Jenson Button wird immer besser. In den letzten fünf Rennen zur Formel 1-Weltmeisterschaft stand der Brite auf dem Podest. Zweimal davon sogar ganz oben. Beim Grand Prix von Japan in Suzuka feierte der Brite den insgesamt zwölften Sieg seiner Karriere – diesmal ohne widrige Wetterverhältnisse! In den letzten Jahren wurde der Weltmeister des Jahres 2009 zum Mann für die schwierigen Rennen. Seine aussergewöhnlichen Siege in diesem Jahr in Kanada und Ungarn, die beide bei Mischverhältnissen zustande kamen, unterstreichen dieses Bild. Button setzt seinen fahrerisch höher eingestuften Teamkollegen, Lewis Hamilton, mit seiner besonnenen Art immer stärker unter Druck. Hamilton kann teaminterne Niederlagen nur schwer akzeptieren. Sein Frust über die momentan besseren Ergebnisse seines Landsmannes münden womöglich auch deswegen immer häufiger in Kollisionen auf der Strecke. Abseits der Strecke wirkt der Weltmeister des Jahres 2008 in letzter Zeit häufig schlecht gelaunt. Unwirsche Reaktionen gegenüber Fahrerkollegen und Journalisten sind seit Button die teamintern besseren Rennergebnisse erzielt keine Seltenheit. Hamilton erinnert in dieser Phase seiner Karriere stark an den Kolumbianer Juan-Pablo Montoya, der seine Emotionen, sobald er hinter seinem Teamkollegen lag, auch nur schwer im Griff hatte und das ein oder andere Mal Kollisionen verursachte.
Buttons reifenschonender Fahrstil war in Japan der Schlüssel zum Sieg. Trotz seiner passiven Fahrweise am Start, als er gegenüber Sebastian Vettel zurückzog und vom Gas ging, hatte der Brite am Ende eines Stints die besseren Reifen und konnte attakieren. Teamkollge Hamilton, der Button zuvor auf dem Weg in die erste Kruve überholt hatte, wurde unmittelbar vor dessen erstem Boxenstopp wieder von Button überholt. Ähnlich wie bei Hamilton ließen wenige Umläufe später auch die Reifen des bis dahin führenden Sebatian Vettel nach. Button nutzte die Gunst der Stunde und fuhr vor und unmittelbar nach Vettels Boxenstopp mit deutlich schnelleren Rundenzeiten als sein deutscher Kontrahent die Lücke zu. Nach der zweiten Boxenstopprunde übernahm Button schließlich die Führung von Vettel, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab.
Vettel, dem ein Punkt zum Gewinn seiner zweiten Fahrerweltmeisterschaft genügte, wurde nach dem dritten Reifenwechsel auf die gleiche Art und Weise auch noch von Ferrari-Pilot Fernando Alonso überholt. Das Duo Alonso/Vettel konnte in den letzten Runden des Rennens zwar noch auf Jenson Button aufschließen, allerdings reichte es für beide nicht mehr zu einem Angriff.
Vettel jüngster Doppelweltmeister der Formel 1-Geschichte
Sebastian Vettel ist mit 24 Jahren und 98 Tagen der jüngste Fahrer, der seinen Weltmeistertitel verteidigen konnte. Mit dem dritten Platz in Japan konnte der Heppenheimer seine zweite Weltmeisterschaft einfahren und löst damit Fernando Alonso in der Statistik als jüngster Doppelweltmeister ab.
Vettels Formel 1-Bilanz ist beeindruckend. Vor etwas mehr als vier Jahren debutierte der Deutsche in der Königsklasse des Motorsports. 77 Grand Prix-Teilnahmen später kann er bereits 2 Weltmeisterschaften, 19 Siege, 27 Pole Positionen und annähernd 900 WM-Punkte vorweisen. Nur Rekordweltmeister Michael Schumacher stand nach den ersten 77 Läufen seiner Karriere in der jüngeren Vergangenheit statistisch gesehen ähnlich gut dar, wie sein 18 Jahre jüngerer Landsmann aus Hessen. Allerdings war Schumacher nach 77 Formel 1-Rennen über 27 Jahre alt und damit bereits mehr als drei Jahre älter als Vettel bei seinem zweiten Titelgewinn. Mit 24 Jahren hatte der heutige Mercedes GP-Pilot allerdings erst einen Grand Prix-Sieg errungen.
Appropos Schumacher…
Michael Schumacher, der seit seinem Comeback noch immer auf einen Podiumsplatz warten muss, kommt immer besser in Fahrt. Der 42-jährige Manheimer, der seit Saisonmitte seinen deutschen Teamkollegen bei Mercedes GP, Nico Rosberg, in den Rennen regelmäßig bezwingen kann, schaffte es in den vergangenen Rennen auch, in der Qualifikation die Lücke auf den Wiesbadener deutlich zu verringern. In der Weltmeisterschaft trennen die beiden nur noch drei Punkte und ich wage die Prognose, dass der siebenmalige Weltmeister am Ende der Saison nach Punkten vor dem Sohn des ehemaligen Weltmeisters Keke Rosberg liegen wird.
Hockenheim 2005
Montag, 10. Oktober 2011
Montag, 26. September 2011
Sebastian Vettel feiert in Singapur neunten Saisonsieg
Sebastian Vettel ist nach seinem neunten Saisonsieg der Gewinn der zweiten Weltmeisterschaft so gut wie sicher. Fünf Rennen vor Schluß führt der 24-jährige Heppenheimer die Gesamtwertung mit 124 Punkten Vorsprung vor seinem stärksten Verfolger, Jenson Button, an. Lediglich ein Punkt fehlt dem Red Bull-Renault-Piloten noch zur erfolgreichen Titelverteidigung. Mit knapp 24 Jahren und zwei Monaten ist Vettel auch auf dem Weg den Rekord des jüngsten Doppelweltmeisters in der Geschichte der Formel 1 aufzustellen.
Vettel dominiert seit nunmehr einem Jahr die Formel 1 wie vor ihm bisher nur Nigel Mansell 1992 und Michael Schumacher. Der deutsche Rekordweltmeister aus Manheim setzte in seinen Weltmeisterjahren bei Benetton, sowie während der glanzvollen Ferrari-Ära neue Maßstäbe in der Formel 1. So dominant wie Sebastian Vettel in der laufenden Saison war Schumacher in den Jahren 1994, 1995, 2001, 2002 und 2004 unterwegs. Die 11 Saisonsiege im Jahr 2002 konnte der damalige Ferrari-Pilot zwei Jahre später sogar auf 13 Siege in einem Jahr aufstocken. Wenn Sebastian Vettel die noch ausstehenden fünf Saisonläufe gewinnt, würde er Michael Schumachers Rekord aus dem Jahr 2004 ebenfalls überbieten. Nach dem erneut fehlerfreien Wochenende in Singapur ist der amtierende Weltmeister nicht nur auf dem Weg, die WM mit den meisten Punkten überhaupt für sich zu entscheiden, sondern zusätzlich den größten Vorsprung vor dem Zweiten herauszufahren. Ausserdem wackelt Nigel Mansells Pole Rekord von 14 besten Startplätzen in einer Saison. Vettels diesjährige Bilanz steht derzeit bei 11 Starts vom besten Startplatz.
Nicht nur Vettel befindet sich derzeit in bestechender Form, sondern auch sein Red Bull-Renault, mit dem der Deutsche die Konkurrenz nach Belieben dominiert. Lediglich Jenson Button im McLaren-Mercedes konnte dem deutschen Seriensieger in Singapur ansatzweise folgen. Der Weltmeister des Jahres 2009 wurde vor dem Red Bull von Mark Webber Zweiter. Allerdings nahm Vettel Kontrahent Button besonders zu Beginn des Rennens etwa eine Sekunde pro Runde ab, was die diesjährige Ausnahmestellung von Fahrer und Auto zusätzlich verdeutlicht.
Ferrari fiel in Singapur trotz einer technischen Rückrüstung auf die weicher abzustimmende Hinterachse in Kombination mit den von Pirelli angelieferten weichen Reifenmischungen deutlich hinter McLaren zurück. Die Hinterachse, die in Verbindung mit dem nach Red Bull-Vorbild modifizierten Diffusor, für die guten Ergebnisse vor der Sommerpause mit verantwortlich war, konnte in Singapur allerdings nicht für einen Formanstieg sorgen. Der spanische Ex-Weltmeister Fernando Alonso holt mit wahren Glanzleistungen zwar gewohnt Topleistungen aus dem Ferrari-Paket, jedoch reicht es derzeit nicht zu mehr als Platz vier bis fünf. Die Hinterreifen seines Ferrari bauten in Singapur zu stark ab. Seine Ausnahmestellung bei Ferrari stellte der Spanier im Qualifying erneut beeindruckend unter Beweis. Er nahm seinem Teamkollegen Felipe Massa mehr als eine Sekunde ab. Über eine gesamte Renndistanz ist aber selbst Alonso unter normalen Umständen nicht in der Lage, die technisch derzeit deutlich stärkeren Red Bull und McLaren zu schlagen.
Spektakuläre Bilder in Singapur
Der Nacht-Grand Prix im südostasiatischen Singapur ist seit seinem Debut im Jahr 2008 mit seinen spektakulären Bildern das absolute Highlight im Rennkalender der Formel 1. Die enge Streckenführung lud bisher zwar nicht gerade zum Überholen ein, durch das DR-System gehören die bisherigen Prozessionen jedoch auch in Singapur der Vergangenheit an. Besonders Mark Webber und Lewis Hamilton taten sich während der gestrigen Rennens mit teilweise spektakulären Uberholmanövern auf der holprigen Strecke hervor. Hamilton hätte allerdings noch viel weiter vorne als auf Platz fünf ins Ziel einlaufen können - wenn er nicht einmal mehr eine vollkommen überflüssige Kollision verursacht hätte. Diesmal kollidierte der Weltmeister des Jahres 2008 mit Ferrari-Pilot Felipe Massa, dem er nach Monaco das Rennen zum zweiten Mal in dieser Saison zerstörte.
Dass Hamiltons Frontflügel bei der Kollision mit Massas rechtem Hinterrad stark beschädigt wurde und der heißblütige Engländer einmal mehr eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt bekam, war für Massa dabei nur ein schwacher Trost. Zumal der Brasilianer nach seinem von Hamilton verursachten Reifenschaden nur auf Paltz neun im Ziel einlief - vier Positionen hinter seinem Widersacher.
Hamiltons Ausnahmetalent ist unbestritten, allerdings häufen sich die Fehler des Briten in dieser Saison derart, dass der 26-jährige sich langsam ernsthafte Gedanken über seinen Fahrstil machen sollte. Zum wiederholten Male ließ der McLaren-Mercedes-Pilot in dieser Saison selbstverschuldet Punkte liegen, die ihn in der WM-Wertung aussichtlos zurückwerfen. Ohne die ständigen Patzer wäre der 16-fache Grand Prix-Sieger deutlich besser platziert. Hamitons Launen und Attacken sind offensichtlich immer auch vom Ergebnis seines Teamkollegen Jenson Button abhängig. Button nutzt die Fehler seines teaminternen Kontrahenten derweil dankbar aus und zieht Hamilton allählich auch in der WM-Gesamtwertung deutlich davon.
Für die spektakulärsten Bilder des Nachmittags sorgte Michael Schumacher. Der deutsche Rekordweltmeister setzte gerade zu einem Überholversuch gegen den Sauber-Ferrari von Sergio Perez an. Perez fuhr Kampflinie und musste etwas früher vom Gas als auf der Ideallinie üblich gewesen wäre. Schumacher, der direkt hinter dem Sauber-Ferrari lag, verschätzte sich mit dem Bremszeitpunkt des Mexikaners und prallte auf das Heck des schweizer Boliden. Er kollidierte mit dem rechten Hinterrad des Sauber von Sergio Perez und hob von der Strecke ab, bevor er in die Streckenbegrenzung prallte. Der Unfall ähnelte, auch wenn er bei deutlich geringeren Geschwindigkeiten passierte, dem Unfall von Mark Webber und Heikki Kovalainen in Valencia im vergangenen Jahr. Die Aktion ist auch diesmal als normaler Rennunfall zu werten, so dass keinem der beiden Fahrer eine Schuld zugesprochen werden kann.
Vettel dominiert seit nunmehr einem Jahr die Formel 1 wie vor ihm bisher nur Nigel Mansell 1992 und Michael Schumacher. Der deutsche Rekordweltmeister aus Manheim setzte in seinen Weltmeisterjahren bei Benetton, sowie während der glanzvollen Ferrari-Ära neue Maßstäbe in der Formel 1. So dominant wie Sebastian Vettel in der laufenden Saison war Schumacher in den Jahren 1994, 1995, 2001, 2002 und 2004 unterwegs. Die 11 Saisonsiege im Jahr 2002 konnte der damalige Ferrari-Pilot zwei Jahre später sogar auf 13 Siege in einem Jahr aufstocken. Wenn Sebastian Vettel die noch ausstehenden fünf Saisonläufe gewinnt, würde er Michael Schumachers Rekord aus dem Jahr 2004 ebenfalls überbieten. Nach dem erneut fehlerfreien Wochenende in Singapur ist der amtierende Weltmeister nicht nur auf dem Weg, die WM mit den meisten Punkten überhaupt für sich zu entscheiden, sondern zusätzlich den größten Vorsprung vor dem Zweiten herauszufahren. Ausserdem wackelt Nigel Mansells Pole Rekord von 14 besten Startplätzen in einer Saison. Vettels diesjährige Bilanz steht derzeit bei 11 Starts vom besten Startplatz.
Nicht nur Vettel befindet sich derzeit in bestechender Form, sondern auch sein Red Bull-Renault, mit dem der Deutsche die Konkurrenz nach Belieben dominiert. Lediglich Jenson Button im McLaren-Mercedes konnte dem deutschen Seriensieger in Singapur ansatzweise folgen. Der Weltmeister des Jahres 2009 wurde vor dem Red Bull von Mark Webber Zweiter. Allerdings nahm Vettel Kontrahent Button besonders zu Beginn des Rennens etwa eine Sekunde pro Runde ab, was die diesjährige Ausnahmestellung von Fahrer und Auto zusätzlich verdeutlicht.
Ferrari fiel in Singapur trotz einer technischen Rückrüstung auf die weicher abzustimmende Hinterachse in Kombination mit den von Pirelli angelieferten weichen Reifenmischungen deutlich hinter McLaren zurück. Die Hinterachse, die in Verbindung mit dem nach Red Bull-Vorbild modifizierten Diffusor, für die guten Ergebnisse vor der Sommerpause mit verantwortlich war, konnte in Singapur allerdings nicht für einen Formanstieg sorgen. Der spanische Ex-Weltmeister Fernando Alonso holt mit wahren Glanzleistungen zwar gewohnt Topleistungen aus dem Ferrari-Paket, jedoch reicht es derzeit nicht zu mehr als Platz vier bis fünf. Die Hinterreifen seines Ferrari bauten in Singapur zu stark ab. Seine Ausnahmestellung bei Ferrari stellte der Spanier im Qualifying erneut beeindruckend unter Beweis. Er nahm seinem Teamkollegen Felipe Massa mehr als eine Sekunde ab. Über eine gesamte Renndistanz ist aber selbst Alonso unter normalen Umständen nicht in der Lage, die technisch derzeit deutlich stärkeren Red Bull und McLaren zu schlagen.
Spektakuläre Bilder in Singapur
Der Nacht-Grand Prix im südostasiatischen Singapur ist seit seinem Debut im Jahr 2008 mit seinen spektakulären Bildern das absolute Highlight im Rennkalender der Formel 1. Die enge Streckenführung lud bisher zwar nicht gerade zum Überholen ein, durch das DR-System gehören die bisherigen Prozessionen jedoch auch in Singapur der Vergangenheit an. Besonders Mark Webber und Lewis Hamilton taten sich während der gestrigen Rennens mit teilweise spektakulären Uberholmanövern auf der holprigen Strecke hervor. Hamilton hätte allerdings noch viel weiter vorne als auf Platz fünf ins Ziel einlaufen können - wenn er nicht einmal mehr eine vollkommen überflüssige Kollision verursacht hätte. Diesmal kollidierte der Weltmeister des Jahres 2008 mit Ferrari-Pilot Felipe Massa, dem er nach Monaco das Rennen zum zweiten Mal in dieser Saison zerstörte.
Dass Hamiltons Frontflügel bei der Kollision mit Massas rechtem Hinterrad stark beschädigt wurde und der heißblütige Engländer einmal mehr eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt bekam, war für Massa dabei nur ein schwacher Trost. Zumal der Brasilianer nach seinem von Hamilton verursachten Reifenschaden nur auf Paltz neun im Ziel einlief - vier Positionen hinter seinem Widersacher.
Hamiltons Ausnahmetalent ist unbestritten, allerdings häufen sich die Fehler des Briten in dieser Saison derart, dass der 26-jährige sich langsam ernsthafte Gedanken über seinen Fahrstil machen sollte. Zum wiederholten Male ließ der McLaren-Mercedes-Pilot in dieser Saison selbstverschuldet Punkte liegen, die ihn in der WM-Wertung aussichtlos zurückwerfen. Ohne die ständigen Patzer wäre der 16-fache Grand Prix-Sieger deutlich besser platziert. Hamitons Launen und Attacken sind offensichtlich immer auch vom Ergebnis seines Teamkollegen Jenson Button abhängig. Button nutzt die Fehler seines teaminternen Kontrahenten derweil dankbar aus und zieht Hamilton allählich auch in der WM-Gesamtwertung deutlich davon.
