Hockenheim 2005

Montag, 30. Juli 2012

Alonso geht als WM-Spitzenreiter in die Sommerpause

Die Formel 1 macht Sommerpause. Fünf Wochen lang stehen die Boliden still. Besonders entspannt kann Fernando Alonso seinen Urlaub angehen. Der spanische Ferrari-Pilot führt nach elf von insgesamt zwanzig Läufen die Weltmeisterschaftswertung mit 40 Punkten Vorsprung vor Mark Webber an.

Alonso befindet sich derzeit in bestechender Form. Der 31-Jährige fährt die wahrscheinlich beste Saison seiner Karriere. Was Alonso aus seinem nicht wirklich siegfähigen Fahrzeug herausholt ist schier unglaublich. Fehlerlos punktet der zweifache Ex-Weltmeister bei jedem Rennen und profitiert davon, dass seine direkten Konkurrenten nur unbeständig unterwegs sind.

Ein Beispiel dafür liefert der vergangene Ungarn Grand Prix. Obwohl Alonso in Ungarn nur Fünfter wurde, konnte er seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter ausbauen. Sein erster Verfolger, Mark Webber, kam zwei Plätze hinter dem 30-fachen Grand Prix-Sieger ins Ziel. Die Konkurrenten des Spaniers nehmen sich gegenseitig Punkte weg - Alonso profitiert.

Fernando Alonso ist der einzige Pilot, der in der laufenden Saison bislang drei Rennen gewinnen konnte. Der direkte Vergleich mit seinem Teamkollegen sieht für Felipe Massa niederschmetternd aus. Alonso konnte bisher fast sechsmal so viele Punkte einfahren wie der Brasilianer. Und dass, obwohl sich Massa nach schlechtem Saisonbeginn ganz allmählich wieder zu fangen scheint. Das Trainingsduell zwischen den beiden Ferrari-Piloten spricht bei einem Stand von 11:0 eine deutliche Sprache zugunsten Alonsos.

Unbestänidge Verfolger

Obwohl Mark Webber auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung rangiert, scheinen Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen für Alonso die größere Gefahr im Kampf um den Weltmeistertitel darzustellen. Bis auf Räikkönen unterliegen aber auch sie zu großen Schwankungen. Kimi Räikkönen arbeitet sich derweil mit guten Ergebnissen immer weiter vor.

Wenn nur nicht die verhältnismäßig schlechten Startpositionen wären, hätte auch der Finne schon den ein oder anderen Sieg eingefahren. Leider wachen Räikkönen und sein Lotus immer erst in der zweiten Rennhälfte auf. In Ungarn führte ihn die Aufholjagd am Ende bis auf den zweiten Platz nach vorne. Bei einem besseren Startplatz als Position sechs, wäre in Ungarn für den Lotus-Piloten mehr drin gewesen als Platz zwei.

Neben Alonso sticht in meinen Augen fahrerisch bisher Räikkönens Teamkollege Romain Grosjean besonders heraus. Auch wenn der junge Franzose oftmals in den ersten Runden eines Grand Prix zu ungestüm zu Werke geht, indem er in Kollisionen verwickelt ist, ist sein Rennspeed offensichtlich. Nach seinem durchaus kritikwürdigen Formel 1-Einstand Ende 2009 hat Grosjean eine beeindruckende Entwicklung durchlebt. Sein Abstieg in die GP2-Kategorie, den er 2011 mit dem Gewinn der Meisterschaft krönte, scheint dem Selbstbewusstsein des zweiten Rückkehrers in Reihen des Lotus-Rennstalls gut getan zu haben.

Etwas durchwachsen sieht hingegen die Bilanz von Michael Schumacher und dem Mercedes-Rennstall aus. Nach einem durchaus vielversprechenden Saisonstart und dem Sieg von Nico Rosberg in China, scheint die Truppe um Teamchef Ross Brawn etwas ins Hintertreffen geraten zu sein. Besonders unter trockenen Bedingungen dümpelt die silberne Mannschaft nur noch im Mittelfeld herum. Von weiteren Glanzlichtern ist man zur Zeit meilenweit entfernt. Auch Schumacher macht in seiner zweiten Karriere immer noch zu viele Fehler. In Ungarn parkte er auf dem falschen Startplatz und provozierte somit einen Startabbruch. Schumacher startete letztlich aus der Boxengasse. Er beendete den Grand Prix kurz vor dem Rennende aus taktischen Gründen aus.

