Hockenheim 2005

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Vettel auf Schumachers Spuren

Sebastian Vettel hat im japanischen Suzuka den neunten Saisonsieg in der diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft eingefahren. Vollkommen ungewohnt fuhr Vettel diesmal nicht dem Feld nach dem Start auf und davon. Von Startplatz zwei ins Rennen gegangen, büßte der Deutsche auf dem Weg in die erste Kurve sogar einen Platz ein. Taktisch clever konnte sich der baldige Vierfach-Weltmeister im weiteren Rennverlauf an seinen beiden Kontrahenten um den Sieg, Mark Webber und Romain Grosjean, vorbeikämpfen.

Lotus ließ sich dabei von Red Bull in die Falle locken. Die Strategen im Lotus-Team reagierten auf den frühen Boxenstopp des bis dahin führenden Red Bull-Piloten Mark Webber und beorderten Romain Grosjean nur wenige Runden nach dem Australier an die Box. Vettel, der zu diesem Zeitpunkt hinter Grosjean auf Position drei lag, profitierte von der Strategieänderung bei Webber und übernahm nach der zweiten Runde der Boxenstopps die Führung. Webber wurde während des Rennens von zwei auf drei Reifenwechsel umgepolt, während Vettel auf der ursprünglich vereinbarten Zwei-Stopp-Taktik blieb. Mit einem ähnlichen Spiel lockte das Red Bull-Team vor drei Jahren in Abu Dhabi bereits Ferrari und Fernando Alonso in die Falle. Vettel wurde daraufhin 2010 zum ersten Mal Weltmeister.

Seit Kimi Räikkönen seinen Wechsel von Lotus zu Ferrari bekanntgegeben hat, blüht sein Teamkollege Romain Grosjean richtig auf. Die eigentlich Nummer zwei im Lotus-Team ist inzwischen auf einem Niveau mit Räikkönen angekommen. Im Qualifying liegt er sogar regelmäßig vor dem Ex-Weltmeister aus Finnland. Grosjean beeindruckte bereits im vergangenen Jahr mit einigen überraschenden Leistungen. Das Können des Franzosen aus dem schweizerischen Genf wurde jedoch von seinen zahlreichen Unfällen überschattet. Nach einem mehr als holprigen Einstand in der Formel 1 im Jahr 2009 im Renault war eine solche Entwicklung nicht abzusehen. Die Entscheidung Romain Grosjean zwei weitere Jahre auf der Ersatzbank schmoren zu lassen war goldrichtig.

Sauber im Aufwind

Grosjeans weitere Entwicklung war bereits im vergangenen Jahr zu erkennen. Die von Sauber in der laufenden Saison hingegen weniger. Nach einer verkorksten ersten Jahreshälfte mausert sich der schweizer Rennstall inzwischen zum Favoritenschreck. McLaren hat man bereits hinter sich gelassen und Ferrari muss hart kämpfen, um zumindest Fernando Alonso am Sauber von Nico Hülkenberg vorbei zu bringen. Die Rückkehr auf die letztjährige Auspuffvariante macht es möglich. Nachdem man im vergangenen Jahr bereits auf die seit Ungarn wieder hervor gekramte Variante vertraute, und gute Leistungen einfuhr, kehrte man bei Sauber der Lösung mit dem in eine Art Rampe im Seitenkasten eingelassenen Auspuff den Rücken zu.

Seit Sauber wieder die altbekannte Variante verwendet, geht es auch mit dem zweiten Mann hinter dem Steuer steil bergauf. Der Mexikaner Esteban Gutierrez galt bei Sauber bereits als Auslaufmodell. Ob sich das Team nun von dem Neuling trennen wird, ist nach dessen letzten Rennen jedoch fraglich. Im Qualifying liegt Gutierrez fast gleichauf mit seinem zurecht hochgelobten Teamkollegen Hülkenberg. In Suzuka konnte der 22 Jährige seinen Aufschwung auch erstmals über die gesamte Renndistanz unter Beweis stellen. Belohnt wurde er dafür mit den ersten WM-Punkten seiner Karriere und Position sieben, direkt hinter Hülkenberg.