Für die spektakulärsten Bilder des Nachmittags sorgte Michael Schumacher. Der deutsche Rekordweltmeister setzte gerade zu einem Überholversuch gegen den Sauber-Ferrari von Sergio Perez an. Perez fuhr Kampflinie und musste etwas früher vom Gas als auf der Ideallinie üblich gewesen wäre. Schumacher, der direkt hinter dem Sauber-Ferrari lag, verschätzte sich mit dem Bremszeitpunkt des Mexikaners und prallte auf das Heck des schweizer Boliden. Er kollidierte mit dem rechten Hinterrad des Sauber von Sergio Perez und hob von der Strecke ab, bevor er in die Streckenbegrenzung prallte. Der Unfall ähnelte, auch wenn er bei deutlich geringeren Geschwindigkeiten passierte, dem Unfall von Mark Webber und Heikki Kovalainen in Valencia im vergangenen Jahr. Die Aktion ist auch diesmal als normaler Rennunfall zu werten, so dass keinem der beiden Fahrer eine Schuld zugesprochen werden kann.
Sonntag, 11. September 2011
Sebastian Vettel dominiert in Italien
Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel ist nicht aufzuhalten. Der 24-jährige Red Bull Pilot gewann beinahe ungefährdet zum zweiten Mal in seiner Karriere den Großen Preis von Italien und feierte in Monza den achten Saisonerfolg im dreizehnten Rennen. Seit seinem ersten Sieg in der Formel 1 vor drei Jahren, ebenfalls im italienischen Monza, konnte Vettel seine beeindruckende Karrierebilanz mit dem heutigen Sieg auf nunmehr 18 Siege ausbauen. Vettel führt zudem weiterhin ungefährdet die Gesamtwertung der Formel 1 an und baute seinen Vorsprung auf unglaubliche 112 Punkte aus. Bereits beim nächsten Saisonlauf in Singapur kann sich der Heppenheimer zum zweiten Mal die Krone des Fahrerweltmeisters sichern.
Trotz seiner beeindruckenden bisherigen Saison kam der Sieg für Sebastian Vettel in Monza etwas überraschend. In den vergangenen Jahren war die Traditionsstrecke im Parco di Monza eine Art Angststrecke für das britisch-österreichische Red Bull-Team. Neben aerodynamischer Effizienz zählt in Monza besonders die Motorleistung. Auf diesem Gebiet hinkte der Renault befeuerte Red Bull in der Vergangenheit der Konkurrenz etwas hinterher. In diesem Jahr verzichtete Vettel allerdings auf die absolute Höchstgeschwindigkeit und legte sein Hauptaugenmerk bei der mechanischen Abstimmung seines Fahrzeigs auf die Getriebeübersetzung: Ein Kniff, der sich auszahlen sollte.
Der aerodynamisch extrem effiziente Red Bull-Renault machte auf dem Autodromo di Monza die auf den Geraden auf die Konkurrenz eingebüßte Zeit nicht nur in den langgezogenen Kurven wieder gut, sondern war zusätzlich in der Lage, mit dem deutlich kürzer übersetzten Getriebe besser aus den engen Schikanen heraus zu beschleunigen. Der überragende Vorsprung von mehr als einer halben Sekunde im Qualifying auf Lewis Hamilton zeigte bereits, dass die Strategie aufgehen könnte.
Vettels größte Sorge musste deshalb dem Start gelten. Verlorene Positionen könnte der Weltmeister auf den langen Geraden, aufgrund des Geschwindigkeitsmankos, nur schwer wieder zurückerobern. Nach der Safety Car-Phase, die nach einem heftigen Startunfall zwischen Vitantonio Liuzzi, Vitaly Petrov und Nico Rosberg ausgerufen wurde, gelang es Vettel, die zunächst verlorene Spitzenposition mit einem harten Manöver auf dem Gras außen herum an Fernando Alonso zurück zu holen. Anschließend konnte der Deutsche das Rennen von vorneweg kontrollieren und einen weiteren souveränen Sieg einfahren.
Michael Schumacher zeigt sein Ausnahmetalent
Vettels tolle Siegfahrt geriet aufgrund der vielen spektakulären Szenen, die das Rennen zu bieten hatte, etwas ins Hintertreffen. Ein über weite Strecken äußerst spektakuläres Rennen zeigte der 42-jährige Rekordweltmeister Michael Schumacher, der den deutlich schnelleren McLaren-Mercedes von Lewis Hamilton bis zur 28 Runde bravourös hinter sich halten konnte. Schumacher zeigte dabei eine perfekte Verteidigungsschlacht, die in nichts zu überbieten war. Hamilton konnte Schumacher zwar einmal klassisch in die erste Schikane hinein ausbremsen, allerdings war der Deutsche unmittelbar danach in der Lage, die leicht höhere Top-Speed seines MercedesGP zu einem Konter, außen herum an Hamilton vorbei in der Curva Grande, zu nutzen. Schumacher, der seit seinem Comeback weiterhin auf eine absolute Spitzenposition wartet, zeigte dabei einmal mehr sein Ausnahmekönnen. Besonders in der Startrunde ist Schumacher außergewöhnlich gut. Kein anderer Fahrer im Feld macht nach dem Start so viele Positionen gut wie der Manheimer. Hierbei profitiert der 42-jährige von seiner Erfahrung und der daraus resultierenden Übersicht, die ihn andere Linien fahren lässt als die Konkurrenz. In Monza kam Schumacher auf diese Weise von Startplatz acht aus auf Position vier nach vorne, während er in Belgien in der Startrunde sogar 10 Positionen gutmachen konnte. Nach dem tollen Lauf vor zwei Wochen im belgischen Spa-Francorchamps, als Schumacher von Startplatz 24 bis auf Platz fünf nach vorne fuhr, konnte der Deutsche auch in Italien glänzen.
Als Schumachers Reifen in Monza allerdings immer stärker abbauten, schloss Hamilton Teamkollege Jenson Button auf das Duo auf. Schumacher drängte Hamilton bei einem Überholversuch mit der rechten Fahrzeugseite ins Gras, sodass Hamilton vom Gas gehen musste und Button am Weltmeister des Jahres 2008 vorbeiziehen konnte. Im Gegensatz zu Hamilton war Button danach auch in der Lage den deutschen siebenmaligen Weltmeister mit einem tollen Manöver außen herum in die Ascari-Schikane hinein zu überholen. Button, der Weltmeister des Jahres 2009, bewies auch in Italien einmal mehr seine außergewöhnliche Übersicht, dazu die Fähigkeit seine Reifen zu schonen und im entscheidenden Moment, wenn die Reifen der Konkurrenten nachlassen, zuzuschlagen und Positionen gutzumachen. Button schloss das Rennen letztlich auf Platz zwei hinter Vettel ab, während Teamkollege Hamilton auf Position vier, direkt vor Schumacher, im Ziel einlief.
Trotz seiner beeindruckenden bisherigen Saison kam der Sieg für Sebastian Vettel in Monza etwas überraschend. In den vergangenen Jahren war die Traditionsstrecke im Parco di Monza eine Art Angststrecke für das britisch-österreichische Red Bull-Team. Neben aerodynamischer Effizienz zählt in Monza besonders die Motorleistung. Auf diesem Gebiet hinkte der Renault befeuerte Red Bull in der Vergangenheit der Konkurrenz etwas hinterher. In diesem Jahr verzichtete Vettel allerdings auf die absolute Höchstgeschwindigkeit und legte sein Hauptaugenmerk bei der mechanischen Abstimmung seines Fahrzeigs auf die Getriebeübersetzung: Ein Kniff, der sich auszahlen sollte.
Der aerodynamisch extrem effiziente Red Bull-Renault machte auf dem Autodromo di Monza die auf den Geraden auf die Konkurrenz eingebüßte Zeit nicht nur in den langgezogenen Kurven wieder gut, sondern war zusätzlich in der Lage, mit dem deutlich kürzer übersetzten Getriebe besser aus den engen Schikanen heraus zu beschleunigen. Der überragende Vorsprung von mehr als einer halben Sekunde im Qualifying auf Lewis Hamilton zeigte bereits, dass die Strategie aufgehen könnte.
Vettels größte Sorge musste deshalb dem Start gelten. Verlorene Positionen könnte der Weltmeister auf den langen Geraden, aufgrund des Geschwindigkeitsmankos, nur schwer wieder zurückerobern. Nach der Safety Car-Phase, die nach einem heftigen Startunfall zwischen Vitantonio Liuzzi, Vitaly Petrov und Nico Rosberg ausgerufen wurde, gelang es Vettel, die zunächst verlorene Spitzenposition mit einem harten Manöver auf dem Gras außen herum an Fernando Alonso zurück zu holen. Anschließend konnte der Deutsche das Rennen von vorneweg kontrollieren und einen weiteren souveränen Sieg einfahren.
Michael Schumacher zeigt sein Ausnahmetalent
Vettels tolle Siegfahrt geriet aufgrund der vielen spektakulären Szenen, die das Rennen zu bieten hatte, etwas ins Hintertreffen. Ein über weite Strecken äußerst spektakuläres Rennen zeigte der 42-jährige Rekordweltmeister Michael Schumacher, der den deutlich schnelleren McLaren-Mercedes von Lewis Hamilton bis zur 28 Runde bravourös hinter sich halten konnte. Schumacher zeigte dabei eine perfekte Verteidigungsschlacht, die in nichts zu überbieten war. Hamilton konnte Schumacher zwar einmal klassisch in die erste Schikane hinein ausbremsen, allerdings war der Deutsche unmittelbar danach in der Lage, die leicht höhere Top-Speed seines MercedesGP zu einem Konter, außen herum an Hamilton vorbei in der Curva Grande, zu nutzen. Schumacher, der seit seinem Comeback weiterhin auf eine absolute Spitzenposition wartet, zeigte dabei einmal mehr sein Ausnahmekönnen. Besonders in der Startrunde ist Schumacher außergewöhnlich gut. Kein anderer Fahrer im Feld macht nach dem Start so viele Positionen gut wie der Manheimer. Hierbei profitiert der 42-jährige von seiner Erfahrung und der daraus resultierenden Übersicht, die ihn andere Linien fahren lässt als die Konkurrenz. In Monza kam Schumacher auf diese Weise von Startplatz acht aus auf Position vier nach vorne, während er in Belgien in der Startrunde sogar 10 Positionen gutmachen konnte. Nach dem tollen Lauf vor zwei Wochen im belgischen Spa-Francorchamps, als Schumacher von Startplatz 24 bis auf Platz fünf nach vorne fuhr, konnte der Deutsche auch in Italien glänzen.
Als Schumachers Reifen in Monza allerdings immer stärker abbauten, schloss Hamilton Teamkollege Jenson Button auf das Duo auf. Schumacher drängte Hamilton bei einem Überholversuch mit der rechten Fahrzeugseite ins Gras, sodass Hamilton vom Gas gehen musste und Button am Weltmeister des Jahres 2008 vorbeiziehen konnte. Im Gegensatz zu Hamilton war Button danach auch in der Lage den deutschen siebenmaligen Weltmeister mit einem tollen Manöver außen herum in die Ascari-Schikane hinein zu überholen. Button, der Weltmeister des Jahres 2009, bewies auch in Italien einmal mehr seine außergewöhnliche Übersicht, dazu die Fähigkeit seine Reifen zu schonen und im entscheidenden Moment, wenn die Reifen der Konkurrenten nachlassen, zuzuschlagen und Positionen gutzumachen. Button schloss das Rennen letztlich auf Platz zwei hinter Vettel ab, während Teamkollege Hamilton auf Position vier, direkt vor Schumacher, im Ziel einlief.
Montag, 29. August 2011
Sebastian Vettel feiert den ersten Sieg in Spa-Francorchamps
Nach zuletzt drei Rennen ohne Sieg konnte Weltmeister Sebatian Vettel nach der Sommerpause der Formel 1 im belgischen Spa-Francorchamps im zwölften Saisonlauf den siebten Sieg feiern. Mit dem insgesamt 17 Sieg seiner noch jungen Karriere, baute der 24-jährige Heppenheimer zudem die Führung in der Weltmeisterschaft auf komfortable 92 Punkte aus. Vettel nimmt damit weiter Kurs auf den Gewinn seiner zweiten Fahrerweltmeisterschaft.
In einem einmal mehr ereignisreichen Rennen verwies Sebastian Vettel seinen Teamkollegen Mark Webber und McLaren-Mercedes Pilot Jenson Button auf die weiteren Podiumsplätze. Die einzige Gefahr für den jüngsten Weltmeister der Geschichte ging an diesem Tag von seinen Reifen aus, die bereits nach wenigen Runden Blasen warfen. Grund dafür war die nicht perfekt ausgetüftelte Fahrzeugabstimmung. Nach den hauptsächlich im Regen stattgefundenen Trainingseinheiten hatten die Teams keinerlei Anhaltspunkte für ein optimales Trocken-Set-Up erarbeiten können, so dass besonders Red Bull ein hohes Risiko einging und mit deutlich mehr Sturz in Qualifying und Rennen ging, als üblich. Bereits im Qualifying neigten die Reifen daraufhin zu erhöhter Blasenbildung. Da zwischen Qualifying und Rennen die Parc Ferme-Regel gilt, durften die Teams keine Änderungen an der Fahrzeugabstimmung vornehmen. Bei Zuwiderhandlung hätte ein Start aus der Bowngasse gedroht, was sich im Falle Red Bull, die in der Startaufstellung die Plätze eins und drei belegten, massiv nachteilig ausgewirkt hätte. Zwar wären Vettel und Webber auch von ganz hinten weit nach vorne vorgedrungen, ob es aber zum Sieg gereicht hätte, bleibt fraglich. Red Bull entschied sich letztlich gegen Änderungen am Set Up und riskierte im Rennen Reifenschäden an beiden Autos. Die Fahrer steuerten mit kürzeren Stints bei den weicheren der zu fahrenden Pirelli-Pneus gegen und konnten letztlich einen auf der Strecke ungefährdeten Doppelsieg landen.
In den vergangenen Jahren stellte der Kurs im belgischen Spa immer eine Art Angststrecke für Red Bull dar. Vor der Sommerpause kamen zudem die gegnerischen Teams von McLaren-Mercedes und Ferrari immer stärker auf, so dass für Spa mit einem harten Kampf auf der Strecke zu rechnen war. Red Bull am gefährlichsten wurden in Spa einmal mehr Fernando Alonso im Ferrari und die beiden McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton.
Button, der einen tollen Endspurt in Spa hinlegte, der ihn bis auf Platz drei nach vorne führte, startete nach einem Strategiefehler seines Teams jedoch nur von Startplatz dreizehn. Teamkollege Hamilton eliminierte sich hingegen einmal mehr selbst, indem er nach einem Überholvorgang den neben ihm fahrenden Kamui Kobayashi übersah und heftig in die Leitplanken krachte. Leider steht sich der extrem begabte Lewis Hamilton immer wieder selbst im Weg. Er ist der wahrscheinlich talentierteste und beste Fahrer im gesamten Fahrerfeld, begeht aber unverständlich viele Fehler, die ihn im Kampf um die WM-Krone empfindlich zurückwerfen.
Der Fahrstil ist allerdings wie ein Fingerabdruck ein individuelles Merkmal, was man nicht so einfach abstreifen, oder ändern kann. Dennoch sollte Hamilton zukünftig ein bißchen mehr Um- und Weitsicht walten lassen. Wenn der 26-jährige Brite fehlerlos über die Distanz eines Grand Prix kommt, ist er immer für den Sieg gut.
In einem einmal mehr ereignisreichen Rennen verwies Sebastian Vettel seinen Teamkollegen Mark Webber und McLaren-Mercedes Pilot Jenson Button auf die weiteren Podiumsplätze. Die einzige Gefahr für den jüngsten Weltmeister der Geschichte ging an diesem Tag von seinen Reifen aus, die bereits nach wenigen Runden Blasen warfen. Grund dafür war die nicht perfekt ausgetüftelte Fahrzeugabstimmung. Nach den hauptsächlich im Regen stattgefundenen Trainingseinheiten hatten die Teams keinerlei Anhaltspunkte für ein optimales Trocken-Set-Up erarbeiten können, so dass besonders Red Bull ein hohes Risiko einging und mit deutlich mehr Sturz in Qualifying und Rennen ging, als üblich. Bereits im Qualifying neigten die Reifen daraufhin zu erhöhter Blasenbildung. Da zwischen Qualifying und Rennen die Parc Ferme-Regel gilt, durften die Teams keine Änderungen an der Fahrzeugabstimmung vornehmen. Bei Zuwiderhandlung hätte ein Start aus der Bowngasse gedroht, was sich im Falle Red Bull, die in der Startaufstellung die Plätze eins und drei belegten, massiv nachteilig ausgewirkt hätte. Zwar wären Vettel und Webber auch von ganz hinten weit nach vorne vorgedrungen, ob es aber zum Sieg gereicht hätte, bleibt fraglich. Red Bull entschied sich letztlich gegen Änderungen am Set Up und riskierte im Rennen Reifenschäden an beiden Autos. Die Fahrer steuerten mit kürzeren Stints bei den weicheren der zu fahrenden Pirelli-Pneus gegen und konnten letztlich einen auf der Strecke ungefährdeten Doppelsieg landen.
