Hockenheim 2005

Montag, 19. November 2007

Timo Glock von Toyota bestätigt

Der amtierende GP2-Champion Timo Glock wird von Toyota für seine tollen Leistungen in der Vergangenheit als Stammfahrer für die kommende Saison bestätigt und mit einem mehrjährigen Vertrag ausgestattet.

Fahrerisch steht der 25jährige Hesse mit dem Deutschen Nick Heidfeld auf einer Stufe und hat demnach seinen Paltz in der Formel 1 redlich verdient. Was den Vergleich mit den anderen Formel 1-Fahrern anbelangt muss sich Glock vor niemandem verstecken. Er ist mit einem soliden Speed und einer ausserordentlichen Rennintelligenz ausgestattet, die für sein Alter wahrlich aussergewöhnlich ist. Diese Fähigkeiten hat er, sowohl während seiner vier bereits gefahrenen Formel 1-Grand Prix bei Jordan 2004, in der amerikanischen Champ Car-Serie 2005, als auch während seiner beiden Saisons in der GP2 in den vergangenen beiden Jahren sehr häufig unter Beweis gestellt. Timo Glock kann zwar nicht ganz den Speed eines Alonso, Räikkönen oder Hamilton mitgehen, ist mit gutem Material allerdings im Stande für Achtungserfolge und Podiumsplatzierungen zu sorgen.

Toyota eventuell eine Sackgasse

Abzuwarten bleibt diesbezüglich jedoch, ob Toyota in der Lage sein wird, ein schnelles und zuverlässiges Auto zu bauen, das Timo Glock und seinem Teamkollegen Jarno Trulli die Möglichkeit gibt vorne mitzufahren. Vom Budget des Köln-Marsdorfer Rennstalls her ist dies allemal möglich, allerdings sind dort die Management-Strukturen so festgefahren und unflexibel, dass Erfolge in der näheren Zukunft eher unwahrscheinlich sind. Die Grösse und Firmenphilosophie des Herstellers stehen Erfolgen definitiv im Weg. So dauert es überdurchschnittlich lange, bis überhaupt eine Entscheidung getroffen werden kann, da in einen solchen Prozess immer auch das Firmenhauptquartier in Japan miteinbezogen werden muss.

Das Manko des Teams ist definitiv nicht auf der Motorenseite zu suchen, wo Toyota immer schon gut aufgestellt war und wie man auch an den Ergebnissen des Kundenteams Williams hat sehen können. Probleme bereiten Toyota neben dem Management-Sektor ausserdem die Aerodynamik und die Mechanik der Autos. Fahrerisch waren die Kölner auch in der Vergangenheit schon gut aufgestellt, allerdings war das Team nicht gewillt sich helfen zu lassen, weil man in Köln einfach zu sehr auf die Firmenphilosophie besteht.

Falls Toyota in der Formel 1 ernsthaft Erfolg anstrebt, sollten die Kölner-Japaner sich die Zeit nehmen und die Strukturen des Formel 1-Rennstalls neu sortieren und neu aufbauen; dazu wäre womöglich eine komplette Saison nötig, die man zwar, aus vertraglichen Aspekten, nicht wird pausieren können-eine mögliche Lösung könnte jedoch eine Saison werden, die lediglich vom B-Team bestritten wird, während das A-Team hinter den Kulissen den Supertanker Toyota auf Vordermann bringt.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Kimi Räikkönen neuer Formel 1-Weltmeister

Mit einem an Spannung kaum zu überbietenden Saisonfinale in Brasilien und dem überraschenden Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft durch Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen, endete die 58ste Formel 1-Saison.

Der als WM-Führende und klarer Favorit ins Rennen gegangene 22-jährige Rookie Lewis Hamilton kam nach einem selbstdurchgeführten Elektronik-Reset seines McLaren-Mercedes lediglich auf dem siebten Rang ins Ziel und verfehlte somit, um zwei Plätze, den historischen Weltmeisterschaftsgewinn. Hamilton wäre der erste Neuling der Geschichte und der jüngste Pilot überhaupt gewesen, dem dies hätte gelingen können.

Der bereits abzusehenden Überlegenheit der beiden Ferrari in diesem Rennen konnte auch der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso nichts entgegensetzen, dem seinerseits ein zweiter Platz hinter Sieger Kimi Räikkönen zum erneuten Titelgewinn genügt hätte. Alonso verfehlte diese Position als Dritter denkbar knapp.

Räikkönen verdienter Weltmeister

Der 28-jährige Ferrari-Pilot Räikkönen verdient diesen Titelgewinn nicht nur, weil er in der abgelaufenen Saison mit sechs Siegen zwei Rennen mehr gewann, als seine direkten WM-Kontrahenten, sondern auch, weil er bereits vor zwei Jahren hätte Weltmeister werden müssen.
Damals machte ihm die Technik seines McLaren-Mercedes jedoch, oftmals in Führung liegend, einen Strich durch die Rechnung, so dass letztendlich der Spanier Fernando Alonso seinen ersten Titel hat einfahren können. In der Saison 2005 war die Kombination Räikkönen und McLaren die definitiv beste Konstellation. Der diesjährige Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft durch Räikkönen, der unter anderem auch durch Fehlentscheidungen seines ehemaligen McLaren-Rennstalls zu Stande gekommen ist, kann somit als ausgleichende Gerechtigkeit gesehen werden.

