Hockenheim 2005

Montag, 10. Oktober 2011

Vettel feiert bei Button-Sieg den Gewinn der zweiten Weltmeisterschaft

Jenson Button wird immer besser. In den letzten fünf Rennen zur Formel 1-Weltmeisterschaft stand der Brite auf dem Podest. Zweimal davon sogar ganz oben. Beim Grand Prix von Japan in Suzuka feierte der Brite den insgesamt zwölften Sieg seiner Karriere – diesmal ohne widrige Wetterverhältnisse! In den letzten Jahren wurde der Weltmeister des Jahres 2009 zum Mann für die schwierigen Rennen. Seine aussergewöhnlichen Siege in diesem Jahr in Kanada und Ungarn, die beide bei Mischverhältnissen zustande kamen, unterstreichen dieses Bild. Button setzt seinen fahrerisch höher eingestuften Teamkollegen, Lewis Hamilton, mit seiner besonnenen Art immer stärker unter Druck. Hamilton kann teaminterne Niederlagen nur schwer akzeptieren. Sein Frust über die momentan besseren Ergebnisse seines Landsmannes münden womöglich auch deswegen immer häufiger in Kollisionen auf der Strecke. Abseits der Strecke wirkt der Weltmeister des Jahres 2008 in letzter Zeit häufig schlecht gelaunt. Unwirsche Reaktionen gegenüber Fahrerkollegen und Journalisten sind seit Button die teamintern besseren Rennergebnisse erzielt keine Seltenheit. Hamilton erinnert in dieser Phase seiner Karriere stark an den Kolumbianer Juan-Pablo Montoya, der seine Emotionen, sobald er hinter seinem Teamkollegen lag, auch nur schwer im Griff hatte und das ein oder andere Mal Kollisionen verursachte.

Buttons reifenschonender Fahrstil war in Japan der Schlüssel zum Sieg. Trotz seiner passiven Fahrweise am Start, als er gegenüber Sebastian Vettel zurückzog und vom Gas ging, hatte der Brite am Ende eines Stints die besseren Reifen und konnte attakieren. Teamkollge Hamilton, der Button zuvor auf dem Weg in die erste Kruve überholt hatte, wurde unmittelbar vor dessen erstem Boxenstopp wieder von Button überholt. Ähnlich wie bei Hamilton ließen wenige Umläufe später auch die Reifen des bis dahin führenden Sebatian Vettel nach. Button nutzte die Gunst der Stunde und fuhr vor und unmittelbar nach Vettels Boxenstopp mit deutlich schnelleren Rundenzeiten als sein deutscher Kontrahent die Lücke zu. Nach der zweiten Boxenstopprunde übernahm Button schließlich die Führung von Vettel, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab.

Vettel, dem ein Punkt zum Gewinn seiner zweiten Fahrerweltmeisterschaft genügte, wurde nach dem dritten Reifenwechsel auf die gleiche Art und Weise auch noch von Ferrari-Pilot Fernando Alonso überholt. Das Duo Alonso/Vettel konnte in den letzten Runden des Rennens zwar noch auf Jenson Button aufschließen, allerdings reichte es für beide nicht mehr zu einem Angriff.

Vettel jüngster Doppelweltmeister der Formel 1-Geschichte


Sebastian Vettel ist mit 24 Jahren und 98 Tagen der jüngste Fahrer, der seinen Weltmeistertitel verteidigen konnte. Mit dem dritten Platz in Japan konnte der Heppenheimer seine zweite Weltmeisterschaft einfahren und löst damit Fernando Alonso in der Statistik als jüngster Doppelweltmeister ab.

Vettels Formel 1-Bilanz ist beeindruckend. Vor etwas mehr als vier Jahren debutierte der Deutsche in der Königsklasse des Motorsports. 77 Grand Prix-Teilnahmen später kann er bereits 2 Weltmeisterschaften, 19 Siege, 27 Pole Positionen und annähernd 900 WM-Punkte vorweisen. Nur Rekordweltmeister Michael Schumacher stand nach den ersten 77 Läufen seiner Karriere in der jüngeren Vergangenheit statistisch gesehen ähnlich gut dar, wie sein 18 Jahre jüngerer Landsmann aus Hessen. Allerdings war Schumacher nach 77 Formel 1-Rennen über 27 Jahre alt und damit bereits mehr als drei Jahre älter als Vettel bei seinem zweiten Titelgewinn. Mit 24 Jahren hatte der heutige Mercedes GP-Pilot allerdings erst einen Grand Prix-Sieg errungen.

Appropos Schumacher…

Michael Schumacher, der seit seinem Comeback noch immer auf einen Podiumsplatz warten muss, kommt immer besser in Fahrt. Der 42-jährige Manheimer, der seit Saisonmitte seinen deutschen Teamkollegen bei Mercedes GP, Nico Rosberg, in den Rennen regelmäßig bezwingen kann, schaffte es in den vergangenen Rennen auch, in der Qualifikation die Lücke auf den Wiesbadener deutlich zu verringern. In der Weltmeisterschaft trennen die beiden nur noch drei Punkte und ich wage die Prognose, dass der siebenmalige Weltmeister am Ende der Saison nach Punkten vor dem Sohn des ehemaligen Weltmeisters Keke Rosberg liegen wird.

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