In den vergangenen Jahren stellte der Kurs im belgischen Spa immer eine Art Angststrecke für Red Bull dar. Vor der Sommerpause kamen zudem die gegnerischen Teams von McLaren-Mercedes und Ferrari immer stärker auf, so dass für Spa mit einem harten Kampf auf der Strecke zu rechnen war. Red Bull am gefährlichsten wurden in Spa einmal mehr Fernando Alonso im Ferrari und die beiden McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton.
Button, der einen tollen Endspurt in Spa hinlegte, der ihn bis auf Platz drei nach vorne führte, startete nach einem Strategiefehler seines Teams jedoch nur von Startplatz dreizehn. Teamkollege Hamilton eliminierte sich hingegen einmal mehr selbst, indem er nach einem Überholvorgang den neben ihm fahrenden Kamui Kobayashi übersah und heftig in die Leitplanken krachte. Leider steht sich der extrem begabte Lewis Hamilton immer wieder selbst im Weg. Er ist der wahrscheinlich talentierteste und beste Fahrer im gesamten Fahrerfeld, begeht aber unverständlich viele Fehler, die ihn im Kampf um die WM-Krone empfindlich zurückwerfen.
Der Fahrstil ist allerdings wie ein Fingerabdruck ein individuelles Merkmal, was man nicht so einfach abstreifen, oder ändern kann. Dennoch sollte Hamilton zukünftig ein bißchen mehr Um- und Weitsicht walten lassen. Wenn der 26-jährige Brite fehlerlos über die Distanz eines Grand Prix kommt, ist er immer für den Sieg gut.
Sonntag, 31. Juli 2011
Button Sieg bei schwierigen Bedingungen in Ungarn
Jenson Button hat in Ungarn in seinem 200sten Formel 1-Grand Prix den 11. Sieg seiner Karriere eingefahren. Der Weltmeister von 2009 fuhr auf teilweise nasser Strecke ein weitestgehend fehlerloses Rennen und konnte bei teils schwierigen Bedingungen einen für ihn inzwischen fast schon typischen Sieg herausfahren. Auf der Strecke, auf der er bei ähnlichen Bedingungen vor fünf Jahren seinen ersten Sieg feiern konnte, fuhr der 31-jährige Brite ein überlegtes und souveränes Rennen.
Der schnellste Pilot auf der Piste war Button zwar nicht, aber am Ende kommt es darauf an, wer als erster durchs Ziel fährt-und das war Jenson Button. Buttons Teamkollege bei McLaren-Mercedes, Lewis Hamilton, der lange wie der sichere Sieger ausgesehen hat, unterlief bei erneut einsetzendem Nieselregen ein Dreher, so dass Button an ihm vorbei ziehen konnte. Der Donut, der Hamiltons McLaren anschließend, unter Gefährdung seiner Kollegen, wieder in die richtige Spur brachte, zog einmal mehr in dieser Saison eine Durchfahrtsstrafe für den Weltmeister des Jahres 2008 nach sich. Trotz dieser beiden Missgeschicke hätte es für Hamilton womöglich doch noch zum Sieg gereicht, wenn ihm und seinem Team nicht der folgenschwere Fehler des Reifenwechsels auf Intermediates unterlaufen wäre. Bei McLaren ging man von länger anhaltendem Regen aus und beorderte seine beiden Piloten unnötigerweise an die Box. Button blieb stur und gewann, in dem er auf Trockenreifen weiterfuhr. Da der Nieselregen nur von kurzer Dauer war, landete Hamilton nach dem erneuten Wechsel auf Slicks letztlich nur auf Position vier.
Jenson Button ist seit seinem ersten Sieg vor fünf Jahren der Mann für die schwierigen Rennen in der Formel 1. Seit dem Ungarn Grand Prix 2006 hat Button beinahe alle Rennen bei wechselnden Wetterverhältnissen gewonnen. Der Engländer ist zwar nicht der schnellste Pilot im Fahrerfeld, macht aber weniger Fehler als die meisten anderen Fahrer und profitiert von seinem reifenschonenden Fahrstil. Zum Ende eines Turns hin, besonders bei nassen Verhältnissen, kann Button so Zeit auf seine Konkurrenten gutmachen. Bei trockenen Bedingungen fehlen ihm etwa drei Zehntel pro Runde im Training auf seinen Teamkollegen, so dass Button an Qualifying-Geschwindigkeit zulegen muss.
Das Red Bull-Team um Weltmeister Sebastian Vettel, der in Ungarn von der Pole Position ins Rennen gestartet, Zweiter wurde, stellt weiterhin das schnellste Auto im Feld, gerät jedoch langsam unter Druck durch die Konkurrenten von Ferrari und McLaren-Mercedes. McLaren-Mercedes hat zwar die vergangenen beiden Grand Prix gewonnen, profitierte dabei allerdings von den kühlen Aussentemperaturen, bei denen die beiden britischen Piloten die Reifen schneller in das nötige Arbeitsfenster bekommen, als die direkte Konkurrenz. Als stärksten Gegner für Vettel, der mit 85 Punkten Vorsprung in der WM-Gesamtwertung in die Sommerpause geht, stufe ich Ferrari-Pilot Fernando Alonso ein, der dank großer Weiterentwicklungsstufen an seinem Ferrari den Rückstand auf Red Bull im Rennen stetig verkürzen konnte. Aller Voraussicht nach wird es ihm zwar nicht mehr gelingen den konstant punktenden Vettel vom Gewinn der zweiten Weltmeisterschaft abzuhalten, einige Laufsiege aus eigener Kraft sollten für Alonso und Ferrari in den letzten 8 Saisonrennen aber durchaus möglich sein.
Der schnellste Pilot auf der Piste war Button zwar nicht, aber am Ende kommt es darauf an, wer als erster durchs Ziel fährt-und das war Jenson Button. Buttons Teamkollege bei McLaren-Mercedes, Lewis Hamilton, der lange wie der sichere Sieger ausgesehen hat, unterlief bei erneut einsetzendem Nieselregen ein Dreher, so dass Button an ihm vorbei ziehen konnte. Der Donut, der Hamiltons McLaren anschließend, unter Gefährdung seiner Kollegen, wieder in die richtige Spur brachte, zog einmal mehr in dieser Saison eine Durchfahrtsstrafe für den Weltmeister des Jahres 2008 nach sich. Trotz dieser beiden Missgeschicke hätte es für Hamilton womöglich doch noch zum Sieg gereicht, wenn ihm und seinem Team nicht der folgenschwere Fehler des Reifenwechsels auf Intermediates unterlaufen wäre. Bei McLaren ging man von länger anhaltendem Regen aus und beorderte seine beiden Piloten unnötigerweise an die Box. Button blieb stur und gewann, in dem er auf Trockenreifen weiterfuhr. Da der Nieselregen nur von kurzer Dauer war, landete Hamilton nach dem erneuten Wechsel auf Slicks letztlich nur auf Position vier.
Jenson Button ist seit seinem ersten Sieg vor fünf Jahren der Mann für die schwierigen Rennen in der Formel 1. Seit dem Ungarn Grand Prix 2006 hat Button beinahe alle Rennen bei wechselnden Wetterverhältnissen gewonnen. Der Engländer ist zwar nicht der schnellste Pilot im Fahrerfeld, macht aber weniger Fehler als die meisten anderen Fahrer und profitiert von seinem reifenschonenden Fahrstil. Zum Ende eines Turns hin, besonders bei nassen Verhältnissen, kann Button so Zeit auf seine Konkurrenten gutmachen. Bei trockenen Bedingungen fehlen ihm etwa drei Zehntel pro Runde im Training auf seinen Teamkollegen, so dass Button an Qualifying-Geschwindigkeit zulegen muss.
Das Red Bull-Team um Weltmeister Sebastian Vettel, der in Ungarn von der Pole Position ins Rennen gestartet, Zweiter wurde, stellt weiterhin das schnellste Auto im Feld, gerät jedoch langsam unter Druck durch die Konkurrenten von Ferrari und McLaren-Mercedes. McLaren-Mercedes hat zwar die vergangenen beiden Grand Prix gewonnen, profitierte dabei allerdings von den kühlen Aussentemperaturen, bei denen die beiden britischen Piloten die Reifen schneller in das nötige Arbeitsfenster bekommen, als die direkte Konkurrenz. Als stärksten Gegner für Vettel, der mit 85 Punkten Vorsprung in der WM-Gesamtwertung in die Sommerpause geht, stufe ich Ferrari-Pilot Fernando Alonso ein, der dank großer Weiterentwicklungsstufen an seinem Ferrari den Rückstand auf Red Bull im Rennen stetig verkürzen konnte. Aller Voraussicht nach wird es ihm zwar nicht mehr gelingen den konstant punktenden Vettel vom Gewinn der zweiten Weltmeisterschaft abzuhalten, einige Laufsiege aus eigener Kraft sollten für Alonso und Ferrari in den letzten 8 Saisonrennen aber durchaus möglich sein.
Sonntag, 10. Juli 2011
Alonso mit erstem Saisonsieg
Fernando Alonso auf Ferrari gewann in Silverstone den Grand Prix von Großbritannien und feierte damit im neunten Lauf den ersten Saisonsieg. Alonso profiterte dabei von Problemen beim zweiten Boxenstopp des bis dahin führenden Sebastian Vettel, der am Ende den zweiten Platz belegte und seine Führung in der Weltmeisterschaft weiter ausbauen konnte.
Red Bull Vorsprung schmilzt
Das eigentliche Rennen in Silverstone wurde allerdings von den unentwegten technsichen Rochaden hinter den Kulissen ein wenig in den Hintergrund gerückt. Die Frage mit welchen Motoreinstellungen welches Team ins Rennen gehen darf, beschäftigt die Formel 1-Gemeinde nun schon seit vielen Wochen. Trotz vieler Meetings konnte auch in Silverstone keine für alle Teilnehmer zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Im Gegenteil. Die FIA hat sich mit dem in Großbritannien vollzogenen Regelhickhack mal wieder nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Einer vermeintlichen Lösung am Freitag morgen folgte eine Regelaufweichung am Mittag desselben Tages - zugunsten der Renault-Rennställe. Auf Betreiben von Ferrari hin wurde diese Regel am Samstag dann wieder zurückgenommen und man gab von Seiten der FIA die Devise aus, auf die ürsprüngliche Regelung vom Freitag zurückzurüsten. Diese Regelung bevorteilt allerdings Ferrari zuungunsten von Red Bull und den beiden anderen Renault-Teams. Letztlich verzichtete die FIA darauf eine konkrete Regelung auszusprechen und überließ dies quasi den Teams, die einen Konsens für den britischen Grand Prix erzielen sollten. Dieser kam auf Betreiben von Ferrari jedoch erst kurz vor dem Rennstart zustande. Aufgrund des Verlaufs der Thematik muss sich die FIA durchaus Kritik gefallen lassen. Sie ist es, die für die Regelfindung und deren Durchsetzung zuständig ist. Wenn ein Verbot des Diffusoranblasens im Schleppbetrieb des Motors schon unbedingt während der Saison erfolgen soll, dann muss die FIA den Teams klar das daraufhin geltende Regelwerk vorzeigen. Dazu war und ist sie nicht in der Lage.
Offensichtlich ist durch die in Silverstone nicht gefundene Lösung eine Bevorteilung Ferraris, die den Anschluss an Red Bull weitestgehend hergestellt zu haben scheinen. Ferrari war bisher nicht in der Lage eine zufriedenstellende technische Lösung des Anblasens des Diffusors bei Gaswegnahme durch den Fahrer zu erreichen. Red Bull, die das System perfektioniert haben, ist mit der Einschränkung ein herber Schlag versetzt worden, so dass der Vorsprung auf die Konkurrenz deutlich geschmolzen ist. Zwar ist der britisch-österreichische Rennstall noch immer der Klassenprimus, jedoch nicht mehr so unangefochten wie bisher.
Strafen durch Rennkommissare unnötig
Kritik möchte ich auch am Aussprechen einiger Durchfahrtsstrafen und Zeitstrafen in letzter Zeit üben. In Silverstone traf es mal wieder Michael Schumacher, der allzu optimistisch in einen Zweikampf mit Kamui Kobayashi gegangen ist, den Japaner dabei umdrehte und seinen Frontspoiler einbüßte. Daraufhin sprachen die "Stewards of the meeting" eine 10-Sekunden-Zeitstrafe gegen den Rekordweltmeister aus, die er in meinen Augen ganz klar zu Unrecht erhielt. Schumacher war durch den Schaden an seinem Auto bereits genug gestraft. Zudem war die Kollision mit dem Japaner im Sauber-Cockpit keine Absicht und ein klarer Fahrfehler des Deutschen. Bereits in den vergangenen Rennen kam es immer wieder zu Szenen, die die Stewards zu hart handhabten. Die 24 Formel 1-Piloten kämpfen verbissen um jeden Zentimeter auf der Strecke und müssen natürlich gewisse Risiken eingehen, um Positionen zu gewinnen, oder auch zu halten. Dass es dabei gelegentlich auch zu Kollisionen kommt liegt in der Natur der Sache. Wenn die Fahrer zukünftig aus Angst vor etwaigen drohenden Strafen von vornherein zurückstecken und einen Überholversuch garnicht erst wagen, sondern lieber auf "Position-halten" fahren, dann entspricht dies nicht dem Geist des Sports. Deswegen muss zukünftig mit einem gewissen Augenmaß geurteilt werden. Ein richtiger Schritt ist eigentlich zur letzten Saison hin getan worden, als den Funktionären ein ehemaliger Rennfahrer mit seiner Fachkenntnis zur Seite gestellt wurde - allerdings irren auch diese zu häufig.
Eine weitere Strafe erhielt Kamui Kobayashi in Silverstone aufgebrummt, die im Grunde genommen in Ordnung ist, jedoch gegen den Falschen ausgesprochen wurde. Kobayashi wurde nach seinem Boxenstopp vom Team das Signal zum Anfahren gegeben, obwohl die schmale Fahrspur in der Boxengasse nicht frei war. Kobayashi riss deshalb die Schlagschrauberschläuche der benachbarten Force India-Box aus ihrer Verankerung, bei seinem Versuch dem neben ihm fahrenden Fahrzeug auszuweichen.
Die Strafe muss in diesem Punkt das Team treffen und nicht den Fahrer, der vom Cockpi aus überhaupt nicht sehen kann, ob ein weiteres Fahrzeug in der Boxengasse unterwegs ist. Der Pilot muss sich deshalb auf das Urteil des Mechanikers am "Lollipop", der das Zeichen zum Anfahren gibt, verlassen können. Der Fehler liegt ganz klar bei diesem Mann - deshalb muss die Strafe auch das Team treffen, etwa in Form einer Geldstrafe, und nicht den Piloten.
Red Bull Vorsprung schmilzt
Das eigentliche Rennen in Silverstone wurde allerdings von den unentwegten technsichen Rochaden hinter den Kulissen ein wenig in den Hintergrund gerückt. Die Frage mit welchen Motoreinstellungen welches Team ins Rennen gehen darf, beschäftigt die Formel 1-Gemeinde nun schon seit vielen Wochen. Trotz vieler Meetings konnte auch in Silverstone keine für alle Teilnehmer zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Im Gegenteil. Die FIA hat sich mit dem in Großbritannien vollzogenen Regelhickhack mal wieder nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Einer vermeintlichen Lösung am Freitag morgen folgte eine Regelaufweichung am Mittag desselben Tages - zugunsten der Renault-Rennställe. Auf Betreiben von Ferrari hin wurde diese Regel am Samstag dann wieder zurückgenommen und man gab von Seiten der FIA die Devise aus, auf die ürsprüngliche Regelung vom Freitag zurückzurüsten. Diese Regelung bevorteilt allerdings Ferrari zuungunsten von Red Bull und den beiden anderen Renault-Teams. Letztlich verzichtete die FIA darauf eine konkrete Regelung auszusprechen und überließ dies quasi den Teams, die einen Konsens für den britischen Grand Prix erzielen sollten. Dieser kam auf Betreiben von Ferrari jedoch erst kurz vor dem Rennstart zustande. Aufgrund des Verlaufs der Thematik muss sich die FIA durchaus Kritik gefallen lassen. Sie ist es, die für die Regelfindung und deren Durchsetzung zuständig ist. Wenn ein Verbot des Diffusoranblasens im Schleppbetrieb des Motors schon unbedingt während der Saison erfolgen soll, dann muss die FIA den Teams klar das daraufhin geltende Regelwerk vorzeigen. Dazu war und ist sie nicht in der Lage.
Offensichtlich ist durch die in Silverstone nicht gefundene Lösung eine Bevorteilung Ferraris, die den Anschluss an Red Bull weitestgehend hergestellt zu haben scheinen. Ferrari war bisher nicht in der Lage eine zufriedenstellende technische Lösung des Anblasens des Diffusors bei Gaswegnahme durch den Fahrer zu erreichen. Red Bull, die das System perfektioniert haben, ist mit der Einschränkung ein herber Schlag versetzt worden, so dass der Vorsprung auf die Konkurrenz deutlich geschmolzen ist. Zwar ist der britisch-österreichische Rennstall noch immer der Klassenprimus, jedoch nicht mehr so unangefochten wie bisher.
