Lediglich Ferrari-Pilot Fernando Alonso hätte Vettel in Bahrain gefährlich werden können. Ein Defekt am DR-System verhinderte letztlich, dass Alonso über einen achten Rang hinaus kam. Nach dem Qualifying hatte es zunächst auch noch nach einem guten Ergebnis für Nico Rosberg und den Mercedes-Rennstall ausgesehen. Doch das Silberpfeil-Team konnte die Pole Position im Rennen nicht nutzen. Rosberg fiel chancenlos bis auf den neunten Rang zurück. Einmal mehr machte das Reifenmanagement im Rennen dem Team von Ross Brawn einen Strich durch die Rechnung. Rosberg konnte die erste Position nach dem Start drei Runden lang gegen Vettel verteidigen, ab dann ging es für den 27-Jährigen im Klassement jedoch nur noch nach hinten. Bei der Ursachenforschung stochert Mercedes weiterhin im Nebel. Lag es nun an den diesjährigen Reifen, dem Fahrzeugkonzept, oder den Aussentemperaturen? Die Quecksilbersäule sank zwischen dem Qualifying und dem Rennen um sieben Grad Celsius - ein Punkt, der besonders Nico Rosberg nicht half.
Genau das Gegenteil zeigten die Lotus-Piloten. Nach einer mäßigen Leistung im Qualifying ging es für beide im Rennen deutlich nach vorne. Kimi Räikkönen kam mit nur zwei Boxenstopps über die Runden und landete letztlich auf einem überraschenden zweiten Rang. Räikkönen war nur vom siebten Rang ins Rennen gestartet. Vier Plätze weiter hinter dem finnischen Ex-Weltmeister startete sein Teamkollege Romain Grosjean. Der unter französischer Flagge fahrende Schweizer kam auf Platz drei ins Ziel. Grosjean brauchte einen Boxenstopp mehr als Räikkönen, was dem reifenschonenderen Fahrstil Räikkönens geschuldet ist. Grundsätzlich macht es den Anschein, als wäre das Reifenrätsel für den Großteil des Starterfeldes allmählich gelöst.
Altbewährtes setzt sich bisher durch
Neben Mercedes leiden dieses Jahr auch die McLaren-Piloten unter den schwer einzuschätzenden Pirelli-Reifen. Sowohl Jenson Button als auch Sergio Perez galten in der Vergangenheit als Reifenflüsterer. Doch auch Button musste in Bahrain vier Mal zum Service an die Box. McLaren scheint sich mit dem neuen Fahrzeugkonzept verkalkuliert zu haben. Ein Jahr vor der großen Regelreform in der Formel 1, geht der Trend bei der Konstruktion der Autos eher hin zum Bewährten. Altbekanntes bringt Vorteile, da die Autos leichter zu verstehen sind. Die Teams, die ihr Fahrzeugkonzept lediglich weiterentwickelt haben, stehen deshalb bisher besser dar als diejenigen, die ihre Fahrzeuge über den Winter komplett neu konstruiert haben.
Die Saison startete so wie die vergangene. Drei verschiedene Sieger in den ersten drei Rennen. Zog sich dieser Trend im Jahr 2012 sogar bis zum achten Rennen hin, konnte sich Sebastian Vettel in Bahrain nun bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr in die Siegerliste eintragen. Die Leichtigkeit, mit der Vettel zum Sieg fuhr, lässt befürchten, dass das unangefochten schnellste Auto im Feld, auch in Zukunft auf der Siegerstraße sein wird. Vettels ernsthaftester Konkurrent um den diesjährigen WM-Titel liegt im WM-Zwischenklassement derzeit mit 30 Punkten Rückstand auf den Deutschen nur auf Position vier. Fernando Alonso, der vor Wochenfrist noch in China gewann, hat dieses Jahr ein durchaus siegfähiges Paket bei Ferrari zur Verfügung. Die Vergangenheit zeigt, dass sich Ferrari im weiteren Saisonverlauf weiter steigern kann. Um Vettel allerdings zu gefährden, dürfen Fehler wie er Alonso in Malaysia und nun an der Heckflügelverstellung seines Boliden aufgetreten sind, allerdings nicht mehr passieren. Im Kampf um den WM-Titel zählt auch dieses Jahr jeder Punkt.