Hockenheim 2005

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Der F1-Jahrgang 2013 in Schulnoten:

Sebastian Vettel (1+):

Was soll man zu Sebastian Vettel sagen? Der 26-jährige Deutsche ist der Perfektion nahe. Über die gesamte Saison beinahe fehlerlos drehte er seine Runden. Eine Steigerung ist kaum mehr möglich.

Mark Webber (3-):

Was mit dem Red Bull möglich gewesen ist, hat Sebastian Vettel aufgezeigt. Der inzwischen 4-fache Weltmeister seinen deutlich erfahreneren Teamkollegen nach Belieben. 13:0 Saisonsiege sprechen Bände. Webber wäre zwar noch weiter Formel 1-tauglich gewesen, doch er hat den Abschied aus der Königsklasse zum richtigen Zeitpunkt gewählt. Besonders seine Startschwäche hat ihm in der Vergangenheit oftmals bessere Platzierungen gekostet.

Fernando Alonso (1-):

Alonso war wie jedes Jahr deutlich besser als sein Ferrari. Im Rennen war Alonso auch 2013 meist überragend unterwegs. Mit dem deutlich schwächeren Ferrari war gegen Red Bull kein Kraut gewachsen. Diese Diskrepanz erklärt auch die ein oder andere leichte Leistungsschwankung des Spaniers - Besonders im Qualifying.

Felipe Massa (3-):

Nach einem weiteren schlechten Saisonstart sah es schon fast so aus, als würde Ferrari Felipe Massa nach nur wenigen Rennen ausmustern. In der zweiten Jahreshälfte konnte sich der ehemalige Vize-Weltmeister dann aber doch deutlich steigern. Vor allem im Qualifying zeigte er regelmäßig, wozu er noch in der Lage ist. Im Rennen machte der Brasilianer zu viele Fehler. Auch an Konstanz ließ er es vermissen. Ohne den schweren Unfall im Jahr 2009 und die lange Zwangspause danach wäre Massa näher an Alonso dran gewesen. Ferraris Entscheidung Massa ziehen zu lassen ist leider gut nachvollziehbar.

Jenson Button (3):

Jensen Button konnte diese Saison nicht wirklich etwas zeigen. Der diesjährige McLaren und die am Renntag meist trockenen Bedingungen ließen nicht mehr zu. Etwas enttäuschend war hingegen das Abschneiden des Ex-Weltmeisters gegenüber seinem neuen Teamkollegen Sergio Perez. Perez, der das Team erst kennenlernen musste, kam Button näher als erwartet.

Sergio Perez (3):

Perez schnitt besser ab als erwartet. Dennoch setzte ihn McLaren nach nur einer Saison wieder vor die Türe. Gegen Button hielt der Mexikaner erstaunlich gut mit. Dass Perez allerdings keine Bäume wird ausreißen können, wurde ebenfalls deutlich.

Kimi Räikkönen (2):

Räikkönen war im Rennen zumeist fehlerlos. Sonntags machte er seine regelmäßig durchschnittliche Qualifyin-Leistung wieder wett, indem er regelmäßig auf das Podest fuhr. Gegen seinen Teamkollegen Grosjean musste sich Räikkönen jedoch strecken. Besonders in der zweiten Saisonhälfte war der Schweizer Franzose regelmäßig schneller.

Heikki Kovalainen (4+):

Kovalainen ersetzte seinen Landsmann Räikkönen bei den letzten beiden Saisonrennen. Im Qualifying konnte der Finne besonders bei seinem Einstand für Lotus überraschen. Im Rennen fiel Kovalainen dann aber wieder deutlich zurück. Für ein Top-Team konnte sich Kovalainen nicht empfehlen.

Romain Grosjean: (2+):

Grosjean ist in meinen Augen ein Phänomen. Bei seinem Einstand in der Formel 1 im Jahr 2009 konnte der Genfer nicht überzeugen und wurde zurecht wieder ausgemustert. Bereits im letzten Jahr konnte Grosjean sein riesen Talent unter Beweis stellen – von seinen vielen Unfällen einmal abgesehen. 2013 wurde Grosjean deutlich konstanter. Der Speed ist in jedem Fall vorhanden. Grosjean ist ein kommender Weltmeisterkandidat!

Nico Rosberg (2):

Rosberg zeigte 2013 aus welchem Holz er geschnitzt ist. Gegen Lewis Hamilton war Rosberg ebenbürtig. Das absolute Highlight war Rosbergs perfektes Wochenende in Monaco. Insgesamt holte der Monegasse zwei Saisonsiege. Rosberg braucht sich in der Formel 1 vor niemandem zu fürchten. Der Vergleich mit Michael Schumacher war in den letzten drei Jahren recht schwierig – hatte doch Schumacher den Helm zuvor drei Jahre an den Nagel gehängt.

Lewis Hamilton (2):

Hamilton hat ein unglaubliches Talent. Allerdings macht der Brite deutlich zu wenig daraus. Der Teamwechsel zu Mercedes war im Nachhinein gesehen absolut richtig. Um erneut Weltmeister zu werden muss Hamilton aber übers Jahr gesehen konstanter werden und weniger Fehler machen.

Nico Hülkenberg (2+):

Hülkenberg gehört in ein Top-Team. Was der junge Deutsche auch im Jahr 2013 zeigte war aller Ehren wert. Besonders sein Husarenritt in Korea war meisterlich. Er hielt im Sauber das gesamte Rennen über Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen in Schach und hinter sich. Dass Hülkenberg auch 2014 nicht in einem Spitzenteam fahren wird, ist eine Schande!

Esteban Gutierrez (4):

Nach großen Startschwierigkeiten konnte Gutierrez in den letzten Saisonrennen zeigen, wozu er im Stande ist. Über weite Strecken des Jahres bekam der Mexikaner kaum einen Fuß auf den Boden. Gegen Hülkenberg war Gutierrez chancenlos. Ob Gutierrez Formel 1-Format hat, ist fraglich.

Paul di Resta (4):

Di Rests fuhr eine glanzlose Saison. Ein potentieller Weltmeister ist der Schotte nicht. Leichte Vorteile gegenüber seinem Teamkollegen Sutil waren zu erkennen. Bei mehreren Rennen 2013 schien di Rests von der Rolle zu sein.

Adrian Sutil (4):

Auch Adrian Subtil konnte sich 2013 nur bedingt weiterempfehlen. Ähnlich wie bei seinem Teamkollegen machte auch Subtil in der abgelaufenen Saison größere Schwankungen durch.

Pastor Maldonado (5):

Maldonado kann deutlich mehr als er zu zeigen im Stande ist. Man erinnere sich nur an seinen grandiosen Sieg in Barcelona 2012. Seither ist Maldonado nur noch ein Schatten seiner selbst. Kaum zu glauben unter was für einer Selbstüberschätzung Maldonado inzwischen leidet. Viele Fehler wechselten sich mit unkonstanten Leistungen ab. Ohne seine Millionen-Mitgift wäre Maldonado schon lange kein Formel 1-Pilot mehr.