Hamilton der konstanteste Fahrer der abgelaufenen Saison


Über die gesamte Saison gesehen war nichts desto trotz Debütant Lewis Hamilton der konstanteste Fahrer der beiden Spitzenteams Ferrari und McLaren-Mercedes. Ohne den kurzzeitig auftretenden Elektronikdefekt zu Beginn des Saisonfinals in Sao Paulo wäre Hamilton wohl auch ohne grössere Probleme Weltmeister geworden. Hamilton war auch fahrerisch der wohl stärkste Fahrer des Jahres, da ihm kaum gravierende Fehler unterliefen, die bei einem Rookie normalerweise an der Tagesordnung sind.

Der neue Weltmeister hat auch diesbezüglich eine nicht ganz so reine Weste vorzuweisen. In Monaco touchierte er beispielsweis im Qualifying die Leitplanke und musste lediglich von Startplatz 16 aus ins Rennen gehen. Letztlich landete er dort auf einem ernüchternden achten Rang. Als Räikkönens Abstand zur Saisonmitte bereits 26 Zähler auf Spitzenreiter Lewis Hamilton betrug, schien der WM-Gewinn nicht mehr möglich zu sein. Eine sehr gute zweite Saisonhälfte des Finnen, mit fünf Laufsiegen und teaminterne Querelen beim Konkurrenten McLaren-Mercedes brachten den 28-jährigen Finnen in der Fahrerwertung allerdings wieder näher an das McLaren-Duo heran.

Zwei technisch bedingten Ausfällen des Weltmeisters steht ein Ausfall Hamiltons gegenüber, der im vorletzten Lauf der Saison, auf komplett abgefahren Reifen, Eingang Boxengasse in einem chinesischen Kiesbett strandete. Dieser Ausfall erst machte den Kampf um die Fahrerweltmeisterschaft in Brasilien, zumindest theoretisch, erst möglich. Erst zum dritten Mal in der Geschichte der Formel 1-Weltmeisterschaft griffen dort drei Fahrer nach der Krone, die letztlich der Aussenseiter erringen sollte.

Montag, 17. September 2007

Alonso verkürzt den Rückstand weiter

Zweiter Doppelsieg in der Formel 1 binnen einer Woche

Nach einem überlegenen Doppelsieg durch McLaren-Mercedes in Monza in der vergangenen Woche, fuhr nun der italienische Ferrari-Rennstall unbedrängt die ersten beiden Plätze beim Grossen Preis von Belgien in Spa Francorchamps heraus.

Die leistungsmässigen Schwankungen der beiden Teams liegen weniger am Fortschritt des jeweils Anderen, als vielmehr an mechanischen Abstimmungen der Rennwagen.
Seit Saisonbeginn wird hierbei deutlich, dass der Ferrari eine harte Fahrzeugabstimmung bevorzugt, die ihm allerdings Nachteile beim Curb-Überfahren einbringt. Somit erklärt sich unter anderem auch der Vorteil von McLaren in Monza, wo das Überfahren der hohen Curbs elementar ist, um eine schnelle Rundenzeit zu erzielen. Da der McLaren-Mercedes auch weicher abgestimmt gut funktioniert, erlaubt dies den beiden Piloten ein früheres Beschleunigen nach dem Überqueren der Randsteine, da das Auto dort deutlich weniger springt und nachwippt und dadurch eher wieder in der Spur ist, um zu bescheunigen.

Ein anderer gewichtiger Vorteil der McLaren gegenüber dem Konkurenten aus Maranello ist dessen geringfügig effizientere Aerodynamik, die höhere Geschwindigkeiten bei gleichem Abtriebsniveau ermöglicht, wie in Monza geschehen. Zwar bewegt sich diese bessere Effizienz nur im verschindend geringen Bereich, allerdings reicht dies auf einer Hochgeschwindigkeitsstrecke wie Monza aus, um den entscheidenden Unterschied auszumachen.

Im belgischen Spa sind solche Aspekte weniger von Bedeutung, was die plötzliche Überlegenheit der Roten mit erklärt. Der Ferrari benötigt schnelle langgezogene Kurven, um seine Reifen in den Temperaturbereich zu bekommen, in dem diese optimal zu arbeiten beginnen, was Ferrari auf Strecken mit solchen Kurven überlegen macht.

Beide Grand Prix hatten spannungsmässig wieder einmal recht wenig zu bieten. Einzige Ausnahmen waren hierbei das Überholmanöver von WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton an Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen in Monza, wo sich der junge Brite mit einem Überraschungsmanöver am Finnen vorbei bremsen konnte.

Vom Grand Prix in Spa wird hauptsächlich das harte Verteidigen seiner Position durch Fernando Alonso gegenüber Teamkollege Hamilton direkt nach dem Start in Erinnerung bleiben. Da sich die beiden Teamkollegen allerdings im dirkten Kampf um die Weltmeisterschaft befinden, geht die Härte Alonsos jedoch durchaus in Ordnung.

Kurios war der Ausfallgrund des Italieners Giancarlo Fisichella in Belgien, der seinen Renault bereits nach der ersten Runde wieder abstellen musste. Fisichella war aus der Boxengasse gestartet und vergass, dass seine Bremsen nicht die optimale Temperatur aufweisen und somit nur eine geringe Bremswirkung an den Tag legen. Fisichella fuhr somit beim ersten Bremsmanöver geradeaus in die Leitplanke und zerstörte dadurch die Vorderradaufhängung seines Renaults. Ein Fehler, der einem so erfahrenen Piloten wie dem Römer, der in seinem 191 Grand Prix war, definitiv nicht unterlaufen darf.


Ferrari gewinnt Kampf hinter den Kulissen

Gesprächsthema Nummer eins war während des Rennwochenendes in Spa das Urteil in der Spionageaffäre zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes.