Strafen durch Rennkommissare unnötig
Kritik möchte ich auch am Aussprechen einiger Durchfahrtsstrafen und Zeitstrafen in letzter Zeit üben. In Silverstone traf es mal wieder Michael Schumacher, der allzu optimistisch in einen Zweikampf mit Kamui Kobayashi gegangen ist, den Japaner dabei umdrehte und seinen Frontspoiler einbüßte. Daraufhin sprachen die "Stewards of the meeting" eine 10-Sekunden-Zeitstrafe gegen den Rekordweltmeister aus, die er in meinen Augen ganz klar zu Unrecht erhielt. Schumacher war durch den Schaden an seinem Auto bereits genug gestraft. Zudem war die Kollision mit dem Japaner im Sauber-Cockpit keine Absicht und ein klarer Fahrfehler des Deutschen. Bereits in den vergangenen Rennen kam es immer wieder zu Szenen, die die Stewards zu hart handhabten. Die 24 Formel 1-Piloten kämpfen verbissen um jeden Zentimeter auf der Strecke und müssen natürlich gewisse Risiken eingehen, um Positionen zu gewinnen, oder auch zu halten. Dass es dabei gelegentlich auch zu Kollisionen kommt liegt in der Natur der Sache. Wenn die Fahrer zukünftig aus Angst vor etwaigen drohenden Strafen von vornherein zurückstecken und einen Überholversuch garnicht erst wagen, sondern lieber auf "Position-halten" fahren, dann entspricht dies nicht dem Geist des Sports. Deswegen muss zukünftig mit einem gewissen Augenmaß geurteilt werden. Ein richtiger Schritt ist eigentlich zur letzten Saison hin getan worden, als den Funktionären ein ehemaliger Rennfahrer mit seiner Fachkenntnis zur Seite gestellt wurde - allerdings irren auch diese zu häufig.
Eine weitere Strafe erhielt Kamui Kobayashi in Silverstone aufgebrummt, die im Grunde genommen in Ordnung ist, jedoch gegen den Falschen ausgesprochen wurde. Kobayashi wurde nach seinem Boxenstopp vom Team das Signal zum Anfahren gegeben, obwohl die schmale Fahrspur in der Boxengasse nicht frei war. Kobayashi riss deshalb die Schlagschrauberschläuche der benachbarten Force India-Box aus ihrer Verankerung, bei seinem Versuch dem neben ihm fahrenden Fahrzeug auszuweichen.
Die Strafe muss in diesem Punkt das Team treffen und nicht den Fahrer, der vom Cockpi aus überhaupt nicht sehen kann, ob ein weiteres Fahrzeug in der Boxengasse unterwegs ist. Der Pilot muss sich deshalb auf das Urteil des Mechanikers am "Lollipop", der das Zeichen zum Anfahren gibt, verlassen können. Der Fehler liegt ganz klar bei diesem Mann - deshalb muss die Strafe auch das Team treffen, etwa in Form einer Geldstrafe, und nicht den Piloten.
Dienstag, 28. Juni 2011
Vettels sechster Sieg im achten Rennen
Mit seinem sechsten Sieg im achten Saisonrennen baute Sebastian Vettel seine Fürhung in der Formel 1-Gesamtwertung auf nunmehr 77 Punkte aus. Der 23-jährige Deutsche feierte in Valencia seinen insgesamt 16 Grand Prix-Sieg und überholte damit Lewis Hamilton in der Statistik der Grand Prix-Siege und zog mit dem vierfachen Ex-Vize-Weltmeister Stirling Moss gleich.
Ín Valencia ging Vettels "Sieg-Taktik" einmal mehr vollkommen auf. Er konnte die Pole Position halten und als Führender in die erste Kurve einbiegen. Einmal in Führung liegend kontrollierte der Heppenheimer auch in der spanischen Metropole das Tempo und seine Reifen, so dass er in einem weitestgehend unspektakulären Rennen einen weiteren Sieg nach dem in dieser Saison bewährten Schema einfahren konnte: Wenn Vettel einmal vorne liegt, bleibt er in der Regel auch dort. Gefahr droht für den amtierenden Weltmeister hauptsächlich dann, wenn er nicht vorne liegt und Tempo und Reifenabbau kontrolliert.
Red Bull-Teamkollege Mark Webber konnte seinen zweiten Startplatz hingegen nicht halten und fiel nach dem zweiten Boxxenstopp hinter Fernando Alonso im Ferrari zurück. Felipe Massa im zweiten Ferrari belegte am Ende den fünften Platz, was einen deutlichen Aufwärtstrend beim italienischen Traditionsrennstall unterstreicht. Ferrari profitiert, neben Verbesserungen am Fahrzeug, allerdings hauptsächlich von den angelieferten tendenziell weicheren Reifenmischungen, die auch das reifenschonende italienische Fahrzeug in das nötige Temperaturfenster bringt. Ein weiterer Grund für den Aufschwung bei der Scuderia ist die Streckenführung der letzten Grand Prix. Strecken mit langsamen Kurven und verhältnismäßig vielen Stop and Go-Passagen liegen dem mechanisch gesunden roten Auto mehr, als schnelle Passagen, die eine gute aerodynamische Effizienz voraussetzen. Aerodynamisch hinkt der Ferrari dem Klassenprimus Red Bull demzufolge noch ein wenig hinter her.
Ähnlich sieht die Lage beim deutsch-britischen Mercedes GP-Rennstall aus. Die Art und Weise, mit der Jenson Button im McLaren-Mercedes jedoch Nico Rosberg im Vollgas-Rechtsknick nach Start und Ziel stehen ließ, lässt zudem auf ein mechanisches Problem beim Team um Ross Brawn schließen. Rosberg, der gut aus den engen Passagen herausbeschleunigen konnte, hatte zwei Runden lang große Probleme das Auto im besagten Rechtsknick in der Spur zu halten, da der Mercedes an der Hinterachse "einknickte". Rosberg gerät zudem zunehmend unter Druck durch seinen Teamkollgen Michael Schumacher, der dem jungen Wiesbadener kontinuierlich näher rückt.
Ín Valencia ging Vettels "Sieg-Taktik" einmal mehr vollkommen auf. Er konnte die Pole Position halten und als Führender in die erste Kurve einbiegen. Einmal in Führung liegend kontrollierte der Heppenheimer auch in der spanischen Metropole das Tempo und seine Reifen, so dass er in einem weitestgehend unspektakulären Rennen einen weiteren Sieg nach dem in dieser Saison bewährten Schema einfahren konnte: Wenn Vettel einmal vorne liegt, bleibt er in der Regel auch dort. Gefahr droht für den amtierenden Weltmeister hauptsächlich dann, wenn er nicht vorne liegt und Tempo und Reifenabbau kontrolliert.
Red Bull-Teamkollege Mark Webber konnte seinen zweiten Startplatz hingegen nicht halten und fiel nach dem zweiten Boxxenstopp hinter Fernando Alonso im Ferrari zurück. Felipe Massa im zweiten Ferrari belegte am Ende den fünften Platz, was einen deutlichen Aufwärtstrend beim italienischen Traditionsrennstall unterstreicht. Ferrari profitiert, neben Verbesserungen am Fahrzeug, allerdings hauptsächlich von den angelieferten tendenziell weicheren Reifenmischungen, die auch das reifenschonende italienische Fahrzeug in das nötige Temperaturfenster bringt. Ein weiterer Grund für den Aufschwung bei der Scuderia ist die Streckenführung der letzten Grand Prix. Strecken mit langsamen Kurven und verhältnismäßig vielen Stop and Go-Passagen liegen dem mechanisch gesunden roten Auto mehr, als schnelle Passagen, die eine gute aerodynamische Effizienz voraussetzen. Aerodynamisch hinkt der Ferrari dem Klassenprimus Red Bull demzufolge noch ein wenig hinter her.
Ähnlich sieht die Lage beim deutsch-britischen Mercedes GP-Rennstall aus. Die Art und Weise, mit der Jenson Button im McLaren-Mercedes jedoch Nico Rosberg im Vollgas-Rechtsknick nach Start und Ziel stehen ließ, lässt zudem auf ein mechanisches Problem beim Team um Ross Brawn schließen. Rosberg, der gut aus den engen Passagen herausbeschleunigen konnte, hatte zwei Runden lang große Probleme das Auto im besagten Rechtsknick in der Spur zu halten, da der Mercedes an der Hinterachse "einknickte". Rosberg gerät zudem zunehmend unter Druck durch seinen Teamkollgen Michael Schumacher, der dem jungen Wiesbadener kontinuierlich näher rückt.
Montag, 13. Juni 2011
Jenson Button gewinnt den chaotischen Kanada Grand Prix
Der 31-jährige McLaren Mercedes-Pilot Jenson Button feierte beim siebten Saisonlauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft in einem ereignisreichen Rennen seinen ersten Saisonsieg. Button profitierte dabei von einem Fehler des bis dahin führenden Sebastian Vettel in der letzten Runde des Rennens und erbte den Sieg im langsamsten Grand Prix der Formel 1-Geschichte.
Button gewinnt geschichtsträchtigen Grand Prix
Der Kanada Grand Prix, der wegen Regens hinter dem Safety Car gestartet wurde, wurde nach 25 gefahrenen Runden wegen regenüberfluteter Fahrbahn unterbrochen und erst nach zwei Stunden Wartezeit wieder gestartet. Nach insgesamt 70 gefahrenen Runden und insgesamt fünf Safety Car-Phasen wurde Jenson Button nach 4:04 Stunden als Sieger des Rennens abgewunken, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von lediglich 74,8 km/h entspricht. Damit wurde in Kanada die 61 Jahre alte von Juan Manuel Fangio im Monaco Grand Prix gefahrene bisher langsamste Durchschnittsgeschwindigkeit in einem Grand Prix um 24 km/h unterboten.
Bei seinem insgesamt 10. Grand Prix-Sieg sah der Weltmeister von 2009 lange nicht wie ein möglicher Sieger aus. Button musste insgesamt sechs Mal an die Box. Fünf Mal wechselte er dabei seine Reifen, ein Mal wurde ihm eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, die er wegen zu hoher Geschwindigkeit während einer Safety Car-Phase erhielt. Button warfen ausserdem zwei leichte Kollisionen mit seinem Teamkollegen Lewis Hamilton und Ferrari-Pilot Fernando Alonso, bei der seinem linken Vorderreifen die Luft ausging, empfindlich zurück. Nach 40 Runden des Rennens tauchte der McLaren-Pilot somit nur auf dem letzten Platz im Klassement auf. Clevere und gut getimte Reifenwechsel, eine kompromisslose Aufholjagd und die Safety Car-Phasen, die Button immer wieder an das Feld heranführten, kamen dem Engländer in seiner 12. Formel 1-Saison auf dem Weg an die Spitze zurhilfe.
Sebastian Vettel, der einem weiteren ungefährdeten Grand Prix-Sieg entgegen zu fahren schien, geriet in den letzten Runden des Rennens unter Druck durch Button, der unaufholsam auf den deutschen Seriensieger aufschloss. Dabei schien sich Vettel kurz vor dem Rennende schon auf der Siegerstrasse zu sehen, so dass er ein wenig Tempo aus seiner Fahrt herausnahm. Als Button schließlich immer näher kam und auch Vettel sein Tempo erhöht, passierte dem Heppenheimer einer seiner seltenen Fehler im Rennen. Vettel kam leicht von der trockenen Ideallinie auf den feuchten Asphalt und Button zog vorbei.
Kritik an übertriebener Vorsicht
Der Start des Kanada Grand Prix erfolgte bei leichtem Regen mal wieder hinter dem Safety Car. Trotz sichererer Autos und besserer Sicherheitsvorkehrungen an den Strecken greift der Start hinter dem Safety Car immer mehr um sich. Dabei ist der stehende Start des 24 Fahrzeuge umfassenden Starterfeldes das Highlight des Wochenendes. Nicht umsonst sind die Einschaltquoten zu Rennbeginn am höchsten. Der Saftey Car-Start nimmt dem Rennen einen großen Reiz, zumal immer früher das Safety Car auf die Strecke geschickt wird. Bei den Bedingungen, unter denen der gestrige Grand Prix hinter dem Saftey Car gestartet wurde, wäre vor etwa 15 Jahren noch nicht einmal ein Gedanke an einen Safety Car-Start verschwendet worden. Die zahlenden Zuschauer an der Strecke und die Millionen Fernsehzuschauer zuhause wollen zwar keine schweren Unfälle auf der Strecke sehen, aber doch zumindest harte Duelle Rad an Rad, wie sie vorallem beim Start vorkommen. Schließlich fahren die besten und höchstbezahlten Motorsportler der Welt in der Formel 1 gegeneinander, die jeder Situation, sei sie noch so widrig, gewachsen sein sollten. Der Rennabbruch nach 25 Runden auf der alten Rennstrecke auf der Ile de Notre Dame geht zwar völlig in Ordnung, da die Bedingungen zu widrig wurden, aber beim Start hätten die Rennverantwortlichen auf das Können der 24 Piloten vertrauen sollen!
Button gewinnt geschichtsträchtigen Grand Prix
Der Kanada Grand Prix, der wegen Regens hinter dem Safety Car gestartet wurde, wurde nach 25 gefahrenen Runden wegen regenüberfluteter Fahrbahn unterbrochen und erst nach zwei Stunden Wartezeit wieder gestartet. Nach insgesamt 70 gefahrenen Runden und insgesamt fünf Safety Car-Phasen wurde Jenson Button nach 4:04 Stunden als Sieger des Rennens abgewunken, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von lediglich 74,8 km/h entspricht. Damit wurde in Kanada die 61 Jahre alte von Juan Manuel Fangio im Monaco Grand Prix gefahrene bisher langsamste Durchschnittsgeschwindigkeit in einem Grand Prix um 24 km/h unterboten.
Bei seinem insgesamt 10. Grand Prix-Sieg sah der Weltmeister von 2009 lange nicht wie ein möglicher Sieger aus. Button musste insgesamt sechs Mal an die Box. Fünf Mal wechselte er dabei seine Reifen, ein Mal wurde ihm eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, die er wegen zu hoher Geschwindigkeit während einer Safety Car-Phase erhielt. Button warfen ausserdem zwei leichte Kollisionen mit seinem Teamkollegen Lewis Hamilton und Ferrari-Pilot Fernando Alonso, bei der seinem linken Vorderreifen die Luft ausging, empfindlich zurück. Nach 40 Runden des Rennens tauchte der McLaren-Pilot somit nur auf dem letzten Platz im Klassement auf. Clevere und gut getimte Reifenwechsel, eine kompromisslose Aufholjagd und die Safety Car-Phasen, die Button immer wieder an das Feld heranführten, kamen dem Engländer in seiner 12. Formel 1-Saison auf dem Weg an die Spitze zurhilfe.
Sebastian Vettel, der einem weiteren ungefährdeten Grand Prix-Sieg entgegen zu fahren schien, geriet in den letzten Runden des Rennens unter Druck durch Button, der unaufholsam auf den deutschen Seriensieger aufschloss. Dabei schien sich Vettel kurz vor dem Rennende schon auf der Siegerstrasse zu sehen, so dass er ein wenig Tempo aus seiner Fahrt herausnahm. Als Button schließlich immer näher kam und auch Vettel sein Tempo erhöht, passierte dem Heppenheimer einer seiner seltenen Fehler im Rennen. Vettel kam leicht von der trockenen Ideallinie auf den feuchten Asphalt und Button zog vorbei.
Kritik an übertriebener Vorsicht
Der Start des Kanada Grand Prix erfolgte bei leichtem Regen mal wieder hinter dem Safety Car. Trotz sichererer Autos und besserer Sicherheitsvorkehrungen an den Strecken greift der Start hinter dem Safety Car immer mehr um sich. Dabei ist der stehende Start des 24 Fahrzeuge umfassenden Starterfeldes das Highlight des Wochenendes. Nicht umsonst sind die Einschaltquoten zu Rennbeginn am höchsten. Der Saftey Car-Start nimmt dem Rennen einen großen Reiz, zumal immer früher das Safety Car auf die Strecke geschickt wird. Bei den Bedingungen, unter denen der gestrige Grand Prix hinter dem Saftey Car gestartet wurde, wäre vor etwa 15 Jahren noch nicht einmal ein Gedanke an einen Safety Car-Start verschwendet worden. Die zahlenden Zuschauer an der Strecke und die Millionen Fernsehzuschauer zuhause wollen zwar keine schweren Unfälle auf der Strecke sehen, aber doch zumindest harte Duelle Rad an Rad, wie sie vorallem beim Start vorkommen. Schließlich fahren die besten und höchstbezahlten Motorsportler der Welt in der Formel 1 gegeneinander, die jeder Situation, sei sie noch so widrig, gewachsen sein sollten. Der Rennabbruch nach 25 Runden auf der alten Rennstrecke auf der Ile de Notre Dame geht zwar völlig in Ordnung, da die Bedingungen zu widrig wurden, aber beim Start hätten die Rennverantwortlichen auf das Können der 24 Piloten vertrauen sollen!
Mittwoch, 25. Mai 2011
Pirelli sorgt für Action auf der Strecke
Der neue Reifenausrüster der Formel 1, Pirelli, hat die Vorgabe von Formel 1-Chef Ecclestone mehr als erfüllt. Der 80-jährige Promoter der Königsklasse forderte vom italienischen Reifenhersteller kurzlebigere Reifen, als sie Bridgestone bis Ende letzten Jahres lieferte. Ecclestones Vorgabe, dass die neuen Reifen etwa ein Drittel der Renndistanz überstehen sollten, konnte Pirelli nachkommen.
Das Ergebnis führt auf der Rennstrecke zu einer Inflation an Boxenstopps. Beim vorletzten Grand Prix in der Türkei stoppten die Piloten ganze 82 Mal, um neue Reifen auszufassen - in Spanien am vergangenen Wochenende fanden 79 Boxenstopps statt. Und das, obwohl Pirelli eine härtere Reifenmischung an die Rennstrecke brachte, die deutlich langlebiger sein sollte als die bisher verwendete harte Mischung.