Valtteri Bottas (3-):

Respekt vor der Leistung, die Bothas in seiner Premierensaison zeigte. Bottas bot seinem Teamkollegen die Stirn. Besonders in den letzten Saisonrennen konnte der Finne überzeugen. Ob es allerdings zu einem Siegfahrer reichen wird, ist fraglich.

Jean-Eric Vergne (3-):

Auch Vergne muss in seinen Leistungen konstanter werden. Das Talent des Franzosen ist offensichtlich. Ein Überflieger ist allerdings auch Vergne nicht.

Daniel Ricciardo (3):

Ricciardo ist ein passabler Rennfahrer. Bei Red Bull wird ihm Vettel in der kommenden Saison jedoch die Grenzen aufzeigen. 2013 konnte Ricciardo vor allem mit guten Leistungen im Qualifying überzeugen. Im Rennen konnte der Australier jedoch nur selten diese Leistungen wiederholen.

Charles Pic (5+):

Pics zweite Formel 1-Saison war ein Rückschritt. Seinen Teamkollegen hätte Pic deutlicher distanzieren müssen. Lediglich seine Mitgift wird ihm das Cockpit sichern.

Giedo van der Garde (4):

Van der Garde war in seiner Debütsaison deutlich besser als befürchtet. Ab der Saisonmitte konnte der Niederländer regelmäßig überzeugen. Van der Garde scheint in der Formel 1 angekommen zu sein.

Jules Bianchi (3-):

Bianchi holte regelmäßig das Optimum aus dem Marussia. Seinen Teamkollegen hatte der Franzose wie erwartet im Griff. Dennoch habe ich mehr von Bianchi erwartet. Auch er war teilweise unkonstant unterwegs.

Max Chilton (5):

Chilton ist mit der Formel 1 überfordert. Vom Talent her kann er den meisten Kollegen nicht das Wasser reichen. Lediglich seine Mitgift hat ihm das Cockpit eingebracht. Lange wird sich Chilton nicht in der Königsklasse halten!

Montag, 4. November 2013

Die Vettel-Festspiele gehen weiter

Nachdem sich Sebastian Vettel bereits in Indien den inzwischen vierten Titelgewinn in der Formel 1 in Folge gesichert hat, gewann der Heppenheimer auch das eine Woche später folgende Rennen in Abu Dhabi souverän. Der siebte Sieg in Folge des 26-Jährigen ist der bislang elfte Sieg in der laufenden Saison. Langsam muss sich Michael Schumacher Sorgen um seine Rekorde in der Königsklasse des Motorsports machen – sie könnten kürzer Bestand haben als noch vor einigen Jahren geglaubt!

Die Bestmarke von fünf Weltmeistertiteln des Argentiniers Juan-Manuel Fangio aus den 1950er Jahren hatten 46 Jahre bestand, bis Michael Schumacher sie im Jahr 2003 überbieten konnte. Mit einer ähnlich langen Zeitspanne haben Beobachter der Formel 1 nach Schumachers erstem Abschied aus der Formel 1 im Jahr 2006 erneut gerechnet. Dass nur wenige Jahre später eine erneute Dominanz eines Piloten vorherrscht, hat niemand vorhersehen können. Auch nicht bei Sebastian Vettels Einstand in der höchsten Motorsportkategorie.

Vettels Einstand holpriger als bei Schumacher

Im Gegenteil. Bei seinem Debüt im US-amerikanischen Indianapolis im Jahr 2007 als Ersatz für den verletzten Robert Kubica, konnte Vettel noch nicht ganz mit seinem erfahrenen Teamkollegen Nick Heidfeld mithalten. Schumachers erster Auftritt in Spa-Francorchamps 16 Jahre zuvor war schon deutlich beeindruckender. Schumacher hatte nicht nur Teamkollege Andrea de Cesaris bei seinem ersten Einsatz im Jordan-Ford im Griff, sondern nach dem unmittelbar darauf folgenden Wechsel zu Benetton auch den dort fahrenden dreimaligen Ex-Weltmeister Nelson Piquet. Dass Schumacher den Sport wird prägen, war auch in den kommenden Jahren offensichtlich. Besonders bei schwierigen Bedingungen ließ der Deutsche aufhorchen.

Sein 18 Jahre jüngerer Landsmann tat sich bis zu seinem ersten Sieg im Regen von Monza 2008 schon deutlich schwerer. Auch nachdem der Knoten mit dem Sensationssieg im Toro Rosso aufgegangen war, ließ Vettel noch oftmals die nötige Konstanz vermissen, um stetig ganz vorne mitzufahren. Kleine Fehler wechselten sich mit Glanztaten auf der Strecke ab. Erst nach der Sommerpause im Jahr 2010 ist Vettel für die Konkurrenz nur schwer zu knacken. Beinahe fehlerlos spult der Deutsche seine Runden ab. Besonders im Qualifying setzt der inzwischen 43-fache Polesetter Maßstäbe. In dieser Disziplin war Michael Schumacher in seiner gesamten Laufbahn nie so dominant wie es Vettel derzeit ist. Schumacher brillierte eher im Rennen. Aber auch da ist Vettel auf einem beeindruckenden Weg - 37 Grand Prix-Siege aus 118 Rennen sprächen Bände.

Schumacher setzte während seiner ersten Karriere mit seinem unbändigen Siegeswillen Maßstäbe. Der Manheimer war zudem der erste, der beinahe jedes Jahr bis zum Schluss um die Weltmeisterschaft kämpfte. Lediglich in den Jahren 1996 und 2005 ließ das ihm zur Verfügung gestellte Material von Ferrari dies nicht zu. Andere Größen des Sportes hatten in diesem Zusammenhang immer wieder Aufs und Abs zu verzeichnen. Piloten wie etwa Mika Häkkinen waren durch den Druck an der Spitze der Formel 1 bereits nach drei Jahren ausgebrannt und womöglich auch gesättigt. Bei Schumacher und Vettel sieht dies anders aus. Auch Ayrton Senna war am Ende einer Saison regelrecht ausgebrannt und benötigte dringend Urlaub und Abstand von der Formel 1. Schumacher und Vettel waren bzw. sind auch zwischen den Saisons voll in die Entwicklung des Autos für die anstehende Saison involviert.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Vettel auf Schumachers Spuren

Sebastian Vettel hat im japanischen Suzuka den neunten Saisonsieg in der diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft eingefahren. Vollkommen ungewohnt fuhr Vettel diesmal nicht dem Feld nach dem Start auf und davon. Von Startplatz zwei ins Rennen gegangen, büßte der Deutsche auf dem Weg in die erste Kurve sogar einen Platz ein. Taktisch clever konnte sich der baldige Vierfach-Weltmeister im weiteren Rennverlauf an seinen beiden Kontrahenten um den Sieg, Mark Webber und Romain Grosjean, vorbeikämpfen.