Für einen angeblichen Vorteil, den der Besitz von Dokumenten über den 2007er Ferrari, sowie Ferraris Pratiken ihre Reifen auf optimale Betriebstemperatur zu bringen, wurden McLaren-Mercedes sämtliche Punkte in der laufenden Konstrukteurswertung gestrichen und ihnen noch dazu 100 Mio.$ Strafe aufgebrummt.

In meinen Augen ist eine solche Strafe nicht gerechtfertigt, da Spionage in der Formel 1 Gang und Gäbe ist. Mitarbeiter wechseln die Teams und nehmen geistiges Eigentum mit zu ihrem neuen Arbeitgeber.
Fotos von neuen Entwicklungen machen die Runde, ebenso wie Dokumente über bestimmte Fahrzeugentwicklungen.
Demnach müssten sämtliche Teams bestraft werden, da sie sich alle der Spionage bedienen.

Wenn alleine schon der Besitz von Unterlagen über ein Konkurrenz-Auto zu einer solchen Strafe führt, dann muss auch der Spyker-Rennstall bestraft werden, da dieser bereits zu Saisonbeginn öffentlich machte, anhand von geheimen Daten beweisen zu können, dass sich Toro Rosso und Super Aguri fremdes Gedankengut bei der Konzeption ihrer eigenen Fahrzeuge zu Nutze machten. In diesem Zusammenhang sollten die beiden Rennställe von ihren jeweiligen Schwesterteams Red Bull bzw. Honda profitiert haben und Teile von diesen übernommen haben.


Ferrari zu einflussreich

Mir drängt sich bei der Urteilssprechung durch die FIA in Paris vielmehr der Verdacht auf, dass Ferrari geschickt hinter den Kulissen die Strippen gezogen hat, um dem ungeliebten Konkurrenten McLaren zu schaden und daraus den grösstmöglichen Nutzen zu ziehen. Falls McLaren-Mercedes auf eine Berufung verzichtet, steht Ferrari bereits als Konstrukteursweltmeister fest.

In einem Punkt hat sich letztlich allerdings ein in der Formel 1 ähnlich mächtiger Mann, wie es Ferrari ist, durchsetzen können und den McLaren-Fahrern ihre bisher erfahrenen Punkte zugestanden, nämlich Promoter Bernie Ecclestone.
Dadurch kommt es wenigstens zu einem fairen Kampf um die Fahrerweltmeisterschaft zwischen den McLaren Fahrern und hohen Einschaltquoten während der letzten drei Saisonläufe.

Sonntag, 26. August 2007

Ferrari-Doppelsieg in Istanbul

Ferrari-Pilot Felipe Massa konnte seinen letztjährigen Premierenerfolg in der Formel 1, in der Türkei wiederholen und verwies dabei seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen sowie Doppelweltmeister Fernando Alonso auf McLaren-Mercedes auf die weiteren Podiums-Plätze.

Der 26-jährige Spanier Alonso profitierte dabei von einem Reifenschaden seines Teamkollegen und WM-Spitzenreiters Lewis Hamilton, der diesen um zwei Plätze auf Position fünf zurückwarf. Dadurch konnte Alonso den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf fünf Zähler bei noch fünf ausstehenden Rennen verringern.


Rennen geprägt von Strategie

Einmal mehr war auch dieser 12. Saisonlauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft von Strategie geprägt und hatte demnach wenige packende Positionskämpfe auf der Strecke zu bieten.

Aufgrund der besseren Traktion, konnten sowohl Kimi Räikkönen, als auch die beiden BMW-Piloten Robert Kubica und Nick Heidfeld, die vor ihnen gestarteten Lewis Hamilton bzw. Fernando Alonso überholen und Plätze gutmachen. Die bessere Strategie brachte den McLaren-Mercedes von Alonso letztlich jedoch wieder an Heidfeld und Kubica vorbei auf Position vier hinter den beiden Ferrari und, bis zu dessen Reifenschaden, seinem Teamkollegen Hamilton.
Auffallend war dabei allerdings, dass Alonso nicht in der Lage war, das Tempo der vor ihm liegenden drei mitzugehen, so dass er, etwas Zeit auf die vor ihm liegenden verlor und somit der Langsamste dieses Quartetts war.


Qualifying-Leistungen im Brennpunkt

Ein weiterer interessanter Aspekt dieses Grand Prix-Wochenendes waren die teaminternen Abstände nach dem Qualifying.

Da die ersten zehn der Startaufstellung den dritten Teil der Qualifikation mit der Menge Benzin fahren müssen, mit der sie letztlich auch ins Rennen gehen, können immer erst nach der ersten Runde der Boxenstopps Rückschlüsse auf die jeweiligen Trainingsleistungen gezogen werden.

Demnach waren die von Massa und Hamilton gefahrenen Trainingszeiten deutlich besser, als die ihrer Teamkollegen, die jeweils vor ihnen die Box zum ersten Reifenwechsel anfuhren. Noch besser steht rückwirkend die Trainingsleistung von Nick Heidfeld dar, der vier Runden länger bis zu seinem ersten Boxenstopp hat fahren können, als sein Teamgefährte Robert Kubica, der lediglich drei Zehntel im Training schneller war, als der 30-jährige Deutsche. Dieser Abstand hätte, bei gleichwertigem Material, den Unterschied für eine Runde im Rennen ausmachen dürfen, nicht aber für vier.