Die Zahl der Boxenstopps, die seit dieser Saison bei trockenen Bedingungen im Durchschnitt ähnlich hoch ist wie bei den stärksten Regenrennen der vergangenen zwei Jahrzehnte, und die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der beiden Reifenmischungen, führt beim interessierten Zuschauer am Fernsehschirm und erst recht an der Strecke zu Verwirrung. Zwar ist für genügend Action auf der Strecke in Form von Überholmanövern und Duellen gesorgt, aber der interessierte Beobachter ist nicht mehr in der Lage, die Gründe, die zu Verschiebungen auf der Rennstrecke führen, nachzuvollziehen.
Die Formel 1 bot auch in der Vergangenheit tollen Motorsport, der eigentlich keiner Eingriffe von aussen bedurfte. Auch beim Fussball wartet der Zuschauer auf Tore. Oft gibt es Spiele, die torlos ausgehen und trotzdem sehenswert sind. Die FIFA kommt in solchen Fällen auch nicht auf die Idee und nimmt die Torhüter aus dem Spiel, nur um den Beobachtern Tore zu präsentieren. Fussball ist seit jeher ein gutes Produkt, dessen Popularität auch auf seine leicht zu verstehenden Regeln zurückzuführen ist, die in den letzten Jahrzehnten nicht verändert wurden. Jeder kann direkt nachvollziehen, was auf dem Platz passiert. Genau das wünsche ich mir auch für die Formel 1.
Das Ergebnis führt auf der Rennstrecke zu einer Inflation an Boxenstopps. Beim vorletzten Grand Prix in der Türkei stoppten die Piloten ganze 82 Mal, um neue Reifen auszufassen - in Spanien am vergangenen Wochenende fanden 79 Boxenstopps statt. Und das, obwohl Pirelli eine härtere Reifenmischung an die Rennstrecke brachte, die deutlich langlebiger sein sollte als die bisher verwendete harte Mischung.
Die Zahl der Boxenstopps, die seit dieser Saison bei trockenen Bedingungen im Durchschnitt ähnlich hoch ist wie bei den stärksten Regenrennen der vergangenen zwei Jahrzehnte, und die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der beiden Reifenmischungen, führt beim interessierten Zuschauer am Fernsehschirm und erst recht an der Strecke zu Verwirrung. Zwar ist für genügend Action auf der Strecke in Form von Überholmanövern und Duellen gesorgt, aber der interessierte Beobachter ist nicht mehr in der Lage, die Gründe, die zu Verschiebungen auf der Rennstrecke führen, nachzuvollziehen.
Die Formel 1 bot auch in der Vergangenheit tollen Motorsport, der eigentlich keiner Eingriffe von aussen bedurfte. Auch beim Fussball wartet der Zuschauer auf Tore. Oft gibt es Spiele, die torlos ausgehen und trotzdem sehenswert sind. Die FIFA kommt in solchen Fällen auch nicht auf die Idee und nimmt die Torhüter aus dem Spiel, nur um den Beobachtern Tore zu präsentieren. Fussball ist seit jeher ein gutes Produkt, dessen Popularität auch auf seine leicht zu verstehenden Regeln zurückzuführen ist, die in den letzten Jahrzehnten nicht verändert wurden. Jeder kann direkt nachvollziehen, was auf dem Platz passiert. Genau das wünsche ich mir auch für die Formel 1.
Sonntag, 8. Mai 2011
Sebastian Vettel feiert dritten Sieg im vierten Rennen
Mit seinem insgesamt 13. Grand Prix-Sieg holte sich Sebastian Vettel auch den Sieg beim vierten Saisonlauf in der Türkei. Im Gegensatz zum vorherigen Rennen konnte Vettel seine Pole Position auf dem Weg in die erste Kurve halten und einen ungefährdeten Sieg einfahren. Nach einem von Überholmanövern geprägten Lauf in Istanbul wurde Vettels Teamkollege Mark Webber zweiter, vor einem wiedererstarkten Ferrari von Fernando Alonso.
Die Kombination aus langer Gerade und DRS führte in Istanbul zu vielen packenden Positionskämpfen. Lediglich Spitzenreiter Vettel konnte von der Konkurrenz unbehelligt vorne weg fahren und musste sich nicht gegen die künstlichen Überholhilfen (Kers und DRS) seiner Konkurrenten zur Wehr setzen. Neben vielen Überholmanövern prägte die erneute Inflation an Boxenstopps das Bild beim vierten Lauf zur diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft. Über 80 Boxenstopps fanden während des über 58 Runden gehenden Rennens statt. Die Spitzenreiter stoppten gar viermal, was eine genaue Analyse der diesjährigen Rennen erschwert, da es zu sehr vielen Verschiebungen durch unterschiedliche Reifensätze und Strategien kommt.
Neben Vettel setzte in der Türkei auch der zehntplatzierte Kamui Kobayashi die Strategie des Sauber-Teams perfekt um, indem er vom letzten Startplatz ins Rennen gegangen war und mit drei Stopps immerhin einen Punkt für den schweizer Privatrennstall sichern konnte. Kobayashi profitierte dabei besonders von der reifenschonenden Konstruktion seines Sauber-Ferrari, der bei den bisherigen Saisonrennen bereits als Reifenflüsterer auffiel. Da Kobayashi mit technischen Problemen das Qualifying, bis auf eine Einführungsrunde auslassen musste, kamen ihm seine neuen Reifensätze zugute.
Mercedes GP stark im Qualifying
Besonders Nico Rosberg ließ im Qualifying mit Startplatz drei und einem erstarkten Mercedes GP aufhorchen. Es scheint, als würden die Techniker und Fahrer um Ross Brawn den aktuellen Boliden von Rennen zu Rennen besser verstehen und allmählich das Potential des Fahrzeugs umsetzen können. Die Wettbewerbsfähigkeit des Autos ist im Training jedoch deutlich stärker, als im Rennen. So fiel der 25-jährige Wiesbadener nach einem tollen Start noch auf Platz fünf in der Endabrechnung zurück. Auch beim vierten Lauf hatte Rosberg seinen Teamkollegen Michael Schumacher weitestgehend im Griff. Schumacher, der nach einer selbstverschuldeten Kollision mit Vitaly Petrov in der zweiten Runden des Rennens, lediglich auf Platz zwölf ins Ziel kam, hat größere Schwierigkeiten als Rosberg das Potential des Autos in gute Ergebnisse umzusetzen. Allerdings bleibt in Bezug auf Schumacher festzuhalten, dass er im entscheidenden Moment im Qualifying selten eine defekt- oder fehlerfreie Runde hinlegt, so dass die Differenz zwischen den beiden deutschen Piloten ein wenig verwässert wird.
Die Kombination aus langer Gerade und DRS führte in Istanbul zu vielen packenden Positionskämpfen. Lediglich Spitzenreiter Vettel konnte von der Konkurrenz unbehelligt vorne weg fahren und musste sich nicht gegen die künstlichen Überholhilfen (Kers und DRS) seiner Konkurrenten zur Wehr setzen. Neben vielen Überholmanövern prägte die erneute Inflation an Boxenstopps das Bild beim vierten Lauf zur diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft. Über 80 Boxenstopps fanden während des über 58 Runden gehenden Rennens statt. Die Spitzenreiter stoppten gar viermal, was eine genaue Analyse der diesjährigen Rennen erschwert, da es zu sehr vielen Verschiebungen durch unterschiedliche Reifensätze und Strategien kommt.
Neben Vettel setzte in der Türkei auch der zehntplatzierte Kamui Kobayashi die Strategie des Sauber-Teams perfekt um, indem er vom letzten Startplatz ins Rennen gegangen war und mit drei Stopps immerhin einen Punkt für den schweizer Privatrennstall sichern konnte. Kobayashi profitierte dabei besonders von der reifenschonenden Konstruktion seines Sauber-Ferrari, der bei den bisherigen Saisonrennen bereits als Reifenflüsterer auffiel. Da Kobayashi mit technischen Problemen das Qualifying, bis auf eine Einführungsrunde auslassen musste, kamen ihm seine neuen Reifensätze zugute.
Mercedes GP stark im Qualifying
Besonders Nico Rosberg ließ im Qualifying mit Startplatz drei und einem erstarkten Mercedes GP aufhorchen. Es scheint, als würden die Techniker und Fahrer um Ross Brawn den aktuellen Boliden von Rennen zu Rennen besser verstehen und allmählich das Potential des Fahrzeugs umsetzen können. Die Wettbewerbsfähigkeit des Autos ist im Training jedoch deutlich stärker, als im Rennen. So fiel der 25-jährige Wiesbadener nach einem tollen Start noch auf Platz fünf in der Endabrechnung zurück. Auch beim vierten Lauf hatte Rosberg seinen Teamkollegen Michael Schumacher weitestgehend im Griff. Schumacher, der nach einer selbstverschuldeten Kollision mit Vitaly Petrov in der zweiten Runden des Rennens, lediglich auf Platz zwölf ins Ziel kam, hat größere Schwierigkeiten als Rosberg das Potential des Autos in gute Ergebnisse umzusetzen. Allerdings bleibt in Bezug auf Schumacher festzuhalten, dass er im entscheidenden Moment im Qualifying selten eine defekt- oder fehlerfreie Runde hinlegt, so dass die Differenz zwischen den beiden deutschen Piloten ein wenig verwässert wird.
Sonntag, 17. April 2011
Lewis Hamilton mit erstem Saisonsieg
Der 26-jährige Brite Lewis Hamilton konnte im dritten Saisonlauf der Formel 1 seinen ersten Saisonsieg feiern und beendete mit seinem insgesamt 15. Grand Prix-Sieg eine Serie von saisonübergreifend vier Vettel-Siegen in Folge.
Das McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button konnte bereits beim Start Pole-Setter Sebastian Vettel die Führung abnehmen und den deutschen Weltmeister auf dem Weg in die erste Kurve auf den dritten Platz verweisen. Trotz des weiterhin schnellsten Autos im Feld konnte Vettel die beiden britischen Ex-Weltmeister bis zum ersten Boxenstopp nicht überholen, so dass seine Strategie, das Feld anzuführen und einen ausreichenden Vorsprung auf die Konkurrenz herauszufahren, erstmals in dieser Saison nicht aufging. In der Folge verzettelte sich Vettels Red Bull-Rennstall zudem leicht in der Strategiewahl, indem der 23-jährige Deutsche, im Gegensatz zur direkten McLaren-Konkurrenz, nur zwei Boxenstopps einlegte. Da Vettel nach dem ersten Boxenstopp an den beiden McLaren vorbeizog, bestand durchaus die Aussicht auf Vettels dritten Sieg im dritten Rennen. Red Bull hätte sich lediglich an den beiden McLaren orientieren müssen. Vettels Team ging hingegen mit der abweichenden Strategie ein unnötig hohes Risiko ein, dass der Heppenheimer letztlich mit älteren Reifen als Konkurrent Hamilton gegen Rennende bezahlte. Hamilton, der drei Stopps einlegte, konnte kurz vor Schluss problemlos auf Vettel aufschließen und dem Deutschen vier Runden vor Rennende die Führung abnehmen und den Sieg einfahren.
Webber der Mann des Rennens
Auf Rang drei lief ein wenig überraschend der von Startplatz 18 aus ins Rennen gestartete Mark Webber ein, der somit unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Sebastian Vettel den Grand Prix beendete. Webber, der im bisherigen Saisonverlauf von technischen Problemen geplagt wurde, profitierte bei seiner Fahrt von noch unbenutzten Reifensätzen, die er sich durch sein frühes Ausscheiden in der Qualifikation hat aufsparen können. Besonders als Webbers unmittelbare Konkurrenten die harten Reifen aufziehen mussten, profitierte der als einziger auf harten Reifen ins Rennen gestartete Webber, von den neuen Reifensätzen, die ihm einen deutlichen Zeitvorteil einbrachten.
Ebenfalls positiv fielen in China die Mercedes GP auf. Nico Rosberg lag sogar zeitweise in Führung, musste jedoch wegen des fehlerhaft vom Team berechneten Spritverbrauchs einige Runden vor Rennende ein wenig vom Gas gehen, so dass der Wiesbadener auf den fünften Platz zurückfiel. Rosbergs Teamkollege Michael Schumacher lief, von Platz 14 gestartet, als Achter ins Ziel ein. Trotz des zweiten Grand Prix in einer Woche präsentierte sich Mercedes GP deutlich konkurrenzfähiger als zuletzt. Obwohl keine grundlegenden technischen Neuerungen aufgrund des Zeitmangels debütierten, ließ Rosberg die Ferrari und Renault deutlich hinter sich. Die Leistungssteigerung ist auf ein größeres Trainingspensum mit einem leicht veränderten Rhythmus in der Fahrzeugabstimmung zurückzuführen, was es dem Team erlaubte, mehr Runden zu drehen und das noch immer recht neue Auto besser zu verstehen.
Verstellbarer Heckflügel führt zu mehr Überholmanövern, die vielen Reifenwechsel zu weniger Übersicht über den Rennverlauf
Die lange Gerade in China auf der im Rennen der verstellbare Heckflügel genutzt werden durfte, offenbarte bei Nutzung des Systems einen Hinzugewinn an Geschwindigkeit von etwa 15 km/h gegenüber dem vorausfahrenden Fahrzeug. Das neue System, das zu mehr Überholmanövern führen soll, hat somit in Kombination mit der längsten Geraden im Kalender, seine Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt. Dennoch befürworte ich Überholmanöver, die nicht künstlich zustande kommen, sondern aufgrund des individuellen Könnens eines Fahrers.
Die Inflation der Reifenwechsel im gesamten Rennverlauf, sowie die unterschiedliche Performance der Reifen unter verschiedenen Bedingungen (Härtegrad, oder Laufleistung der Reifen) führen in der Summe zu deutlich unübersichtlichen Rennen, deren Verlauf nur schwer nachzuvollziehen ist. Dass etwa Nico Rosberg, aufgrund einer nur leicht unterschiedlichen Strategie, plötzlich den Grand Prix in China ungefährdet für mehrere Runden anführt und etwa 10 Sekunden auf die vor ihm fahrenden Piloten gutmachen konnte, ist auf die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der Reifen zurückzuführen und nicht leicht nachzuvollziehen. Die spannenden Szenen und Positionskämpfe in China sind aufgrund äusserer künstlich herbeigeführter Einflüsse zustande gekommen und bedürfen meist einer anschließenden Analyse, um einen Überblick über die Geschehnisse zu erlangen. Der Sport, den die Formel 1 in der Vergangenheit bot, war eigentlich gut genug und bedurfte keiner solchen künstlichen Eingriffe.
Das McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button konnte bereits beim Start Pole-Setter Sebastian Vettel die Führung abnehmen und den deutschen Weltmeister auf dem Weg in die erste Kurve auf den dritten Platz verweisen. Trotz des weiterhin schnellsten Autos im Feld konnte Vettel die beiden britischen Ex-Weltmeister bis zum ersten Boxenstopp nicht überholen, so dass seine Strategie, das Feld anzuführen und einen ausreichenden Vorsprung auf die Konkurrenz herauszufahren, erstmals in dieser Saison nicht aufging. In der Folge verzettelte sich Vettels Red Bull-Rennstall zudem leicht in der Strategiewahl, indem der 23-jährige Deutsche, im Gegensatz zur direkten McLaren-Konkurrenz, nur zwei Boxenstopps einlegte. Da Vettel nach dem ersten Boxenstopp an den beiden McLaren vorbeizog, bestand durchaus die Aussicht auf Vettels dritten Sieg im dritten Rennen. Red Bull hätte sich lediglich an den beiden McLaren orientieren müssen. Vettels Team ging hingegen mit der abweichenden Strategie ein unnötig hohes Risiko ein, dass der Heppenheimer letztlich mit älteren Reifen als Konkurrent Hamilton gegen Rennende bezahlte. Hamilton, der drei Stopps einlegte, konnte kurz vor Schluss problemlos auf Vettel aufschließen und dem Deutschen vier Runden vor Rennende die Führung abnehmen und den Sieg einfahren.
Webber der Mann des Rennens
Auf Rang drei lief ein wenig überraschend der von Startplatz 18 aus ins Rennen gestartete Mark Webber ein, der somit unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Sebastian Vettel den Grand Prix beendete. Webber, der im bisherigen Saisonverlauf von technischen Problemen geplagt wurde, profitierte bei seiner Fahrt von noch unbenutzten Reifensätzen, die er sich durch sein frühes Ausscheiden in der Qualifikation hat aufsparen können. Besonders als Webbers unmittelbare Konkurrenten die harten Reifen aufziehen mussten, profitierte der als einziger auf harten Reifen ins Rennen gestartete Webber, von den neuen Reifensätzen, die ihm einen deutlichen Zeitvorteil einbrachten.
Ebenfalls positiv fielen in China die Mercedes GP auf. Nico Rosberg lag sogar zeitweise in Führung, musste jedoch wegen des fehlerhaft vom Team berechneten Spritverbrauchs einige Runden vor Rennende ein wenig vom Gas gehen, so dass der Wiesbadener auf den fünften Platz zurückfiel. Rosbergs Teamkollege Michael Schumacher lief, von Platz 14 gestartet, als Achter ins Ziel ein. Trotz des zweiten Grand Prix in einer Woche präsentierte sich Mercedes GP deutlich konkurrenzfähiger als zuletzt. Obwohl keine grundlegenden technischen Neuerungen aufgrund des Zeitmangels debütierten, ließ Rosberg die Ferrari und Renault deutlich hinter sich. Die Leistungssteigerung ist auf ein größeres Trainingspensum mit einem leicht veränderten Rhythmus in der Fahrzeugabstimmung zurückzuführen, was es dem Team erlaubte, mehr Runden zu drehen und das noch immer recht neue Auto besser zu verstehen.