Lotus ließ sich dabei von Red Bull in die Falle locken. Die Strategen im Lotus-Team reagierten auf den frühen Boxenstopp des bis dahin führenden Red Bull-Piloten Mark Webber und beorderten Romain Grosjean nur wenige Runden nach dem Australier an die Box. Vettel, der zu diesem Zeitpunkt hinter Grosjean auf Position drei lag, profitierte von der Strategieänderung bei Webber und übernahm nach der zweiten Runde der Boxenstopps die Führung. Webber wurde während des Rennens von zwei auf drei Reifenwechsel umgepolt, während Vettel auf der ursprünglich vereinbarten Zwei-Stopp-Taktik blieb. Mit einem ähnlichen Spiel lockte das Red Bull-Team vor drei Jahren in Abu Dhabi bereits Ferrari und Fernando Alonso in die Falle. Vettel wurde daraufhin 2010 zum ersten Mal Weltmeister.

Seit Kimi Räikkönen seinen Wechsel von Lotus zu Ferrari bekanntgegeben hat, blüht sein Teamkollege Romain Grosjean richtig auf. Die eigentlich Nummer zwei im Lotus-Team ist inzwischen auf einem Niveau mit Räikkönen angekommen. Im Qualifying liegt er sogar regelmäßig vor dem Ex-Weltmeister aus Finnland. Grosjean beeindruckte bereits im vergangenen Jahr mit einigen überraschenden Leistungen. Das Können des Franzosen aus dem schweizerischen Genf wurde jedoch von seinen zahlreichen Unfällen überschattet. Nach einem mehr als holprigen Einstand in der Formel 1 im Jahr 2009 im Renault war eine solche Entwicklung nicht abzusehen. Die Entscheidung Romain Grosjean zwei weitere Jahre auf der Ersatzbank schmoren zu lassen war goldrichtig.

Sauber im Aufwind

Grosjeans weitere Entwicklung war bereits im vergangenen Jahr zu erkennen. Die von Sauber in der laufenden Saison hingegen weniger. Nach einer verkorksten ersten Jahreshälfte mausert sich der schweizer Rennstall inzwischen zum Favoritenschreck. McLaren hat man bereits hinter sich gelassen und Ferrari muss hart kämpfen, um zumindest Fernando Alonso am Sauber von Nico Hülkenberg vorbei zu bringen. Die Rückkehr auf die letztjährige Auspuffvariante macht es möglich. Nachdem man im vergangenen Jahr bereits auf die seit Ungarn wieder hervor gekramte Variante vertraute, und gute Leistungen einfuhr, kehrte man bei Sauber der Lösung mit dem in eine Art Rampe im Seitenkasten eingelassenen Auspuff den Rücken zu.

Seit Sauber wieder die altbekannte Variante verwendet, geht es auch mit dem zweiten Mann hinter dem Steuer steil bergauf. Der Mexikaner Esteban Gutierrez galt bei Sauber bereits als Auslaufmodell. Ob sich das Team nun von dem Neuling trennen wird, ist nach dessen letzten Rennen jedoch fraglich. Im Qualifying liegt Gutierrez fast gleichauf mit seinem zurecht hochgelobten Teamkollegen Hülkenberg. In Suzuka konnte der 22 Jährige seinen Aufschwung auch erstmals über die gesamte Renndistanz unter Beweis stellen. Belohnt wurde er dafür mit den ersten WM-Punkten seiner Karriere und Position sieben, direkt hinter Hülkenberg.

Donnerstag, 26. September 2013

Vettel der Dominator der Formel 1

Sebastian Vettel fährt derzeit in der Formel 1 die Konkurrenz in Grund und Boden. Dem Dauerweltmeister aus Heppenheim und seinem Red Bull kann seit dem Ende der Sommerpause niemand mehr das Wasser reichen. In Singapur fuhr Vettel den dritten Sieg in Folge ein und baute damit seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft auf 60 Punkte aus. Sechs Rennen vor Ende ist dem 26-jährigen Deutschen der vierte Weltmeistertitel in Folge kaum noch zu nehmen.

Eine solche Dominanz wie in Singapur hat selbst Sebastian Vettel bislang noch nicht gezeigt. Auf dem winkligen Stadtkurs in der südostasiatischen Metropole fuhr Vettel teilweise bis zu 2 Sekunden pro Runde schnelle als die direkte Konkurrenz. Auf der Strecke auf der Vettel die bislang meisten Punkte einfahren konnte, siegte er am vergangenen Wochenende bereits zum dritten Mal in Folge. Mit dem 33. Grand Prix-Sieg im 113. Formel 1-Rennen seiner Karriere ließ Vettel nun auch Fernando Alonso in der Statistik hinter sich. Vettel rangiert inzwischen auf dem vierten Rang der nach Siegen erfolgreichsten Piloten der Formel 1-Geschichte.

Vettel konnte in der laufenden Saison bereits sechs Siege einfahren, während sein Teamkollege, Mark Webber, noch immer leer ausgeht. Da Webber die gleichen technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen wie dem Deutschen, macht Vettel den Unterschied. Ein weiteres Indiz dafür ist das diesjährige Teamduell im Qualifying. Als einziger Pilot im Starterfeld hat Vettel noch keinen Grand Prix hinter seinem australischen Widersache aufnehmen müssen.

Hält die Dominanz von Vettel und Red Bull weiter an?

Dass die Dominanz von Vettel und Red Bull auch nach der großen Regelreform im kommenden Jahr anhält, ist gut möglich. Neben der Umrüstung auf 1,6l Turbomotoren wird auch in Zukunft der Aerodynamik der Boliden eine große Bedeutung zukommen. Längere Getriebe und größere Speicher für die Energierückgewinnungssysteme und deren Kühlung benötigen ebenso mehr Platz, wie die beiden Turbolader der Motoren. Die Aggregate aerodynamisch effizient unter der Motorabdeckung zu platzieren, wird die Techniker noch lange beschäftigen.

Da Red Bulls technischer Direktor, Adrian Newey, in der Vergangenheit bereits häufiger mit guten Ideen von Regeländerungen profitiert hat, könnte dies auch 2014 der Fall sein. Es ist also gut möglich, dass Sebastian Vettel auch in der kommenden Saison der Konkurrenz um die Ohren fährt. Aerodynamisch zumindest hinken die Konkurrenzteams von Ferrari und Mercedes den Red Bull traditionsgemäß immer hinterher. Auch die womöglich stärkeren Motoren, wie sie besonders Mercedes angedichtet werden, gewinnen noch lange keinen Grand Prix. Dazu muss auch das restliche Paket stimmen. Genau wie es Red Bull seit nunmehr 2010 besitzt.

Dienstag, 10. September 2013

Erfolgreiche Schadensbegrenzung

Zwei Wochen nach seinem ungefährdeten Sieg beim Grand Prix von Belgien gewann Weltmeister Sebastian Vettel nun auch den Lauf im italienischen Monza. Damit konnte der 26-jährige Deutsche auf den beiden Strecken triumphieren, die dem Red Bull vom Layout her am wenigsten zu liegen schienen. In beiden Fällen machte Vettel bereits kurz nach dem Start alles klar. Mit einem cleveren Einsatz von Kers überraschte Vettel in Spa den von der Pole Position ins Rennen gegangenen Lewis Hamilton kurz nach der berühmten Eau Rouge-Senke.