Vettel muss sich Gedanken machen

Der 20-jährige Heppenheimer Sebastian Vettel muss sich langsam Gedanken über seine Leistung im Toro Rosso-Rennstall machen. Auch bei seinem zweiten Rennen für das Team aus dem italienische Faenza, stand er deutlich im Schatten seines zum Saisonende hin bereits ausgemusterten Teamkollegen, Vitantonio Liuzzi. Dieser schenkte ihm ganze sieben Zehntel Sekunden unter gleichen Bedingungen ein, was einem "Mann der Zukunft", für den Vettel von vielen Seiten gehalten wird, nicht passieren darf. Auch unter den Umständen, dass Vettel erst sein zweites Rennen für das Nachfolge-Team Minardi's bestritt und keinerlei Testfahrten mit dem Team hat fahren können, ist dies für einen wirklich guten Mann nicht zu erklären. Bleibt zu hoffen, dass er das Blatt schnell wird wenden können.

Seit Vettels Ankunft im Team scheint Liuzzi hingegen regelrecht erwacht zu sein.
Das er grosses Talent besitzt, hat Liuzzi bereits in den unteren Kategorien bewiesen, in der Formel 1 fiel er jedoch in eine Art Dornröschenschlaf, der nun, wo es für den Italiener um einen neuen Vertrag in der Formel 1 geht, zu Ende zu sein scheint.

Montag, 6. August 2007

Hamilton siegt in Ungarn

Der 22 jährige WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hat nach einem Start-Ziel-Sieg in Ungarn, die Tabellenführung in der Formel 1 auf sieben Punkte gegenüber Teamkollege Fernando Alonso ausbauen können.

Hamilton verwies, in einem von Strategie geprägten Lauf, Kimi Räikkönen auf Ferrari und Nick Heidfeld auf BMW-Sauber auf die weiteren Podestplätze, während der zweifache Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso lediglich fünf WM-Punkte für Platz 4 einfahren konnte.

Der diesjährige Ungarn-Grand Prix war, ohne Regenschauer, auch in diesem Jahr wenig spektakulär, was durch die Streckenführung bedingt ist, die kaum Überholmanöver zulässt. Somit konnten weder Kimi Räikkönen, noch Fernando Alonso ihre Konkurrenten Hamilton, bzw. Nick Heidfeld überholen, obwohl sie schneller zu fahren im Stande gewesen wären. Bei etwa gleich schnellen Fahrzeugen ist es allerdings in der heutigen Formel 1, ohne Fehler des Vordermanns, bei Trockenheit beinahe unmöglich zu überholen. So wurde der 11-Saisonlauf einmal mehr zu einer Prozessionsfahrt der Beteiligten.

Unsportlichkeiten bestimmten das Wochenende

Überschattet wurde das Rennwochenende allerdings von den Machenschaften Ferraris hinter den Kulissen und einem unsportlichen Manöver Fernando Alonsos, der im entscheidenden Qualifying-Abschnitt exakt 10 Sekunden länger an der Box stehen blieb, als ihm angezeigt wurde, um dadurch dem hinter ihm wartenden WM-Konkurrenten und Teamkollegen Lewis Hamilton dessen letzten Anlauf auf die Pole Position zu verbauen. Als Konsequenz dafür wurde der 26-jährige Spanier in der Startaufstellung um fünf Plätze weiter nach hinten, auf Platz 6 gestuft, was ihm letztlich auch seine Siegchancen raubte. Die Strafe für Alonso geht allerdings absolut in Ordnung. Für ein ähnliches, wenn auch viel offensichtlicheres Manöver, wurde letztes Jahr Michael Schumacher in Monaco sogar ans Ende der Startaufstellung verbannt. Solche Manöver sind zwar unsportlich aber im knallharten Business der Formel 1 absolut nachvollziehbar. Erst recht im Kampf um den WM-Titel wird dort mit allen Bandagen gekämpft, was bei den Egoisten, die das Fahrerfeld bestimmen, gang und gäbe ist. Nur wer mit allen Wassern gewaschen ist, und gelegentlich auch zu unfairen Mitteln greift, wird in der Formel 1 Erfolg haben.

Die Tatsache jedoch, dass auch sein Team McLaren-Mercedes bestraft wurde und keine Punkte für die Konstrukteurswertung in Ungarn zugesprochen bekam, ist für mich nicht nachvollziehbar, da es sich bei dieser Aktion eindeutig um die eines Fahrers und nicht des Teams McLaren handelte.

Ferrari intrigiert mit allen Mitteln

Was Ferraris Machenschaften gegenüber McLaren anbelangt, muss auch in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass sich beide Teams im Kampf um die WM befinden und Ferrari alles daran setzt, seinem Konkurrenten aus England zu schaden.

Ferrari setzt hierbei seine mächtige Position hinter den Kulissen geschickt ein, um McLaren aus dem Konzept zu bringen, und sich dadurch einen Vorteil im Kampf um die Weltmeisterschaft zu verschaffen.
Das sogenannte "Stepney-Gate" ist in meinen Augen nur ein willkommener Aufhänger, da selbst Ferrari klar sein sollte, dass ein Konkurrent, dessen Auto schon existiert, nicht wirklich viel mit technischen Zeichnungen und Arbeitsabläufen des Rennstalls aus Maranello anfangen kann. Schliesslich unterscheiden sich die Konzepte der beiden Autos so fundamental, dass es nichts bringt, etwa einen Spoiler des Anderen einfach an sein Auto zu schrauben, da dadurch die Balance des Fahrzeugs aus dem Gleichgewicht geraten würde.

Anstatt mit allen möglichen, unfairen Mitteln in den Kampf um die höchste Krone im Motorsport einzugreifen, sollte man sich bei Ferrari auf das Wesentliche konzentrieren und das ist und bleibt der Sport auf der Strecke.

Montag, 23. Juli 2007

Alonso verwandelt "Big-Point"

Der zweifache Formel 1 Weltmeister Fernando Alonso hat den von Wetterkapriolen geprägten 10. Saisonlauf der Formel 1 auf dem Nürburgring, in eindrucksvoller Manier für sich entschieden.