McLaren scheint im Gegensatz zu Mercedes die Trendwende eingeleitet zu haben. Nach einer sehr durchwachsenen ersten Saisonhälfte, konnte sich der Traditionsrennstall aus Woking zuletzt wieder etwas freischwimmen. Der Sieg von Lewis Hamilton in Ungarn unterstreicht den Aufwärtstrend. Gestärkt geht die Truppe in die Sommerpause. Die letzten Updates an den Boliden scheinen zu funktionieren.

Montag, 9. Juli 2012

Mark Webber siegt in Silverstone

Red Bull-Pilot Mark Webber ist der zweite Fahrer, der in der laufenden Saison zwei Rennen gewinnen konnte. Nachdem zuletzt Fernando Alonso in Valencia den Bann gebrochen hatte, konnte sich nun Webber zum zweiten Mal in der laufenden Saison in die Siegerliste eintragen. Mit seinem zweiten Sieg in Silverstone verkürzte der Australier den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso auf 13 Punkte.

Alonso startete von der Pole Position in den neunten Lauf der Saison und führte das Rennen über weite Strecken unangefochten vor Webber an. Nach dem letzten Boxenstopp konnte Webber schließlich auf Alonso aufschließen und den zweifachen Ex-Weltmeister vier Runden vor Schluss überholen. Alonso war neben Lewis Hamilton und Nico Hülkenberg der einzige Pilot, der auf harter Slickbereifung ins Rennen gegangen war - Rückwirkend ein Fehler.

Nach komplett verregneten Trainingssitzungen fehlten den Teams Erfahrungswerte mit den Trockenreifen von Pirelli. Nachdem sich Alonso anfänglich leicht vom Feld hat absetzen können und alles nach einem erneuten Sieg des Spaniers aussah, machte Ferrari den entscheidenden strategischen Fehler. Man reagierte auf den vorgezogenen Boxenstopp von Mark Webber und holte Alonso ebenfalls zum Service rein. Als Alonso auch im zweiten Turn mit der härteren Reifenmischung bestückt wurde, witterte die Konkurrenz von Red Bull im letzten Rennabschnitt ihre Chance auf den Sieg.

Nach dem zweiten Boxenstopp reagierte Ferrari erneut auf die Strategie bei Red Bull und holte Alonso wenige Runden nach Webber zum Reifenwechsel an die Box. Red Bull spekulierte darauf, dass der Ferrari die weiche Mischung zu sehr strapazieren könnte und sich auf diese Weise kurz vor Schluss eine Chance bieten würde, an Alonso vorbeizuziehen. Fünf Runden vor Schluss hatte Webber schließlich den Anschluss hergestellt. Nur eine Runde später zog er vorbei.

Die Regenschlacht blieb aus

Der Grand Prix in Silverstone schien einmal mehr zu einer Regenlotterie zu werden. Nachdem die Trainingssitzungen bereits komplett verregnet waren, stellten sich die Protagonisten auch auf einen nassen Sonntag ein. Die Wettervorhersage schien dies zu bestätigen. Doch wider Erwarten blieb es am Sonntag trocken. Einige Teams schienen bei der Abstimmung ihrer Boliden zu sehr auf die Karte ‚Regen’ gesetzt zu haben. Mercedes schien dazu zu gehören. Michael Schumacher ging von Position drei aus ins Rennen. Im Ziel lag er auf Platz sieben. Teamkollege Rosberg erwischte es noch schlechter. Als Zwölfter gestartet, reichte es nach einem verpatzten Boxenstopp nur zu Platz fünfzehn.

In der WM scheint sich allmählich ein Dreikampf zwischen Fernando Alonso und den beiden Red Bull-Piloten abzuzeichnen. Das technisch bessere Paket hat trotz Alonsos Führung im Gesamtklassement allerdings die Truppe aus England. Wenn McLaren seine derzeitige schlechte Form überwinden kann, muss auch der derzeit viertplatzierte Lewis Hamilton zum Favoritenkreis gerechnet werden. Nach seinem Patzer in Valencia fuhr der Ex-Weltmeister auch in Silverstone nicht um den Sieg mit. Auf Platz acht gestartet kam er auf ebendiesem Rang ins Ziel. McLaren scheint sich bei der Weiterentwicklung ihres Boliden verrannt zu haben und noch keinen Ausweg finden zu können. Wenn es allerdings einem Formel 1-Team gelingt, sich aus einer schwierigen Situation zu befreien, dann McLaren. Diese Eigenschaft hat die Truppe aus Woking in den vergangenen Jahrzehnten schon oft genug unter Beweis gestellt.