Im Gegensatz zu Vettel hatte Hamilton seinen Kers-Vorrat bereits kurz nach dem Start aufgebraucht, während Vettel antizyklisch unterwegs war. Der Heppenheimer sparte sich den 82-PS-Schub auf und zog problemlos auf dem langen Bergaufstück am Mercedes von Hamilton vorbei. Sein Sieg in den belgischen Ardennen war anschließend nicht mehr in Gefahr. In Monza traktierten die Red Bull-Strategen und Techniker des Teams nach 2011 erneut mit einer gut durchdachten Getriebeübersetzung.

Der bislang in Monza als Erfolgsindikator schlechthin angesehene Top-Speed wurde zugunsten einer besseren Beschleunigung aus den engen Schikanen heraus und einer etwas höheren Kurvengeschwindigkeit geopfert. Wie 2011 spekulierte die Erfolgsmannschaft aus dem englischen Brackley richtig. Vettel konnte vom besten Startplatz aus in den Grand Prix starten und seine Führung in den kritischen ersten Runden verteidigen. Den in den Kurven herausgefahrenen Vorsprung konnten die Konkurrenten trotz höheren Top-Speeds auf den Geraden nicht aufholen.

Red Bull im Sicherheitsmodus

Dabei gingen die beiden Red Bull mit einem Sicherheitsschaltmodus in das Rennen. Nachdem am Samstag bereits die Schaltklauen und das Getriebeöl an den Schaltboxen der beiden Boliden gewechselt wurden, verordnete Technik-Direktor Adrian Newey seinen Piloten einen Regenmodus, bei dem die Gänge schonender und etwas verlangsamt eingelegt werden. Newey reagierte damit auf erhöhte Drücke in der Schaltbox von Mark Webber in den freien Freitagstrainings.

Nach seinem sechsten Saisonsieg ist Sebastian Vettel der vierte Weltmeistertitel in Folge kaum mehr zu nehmen. Der Dauer-Weltmeister schickt sich an, sämtliche Rekorde zu brechen. In Monza triumphierte Vettel bereits zum 32 Mal in der Formel 1 und zog damit mit Fernando Alonso gleich. Der Spanier wurde wie zuletzt in Spa auch in Monza hinter Vettel Zweiter. Kommendes Jahr könnte es zwischen den Ferrari-Piloten nicht mehr so harmonisch zugehen wie zuletzt in Monza. Die Spatzen pfeifen bereits von den Dächern, dass Felipe Massa sein Cockpit nach acht Jahren in Rot wird räumen müssen. Sein Nachfolger wird sein ehemaliger Teamkollege bei Ferrari, Kimi Räikkönen, werden. Räikkönen, der Ende 2009 zugunsten von Fernando Alonso das Team verlassen musste, würde damit Lotus den Rücken kehren und den Rennstall nach nur zwei Jahren wieder verlassen.

In Monza zeigte sich einmal mehr, dass sich Felipe Massa vollkommen in den Dienst des Teams stellte. Er bot seinem Teamkollegen im Qualifying Windschatten und ließ Alonso im Rennen kampflos passieren. Solch ein Entgegenkommen dürfte mit Kimi Räikkönen im Cockpit der Vergangenheit angehören. Alonso sollte zwar das teaminterne Duell gegen den Weltmeister von 2007 für sich entscheiden, doch sollte ihm Räikkönen näher kommen, als dies Massa in den vergangenen vier Jahren schaffte.

Die Entscheidung für Räikkönen bedeutet auch, dass Ferrari die fahrerisch sichere Karte spielt und sich gegen die Unbekannte Nico Hülkenberg entschied. Hülkenberg, der in Monza vom hervorragenden dritten Startplatz in das Rennen ging, könnte im Gegenzug Räikkönen bei Lotus beerben. Ein besseres Auto als der diesjährige Sauber sollte Hülkenberg helfen, sich weiter zu profilieren. Ähnlich wie Sebastian Vettel steht auch Hülkenberg vor einer erfolgreichen Zukunft in der Formel 1.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Mercedes auf dem Vormarsch

Mercedes mausert sich immer mehr zum ernsthaften Aspiraten auf den WM-Titel. Noch vor wenigen Monaten hätte es niemand für möglich gehalten. Doch am Mercedes-Rennstall führt in der Formel 1 kein Weg mehr vorbei. Die Kinderkrankheiten der vergangenen Jahre scheinen endgültig ausgeräumt zu sein. Sieben Pole Positionen aus zehn Rennen sprechen Bände. Doch nun scheinen die Mercedes-Boliden auch ihre signifikante Schwäche in den Rennen abgelegt zu haben. Nach zwei Siegen von Nico Rosberg konnte zuletzt auch Lewis Hamilton den ersten Saisonsieg für seinen neuen Arbeitgeber einfahren.

Dabei hat beim Blick auf die Wetterprognose keiner auch nur einen Pfifferling auf einen Mercedes-Erfolg gesetzt. Zu frisch waren noch die Erinnerungen an die letzten Vorstellungen der Silberpfeile in den Rennen. Besonders bei hohen Strecken-temperaturen fielen die beiden deutsch-britischen Renner nach dem Erlischen der Startampel recht schnell wieder weit zurück. Die seit Jahren währenden Reifenprobleme schienen unlösbar zu sein und der Spagat zwischen dem Qualifying und dem Rennen wollte nur unter optimalen Bedingungen gelingen. Der Mercedes fraß seine Hinterreifen.

Ferrari verliert den Anschluß

Streckentemperaturen von 52 Grad Celsius, wie in Ungarn am vergangenen Sonntag, waren bislang das große Schreckgespenst. Doch der Knoten scheint endgültig geplatzt. Lewis Hamilton konnte den besten Startplatz ohne große Probleme bis zum Fallen der Zielflagge verteidigen. Red Bull muss sich vor diesen Silberpfeilen in Acht nehmen. In der Form von Ungarn waren die Mercedes sogar für Weltmeister Sebastian Vettel nicht zu knacken. Vettel wurde noch hinter Kimi Räikkönen im Lotus Dritter. Auch Ferrari fällt allmählich immer weiter zurück. Aus eigener Kraft kann Fernando Alonso derzeit nur Fünfter oder Sechster werden, abhängig von der Tagesform des zweiten Lotus-Piloten Romain Grosjean.