Verstellbarer Heckflügel führt zu mehr Überholmanövern, die vielen Reifenwechsel zu weniger Übersicht über den Rennverlauf
Die lange Gerade in China auf der im Rennen der verstellbare Heckflügel genutzt werden durfte, offenbarte bei Nutzung des Systems einen Hinzugewinn an Geschwindigkeit von etwa 15 km/h gegenüber dem vorausfahrenden Fahrzeug. Das neue System, das zu mehr Überholmanövern führen soll, hat somit in Kombination mit der längsten Geraden im Kalender, seine Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt. Dennoch befürworte ich Überholmanöver, die nicht künstlich zustande kommen, sondern aufgrund des individuellen Könnens eines Fahrers.
Die Inflation der Reifenwechsel im gesamten Rennverlauf, sowie die unterschiedliche Performance der Reifen unter verschiedenen Bedingungen (Härtegrad, oder Laufleistung der Reifen) führen in der Summe zu deutlich unübersichtlichen Rennen, deren Verlauf nur schwer nachzuvollziehen ist. Dass etwa Nico Rosberg, aufgrund einer nur leicht unterschiedlichen Strategie, plötzlich den Grand Prix in China ungefährdet für mehrere Runden anführt und etwa 10 Sekunden auf die vor ihm fahrenden Piloten gutmachen konnte, ist auf die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der Reifen zurückzuführen und nicht leicht nachzuvollziehen. Die spannenden Szenen und Positionskämpfe in China sind aufgrund äusserer künstlich herbeigeführter Einflüsse zustande gekommen und bedürfen meist einer anschließenden Analyse, um einen Überblick über die Geschehnisse zu erlangen. Der Sport, den die Formel 1 in der Vergangenheit bot, war eigentlich gut genug und bedurfte keiner solchen künstlichen Eingriffe.
Sonntag, 27. März 2011
Sebastian Vettel dominiert den Saisonauftakt in Melbourne
Der 23-jährige Red Bull-Renault-Pilot hat mit seinem Sieg beim Saisonauftakt der Formel 1 nahtlos an seine fehlerlose Leistung am Ende der vergangenen Saison angeknüpft und seinen insgesamt 11. Grand Prix-Sieg gefeiert.
Red Bull erneut technisch überlegen
Sebastian Vettel dominierte in Melbourne die Konkurrenz nach Belieben und verwaltete einen nach dem Start herausgefahrenen "Sicherheits-Vorsprung" auf Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes bis ins Ziel, ohne dabei den geringsten Fehler zu begehen. Bereits im Qualifying nutzte Vettel die offensichtliche Überlegenheit seines Red Bull und deklassierte Lewis Hamilton und seinen Red Bull-Teamkollegen Mark Webber um knapp 8/10 Sekunden. Bei seinem Ritt auf die Pole Position verzichtete das Red Bull-Team, wie auch im Rennen, auf den Einsatz des eingebauten Ker-Systems, was womöglich einen noch größeren Vorsprung gekostet hat. Die Dominanz des Red Bull und des vor Selbstbewusstsein strotzenden Weltmeisters Vettel wird in der laufenden Saison nur schwer zu schlagen sein. Als ernsthaftester Gegner kristallisierte sich in Melbourne völlig überraschend der englische McLaren-Rennstall heraus. Die Briten haben zwischen dem enttäuschenden letzten Test und dem Saisonauftakt ihr innovatives Auto zurückgerüstet und etwa eine Sekunde schneller machen können, was das Potential von Auto und Team unterstreicht.
Hinter Red Bull und McLaren lagen in Melbourne leicht abgeschlagen die Ferrari, die unter den geringen Aussentemperaturen litten, da sie ihre Pirelli-Reifen nicht auf die nötige Arbeitstemperatur brachten. Besonders im Training war der spektakuläre Fahrstil des zweifachen Ex-Weltmeisters Fernando Alonso zu bewundern, der im Rennen mit einem vierten Platz Schadensbegrenzung betrieb. Hinter Ferrari geht es zwischen Renault, Sauber, Mercedes, Toro Rosso, Williams und Force India äusserst eng zu. In den nächsten Läufen wird hier die Tagesform und das Entwicklungstempo über die Platzierungen entscheiden. Speziell die Privatteams von Sauber und Toro Rosso hinterließen in Australien einen gut aussortierten Eindruck und scheinen zumindest zu Saisonbeginn den Anschluß an die arrivierten Rennställe hergestellt zu haben.
Mercedes GP enttäuscht in Melbourne
Der MercedesGP-Rennstall um Rekordweltmeister Michael Schumacher konnte die gute Form bei den letzten Testfahrten vor der Saison in Barcelona nicht nach Australien hinüberretten und die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Sowohl Schumacher als auch Teamkollege Rosberg schieden nach unverschuldeten Kollisionen frühzeitig aus dem Rennen aus. Allerdings wären beide in Australien nicht im Stande gewesen um vordere Punkteplatzierungen, geschweige denn das Podium, mitzukämpfen. Beide Fahrer beklagten bereits nach dem enttäuschenden Training, mit den Startplätzen 7 für Rosberg und 11 für Schumacher, massive Balanceprobleme, die nicht einwandfrei arbeitenden Ker-Systeme, sowie eine fehlerhafte Heckspoilerverstellung. Die Balanceprobleme könnten, ähnlich wie bei Ferrari, auf die Reifen zurückzuführen sein, die nicht im entsprechenden Temperaturfenster zum Arbeiten gebracht wurden. Das Entwicklungspotential bei Mercedes GP und Ferrari wird beide Rennställe zukünftig wieder näher an die Spitze heranführen. Ob es bei Mercedes GP allerdings für die erhofften Siege im Laufe der Saison reicht, bleibt mehr als fraglich.
Regeländerungen konnten (noch) nicht überzeugen
Die neuen Regeländerungen mit der Rückkehr des Ker-Systems und dem erstmaligen Einsatz des vom Cockpit aus verstellbaren Heckspoilers führten, wie erwartet, in Melbourne noch nicht zu deutlich mehr Überholmanövern. Die Streckenführung mit der verhältnismäßig kurzen Start-/Zielgeraden verhinderte Überholmanöver ebenso, wie der auf der kurzen Geraden ausreichende Kers-Konter des vorausfahrenden Fahrzeugs. Auf den kommenden Strecken im malaysischen Sepang und im chinesischen Shanghai, die beide über lange Geraden verfügen, wird die Heckspoilerverstellung deutlich mehr zur Geltung kommen und zu Überholmanövern führen, da der zeitlich begrenzte Kers-Einsatz des vorausfahrenden Piloten (nicht wie in Melbourne) über die gesamte Gerade hinweg genutzt werden kann.
Auch die im Vorfeld scharf kritisierten neuen Pirelli-Einheitsreifen schlugen sich bei ihrem Debüt deutlich besser als befürchtet. Der nach wenigen Runden prognostizierte Einbruch der Reifen passierte nicht, so dass die Boxenstopp-Flut ausblieb. Der ursprünglich Siebtplatzierte Mexikaner Sergio Perez kam nach einem hervorragenden Debütrennen sogar mit einem Reifenwechsel über die Runden, während die drei Bestplatzierten je zweimal neue Reifen ausfassten. Die Aussentemperaturen kamen der Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Pneus dabei ebenso entgegen wie die Streckenführung im australischen Albert Park.
Red Bull erneut technisch überlegen
Sebastian Vettel dominierte in Melbourne die Konkurrenz nach Belieben und verwaltete einen nach dem Start herausgefahrenen "Sicherheits-Vorsprung" auf Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes bis ins Ziel, ohne dabei den geringsten Fehler zu begehen. Bereits im Qualifying nutzte Vettel die offensichtliche Überlegenheit seines Red Bull und deklassierte Lewis Hamilton und seinen Red Bull-Teamkollegen Mark Webber um knapp 8/10 Sekunden. Bei seinem Ritt auf die Pole Position verzichtete das Red Bull-Team, wie auch im Rennen, auf den Einsatz des eingebauten Ker-Systems, was womöglich einen noch größeren Vorsprung gekostet hat. Die Dominanz des Red Bull und des vor Selbstbewusstsein strotzenden Weltmeisters Vettel wird in der laufenden Saison nur schwer zu schlagen sein. Als ernsthaftester Gegner kristallisierte sich in Melbourne völlig überraschend der englische McLaren-Rennstall heraus. Die Briten haben zwischen dem enttäuschenden letzten Test und dem Saisonauftakt ihr innovatives Auto zurückgerüstet und etwa eine Sekunde schneller machen können, was das Potential von Auto und Team unterstreicht.
Hinter Red Bull und McLaren lagen in Melbourne leicht abgeschlagen die Ferrari, die unter den geringen Aussentemperaturen litten, da sie ihre Pirelli-Reifen nicht auf die nötige Arbeitstemperatur brachten. Besonders im Training war der spektakuläre Fahrstil des zweifachen Ex-Weltmeisters Fernando Alonso zu bewundern, der im Rennen mit einem vierten Platz Schadensbegrenzung betrieb. Hinter Ferrari geht es zwischen Renault, Sauber, Mercedes, Toro Rosso, Williams und Force India äusserst eng zu. In den nächsten Läufen wird hier die Tagesform und das Entwicklungstempo über die Platzierungen entscheiden. Speziell die Privatteams von Sauber und Toro Rosso hinterließen in Australien einen gut aussortierten Eindruck und scheinen zumindest zu Saisonbeginn den Anschluß an die arrivierten Rennställe hergestellt zu haben.
Mercedes GP enttäuscht in Melbourne
Der MercedesGP-Rennstall um Rekordweltmeister Michael Schumacher konnte die gute Form bei den letzten Testfahrten vor der Saison in Barcelona nicht nach Australien hinüberretten und die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Sowohl Schumacher als auch Teamkollege Rosberg schieden nach unverschuldeten Kollisionen frühzeitig aus dem Rennen aus. Allerdings wären beide in Australien nicht im Stande gewesen um vordere Punkteplatzierungen, geschweige denn das Podium, mitzukämpfen. Beide Fahrer beklagten bereits nach dem enttäuschenden Training, mit den Startplätzen 7 für Rosberg und 11 für Schumacher, massive Balanceprobleme, die nicht einwandfrei arbeitenden Ker-Systeme, sowie eine fehlerhafte Heckspoilerverstellung. Die Balanceprobleme könnten, ähnlich wie bei Ferrari, auf die Reifen zurückzuführen sein, die nicht im entsprechenden Temperaturfenster zum Arbeiten gebracht wurden. Das Entwicklungspotential bei Mercedes GP und Ferrari wird beide Rennställe zukünftig wieder näher an die Spitze heranführen. Ob es bei Mercedes GP allerdings für die erhofften Siege im Laufe der Saison reicht, bleibt mehr als fraglich.
Regeländerungen konnten (noch) nicht überzeugen
Die neuen Regeländerungen mit der Rückkehr des Ker-Systems und dem erstmaligen Einsatz des vom Cockpit aus verstellbaren Heckspoilers führten, wie erwartet, in Melbourne noch nicht zu deutlich mehr Überholmanövern. Die Streckenführung mit der verhältnismäßig kurzen Start-/Zielgeraden verhinderte Überholmanöver ebenso, wie der auf der kurzen Geraden ausreichende Kers-Konter des vorausfahrenden Fahrzeugs. Auf den kommenden Strecken im malaysischen Sepang und im chinesischen Shanghai, die beide über lange Geraden verfügen, wird die Heckspoilerverstellung deutlich mehr zur Geltung kommen und zu Überholmanövern führen, da der zeitlich begrenzte Kers-Einsatz des vorausfahrenden Piloten (nicht wie in Melbourne) über die gesamte Gerade hinweg genutzt werden kann.
Auch die im Vorfeld scharf kritisierten neuen Pirelli-Einheitsreifen schlugen sich bei ihrem Debüt deutlich besser als befürchtet. Der nach wenigen Runden prognostizierte Einbruch der Reifen passierte nicht, so dass die Boxenstopp-Flut ausblieb. Der ursprünglich Siebtplatzierte Mexikaner Sergio Perez kam nach einem hervorragenden Debütrennen sogar mit einem Reifenwechsel über die Runden, während die drei Bestplatzierten je zweimal neue Reifen ausfassten. Die Aussentemperaturen kamen der Wettbewerbsfähigkeit der italienischen Pneus dabei ebenso entgegen wie die Streckenführung im australischen Albert Park.
Montag, 14. März 2011
Vorschau auf die Saison 2011
In etwa zwei Wochen startet die neue Formel 1-Saison mit dem Lauf im australischen Melbourne in das insgesamt 62 ste Jahr seit Bestehen der Weltmeisterschaft. Dieses Jahr ist es schwieriger als in der Vergangenheit, eine Prognose über das Kräfteverhältnis der zwölf Teams abzugeben. Dies hängt damit zusammen, dass im Vorfeld der Saison kein Team bereit ist, die Karten auf den Tisch zu legen und das eigene Potential aufzudecken. Die Rennställe fahren mit unterschiedlichen Setups, Spritmengen und Reifen, unterschiedlich schnelle Rundenzeiten und nur die wenigsten trauen sich im Qualifying-Modus auf Zeitenjagd zu gehen.
Red Bull der Favorit
Das amtierende Weltmeisterteam um Sebastian Vettel scheint jedoch auch für die bevorstehende Saison gut gerüstet zu sein und ein sowohl zuverlässiges, als auch schnelles und gut ausbalanciertes Auto konstruiert zu haben. Aus diesem Grunde sehe ich den englisch-österreichischen Rennstall des Energydrink-Herstellers als den großen Favoriten für 2011. Unmittelbar dahinter stufe ich Ferrari mit Fernando Alonso und Felipe Massa ein. Ferrari scheint ebenfalls ein sehr zuverlässiges und schnelles Auto gebaut zu haben und muss naturgemäß immer in den engsten Favoritenkreis aufgenommen werden.
Mit einem Kraftakt bei der Fahrzeugentwicklung hat sich Mercedes GP mit Rekordweltmeister Michael Schumacher und dem Aufsteiger der letzten Saison, Nico Rosberg, in den Cockpits, ebenfalls in den Favoritenkreis gefahren. Schumacher konnte am letzten kompletten Tag der Testfahrten in Barcelona, an dem sein Auto erstmals in der Konfiguration für Melbourne fuhr, die absolut schnellste Runde der gesamten Testfahrten in den Asphalt brennen und überraschte dabei nicht nur die Konkurrenz. Insgesamt scheint Mercedes GP mit der letzten technischen Ausbaustufe eine Sekunde gefunden und den Anschluss an Red Bull und Ferrari hergestellt zu haben.
Hinter den drei Topfavoriten geht es auch kommende Saison eng zu. Im vorderen Mittelfeld sehe ich neben Renault, Williams, Sauber und Toro Rosso, überraschend den scheinbar schwächelnden McLaren-Rennstall, die ein ambitioniertes Rennauto auf die Räder gestellt haben, das allerdings ein wenig unzuverlässig und für McLaren Verhältnisse verhältnismäßig langsam zu sein scheint. Da das Fahrzeug ein großes Potential hat, das bisher noch nicht ausgeschöpft werden konnte, wird sich McLaren im Laufe der Saison steigern und wieder nach vorne kämpfen.
Force India, befindet sich ebenfalls im Mittelfeld, mit einem recht großen Vorsprung vor den letztes Jahr eingestiegenen neuen Teams. Lotus scheint hier den größten Schritt gemacht zu haben, was auch an der deutlich aggressiveren Entwicklungsstrategie des Fahrzeugs und dem neuen technischen Paket mit Renault-Motor und Getriebe zu tun hat. Lotus wird sich näher an das hintere Mittelfeld ran kämpfen und den Vorsprung auf Virgin und HRT ausbauen. Letztgenannte haben ihr 2011er Fahrzeug, wie bereits im Vorjahr, noch garnicht getestet, was einen schweren Start ins Jahr nach sich ziehen wird.
Kritik an den Regeländerungen
Die neuen Regeländerungen, die unter anderem einen beweglichen Heckspoiler-Flap und die Rückkehr des Ker-Systems als größte Maßnahmen beinhalten, stoßen bei mir schon vor dem ersten Lauf auf Kritik. Erstens wäre eine gewisse Konstanz bei den Regeln wünschenswert, die für den Laien immer schwerer zu durchschauen und nachzuvollziehen sind und zweitens degradieren die Änderungen, die das Überholen erleichtern sollen, die Formel 1 zu einer Art Computerspiel, bei dem nicht der bessere Fahrer überholt, sondern das bessere elektronische und technische System. Im Zusammenspiel mit den neuen sehr schnell abbauenden Pirelli-Reifen, ist es zukünftig nur noch schwer nachvollziehbar, weshalb ein Pilot den anderen angreift und überholt.
Die Fahrer, die einen runden und weichen Fahrstil pflegen, wie Jenson Button, der neue Lotus-Renault-Pilot Nick Heidfeld und Ferrari-Pilot Felipe Massa, könnten 2011 für einige Überraschungen sorgen. Viel wird zudem von der Taktik abhängen, da der Startplatz nicht mehr unbedingt ein Indiz für den Rennausgang darstellen wird und der Umgang mit den Reifen mehr und mehr das Rennergebnis bestimmt.
