Hockenheim 2005

Dienstag, 14. Mai 2013

Aus fünf mach eins

Alonso mit einer weiteren Galavorstellung beim Heimspiel

Fernando Alonso hat zum zweiten Mal sein Heimspiel in Barcelona gewonnen. Sieben Jahre lagen zwischen dem ersten Sieg des Spaniers auf heimischem Boden und dem ersten Ferrari-Erfolg auf dem Kurs vor den Toren Montmelos. Mit einer erneuten Vorstellung seines Ausnahmetalentes katapultierte sich Alonso innerhalb weniger Runden von Startplatz fünf auf den Platz an der Spitze

Der zweifache Ex-Weltmeister aus Oviedo kann in diesem Jahr auf den Rennspeed seines roten Boliden bauen. Auf eine Runde gesehen zählen die Ferrari zwar auch weiterhin nicht zur absoluten Spitze der Formel 1 – Punkte gibt es aber bekanntlich erst am Sonntag. Ferrari kann inzwischen auf ein größeres Abstimmungsfenster als der Großteil der Konkurrenz bauen. Eine ähnliche Konstanz wie sie Ferrari im Rennen an den Tag legt, erreicht nur Lotus.

Ferraris Nummer zwei, Felipe Massa, überzeugte ebenfalls mit einem tollen Rennen, was für die gute Fahrbarkeit der Renner aus Maranello spricht. Nach einer ungerechtfertigten Strafversetzung Massas auf den neunten Startplatz, fuhr der vielgescholtene Brasilianer hinter Alonso und Kimi Räikkönen auf den dritten Platz.

Die Tagesform entscheidet über Sieg und Niederlage

Wie sich doch die Bilder gleichen. 2012 gab es in der Formel 1 sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Grand Prix. Genau wie vor einem Jahr, lassen sich auch 2013 die Sieger kaum vorhersagen. Zu viele Parameter entscheiden über das Rennergebnis. Bis sich die gewohnte Hackordnung wieder eingestellt hat, hängt vieles von der Asphaltbeschaffenheit, der Streckentemperatur, der Fahrzeugabstimmung, den angelieferten Reifenmischungen und der Temperatur der schwarzen Gummis ab. Vor zwei Wochen kamen die Bedingungen dem Red Bull-Team und deren Speerspitze Sebastian Vettel entgegen, der einen ungefährdeten Sieg in der Wüste einfuhr.

In Barcelona sprang für Vettel nur der vierte Rang heraus. Für das inzwischen erfolgsverwöhnte Team des österreichischen Energydrink-Herstellers liegt der Grund für die schwankenden Ergebnisse auf der Hand: Reifenlieferant Pirelli trägt daran die Schuld. Sebastian Vettel gab unmittelbar nach dem Rennen zu Protokoll, dass er nur mit Halbgas fahren könne, da sich sonst die Reifen von den Strapazen nicht mehr erholen würden.

Die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. Der diesjährige Grand Prix in Spanien von der Renndauer war bis auf 7,2 Sekunden genauso schnell, wie das Rennen 2012. Damals musste Rennsieger Pastor Maldonado vom Start bis ins Ziel Gas geben, da ihm Fernando Alonso formatfüllend in den Rückspiegeln hing. Vergangenen Sonntag konnte Alonso nach zwei Dritteln der Distanz schon das Tempo reduzieren.

Die Qualifyingzeiten sprechen eine noch deutlichere Sprache. Die Polezeit lag sogar um 1,5 Sekunden unter der Zeit aus dem vergangenen Jahr. Die Pirelli entgegengebrachte Kritik ist somit nicht frei von Eigennutz. Kaum ist Red Bull einmal nicht siegfähig, wird ein Schuldiger gesucht und gefunden. Ein ähnliches Bild liefert der Mercedes-Rennstall ab. Der Grund für den Leistungsabfall zwischen Qualifying und Rennergebnis ist auch dort schnell ausgemacht: Pirellis diesjährige Reifengeneration.

Dabei vergessen die Kritiker, dass die Reifen für alle Teams gleich sind. Ferrari und Lotus müssen genauso wie die Red Bull- und Mercedes-Mannschaften die Autos auf die entsprechenden Bedingungen hin abstimmen. In Barcelona gelang dies Ferrari und Lotus deutlich besser. Die Kritik an Pirelli ist auch aus dem Grunde nicht gerechtfertigt, weil es auch in früheren Zeiten ähnlich viele Boxenstopps gab wie heutzutage.

Zu Zeiten von Alain Prost musste während der Rennen nicht nur in Bezug auf die Haltbarkeit der Reifen das Tempo gedrosselt werden. Seinerzeit war immer auch die Haltbarkeit der Fahrzeuge ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Prost reduzierte die Geschwindigkeit während eines Grand Prix mehrfach, alleine um die Wasser- und Motortemperaturen zu senken. Auf diese Aspekte braucht die heutige Fahrergeneration keine Rücksicht mehr zu nehmen. Zu haltbar ist die aktuelle Technik.

1 Kommentar:

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