Gegen die Mercedes, Red Bull und Lotus ist ansonsten für Ferrari in der aktuellen Verfassung kein Kraut gewachsen. Die Boliden aus Maranello werden inzwischen sogar schon wieder zurückgerüstet, da keine der neuen Ausbaustufen eine Verbesserung verspricht. Die beiden Windkanäle am Firmensitz in Norditalien und bei Toyota in Köln scheinen keine wirklich verwertbaren Daten zu liefern. Auf der Rennstrecke kommen zumindest keine Verbesserungen an. Schon macht das Gerücht die Runde, dass Fernando Alonso der Geduldsfaden reißen könnte und der Asturier nächstes Jahr Mark Webber bei Red Bull beerben könnte. Doch zu einem Team bestehend aus Sebastian Vettel und Alonso wird es nicht kommen. Daniel Ricciardo hat derzeit die besten Karten auf den begehrten Platz im Weltmeister-Team.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Die Geldvernichtungsmaschinerie

In der Formel 1 ist schon längst nicht mehr alles Gold was glänzt. Der Lack ist zwar noch nicht ganz ab, aber er fängt ganz allmählich an zu bröckeln. Die Formel 1 muss sich dringend finanziellen Reformen unterziehen, sonst geht sie vor die Hunde. Dass nun selbst vermeintlich solide finanzierten Rennställen wie Sauber das Wasser zum Halse steht, sollte die Szene aufschrecken. Die Hinterbänkler kämpfen schon seit ihrem Einstieg im Jahr 2010 ums Überleben. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Vor Jahresfrist musste bereits beim spanisch-deutschen Rennstall von HRT der Stecker gezogen werden.

Marussia und Caterham erörterten vor dem Saisonstart bereits eine Fusion, aus der letztlich doch nichts wurde. Nun könnte also Sauber mit in den Sog gezogen werden. Die Formel 1 hat es in den vergangenen Jahren versäumt, auf die Notsignale zu hören. Es hätte dringend gegengesteuert werden. Wahrscheinlich war Max Mosleys Idee einer Budgetdeckelung im Nachhinein doch nicht so verkehrt. Der damalige FIA-Präsident wollte den Rennställen eine Obergrenze von 100 Mio. € aufs Auge drücken, doch die vielen verschiedenen Interessen der Teamoberen verhinderten die dringend nötige Einigung.

Das Problem der Formel 1 ist hausgemacht. Zwar sanken infolge der Weltwirtschaftskrise auch die Budgets der Team deutlich, doch sie sind für die meisten der privat geführten Rennställe immer noch utopisch hoch. Die Serie ist so hoch gerüstet, dass jedes Detail bis zur äußersten Perfektion weiter vorangetrieben wird. Und das kostet immer höhere Summen. Geld, das nur die großen Hersteller aufbringen können. Oder Teams die am Tropf eines Gönners hängen, wie etwa die Schwesterteams von Red Bull und Toro Rosso. Doch was passiert, wenn die Gönner oder Hersteller einmal die Lust an der Formel 1 verlieren? Die Wahrscheinlichkeit, dass sich kein Käufer für die ausgemusterten Teams findet ist groß. Nach den Austritten von Honda, Toyota und BMW sah es noch anders aus. Zumindest BMW und Honda gingen nach einigem Hin und Her in private Hände über bzw. zurück.

Kosten müssen sinken

Dennoch könnte sich das Feld schneller ausdünnen, als es den meisten Beteiligten lieb sein kann. Früher wurden die Rennställe bis auf wenige Ausnahmen privat geführt. Ferrari war immer die Ausnahme. Wenn ein Motorenhersteller austrat, konnte schnell Ersatz gefunden werden. Doch die Zeiten haben sich geändert. Ab dem kommenden Jahr gibt es etwa nur noch drei Motorenhersteller, die sich das Geschäft leisten können. Sollten zwei die Reißleine ziehen, wäre die Formel 1 eine Einheitsserie - zumindest auf der Motorenseite. Ein Trend der mit Sicherheit nicht gesund ist. Die Kosten der neuen Motorenformel sind derart explodiert, dass sich kein privater Hersteller die Entwicklung mehr leisten kann.

Auf der Teamseite könnte spätestens 2014 das böse Erwachen kommen, wenn die Leasingraten für die Antriebe entrichtet werden müssen. Kosten von über 20 Mio. € sind dann fällig. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass beim Saisonstart in Melbourne keine 12 Teams mehr in der Startaufstellung stehen. Sponsoren werden durch Erfolg angezogen, so dass die Hinterbänkler immer größere Probleme haben, Gelder an Land zu ziehen.

Sollte der Erfolg jedoch ausbleiben, könnte es erneut den ein oder anderen Abschied geben. Man denke nur an Toyota und Honda. Aus diesem Grunde müssen die Ausgaben gesenkt und wieder für Privatpersonen erschwinglich werden. Nur wenn Motorsportfans vom Schlage eines Frank Williams oder Peter Sauber wieder in der Lage sind, Erfolg zu haben, geht es der Königsklasse gut. Solche Leute sind die einzige Konstante der Serie. Guter Motorsport ist nicht unbedingt vom großen Geld abhängig.

In der amerikanischen IndyCar-Serie wird mit einem Bruchteil der finanziellen Aufwendungen toller Motorsport geboten. Gleiches gilt auch für die Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Beim vergangenen Formel 1-Rennen in der Eifel fanden sich übrigens so wenige Zuschauer auf den Tribünen ein, wie schon seit Jahrzehnten in Deutschland nicht mehr. Auch dort sind die Eintrittspreise einfach nicht mehr zeitgemäß.

Montag, 10. Juni 2013

Der Schlüssel zum Erfolg

Sebastian Vettel kann auch in Kanada gewinnen. Nach mehreren erfolglosen Anläufen in Montreal siegte Vettel nun überlegen vor seinem Kontrahenten um den Weltmeistertitel, Fernando Alonso.

Wenn es einmal läuft, dann läuft es! Auch für Sebastian Vettel. Der dreimalige Formel 1-Weltmeister stürmte, wie schon so oft in den vergangenen Jahren, auch in Kanada nach dem Start den Verfolgern davon und holte sich ungefährdet den Sieg. Seinen ersten in Kanada. Nach dem Sieg von Mercedes in Monaco war in Montreal nun wieder die gewohnte Hackordnung in der Formel 1 hergestellt. Fast zumindest. Denn Mercedes konnte seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen auch in Kanada fortsetzen und stellt nun die dritte Kraft hinter Red Bull und Ferrari dar.

Die Truppe um Ross Brawn scheint dem Rätsel um den erhöhten Reifenverschleiß an den Silberpfeilen langsam auf die Spur zu kommen. Ging der Sieg in den Straßen non Monte Carlo noch hauptsächlich auf die guten Startplätze und die überholfeindliche Streckencharakteristik zurück, so konnte Mercedes in Kanada aus eigener Kraft auf das Podium fahren. Bis wenige Runden vor Schluss hielt Lewis Hamilton sogar noch den zweiten Platz hinter dem Red Bull von Vettel. Lediglich der leicht erhöhte Reifenverschleiß gegenüber dem Ferrari von Fernando Alonso kostete den Ex-Weltmeister aus England die zweite Position.