Bei seinem Sieg profitierte Alonso sowohl vom insgesamt zweiten Regenschauer kurz vor Schluss des Rennens, als auch vom Ergebnis seines Teamkollegen Lewis Hamilton, der nach seinem Unfall im Qualifying und Startplatz 10, sowie einem Ausrutscher zu Beginn des Rennens, dem Feld hinterherhetzen musste und lediglich den neunten Platz belegen konnte. Punktemässig ging der 22-jährige Engländer und WM-führende somit, erstmalig in dieser Saison, leer aus.

Durch dieses Ergebnis sind die beiden McLaren Piloten in der Weltmeisterschaftsgesamtwertung nur noch durch zwei Punkte voneinander getrennt und der WM-Ausgang ist dadurch wieder deutlich spannender und womöglich die grosse Chance für Fernando Alonso, seinen dritten Titel in Folge zu gewinnen.

Der zweite Regenschauer, kurz vor Ende des Rennens, zwang sämtliche Piloten zum Wechsel auf Intermediate-Reifen an die Box, was Alonso letztlich den Sieg einbrachte, da er mit den Bedingungen deutlich besser zurecht kam, als der bis dahin führende Felipe Massa auf Ferrari.
Massa klagte über starke Vibrationen und daraus resultierenden Handlingsproblemen, die es Alonso möglich machten, den Rückstand aufzuholen und wenig später am Brasilianer vorbeizuziehen. Das Überholmanöver und dessen Vorbereitung waren weltmeisterlich. Überhaupt gewinnt einen solch chaotischen Lauf, wie er gestern auf dem Nürburgring stattgefunden hat, nur ein ganz Grosser dieses Sports, der unter sämtlichen Bedingungen kühlen Kopf bewahrt und in den entscheidenden Situationen Killerinstinkt beweist, eben einer wie Alonso, oder einst Michael Schumacher.

Kühlen Kopf bewahrt haben letztlich auch Lewis Hamilton, der, nachdem er zu Beginn des Rennens auf den regenüberfluteten Strecke ins Kiesbett gerutscht und dort stecken geblieben war, im Auto bei laufendem Motor sitzen blieb und auf den Abschleppkran wartete, um wieder zurück auf die Strecke gehieft zu werden.
In einer solchen Situation, so grossen Überblick zu behalten ist ebenfalls nur ganz Grossen vorbehalten, zu denen Hamilton mit Sicherheit noch aufsteigen wird.

Auch Williams-Pilot Alexander Wurz blieb cool und liess sich nicht von den Wetterbedingungen aus dem Konzept bringen. Einmal mehr profitierte er, wie schon in Kanada, von den teilweise chaotischen Verhältnissen und holte fünf wichtige WM-Punkte.

Bei seinem voraussichtlich einzigen Formel 1-Rennen, ging der 27-jährige Markus Winkelhock in die Geschichte des Sports ein, da er, als Einziger, bereits nach der Einführungsrunde zum Wechsel auf Regenreifen an die Box fuhr und vom heftig einsetzenden Regen wenige Sekunden später profitieren konnte, und die ersten Führungskilometer für sich und sein Spyker-Team verbuchen konnte.

Leider, ist der Sohn des 1985 bei einem Sportwagenrennen tödlich verunglückten ehemaligen Formel 1-Fahrers Manfred Winkelhock, allerdings vom Speed her nicht in der Lage, das Tempo der anderen Fahrer mitzugehen, so dass er keine Zukunft in diesem Sport haben wird. Sein Abschneiden während der ersten vier Runden des Rennens sind lediglich auf die Wetterbedingungen und den Reifenwechsel-Coup seines Teams zurückzuführen. Das das Spyker-Team allerdings den Holländer Christijan Albers vor die Tür setzte, ist aus fahrerischen Gründen absolut richtig, wenn auch finanzielle Gründe durch ausbleibende Zahlungen eines Sponsors, letztlich ausschlaggebend gewesen sind. Ein womöglich langfristig guter Ersatz für Albers stellt in meinen Augen lediglich Renault-Testfahrer Nelson Piquet jun. dar, der neben Sebastian Vettel und Timo Glock, das Zeug zum Formel 1-Piloten hat. Da Glock und Vettel jedoch an BMW gebunden sind, bleibt also nur Piquet junior.

Montag, 9. Juli 2007

Räikkönen mit zweitem Sieg in einer Woche

Ferrari Pilot Kimi Räikkönen hat mit seinem dritten Saisonsieg und seinem zweiten Erfolg binnen einer Woche, die zurückgewonnene Siegfähigkeit seines Rennstalls unterstrichen.

Genau wie bei seinem Erfolg in Frankreich letzte Woche, legte der 27-jährige Finne auch diesmal den Grundstein zum Sieg mit einigen herausragenden Rundenzeiten in den letzten Runden vor seinem Boxenstopp. Mit diesen schnellen Rennrunden gelang es ihm in Frankreich seinen Teamkollegen Felipe Massa von der Spitze zu verdrängen, während er in Silverstone sogar beide McLaren Piloten dadurch hat überholen können.

Vor Lewis Hamiltons erstem Stopp legte Räikkönen einige schnelle Runden hin, um direkt hinter dem jungen Briten zu liegen, wenn dieser die Box anläuft, um dadurch erneut das Tempo verschärfen zu können, sobald er schließlich selbst freie Fahrt nach vorne hat.
Mit dieser Taktik kam er sowohl an Hamilton, als auch nach seinem zweiten Stopp am amtierenden Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien vorbei.

