Hockenheim 2005

Sonntag, 14. November 2010

Sebastian Vettel ist Formel 1-Weltmeister 2010

Der 23-jährige Sebastian Vettel krönte sich nach einem packenden Saisonfinale in Abu Dhabi zum jüngsten Formel 1-Weltmeister in der 61-jährigen Geschichte des Sports. Damit löste er den in Abu Dhabi zweitplatzierten Lewis Hamilton ab, der bei seinem Titelgewinn vor zwei Jahren wenige Monate älter war als der Heppenheimer heute.

Katastrophale Strategie bei Ferrari

Vettel, der ein begeisterndes letztes Saisonviertel fuhr, konnte im letzten Lauf der Saison erstmals in seiner Karriere die Führung in der Gesamtwertung übernehmen und ein wenig überraschend den bis dato führenden Fernando Alonso von der Spitze der Wertung verdrängen und die WM zu seinen Gunsten entscheiden. Neben einer erneuten fehlerlosen Fahrt profitierte Vettel von einer dilettantischen Strategie des Ferrari-Teams, die sich ausschließlich auf den vor dem letzten Saisonlauf in der Gesamtwertung zweitplatzierten Mark Webber konzentrierten und dabei die bereits gestoppte Konkurrenz aus Nico Rosberg und Vitaly Petrov vergaßen. Petrov, der mit einem fehlerfreien Rennen seinen nächstjährigen Platz bei Renault gesichert haben könnte, gelang es Alonso bis zum Fallen der Zielflagge hinter sich zu halten und auf diese Weise auch noch seinen bis zu seinem Boxenstopp auf Platz zwei liegenden Teamkollegen Robert Kubica vor Alonso zu positionieren. Alonso, der mindestens Vierter hätte werden müssen um seinen dritten Weltmeistertitel zu feiern, fand trotz aggressiver Fahrweise und einiger wütender Attacken keinen Weg vorbei an den beiden Renault und Rosberg. Die desaströse Strategie bei Ferrari wird mit Sicherheit zu großer teaminterner Kritik und einer Umstrukturierung der für die Strategie zuständigen Teamführung führen. Trotz der Stallregie zugunsten Alonsos in Hockenheim und der sehr guten Ausgangslage vor dem Lauf in Abu Dhabi verspielte Ferrari, in gleicher Manier wie 2007 McLaren-Mercedes, den Weltmeistertitel. Genau wie zuvor McLaren konzentrierte man sich bei Ferrari nur auf den Hauptkonkurrenten in der Gesamtwertung, was Sebastian Vettel zum Weltmeister und zum lachenden Dritten werden ließ.

Vettel ein würdiger Weltmeister

Sebastian Vettel reiht sich völlig zurecht in den weitestgehend elitären Kreis der Formel 1-Weltmeister ein. Vettel war in der abgelaufenen Saison der schnellste Fahrer im besten Auto, den es über weite Strecken der Saison zu schlagen galt. Dennoch konnte Vettel seine Vorteile leider zu selten in die passenden Ergebnisse umwandeln, was einerseits an technischen Gebrechen seines Autos lag, andererseits aber auch an seiner eigenen Ungestümtheit, die zu zwei vermeidbaren Unfällen geführt hat, die den jungen Deutschen viele Punkte gekostet und ihn um den vorzeitigen Gewinn der Weltmeisterschaft gebracht haben. Letztlich konnte Vettel jedoch mit drei Siegen in den letzten vier Rennen das Blatt zu seinen Gunsten wenden. Mit ihm wurde der richtige Mann völlig zurecht Formel 1-Weltmeister.