Ferrari hingegen bringt die Reifen im Qualifying nur schwer auf Temperatur. Fernando Alonsos verhältnismäßig schlechte Startplätze sprechen Bände. Sobald die schwarzen Walzen von Pirelli im Rennen im optimalen Temperaturfenster liegen, geht bei Alonso die Post ab. Um Sebastian Vettel allerdings gefährden zu können, müsste die Truppe aus Maranello von weiter vorne ins Rennen gehen. Mit Platz zwei konnte Alonso in Kanada den Schaden in Grenzen halten. Nach einer weiteren Glanzvorstellung des Spaniers gerät sein durchschnittliches Rennen in Monaco fast schon wieder in Vergessenheit!

Key der Schlüssel zum Erfolg

Nicht nur bei Mercedes geht es aufwärts. Auch ohne die viel diskutierten und kritisierten Testfahrten wie beim Hersteller aus Stuttgart, arbeitet sich Toro Rosso nach vorne. Verantwortlich für den Aufschwung des ehemaligen Minardi-Rennstalls aus dem italienischen Faenza ist hauptsächlich der Technische Direktor des kleinen Schwesterteams von Red Bull, James Key. Key dockte im vergangenen Winter bei Toro Rosso an. Seitdem geht es mit dem kleinen Rennstall wieder steil bergauf. Keys ehemaliger Arbeitgeber, Sauber, kommt hingegen kaum vom Fleck. Die Leistungen der Schweizer Truppe waren im vergangenen Jahr noch die große Überraschung. Fast wäre Sergio Perez in Malaysia sogar der erste Sieg für den Rennstall von Peter Sauber geglückt. Doch seit dem überraschenden Abgang des Technischen Direktors Key, ist es für die Eidgenossen schwer, aus eigener Kraft in die Punkte zu fahren. Dort etabliert sich nun Toro Rosso. Bleibt zu hoffen, dass Key nicht bald dem Ruf des Geldes folgt und zu einem Spitzenteam wechselt. Die kleinen Teams in der Formel 1 sind das Salz in der Suppe und brauchen in dieser wirtschaftlich schlechten Lage jeden Erfolg, um zu überleben.

Montag, 27. Mai 2013

Rosberg siegt mit Knalleffekt

Nico Rosberg hat in seiner Heimat den zweiten Grand Prix-Sieg seiner Karriere gefeiert. Rosberg siegte ungefährdet vor dem Red Bull-Duo, Sebastian Vettel und Mark Webber.

Monaco ist für seine Prozessionen auf der Strecke bekannt. Doch wenn man glaubt, dass nichts mehr geht, kommt irgendwo der Knalleffekt daher. Bereits in der Vergangenheit war dieses Szenario die Regel. Im Jahr 2013 war es nicht anders. In der Vergangenheit trug Nico Rosberg den ein oder anderen Unfall dazu bei. Gestern hielt sich der Weltmeistersohn schadlos. Nach dem Grand Prix von China im vergangenen Jahr konnte Rosberg nun auch den lange herbeigesehnten Erfolg vor der eigenen Haustüre feiern.

Nach den zuletzt beeindruckenden Qualifying-Leistungen der Mercedes-Truppe mit drei Pole Positionen in Folge, lagen die Silberpfeile aus dem englischen Brackley auch in Monaco in der Startaufstellung ganz vorne. Rosberg nahm seinem Teamkollegen eine knappe Zehntel Sekunde ab und fuhr zum dritten Mal in Folge auf den besten Startplatz. Viel eher war die Leistung der Mercedes im Rennen eine Überraschung. Ohne ein Missgeschick von Lewis Hamilton unmittelbar vor dem Boxenstopp, hätte es sogar den ersten Doppelsieg der Neuzeit für den Rennstall mit dem Stern gegeben.

Umstrittener Test von Pirelli mit aktuellem Mercedes

Dass Nico Rosberg ein sehr hoch einzustufender Formel 1-Pilot ist, war nicht zuletzt aufgrund seines guten Abschneidens gegen Rekordweltmeister Michael Schumacher in der Vergangenheit schon klar. Schumacher hat schließlich während seiner dreijährigen Formel 1-Abstinenz das Rennfahren nicht verlernt. Etwas überraschend ist nun allerdings das gute Abschneiden gegenüber Lewis Hamilton, den Rosberg in den letzten Rennen hinter sich lassen konnte. Ob die Testfahrten, die Mercedes für Reifenhersteller Pirelli zwischen den Grand Prix von Spanien und Monaco auf dem Kurs vor den Toren Barcelonas abspulten ist fraglich. Die 1000 km, die dort mit dem aktuellen Boliden abgespult wurden haben aber mit Sicherheit nicht geschadet.

Vermutlich haben die Teamverantwortlichen um Niki Lauda gute Lobby-Arbeit geleistet. Ferrari führte, wie nun bekannt wurde, einen ähnlichen Test zwischen den beiden Läufen in Bahrain und Barcelona durch. Die Scuderia stellte Pirelli allerdings ein Fahrzeug des Jahrgangs 2010 zur Verfügung. Eigenartig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Mehrzahl der Rennställe von der Möglichkeit, solche Testfahrten für Pirelli abzuspulen, nur bedingt informiert worden sind. Dennoch wäre es falsch das gute Ergebnis in Monaco nur auf die gute Zusammenarbeit zwischen Mercedes und Pirelli im Vorfeld des Rennens in Südfrankreich zurückzuführen. Die Streckencharakteristik trägt mindestens ebenso viel zu dem guten Ergebnis bei. Ob Mercedes die bis dato nur durchschnittliche Rennperformance abgelegt hat, werden erst die kommenden Rennen zeigen.

Dienstag, 14. Mai 2013

Aus fünf mach eins

Alonso mit einer weiteren Galavorstellung beim Heimspiel

Fernando Alonso hat zum zweiten Mal sein Heimspiel in Barcelona gewonnen. Sieben Jahre lagen zwischen dem ersten Sieg des Spaniers auf heimischem Boden und dem ersten Ferrari-Erfolg auf dem Kurs vor den Toren Montmelos. Mit einer erneuten Vorstellung seines Ausnahmetalentes katapultierte sich Alonso innerhalb weniger Runden von Startplatz fünf auf den Platz an der Spitze

Der zweifache Ex-Weltmeister aus Oviedo kann in diesem Jahr auf den Rennspeed seines roten Boliden bauen. Auf eine Runde gesehen zählen die Ferrari zwar auch weiterhin nicht zur absoluten Spitze der Formel 1 – Punkte gibt es aber bekanntlich erst am Sonntag. Ferrari kann inzwischen auf ein größeres Abstimmungsfenster als der Großteil der Konkurrenz bauen. Eine ähnliche Konstanz wie sie Ferrari im Rennen an den Tag legt, erreicht nur Lotus.

Ferraris Nummer zwei, Felipe Massa, überzeugte ebenfalls mit einem tollen Rennen, was für die gute Fahrbarkeit der Renner aus Maranello spricht. Nach einer ungerechtfertigten Strafversetzung Massas auf den neunten Startplatz, fuhr der vielgescholtene Brasilianer hinter Alonso und Kimi Räikkönen auf den dritten Platz.