Zwar versuchten die Taktikstrategen aus England, speziell Fernando Alonsos Rennen daraufhin auszurichten, der Speed den Räikkönen jedoch in den rennentscheidenden Momenten hat fahren können, war allerdings zu hoch, so dass der Spanier nicht den nötigen Vorsprung auf den Ferrari-Piloten hat herausfahren können, um nach seinem zweiten Boxenstopp die Führung zu behaupten.

Den momentan herausragenden Speed der Ferrari verdeutlichte auch Räikkönens Teamkollege, Felipe Massa, der nach technischen Problemen in der Startaufstellung aus der Boxengasse hat starten müssen. An Ende sprang für ihn ein toller fünfter Platz heraus, der zwar den Verlust von wertvollen WM-Punkten gegenüber seinem Teamkollegen und den beiden McLaren-Fahrern bedeutete, aber einmal mehr Massas Talent und Rennintelligenz unterstrich. Massas Rennen endete diesmal hinter BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica, der auch im zweiten Lauf, nach seiner unfallbedingten Pause, die vierte Position belegen konnte. Nachdem er in Magny Cours noch von Lewis Hamilton wie ein Anfänger stehen gelassen worden war, konnte Kubica diesmal den deutlich schnelleren Ferrari von Massa erfolgreich hinter sich halten.

Trendwende zu erkennen

Die beiden letzten Grand Prix machten in vielerlei Punkten eine Kehrtwende deutlich.
Die beiden Ferrari sind plötzlich den McLaren vom Sreed her leicht überlegen, während Kimi Räikkönen leicht die Oberhand gegenüber seinem Teamkollegen Massa zu gewinnen scheint. Die aerodynamischen Änderungen bei den Italienern scheinen genauso zu greifen, wie Verbesserungen bei Reifenpartner Bridgestone.
Bei McLaren kommt Weltmeister Alonso allmählich in Fahrt, während sich ähnliches auch bei BMW abspielt, wo Robert Kubica erneut besser abschneiden konnte als sein Teamkollege Nick Heidfeld aus Mönchengladbach.
Auch beim Renault-Duo ändert sich die Hackordnung allmählich zu Gunsten von Heikki Kovalainen, während Toyota Fahrer Ralf Schumacher seinen Abwärtstrend hat stoppen können, indem er Teamkollege Jarno Trulli erstmalig in dieser Saison hat hinter sich halten können.

Erklärungen für diese Trendwende könnten entweder sein, dass Reifenmonopolist Bridgestone neue Mischungen entwickelt hat, die die Untersteuertendenz der bisher verwendeten gestoppt hat.
Aufallend ist nämlich, dass all diese Fahrer, die bisher überraschender Weise leistungsmässig hinter ihre Teamkollegen zurückgefallen sind, gleichzeitig die Trendwende eingeleutet haben. Bei all diesen Piloten handelt es sich noch dazu um Fahrer, die einen extrem aggressiven Fahrstil pflegen, der eine stabile Front erfordert und perfekt auf die letztjährigen Michelin-Reifen ihrer Teams abgetimmt war.
Unwahrscheinlich erscheint mir in diesem Zusammenhang, dass sie alle gleichzeitig ihren Fahrstil hin zu einem weniger aggressiven, runderen abgeändert haben, und auch, dass ihre Rennställe gleichzeitig Neuerungen an die Autos gebracht haben, die diese Tendenz bewirkt haben.

Dienstag, 12. Juni 2007

Hamilton feiert Premierensieg nach einem chaotischen GP

Der 22jährige Brite Lewis Hamilton gewann in Kanada, in seinem erst sechsten Formel 1 Rennen seinen ersten Grand Prix, der von Unfällen und Safety Car-Phasen geprägt war.

Die einzigen Fahrer, die fehlerlos und problemfrei über die Runden kamen und auch während der Safety Car-Phasen kühlen Kopf bewiesen, waren die beiden erstplatzierten Lewis Hamilton und Nick Heidfeld im BMW-Sauber.

Überschattet wurde der sechste Saison-Lauf allerdings vom schweren Unfall des 22jährigen Robert Kubica, der beim Positionskampf mit Toyota Pilot Jarno Trulli von der Strecke abkam und mit weit über 200 km/h frontal in die Streckenbegrenzung prallte. Sein Wagen schleuderte anschließend über die Fahrbahn, überschlug sich dabei und schlug erneut in die gegenüberliegenden Leitplanken ein, wo das Wrack seines BMW-Sauber letztlich, auf der Seite liegend, zum Stehen kam. Glücklicherweise überstand der junge Pole diesen Crash, wie durch ein Wunder, unverletzt.

Vorausgegangen war der Positionskampf zwischen Kubica und Jarno Trulli, der seine Position mit allen Mitteln verteidigte und Kubica dabei auf die schmutzige Spur abseits der Ideallinie drängte. Da der BMW-Sauber Pilot nicht vom Gas ging, berührte er mit seinem linken Vorderrad Trullis rechtes Hinterrad. Kubicas BMW hob leicht ab und verliess unkontrolliert die Fahrbahn.
Da sich in Kanada kaum Auslaufzonen neben der Fahrbahn befinden, knallte der BMW beinahe ungebremst frontal in die Betonwand auf der Innenseite der Strecke.
Die extremen Sicherheitsbestimmungen der Formel 1, die in den letzten Jahren immer wieder auch verschärft wurden, sowie das Sicherheitssystem HANS, verhinderten schlimme Verletzungen bei Robert Kubica.

Insgesamt kam es während des 70 Runden langen Rennens zu vier Safety Car Phasen, die allesamt durch Unfälle der Piloten ausgelöst wurden.

