bzw. sind auch zwischen den Saisons voll in die Entwicklung des Autos für die anstehende Saison involviert.