Die Tagesform entscheidet über Sieg und Niederlage

Wie sich doch die Bilder gleichen. 2012 gab es in der Formel 1 sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Grand Prix. Genau wie vor einem Jahr, lassen sich auch 2013 die Sieger kaum vorhersagen. Zu viele Parameter entscheiden über das Rennergebnis. Bis sich die gewohnte Hackordnung wieder eingestellt hat, hängt vieles von der Asphaltbeschaffenheit, der Streckentemperatur, der Fahrzeugabstimmung, den angelieferten Reifenmischungen und der Temperatur der schwarzen Gummis ab. Vor zwei Wochen kamen die Bedingungen dem Red Bull-Team und deren Speerspitze Sebastian Vettel entgegen, der einen ungefährdeten Sieg in der Wüste einfuhr.

In Barcelona sprang für Vettel nur der vierte Rang heraus. Für das inzwischen erfolgsverwöhnte Team des österreichischen Energydrink-Herstellers liegt der Grund für die schwankenden Ergebnisse auf der Hand: Reifenlieferant Pirelli trägt daran die Schuld. Sebastian Vettel gab unmittelbar nach dem Rennen zu Protokoll, dass er nur mit Halbgas fahren könne, da sich sonst die Reifen von den Strapazen nicht mehr erholen würden.

Die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. Der diesjährige Grand Prix in Spanien von der Renndauer war bis auf 7,2 Sekunden genauso schnell, wie das Rennen 2012. Damals musste Rennsieger Pastor Maldonado vom Start bis ins Ziel Gas geben, da ihm Fernando Alonso formatfüllend in den Rückspiegeln hing. Vergangenen Sonntag konnte Alonso nach zwei Dritteln der Distanz schon das Tempo reduzieren.

Die Qualifyingzeiten sprechen eine noch deutlichere Sprache. Die Polezeit lag sogar um 1,5 Sekunden unter der Zeit aus dem vergangenen Jahr. Die Pirelli entgegengebrachte Kritik ist somit nicht frei von Eigennutz. Kaum ist Red Bull einmal nicht siegfähig, wird ein Schuldiger gesucht und gefunden. Ein ähnliches Bild liefert der Mercedes-Rennstall ab. Der Grund für den Leistungsabfall zwischen Qualifying und Rennergebnis ist auch dort schnell ausgemacht: Pirellis diesjährige Reifengeneration.

Dabei vergessen die Kritiker, dass die Reifen für alle Teams gleich sind. Ferrari und Lotus müssen genauso wie die Red Bull- und Mercedes-Mannschaften die Autos auf die entsprechenden Bedingungen hin abstimmen. In Barcelona gelang dies Ferrari und Lotus deutlich besser. Die Kritik an Pirelli ist auch aus dem Grunde nicht gerechtfertigt, weil es auch in früheren Zeiten ähnlich viele Boxenstopps gab wie heutzutage.

Zu Zeiten von Alain Prost musste während der Rennen nicht nur in Bezug auf die Haltbarkeit der Reifen das Tempo gedrosselt werden. Seinerzeit war immer auch die Haltbarkeit der Fahrzeuge ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Prost reduzierte die Geschwindigkeit während eines Grand Prix mehrfach, alleine um die Wasser- und Motortemperaturen zu senken. Auf diese Aspekte braucht die heutige Fahrergeneration keine Rücksicht mehr zu nehmen. Zu haltbar ist die aktuelle Technik.

Sonntag, 21. April 2013

Red Bull wieder in der Spur

Mit seinem zweiten Saisonsieg im vierten Rennen zur diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft, könnte Sebastian Vettel den Wendepunkt eingeläutet haben. Der Weltmeister der vergangenen drei Jahre dominierte den Grand Prix von Bahrain quasi nach Belieben.

Lediglich Ferrari-Pilot Fernando Alonso hätte Vettel in Bahrain gefährlich werden können. Ein Defekt am DR-System verhinderte letztlich, dass Alonso über einen achten Rang hinaus kam. Nach dem Qualifying hatte es zunächst auch noch nach einem guten Ergebnis für Nico Rosberg und den Mercedes-Rennstall ausgesehen. Doch das Silberpfeil-Team konnte die Pole Position im Rennen nicht nutzen. Rosberg fiel chancenlos bis auf den neunten Rang zurück. Einmal mehr machte das Reifenmanagement im Rennen dem Team von Ross Brawn einen Strich durch die Rechnung. Rosberg konnte die erste Position nach dem Start drei Runden lang gegen Vettel verteidigen, ab dann ging es für den 27-Jährigen im Klassement jedoch nur noch nach hinten. Bei der Ursachenforschung stochert Mercedes weiterhin im Nebel. Lag es nun an den diesjährigen Reifen, dem Fahrzeugkonzept, oder den Aussentemperaturen? Die Quecksilbersäule sank zwischen dem Qualifying und dem Rennen um sieben Grad Celsius - ein Punkt, der besonders Nico Rosberg nicht half.

Genau das Gegenteil zeigten die Lotus-Piloten. Nach einer mäßigen Leistung im Qualifying ging es für beide im Rennen deutlich nach vorne. Kimi Räikkönen kam mit nur zwei Boxenstopps über die Runden und landete letztlich auf einem überraschenden zweiten Rang. Räikkönen war nur vom siebten Rang ins Rennen gestartet. Vier Plätze weiter hinter dem finnischen Ex-Weltmeister startete sein Teamkollege Romain Grosjean. Der unter französischer Flagge fahrende Schweizer kam auf Platz drei ins Ziel. Grosjean brauchte einen Boxenstopp mehr als Räikkönen, was dem reifenschonenderen Fahrstil Räikkönens geschuldet ist. Grundsätzlich macht es den Anschein, als wäre das Reifenrätsel für den Großteil des Starterfeldes allmählich gelöst.

Altbewährtes setzt sich bisher durch

Neben Mercedes leiden dieses Jahr auch die McLaren-Piloten unter den schwer einzuschätzenden Pirelli-Reifen. Sowohl Jenson Button als auch Sergio Perez galten in der Vergangenheit als Reifenflüsterer. Doch auch Button musste in Bahrain vier Mal zum Service an die Box. McLaren scheint sich mit dem neuen Fahrzeugkonzept verkalkuliert zu haben. Ein Jahr vor der großen Regelreform in der Formel 1, geht der Trend bei der Konstruktion der Autos eher hin zum Bewährten. Altbekanntes bringt Vorteile, da die Autos leichter zu verstehen sind. Die Teams, die ihr Fahrzeugkonzept lediglich weiterentwickelt haben, stehen deshalb bisher besser dar als diejenigen, die ihre Fahrzeuge über den Winter komplett neu konstruiert haben.