Zwei davon riefen die Fahrer des holländischen Spyker Teams hervor, die erneut ihre Autos zerlegten. Da das Team deutlich hinter der Konkurrenz hinterherhinkt, überfahren die beiden Fahrer, Adrian Sutil und Christijan Albers, ihre Fahrzeuge, was für beide oft in der Streckenbegrenzung endet.

Kurios war allerdings der Unfall des Toyota Piloten Jarno Trulli, der während einer Safety Car Phase, aus der Box kommend, seinen Toyota in der Boxengassenausfahrt in einen Reifenstapel manövrierte und ausschied. Ein Fehler, der einem so erfahrenen Mann wie Jarno Trulli definitiv nicht passieren sollte.

Genau, wie bereits vor zwei Jahren, kam es in Kanada auch diesmal zu Disqualifikationen wegen Verlassens der Boxengasse, obwohl die rote Ampel den Fahrern dies untersagte. Vor zwei Jahren traf es den damaligen McLaren Piloten Juan Pablo Montoya und diesmal Giancarlo Fisichella im Renault und WM-Kandidaten Felipe Massa in seinem Ferrari, der dadurch einen herben Dämpfer im Kampf um die WM hinnehmen musste.

Apropros Ferrari. Das italienische Team scheint ganz allmählich gegenüber McLaren Mercedes ein wenig ins Hintertreffen zu geraten, da sie weder im Training, noch im Rennen (bis zur ersten Safety Car Phase) das Tempo der McLaren und diesmal auch des BMW von Nick Heidfeld haben mitgehen können. Es scheint nicht zuletzt auch am Rücktritt des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher zu liegen, der mit seinen wertvollen Ratschlägen dem Team nun nicht mehr bei der technischen Weiterentwicklung der Autos zur Seite steht. Sowohl Massa, als auch Räikkönen fehlt es dort an Kompetenz, so dass Ferrari nun etwas den Anschluss zu verlieren scheint. Ebenfalls scheint sich herauszukristallisieren, dass auch fahrerisch einiges bei Ferrari im Argen liegt. Das McLaren Duo scheint dem Ferrari Gespann auch auf diesem Gebiet deutlich überlegen zu sein.

Weltmeister Alonso erwischte hingegen keinen guten Tag und machte vier ungewöhnliche Fehler. Dreimal kam er sogar von der Strecke ab, was für ihn vollkommen untypisch ist. Er scheint nicht nur durch seinen überraschend guten Teamkollegen Lewis Hamilton unter Druck zu stehen, sondern noch dazu mit der diesjährigen Reifengeneration von Bridgestone grosse Probleme zu haben, und seinen aggressiven Fahrstil noch nicht 100%ig an die neuen Gegebenheiten angepasst zu haben.

Von all dem unbeeindruckt fährt momentan Lewis Hamilton von einem Erfolg zum nächsten, und diesmal auch zu seinem bereits überfälligen ersten Grand Prix Sieg, der ihn zum alleinigen WM-Spitzenreiter macht.

Sonntag, 27. Mai 2007

McLaren dominieren in Monaco

Das McLaren Mercedes Team hat beim heutigen Monaco Grand Prix einen blitzsauberen Doppelsieg errungen. Der Grand Prix, der durch die Dominanz des britisch-schwäbischen Teams geprägt worden ist, wurde hinter den beiden McLaren´einmal mehr durch die Strategie entschieden.

Fernando Alonso fuhr ein fehlerfreies Rennen und konnte dem Rennen vom Start weg seinen Stempel aufdrücken. Lediglich sein Teamkollege Lewis Hamilton war im Stande, dem zweimaligen Weltmeister zu folgen, und ihm gefährlich zu werden. Allerdings hatte der 25 jährige Spanier, von der ersten bis zur letzten Kurve, das Rennen in der Hand und konnte somit den Speed bestimmen. Komfortabel in Führung liegend, schalteten die beiden McLaren Fahrer nach dem zweiten Boxenstopp folglich einen Gang zurück und fuhren das Rennen sicher nach Hause.

Der diesjährige Monaco Grand Prix wurde einmal mehr von der Strategie bestimmt und war, bis auf die Ausrutscher von Vitantonio Liuzzi und Adrian Sutil in die Leitplanke am Casino, weitestgehend ereignisarm.

Verlierer des Rennens war eindeutig Nico Rosberg, der von Platz fünf gestartet, gute Aussichten auf Punkte hatte, jedoch durch eine schlechte Boxen-Strategie seines Williams-Teams und Verkehr, der ihn deutlich aufhielt, letztlich nur auf Platz zwölf ins Ziel kam. Ähnlich schlecht erging es einmal mehr den beiden Honda, die erneut mehrere Plätze durch schlecht getimte Boxenstopps einbüssten, und nur auf den Plätzen 10 und 11 das Rennen beenden konnten. Auch Nick Heidfeld büsste eine bessere Platzierung ein, als er im Verkehr hängen blieb und hinter seinen Teamkollegen Robert Kubica auf Position sechs zurückfiel.

McLaren Dominanz wohl durch Fahrer bedingt:

Das Team um Ron Dennis war das gesamte Wochenende über die stärkste Kraft und hätte sich wohl nur selbst schlagen können, da die anderen Teams, allen voran Ferrari, diesmal eindeutig zu langsam waren; so büsste Felipe Massa beinahe eine Sekunde pro runde auf das McLaren Duo ein und entging nur knapp einer Überrundung.