Red Bull der Favorit
Das amtierende Weltmeisterteam um Sebastian Vettel scheint jedoch auch für die bevorstehende Saison gut gerüstet zu sein und ein sowohl zuverlässiges, als auch schnelles und gut ausbalanciertes Auto konstruiert zu haben. Aus diesem Grunde sehe ich den englisch-österreichischen Rennstall des Energydrink-Herstellers als den großen Favoriten für 2011. Unmittelbar dahinter stufe ich Ferrari mit Fernando Alonso und Felipe Massa ein. Ferrari scheint ebenfalls ein sehr zuverlässiges und schnelles Auto gebaut zu haben und muss naturgemäß immer in den engsten Favoritenkreis aufgenommen werden.
Mit einem Kraftakt bei der Fahrzeugentwicklung hat sich Mercedes GP mit Rekordweltmeister Michael Schumacher und dem Aufsteiger der letzten Saison, Nico Rosberg, in den Cockpits, ebenfalls in den Favoritenkreis gefahren. Schumacher konnte am letzten kompletten Tag der Testfahrten in Barcelona, an dem sein Auto erstmals in der Konfiguration für Melbourne fuhr, die absolut schnellste Runde der gesamten Testfahrten in den Asphalt brennen und überraschte dabei nicht nur die Konkurrenz. Insgesamt scheint Mercedes GP mit der letzten technischen Ausbaustufe eine Sekunde gefunden und den Anschluss an Red Bull und Ferrari hergestellt zu haben.
Hinter den drei Topfavoriten geht es auch kommende Saison eng zu. Im vorderen Mittelfeld sehe ich neben Renault, Williams, Sauber und Toro Rosso, überraschend den scheinbar schwächelnden McLaren-Rennstall, die ein ambitioniertes Rennauto auf die Räder gestellt haben, das allerdings ein wenig unzuverlässig und für McLaren Verhältnisse verhältnismäßig langsam zu sein scheint. Da das Fahrzeug ein großes Potential hat, das bisher noch nicht ausgeschöpft werden konnte, wird sich McLaren im Laufe der Saison steigern und wieder nach vorne kämpfen.
Force India, befindet sich ebenfalls im Mittelfeld, mit einem recht großen Vorsprung vor den letztes Jahr eingestiegenen neuen Teams. Lotus scheint hier den größten Schritt gemacht zu haben, was auch an der deutlich aggressiveren Entwicklungsstrategie des Fahrzeugs und dem neuen technischen Paket mit Renault-Motor und Getriebe zu tun hat. Lotus wird sich näher an das hintere Mittelfeld ran kämpfen und den Vorsprung auf Virgin und HRT ausbauen. Letztgenannte haben ihr 2011er Fahrzeug, wie bereits im Vorjahr, noch garnicht getestet, was einen schweren Start ins Jahr nach sich ziehen wird.
Kritik an den Regeländerungen
Die neuen Regeländerungen, die unter anderem einen beweglichen Heckspoiler-Flap und die Rückkehr des Ker-Systems als größte Maßnahmen beinhalten, stoßen bei mir schon vor dem ersten Lauf auf Kritik. Erstens wäre eine gewisse Konstanz bei den Regeln wünschenswert, die für den Laien immer schwerer zu durchschauen und nachzuvollziehen sind und zweitens degradieren die Änderungen, die das Überholen erleichtern sollen, die Formel 1 zu einer Art Computerspiel, bei dem nicht der bessere Fahrer überholt, sondern das bessere elektronische und technische System. Im Zusammenspiel mit den neuen sehr schnell abbauenden Pirelli-Reifen, ist es zukünftig nur noch schwer nachvollziehbar, weshalb ein Pilot den anderen angreift und überholt.
Die Fahrer, die einen runden und weichen Fahrstil pflegen, wie Jenson Button, der neue Lotus-Renault-Pilot Nick Heidfeld und Ferrari-Pilot Felipe Massa, könnten 2011 für einige Überraschungen sorgen. Viel wird zudem von der Taktik abhängen, da der Startplatz nicht mehr unbedingt ein Indiz für den Rennausgang darstellen wird und der Umgang mit den Reifen mehr und mehr das Rennergebnis bestimmt.
Montag, 10. Januar 2011
Die Fahrer der Saison 2010 in der subjektiven Einzelkritik
Sebastian Vettel:
Der Heppenheimer zieht mit 23 Jahren als bisher jüngster Weltmeister der Formel 1 in die Geschichtsbücher ein. Der Fahrertitel geht vollkommen verdient an den Deutschen, der über das gesamte Jahr gesehen der mit Abstand schnellste Fahrer im besten Auto war. Dies unterstreichen besonders seine insgesamt 10 Pole Positionen im Laufe des Jahres. Neben einigen technischen Gebrechen machte er jedoch auch den ein oder anderen selbstverschuldeten Fehler, so dass er nur mit Aussenseiterhoffnungen in das WM-Finale ging. Vettel überzeugte besonders im letzten Viertel der Saison mit Abgeklärtheit, überlegenem Speed und machte während der letzten vier Grand Prix, auch bei schwierigsten Bedingungen, keinen Fehler. Sein Potential ist noch nicht ausgeschöpft und wird Vettel in Zukunft zu weiteren WM-Titeln führen.
Note: 1-
Fernando Alonso:
Der 29-jährige Spanier fuhr über die gesamte Saison gesehen konstant in die Punkte und konnte auf diese Weise den Abstand auf die überlegenen Red Bull in Grenzen halten. Am Ende reichte es denkbar knapp nicht zum dritten Titel für Alonso, der durch eine schlechte Strategie des Ferrari-Kommandostandes verspielt wurde. Alonso profitierte von seiner inzwischen neunjährigen Erfahrung in der Königsklasse und der mangelnden Erfahrung seines am Ende größten Konkurenten Sebastian Vettel. Aber auch Alonso blieb nicht fehlerfrei, weshalb es auch bei ihm Abzüge in der Benotung gibt.
Note: 1-
Mark Webber:
Der Australier avancierte auf seine alten Rennfahrertage, zumindest bis zur Saisonmitte zu einem Siegfahrer, der mit seinem höher einzustufenden und leicht schnelleren Teamkollegen Vettel durchaus mithalten konnte und ihm die ein oder andere bittere Niederlage zufügte. Nach mäßigem Saisonstart fing sich Webber schnell und wurde zu einem ernsthaften Titelanwärter. Allerdings offenbarte sich im letzten Teil der Saison, dass Webbers Titelambitionen ihn durchaus einengten und er nicht mehr unbekümmert und frei auffuhr. Dennoch legte der Australier eine tolle Saison hin, die von wenigen Fehlern abgesehen auch durchaus für den WM-Titel hätte reichen können.
Note: 2+
Lewis Hamilton:
Der 25-jährige Exweltmeister aus England fuhr eine gute Saison, die jedoch auch einige ungestüme Manöver Hamiltons offenbarte, die ihn womöglich um eine deutlich bessere Platzierung in der WM gebracht haben. Lewis Hamilton besitzt einen unglaublichen Speed gepaart mit einer aussergewöhnlichen Fahrzeugbeherrschung, weshalb er zu den absoluten Topleuten der Formel-1-Geschichte zu zählen ist. Seine Fehler während der Saison sind auf seine weiterhin recht geringe Erfahrung in der Formel 1, sowie seine immer noch vorhandene Ungeduld zurückzuführen. Seinen Teamkollegen und Nachfolger als Weltmeister, Jenson Button, hatte Hamilton über die Saison gesehen locker im Griff.
Note: 2+
Jenson Button:
Die abgelaufene Saison offenbarte, dass Buttons WM-Titel 2009 ausschließlich auf das aussergewöhnliche Auto des Brawn-Teams zurückzuführen ist. Button ist ein konstanter Fahrer, allerdings fehlt ihm der letzte Speed, um zu den absoluten Topleuten zu gehören. Gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton büßte er circa 2 Zehntel pro Runde ein. Buttons Glanzlichter waren seine beiden Saisonsiege zu Beginn der Saison, die er teils unter widrigen Bedingungen einfuhr, wobei er seine Erfahrung und seinen runden und reifenschonenden Fahrstil ausspielte.
Note: 3
Felipe Massa:
Massa hat durch seinen Unfall in Budapest 2009 und der daraus resultierenden langen Pause deutlich an Speed eingebüßt. Er konnte über die Saison gesehen nicht mit seinem Teamkollgen Alonso mithalten. Die verkappte Stallregie in Hockenheim, die Massa um den verdienten Sieg brachte, hätte dem Brasilianer Selbstvertrauen zurückgeben und ihn schneller werden lassen können. Ferrari ignorierte diese Chance und degradierte seinen treuen Fahrer stattdessen erneut zur Nummer zwei im Team, was Massa einen herben Dämpfer versetzte.
Note: 3
Nico Rosberg:
Der junge Deutsche Nico Rosberg fuhr eine überragende Saison und holte mehr aus dem Mercedes GP raus, als dieser zu leisten im Stande war. Zudem hatte der 25-jährige seinen Teamkollgen Michael Schumacher locker im Griff und fuhr konstant vor dem Rekordweltmeister eine fast fehlerlose Saison. In meinen Augen ist Rosberg der beste Mann 2010!
Note: 1
Robert Kubica:
Auch Robert Kubica ließ sein neues Team Renault besser aussehen, als es wirklich war. Der Pole zeigte einmal mehr seinen Speed mit Top-Platzierungen und hatte seinen Teamkollgen Vitaly Petrov locker im Griff.
Note: 2
Michael Schumacher:
Schumacher enttäuschte in seiner Comeback-Saison ein wenig. Dies ist aber auf seine erste Karriere zurückzuführen, in der Schumacher der Überfahrer schlechthin gewesen ist. An diesen Massstäben gemessen kann es nur schlechter werden. Nach drei Jahren Pause hatte der Rekordweltmeister mehr Mühe sich in der Formel 1 zurecht zu finden, als ich erwartet habe. Nach einem mittelmäßigen Start in die Saison konnte sich der Manheimer etwas fangen, verlor jedoch im letzten Viertel der Saison wieder an Boden, was jedoch auch auf seinen Mercedes GP zurückzuführen ist. In den letzten Rennen der Saison 2010 zeigte Schumacher dann wieder einen Aufwärtstrend, der gepaart mit einem von ihm mitentwickelten neuen Auto und den neuen Pirelli-Reifen, für die kommende Saison optimistisch stimmt, dass Schumacher an seine alten Zeiten wird anknüpfen können.Von seinem sagenhaften Talent hat der mittlerweile 42-jährige nichts eingebüßt-er war lediglich etwas eingerostet.
Note: 3-
Rubens Barrichello:
Der Rekordstarter der Formel 1 ist wie ein alter Wein-je älter desto besser. Barrichello konnte seinem neuen Williams-Team entscheidene Impulse bei der Fahrzeugentwicklung mit auf den Weg geben und die Entwicklung des Autos in die richtige Richtung führen. Barrichello war über weite Strecken der Saison schneller als sein junger Teamkolle Nico Hülkenberg und fuhr eine fast fehlerfreie, abgeklärte Saison-seine 18. in der Formel 1. Zum Aufhören ist Barrichello weiterhin zu gut.
Note: 2-
Adrian Sutil:
Nach einer guten ersten Saisonhälfte verlor das Force India-Team des 27-jährigen Deutschen an Boden auf die unmittelbare Konkurrenz, was auf den Abgang einen leitenden Ingenieurs zu Sauber zurückzuführen ist. Sutils Saison ist eine durchaus gute gewesen, in der er seinen Teamkollegen Liuzzi im Griff hatte und einige Glanzlichter setzten konnte.
Note: 2-
Kamui Kobayashi:
Der Japaner Kobayashi überraschte in seiner ersten Formel 1-Saison mit seiner Unbekümmertheit und seinem Speed. Er konnte mit einer gewissen Ungestümtheit einige glanzvolle Überholmanöver gegen deutlich erfahrenere Kollegen landen, die noch lange in Erinnerung bleiben werden. Kobayashi ist ein Beispiel dafür, dass die Leistungen in Kategorien unterhalb der Formel 1 nur bedingt als Indikator herangezogen werden können. Der Japaner zählt zu den Piloten, die erst in der Formel 1 ihr Potential zu entfalten beginnen.
Note: 3+
Vitaly Petrov:
Der erste Russe in der Geschichte der Formel 1 war der Bruchpilot der Saison. Er fiel hauptsächlich durch Unfälle und Kollisionen auf. Dennoch hat Petrov, leider viel zu selten, sein durchaus vorhandenes Talent aufblitzen lassen, was in der kommenden Saison, gepaart mit größerer Erfahrung, zu deutlich besseren Ergebnissen führen sollte. Gegen Teamkollege Kubica wird es zwar auch ohne Fehler eng, seinen Platz in der Formel 1 hat der 26-jährige Russe allerdings nicht nur der Nationalität und des Geldes wegen verdient.
Note: 4+
Nico Hülkenberg:
Der 23-jährige Emmericher setzte mit seiner fabelhaften Pole Position bei schwierigen Bedingungen beim vorletzten Saison-Lauf in Brasilien ein Ausrufezeichen. Hülkenberg begann seine erste Formel-1-Saison nervös, fing sich jedoch ab Jahresmitte und konnte ab da mit seinem erfahrenen Teamkollgen Rubens Barrichello durchaus mithalten, bei weiter steigender Tendenz. Dass Hülkenberg nach der Saison bei Williams aufgrund finanzieller Engpässe des Teams ausgemustert wurde, ist schade, da er einen Platz im Feld verdient. Seine Pause wird demnach nur von kurzer Dauer sein.
Note: 3
Vitantonio Liuzzi:
Der 29-jährige Italiener enttäuschte auch in seiner dritten vollen Saison in der Königsklasse und war nur auf fahrerisch verhältnismäßig einfachen Strecken auf Ballhöhe. Gegen seinen deutschen Teamkollgen Sutil hatte Liuzzi über das Jahr gesehen keine Chance. Es macht den Anschein als wäre der ehemalige Kart-Weltmeister mit dem Status des Formel-1-Fahrers zufrieden. Eine baldige Auswechslung wäre ratsam.
Note: 5+
Sebastien Buemi:
Der Schweizer konnte auch in seiner zweiten vollen Saison bei Toro Rosso nur bedingt überzeugen. Ab der zweiten Saisonhälfte verlor er zudem immer mehr an Boden auf seinen jungen spanischen Teamkollgen Alguersuari. Buemi muss sich kommende Saison deutlich steigern, um seinen hohen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und um seinen Platz in der Formel 1 zu behalten.
Note: 4
Pedro de la Rosa:
Die Verpflichtung de la Rosas bei Sauber vor der Saison kam durchaus überraschend. Weniger überraschend war dann wiederum seine Entlassung zu Jahresmitte. De la Rosa ist sein hoher Arbeitseinsatz zugute zu halten. Trotz seines hohen Rennfahreralters war der Spanier zudem durchaus in der Lage mit seinem deutlich höher einzusufenden Teamkollegen Kamui Kobayashi mitzuhalten. Dennoch ist der Spanier in der Formel 1 ein Auslaufmodell.
Note: 4
Nick Heidfeld:
Dass Heidfeld einen Platz in der Formel 1 verdient hat ist unbestritten, ob er sich mit seinem Einsatz als Ersatzfahrer für de la Rosa bei Sauber einen Gefallen getan hat, ist allerdings fraglich. Heidfeld konnte mit einem fremden Auto und fremden Reifen zwar durchaus konstante Ergebnisse einfahren, allerdings schnitt Teamkollege Kobayashi noch besser ab, was eher in Erinnerung bleiben wird, als Heidfelds Ergebnisse. Meiner Meinung nach wäre Heidfeld besser bedient gewesen, seinen Job als Reifentester für Pirelli fortzuführen und sich bei den Verhandlungen für die Cockpits der bevorstehenden Saison mitsamt der Pirelli-Erfahrung auf dem Markt anzubieten.
Note: 4+
Jaime Alguersuari:
Alguersuari konnte in der zweiten Jahreshälfte durchaus überzeugen und seinen erfahreneren Teamkollgen Buemi hinter sich lassen.Im Laufe des Jahres legte der jüngste Starter der Formel-1-Geschichte eine beeindruckende Entwicklung hin, die für die Zukunft hoffen lässt. Dabei wurde offensichtlich, dass Alguersuari auf ihm bekannten Strecken deutlich besser zurecht kommt, als auf unbekannten.
Note: 4+
Jarno Trulli:
Trulli ist leider auf dem absteigenden Ast. Er ist zwar im Training weiterhin schwer zu knacken, scheint beim neuen Lotus-Team jedoch ein wenig lustlos zu agieren. Im Rennen verlor er gegen Teamkollge Kovalainen meist das teaminterne Duell. Höchstwahrscheinlich wird die nächste Saison Trullis letzte in der Königsklasse werden.
Note: 4
Heikki Kovalainen:
Der Finne Kovalainen ging bei Lotus deutlich motivierter zu Werke als sein Teamkollege. Wie Trulli wurde auch Kovalainen häufig von technischen Defekten am Lotus aus dem Rennen gerissen, was aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass der Lotus das beste Auto der neuen Teams gewesen ist.