Die Saison startete so wie die vergangene. Drei verschiedene Sieger in den ersten drei Rennen. Zog sich dieser Trend im Jahr 2012 sogar bis zum achten Rennen hin, konnte sich Sebastian Vettel in Bahrain nun bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr in die Siegerliste eintragen. Die Leichtigkeit, mit der Vettel zum Sieg fuhr, lässt befürchten, dass das unangefochten schnellste Auto im Feld, auch in Zukunft auf der Siegerstraße sein wird. Vettels ernsthaftester Konkurrent um den diesjährigen WM-Titel liegt im WM-Zwischenklassement derzeit mit 30 Punkten Rückstand auf den Deutschen nur auf Position vier. Fernando Alonso, der vor Wochenfrist noch in China gewann, hat dieses Jahr ein durchaus siegfähiges Paket bei Ferrari zur Verfügung. Die Vergangenheit zeigt, dass sich Ferrari im weiteren Saisonverlauf weiter steigern kann. Um Vettel allerdings zu gefährden, dürfen Fehler wie er Alonso in Malaysia und nun an der Heckflügelverstellung seines Boliden aufgetreten sind, allerdings nicht mehr passieren. Im Kampf um den WM-Titel zählt auch dieses Jahr jeder Punkt.

Montag, 25. März 2013

Vettel holt in Sepang ersten Saisonsieg

Reifenhersteller Pirelli stand vor dem zweiten Saisonlauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft in Malaysia im Brennpunkt des Interesses. Eine gebrochene Stallorder bei Red Bull lässt die Diskussionen um die kurzlebigen Reifen aus Italien nun jedoch in den Hintergrund rücken.

Die Reifen von Pirelli waren in den vergangenen Monaten das Thema schlechthin in der Formel 1. Kaum jemand aus dem Fahrerlager konnte sich mit den äußerst kurzlebigen Slicks des italienischen Reifengiganten bislang anfreunden. Nach Kimi Räikkönens Überraschungssieg beim Auftakt in Melbourne war der Aufschrei der Favoriten dementsprechend groß. Gewann doch in Melbourne nicht das beste Fahrzeug, sondern das reifenschonendste. Aerodynamisch und mechanisch produzierter Abtrieb scheint bei der diesjährigen Reifengeneration nicht mehr die Patentlösung auf Erfolge zu sein.

Erhöhte Kurvengeschwindigkeiten infolge hohen Abtriebs der Formel 1-Boliden lassen die Reifen übermäßig einbrechen. In der Vergangenheit war dies genau anders herum. Bereits nach wenigen Runden müssen die weichen Reifenmischungen ausgetauscht werden. Mit dieser Politik folgt Pirelli jedoch einzig und allein den Vorgaben der mächtigen Funktionäre des Sports, die erkannt haben, dass möglichst kurzlebige Reifen der Show auf der Strecke zuträglich sind. Ein Blick in die Vergangenheit macht allerdings deutlich, dass nach etwa einem Drittel der Saison die große Mehrheit der Formel 1-Teams den Umgang mit den Reifen verstanden hat und die Autos dementsprechend auf die Gegebenheiten abzustimmen weiß.

Red Bull auch 2013 mit dem besten Auto im Feld

Nicht zuletzt ist die Formel 1 ein Wettbewerb großer Weltkonzerne, die sich auch in der freien Wirtschaft großen Herausforderungen stellen müssen – da macht die Formel 1 keine Ausnahme. Nichtsdestotrotz wird sich über den gesamten Saisonverlauf an der gewohnten Hackordnung nicht viel ändern. Red Bull hat auch im Jahr 2013 das beste Auto auf die Räder gestellt. Es folgen Ferrari und Mercedes. Beide Rennställe haben sich im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gesteigert. Hinter Mercedes liegt derzeit das Lotus-Team mit der Speerspitze Kimi Räikkönen an Bord.

Enttäuschend hat bisher das McLaren-Team abgeschnitten. Nach dem Wechsel von Lewis Hamilton zur Konkurrenz von Mercedes, ist der Traditionsrennstall aus dem englischen Woking nur noch auf dem hinteren Punkterängen wiederzufinden. Die Erfahrung zeigt aber, dass McLaren schon häufiger binnen Jahresfrist zurückschlagen konnte. Im Vergleich zum Saisonauftakt in Melbourne, ließ sich eine Woche später bereits ein deutlicher Aufwärtstrend erkennen, der sich im weiteren Saisonverlauf fortsetzen wird.

Die bisherigen beiden Rennen waren von leichten Regenschauern beeinflusst, die den Rennverlauf maßgeblich mitprägten. Besonders in den Qualifyings konnte Sebastian Vettel seine momentane Ausnahmestellung eindrucksvoll unter Beweis stellen. Sowohl in Australien als auch in Malaysia fuhr der 25-jährige Dreifachweltmeister überlegen auf den besten Startplatz. Diese Überlegenheit konnte Vettel bei beiden Veranstaltungen jedoch nicht mit in die Rennen rüberretten. In Melbourne wurde der Red Bull-Pilot gerade noch Dritter. Während in Malaysia sein Teamkollege, aufgrund einer besseren Strategie, lange Zeit die besten Karten auf den Sieg in Händen hielt.

Vettel missachtet Stallregie

Nach der letzten Runde der Boxenstopps schienen in Sepang die Positionen an der Spitze bezogen. Mark Webber lag mehr oder weniger komfortabel vor Sebastian Vettel an der Spitze des Feldes. Webber schaltete bereits in den Schongang um, als Vettel sich mit einem harten Manöver an ihm vorbeipresste. Und dass, obwohl von der Teamleitung per Funk die Order herausgegeben wurde, Positionen zu halten und den Doppelsieg sicher nach Hause zu bringen.

Auch wenn Sebastian Vettel nun für seine vermeintlich unsportliche und unfaire Aktion kritisiert wird, möchte ich eine Lanze für ihn brechen. Vettel ist ein Racer durch und durch. Er kämpft solange, bis die Zielflagge fällt. Vettel ist zudem bereit hohe Risiken im Kampf um jeden einzelnen WM-Punkt einzugehen – ein Aspekt, der ihn von vielen seiner Konkurrenten in der Startaufstellung unterscheidet. Genau das aber macht die absoluten Spitzenleute aus. Michael Schumacher und Ayrton Senna waren aus dem gleichen Holz geschnitzt. Die beiden Superstars aus vergangenen Tagen, sind unter anderem auch deswegen unvergessen.

Mark Webber sollte inzwischen wissen, was für ein Kaliber Sebastian Vettel auf der Rennstrecke ist. Wenn sich ihm die Chance auf den Sieg bietet, setzt er alles daran, sie zu nutzen. Genau darauf kommt es in der Formel 1 an. Am Jahresende könnten Vettel eben die sieben Punkte Differenz zwischen dem ersten und dem zweiten Platz aus Malaysia in der Endabrechnung fehlen. Hätte Vettel in den Saisons 2010 und 2012 sieben Punkte weniger am Jahresende auf dem Konto gehabt, hätte der Hepenheimer zwei WM-Titel weniger vorzuweisen. Auch wegen seines unbändigen Siegeswillens ist Sebastian Vettel bereits mit 25 Jahren dreifacher Weltmeister und auf dem besten Wege, Michael Schumachers Rekorde zu brechen. Wer in der Formel 1 Rennen gewinnen will, sollte mit allen Wassern gewaschen sein und auch hart für jeden einzelnen Sieg kämpfen! So auch Mark Webber.