Note: 4+
Timo Glock:
Glock konnte beim neuen Virgin-Team für einige Glanzlichter sorgen und sein Talent aufblitzen lassen. Seinen Teamkollgen di Grassi dominierte der Wersauer, der gegen die technischen Gebrechen seines revolutionären Autos jedoch machtlos war. Glock gehört definitv in ein besseres Team.
Note: 3
Lucas di Grassi:
Di Grssi schien in der Formel 1 überfordert zu sein, weshalb seine Auswechslung nach der Saison bei Virgin durchaus in Ordnung geht. Gegen Glock war der Brasilianer chancenlos.
Note: 5+
Bruno Senna:
Der Neffe des großen Ayrton Senna konnte in keinster Weise an die hohen Erwartungen, die in erster Linie an seinem Nachnamen liegen, anknüpfen. Senna schien überfordert und nicht in der Lage das neue HRT-Team voranbringen zu können. Ob Senna auch in Zukunft einen Platz in der Formel 1 verdient hat, ist mehr als fraglich.
Note: 5+
Karun Chandhok:
Dass der zweiter Inder der Geschichte der Formel 1 nur aus Nationalitätsgründen das Cockpit bei HRT bekam liegt auf der Hand, dennoch schnitt Chandhok besser ab, als befürchtet. Mit seinem höher eingestuften Teamkollgen Senna konnte er weitestgehend mithalten. Aber auch Chandhoks Talent dürfte in Zukünft nicht ausreichen, um einen Platz unter den besten Fahrern der Welt zu ergattern.
Note: 5+
Sakon Yamamoto:
Der Japaner ist besser als sein Ruf. Aber auch er ist nur bedingt Formel 1 tauglich. Seine Auswechslung gegen Christian Klien war deswegen sehr gut nachzuvollziehen. Im Vergleich mit Senna und Chandhok fällt Yamamoto jedoch nicht allzu weit ab.
Note: 5+
Christian Klien:
Mit Christian Klien saß in diesem Jahr der einzige ernstzunehmende Rennfahrer bei HRT im Cockpit. Diese Tatsache unterstrich er auch damit, dass er den mit dem Auto vertrauten Bruno Senna direkt schlagen konnte. Klien hätte fahrerisch eher einen Platz in der Formel 1 verdient als die anderen diesjährigen HRT-Piloten. Kliens Talent reicht allerdings auch nur für ein eher kleineres Team aus.
Note: 4
Der Heppenheimer zieht mit 23 Jahren als bisher jüngster Weltmeister der Formel 1 in die Geschichtsbücher ein. Der Fahrertitel geht vollkommen verdient an den Deutschen, der über das gesamte Jahr gesehen der mit Abstand schnellste Fahrer im besten Auto war. Dies unterstreichen besonders seine insgesamt 10 Pole Positionen im Laufe des Jahres. Neben einigen technischen Gebrechen machte er jedoch auch den ein oder anderen selbstverschuldeten Fehler, so dass er nur mit Aussenseiterhoffnungen in das WM-Finale ging. Vettel überzeugte besonders im letzten Viertel der Saison mit Abgeklärtheit, überlegenem Speed und machte während der letzten vier Grand Prix, auch bei schwierigsten Bedingungen, keinen Fehler. Sein Potential ist noch nicht ausgeschöpft und wird Vettel in Zukunft zu weiteren WM-Titeln führen.
Note: 1-
Fernando Alonso:
Der 29-jährige Spanier fuhr über die gesamte Saison gesehen konstant in die Punkte und konnte auf diese Weise den Abstand auf die überlegenen Red Bull in Grenzen halten. Am Ende reichte es denkbar knapp nicht zum dritten Titel für Alonso, der durch eine schlechte Strategie des Ferrari-Kommandostandes verspielt wurde. Alonso profitierte von seiner inzwischen neunjährigen Erfahrung in der Königsklasse und der mangelnden Erfahrung seines am Ende größten Konkurenten Sebastian Vettel. Aber auch Alonso blieb nicht fehlerfrei, weshalb es auch bei ihm Abzüge in der Benotung gibt.
Note: 1-
Mark Webber:
Der Australier avancierte auf seine alten Rennfahrertage, zumindest bis zur Saisonmitte zu einem Siegfahrer, der mit seinem höher einzustufenden und leicht schnelleren Teamkollegen Vettel durchaus mithalten konnte und ihm die ein oder andere bittere Niederlage zufügte. Nach mäßigem Saisonstart fing sich Webber schnell und wurde zu einem ernsthaften Titelanwärter. Allerdings offenbarte sich im letzten Teil der Saison, dass Webbers Titelambitionen ihn durchaus einengten und er nicht mehr unbekümmert und frei auffuhr. Dennoch legte der Australier eine tolle Saison hin, die von wenigen Fehlern abgesehen auch durchaus für den WM-Titel hätte reichen können.
Note: 2+
Lewis Hamilton:
Der 25-jährige Exweltmeister aus England fuhr eine gute Saison, die jedoch auch einige ungestüme Manöver Hamiltons offenbarte, die ihn womöglich um eine deutlich bessere Platzierung in der WM gebracht haben. Lewis Hamilton besitzt einen unglaublichen Speed gepaart mit einer aussergewöhnlichen Fahrzeugbeherrschung, weshalb er zu den absoluten Topleuten der Formel-1-Geschichte zu zählen ist. Seine Fehler während der Saison sind auf seine weiterhin recht geringe Erfahrung in der Formel 1, sowie seine immer noch vorhandene Ungeduld zurückzuführen. Seinen Teamkollegen und Nachfolger als Weltmeister, Jenson Button, hatte Hamilton über die Saison gesehen locker im Griff.
Note: 2+
Jenson Button:
Die abgelaufene Saison offenbarte, dass Buttons WM-Titel 2009 ausschließlich auf das aussergewöhnliche Auto des Brawn-Teams zurückzuführen ist. Button ist ein konstanter Fahrer, allerdings fehlt ihm der letzte Speed, um zu den absoluten Topleuten zu gehören. Gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton büßte er circa 2 Zehntel pro Runde ein. Buttons Glanzlichter waren seine beiden Saisonsiege zu Beginn der Saison, die er teils unter widrigen Bedingungen einfuhr, wobei er seine Erfahrung und seinen runden und reifenschonenden Fahrstil ausspielte.
Note: 3
Felipe Massa:
Massa hat durch seinen Unfall in Budapest 2009 und der daraus resultierenden langen Pause deutlich an Speed eingebüßt. Er konnte über die Saison gesehen nicht mit seinem Teamkollgen Alonso mithalten. Die verkappte Stallregie in Hockenheim, die Massa um den verdienten Sieg brachte, hätte dem Brasilianer Selbstvertrauen zurückgeben und ihn schneller werden lassen können. Ferrari ignorierte diese Chance und degradierte seinen treuen Fahrer stattdessen erneut zur Nummer zwei im Team, was Massa einen herben Dämpfer versetzte.
Note: 3
Nico Rosberg:
Der junge Deutsche Nico Rosberg fuhr eine überragende Saison und holte mehr aus dem Mercedes GP raus, als dieser zu leisten im Stande war. Zudem hatte der 25-jährige seinen Teamkollgen Michael Schumacher locker im Griff und fuhr konstant vor dem Rekordweltmeister eine fast fehlerlose Saison. In meinen Augen ist Rosberg der beste Mann 2010!
Note: 1
Robert Kubica:
Auch Robert Kubica ließ sein neues Team Renault besser aussehen, als es wirklich war. Der Pole zeigte einmal mehr seinen Speed mit Top-Platzierungen und hatte seinen Teamkollgen Vitaly Petrov locker im Griff.
Note: 2
Michael Schumacher:
Schumacher enttäuschte in seiner Comeback-Saison ein wenig. Dies ist aber auf seine erste Karriere zurückzuführen, in der Schumacher der Überfahrer schlechthin gewesen ist. An diesen Massstäben gemessen kann es nur schlechter werden. Nach drei Jahren Pause hatte der Rekordweltmeister mehr Mühe sich in der Formel 1 zurecht zu finden, als ich erwartet habe. Nach einem mittelmäßigen Start in die Saison konnte sich der Manheimer etwas fangen, verlor jedoch im letzten Viertel der Saison wieder an Boden, was jedoch auch auf seinen Mercedes GP zurückzuführen ist. In den letzten Rennen der Saison 2010 zeigte Schumacher dann wieder einen Aufwärtstrend, der gepaart mit einem von ihm mitentwickelten neuen Auto und den neuen Pirelli-Reifen, für die kommende Saison optimistisch stimmt, dass Schumacher an seine alten Zeiten wird anknüpfen können.Von seinem sagenhaften Talent hat der mittlerweile 42-jährige nichts eingebüßt-er war lediglich etwas eingerostet.
Note: 3-
Rubens Barrichello:
Der Rekordstarter der Formel 1 ist wie ein alter Wein-je älter desto besser. Barrichello konnte seinem neuen Williams-Team entscheidene Impulse bei der Fahrzeugentwicklung mit auf den Weg geben und die Entwicklung des Autos in die richtige Richtung führen. Barrichello war über weite Strecken der Saison schneller als sein junger Teamkolle Nico Hülkenberg und fuhr eine fast fehlerfreie, abgeklärte Saison-seine 18. in der Formel 1. Zum Aufhören ist Barrichello weiterhin zu gut.
Note: 2-
Adrian Sutil:
Nach einer guten ersten Saisonhälfte verlor das Force India-Team des 27-jährigen Deutschen an Boden auf die unmittelbare Konkurrenz, was auf den Abgang einen leitenden Ingenieurs zu Sauber zurückzuführen ist. Sutils Saison ist eine durchaus gute gewesen, in der er seinen Teamkollegen Liuzzi im Griff hatte und einige Glanzlichter setzten konnte.
Note: 2-
Kamui Kobayashi:
Der Japaner Kobayashi überraschte in seiner ersten Formel 1-Saison mit seiner Unbekümmertheit und seinem Speed. Er konnte mit einer gewissen Ungestümtheit einige glanzvolle Überholmanöver gegen deutlich erfahrenere Kollegen landen, die noch lange in Erinnerung bleiben werden. Kobayashi ist ein Beispiel dafür, dass die Leistungen in Kategorien unterhalb der Formel 1 nur bedingt als Indikator herangezogen werden können. Der Japaner zählt zu den Piloten, die erst in der Formel 1 ihr Potential zu entfalten beginnen.
Note: 3+
Vitaly Petrov:
Der erste Russe in der Geschichte der Formel 1 war der Bruchpilot der Saison. Er fiel hauptsächlich durch Unfälle und Kollisionen auf. Dennoch hat Petrov, leider viel zu selten, sein durchaus vorhandenes Talent aufblitzen lassen, was in der kommenden Saison, gepaart mit größerer Erfahrung, zu deutlich besseren Ergebnissen führen sollte. Gegen Teamkollege Kubica wird es zwar auch ohne Fehler eng, seinen Platz in der Formel 1 hat der 26-jährige Russe allerdings nicht nur der Nationalität und des Geldes wegen verdient.
Note: 4+
Nico Hülkenberg:
Der 23-jährige Emmericher setzte mit seiner fabelhaften Pole Position bei schwierigen Bedingungen beim vorletzten Saison-Lauf in Brasilien ein Ausrufezeichen. Hülkenberg begann seine erste Formel-1-Saison nervös, fing sich jedoch ab Jahresmitte und konnte ab da mit seinem erfahrenen Teamkollgen Rubens Barrichello durchaus mithalten, bei weiter steigender Tendenz. Dass Hülkenberg nach der Saison bei Williams aufgrund finanzieller Engpässe des Teams ausgemustert wurde, ist schade, da er einen Platz im Feld verdient. Seine Pause wird demnach nur von kurzer Dauer sein.
Note: 3
Vitantonio Liuzzi:
Der 29-jährige Italiener enttäuschte auch in seiner dritten vollen Saison in der Königsklasse und war nur auf fahrerisch verhältnismäßig einfachen Strecken auf Ballhöhe. Gegen seinen deutschen Teamkollgen Sutil hatte Liuzzi über das Jahr gesehen keine Chance. Es macht den Anschein als wäre der ehemalige Kart-Weltmeister mit dem Status des Formel-1-Fahrers zufrieden. Eine baldige Auswechslung wäre ratsam.
Note: 5+
Sebastien Buemi:
Der Schweizer konnte auch in seiner zweiten vollen Saison bei Toro Rosso nur bedingt überzeugen. Ab der zweiten Saisonhälfte verlor er zudem immer mehr an Boden auf seinen jungen spanischen Teamkollgen Alguersuari. Buemi muss sich kommende Saison deutlich steigern, um seinen hohen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und um seinen Platz in der Formel 1 zu behalten.
Note: 4
Pedro de la Rosa:
Die Verpflichtung de la Rosas bei Sauber vor der Saison kam durchaus überraschend. Weniger überraschend war dann wiederum seine Entlassung zu Jahresmitte. De la Rosa ist sein hoher Arbeitseinsatz zugute zu halten. Trotz seines hohen Rennfahreralters war der Spanier zudem durchaus in der Lage mit seinem deutlich höher einzusufenden Teamkollegen Kamui Kobayashi mitzuhalten. Dennoch ist der Spanier in der Formel 1 ein Auslaufmodell.
Note: 4
Nick Heidfeld:
Dass Heidfeld einen Platz in der Formel 1 verdient hat ist unbestritten, ob er sich mit seinem Einsatz als Ersatzfahrer für de la Rosa bei Sauber einen Gefallen getan hat, ist allerdings fraglich. Heidfeld konnte mit einem fremden Auto und fremden Reifen zwar durchaus konstante Ergebnisse einfahren, allerdings schnitt Teamkollege Kobayashi noch besser ab, was eher in Erinnerung bleiben wird, als Heidfelds Ergebnisse. Meiner Meinung nach wäre Heidfeld besser bedient gewesen, seinen Job als Reifentester für Pirelli fortzuführen und sich bei den Verhandlungen für die Cockpits der bevorstehenden Saison mitsamt der Pirelli-Erfahrung auf dem Markt anzubieten.
Note: 4+
Jaime Alguersuari:
Alguersuari konnte in der zweiten Jahreshälfte durchaus überzeugen und seinen erfahreneren Teamkollgen Buemi hinter sich lassen.Im Laufe des Jahres legte der jüngste Starter der Formel-1-Geschichte eine beeindruckende Entwicklung hin, die für die Zukunft hoffen lässt. Dabei wurde offensichtlich, dass Alguersuari auf ihm bekannten Strecken deutlich besser zurecht kommt, als auf unbekannten.
Note: 4+
Jarno Trulli:
Trulli ist leider auf dem absteigenden Ast. Er ist zwar im Training weiterhin schwer zu knacken, scheint beim neuen Lotus-Team jedoch ein wenig lustlos zu agieren. Im Rennen verlor er gegen Teamkollge Kovalainen meist das teaminterne Duell. Höchstwahrscheinlich wird die nächste Saison Trullis letzte in der Königsklasse werden.
Note: 4
Heikki Kovalainen:
Der Finne Kovalainen ging bei Lotus deutlich motivierter zu Werke als sein Teamkollege. Wie Trulli wurde auch Kovalainen häufig von technischen Defekten am Lotus aus dem Rennen gerissen, was aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass der Lotus das beste Auto der neuen Teams gewesen ist.
Note: 4+
Timo Glock:
Glock konnte beim neuen Virgin-Team für einige Glanzlichter sorgen und sein Talent aufblitzen lassen. Seinen Teamkollgen di Grassi dominierte der Wersauer, der gegen die technischen Gebrechen seines revolutionären Autos jedoch machtlos war. Glock gehört definitv in ein besseres Team.
Note: 3
Lucas di Grassi:
Di Grssi schien in der Formel 1 überfordert zu sein, weshalb seine Auswechslung nach der Saison bei Virgin durchaus in Ordnung geht. Gegen Glock war der Brasilianer chancenlos.
Note: 5+
Bruno Senna:
Der Neffe des großen Ayrton Senna konnte in keinster Weise an die hohen Erwartungen, die in erster Linie an seinem Nachnamen liegen, anknüpfen. Senna schien überfordert und nicht in der Lage das neue HRT-Team voranbringen zu können. Ob Senna auch in Zukunft einen Platz in der Formel 1 verdient hat, ist mehr als fraglich.
Note: 5+
Karun Chandhok:
Dass der zweiter Inder der Geschichte der Formel 1 nur aus Nationalitätsgründen das Cockpit bei HRT bekam liegt auf der Hand, dennoch schnitt Chandhok besser ab, als befürchtet. Mit seinem höher eingestuften Teamkollgen Senna konnte er weitestgehend mithalten. Aber auch Chandhoks Talent dürfte in Zukünft nicht ausreichen, um einen Platz unter den besten Fahrern der Welt zu ergattern.
Note: 5+
Sakon Yamamoto:
Der Japaner ist besser als sein Ruf. Aber auch er ist nur bedingt Formel 1 tauglich. Seine Auswechslung gegen Christian Klien war deswegen sehr gut nachzuvollziehen. Im Vergleich mit Senna und Chandhok fällt Yamamoto jedoch nicht allzu weit ab.
Note: 5+
Christian Klien:
Mit Christian Klien saß in diesem Jahr der einzige ernstzunehmende Rennfahrer bei HRT im Cockpit. Diese Tatsache unterstrich er auch damit, dass er den mit dem Auto vertrauten Bruno Senna direkt schlagen konnte. Klien hätte fahrerisch eher einen Platz in der Formel 1 verdient als die anderen diesjährigen HRT-Piloten. Kliens Talent reicht allerdings auch nur für ein eher kleineres Team aus.
Note: 4
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