Aufgrund der Streckencharakteristik in Monaco, wo es weniger auf aerodynamische Effizienz, sondern vielmehr auf den mechanischen Abtrieb der Autos ankommt, lässt das Ergebnis darauf schliessen, dass die McLaren auf diesem Sektor besser aufgestellt waren, als die schärfsten Konkurrenten aus dem Ferrari Rennstall. Eine gute Traktion beim Beschleunigen und Bremsen ist in Monaco von noch grösserer Bedeutung als auf den meisten anderen Strecken der Formel 1. Dies unterstreichen auch die Topspeed-Werte, bei denen die McLaren deutlich vor den Ferrai lagen. Dieser mechanische Grip kann über die Fahrwerksgeometrie, die Dämpfer, aber auch über die Reifen beeinflusst werden, wo die Ferrari auf grund ihres reifenschonenden Paketes bereits in der Vergangenheit Probleme hatten, die Einheitsreifen von Bridgestone auf die richtige Temperatur zu bringen.

Der geringere Radstand der McLaren ist auf der engen und winkligen Strecke ebenfalls von Vorteil. Schon im Jahr 1998, als McLaren ebenfalls einen kürzeren Radstand als die direkte Konkurrenz fuhr, war man in der Lage das Rennen in Monaco zu dominieren.

Auch auf der Fahrerseite ist das britische Team der Konkurrenz von Ferrari, wenn auch nur in Monaco, voraus. Vor allem Felipe Massa hat in Monaco noch nie wirklich gut ausgesehen, während Kimi Räikkönen dort zumindest einmal hat gewinnen können. Man muss diese Strecke lieben, um dort gut abzuschneiden, wenn bereits im Kopf eine Blockade existiert, wirkt sich das letztlich auch negativ auf das Rennen aus, siehe Ralf Schumacher, der dem Rennen in Monaco immer schon kritisch und ablehnend gegenüber eingestellt war und beim diesjährigen Rennen lediglich blasser 16. hat werden können.

Der Grand Prix in Monaco ist zwar für den weiteren Saisonverlauf nicht gerade aussagekräftig, allerdings sind die Aufwärtstrends beim Weltmeister-Team von Renault, bei Red Bull und auch bei Williams offensichtlich geworden. Sowohl Renault, als auch Red Bull werden diesen Trend fortsetzen können, und sich im weiteren Saisonverlauf weiter steigern und der drittstärksten Kraft im Feld, BMW, das Leben schwer machen.

Donnerstag, 5. April 2007

Alonso - Der Klassenprimus

Zugegeben, fallen Benotungen der aktuellen Formel 1-Piloten des Jahrgangs 2007 schwer. Für meine Notenvergabe habe ich demnach den im Oktober letzten Jahres zurückgetretenen Formel 1-Rekordweltmeister Michael Schumacher als die Ausgangsbasis herangezogen. Die Vergabe der Noten orientiert sich somit am Manheimer, dem ich folglich eine 1+ vergebe.
Auch wenn nicht alle von mir vergebenen Noten im guten Bereich liegen, tummelt sich dennoch die absolute die Créme de la Créme der Monopostofahrer in der Königsklasse des Motorsports, die sich oftmals nur in Nuancen voneinander unterscheiden. Allerdings sind einige versetzungsgefährdet...

Fernando Alonso:
Nach Michael Schumachers Rücktritt ist der 25 jährige Spanier der kompletteste Fahrer im Feld. Alonso macht auch unter grossem Druck kaum Fehler, er ist extrem schnell, technisch versiert und geht mit hohem Einsatz zu Werke. Er ist in der Lage ein Team zu führen und es anzuspornen und in die Erfolgsspur zu führen. Alonso ist sehr abgeklärt und konstant schnell. Auch mit weniger gutem Material ist er in der Lage das bestmögliche Resultat zu erzielen. Tendenz steigend. Note: (1-)

Lewis Hamilton:
Der 21 jährige Engländer ist von seinen Anlagen her ein kommender Weltmeister. Er steht bereits seit 11 Jahren bei McLaren-Chef Ron Dennis unter Vertrag und wird seit jeher dazu aufgebaut eines Tages Formel 1-Weltmeister zu werden. Sämtliche Motorsportkategorien unterhalb der Formel 1 dominierte er. Hamilton war immer auch in der Lage grossem Druck Stand zu halten.
Wenn er sich gegen den zweifachen Weltmeister Alonso gut aus der Affäre ziehen kann, dann wird er ein Mann der Zukunft sein. Note: (2)

Giancarlo Fisichella:
Der Römer ist ein Auslaufmodell. Er kann nur sehr selten herausragende Leistungen bringen, da er zu unbeständig ist. Er kann weder ein Team führen, noch es mit technisch versierten Aussagen auf die Erfolgsspur bringen. Unter Druck sind bei ihm Fehler vorprogrammiert. Ausserdem mangelt es ihm an Selbstvertrauen, Killerinstinkt und Rennintelligenz. Fisichella gehört definitiv nicht länger in ein Top-Team.
Note: (3-)

Heikki Kovalainen:
Der 25 jährige Finne macht unter Druck zu viele Fehler; wenn er dies in den Griff bekommt, kann er in Zukunft ganz vorne mitfahren. Das Talent dazu hat er in jedem Falle. In meinen Augen wird er auch die neue Führungsperson bei Renault werden, da Fisichella dazu nicht in der Lage ist. Note: (2-)

Felipe Massa:
Massa ist in den zwei Jahren unter Rekordweltmeister Michael Schumacher zu einem der besten Fahrer im Feld herangereift. Bis auf fehlendes technisches Verständnis, was Massas Manko ist, ist der 25 jährige Brasilianer einer der herausragenden Fahrer. An guten Tagen ist er nur schwer zu besiegen. Note: (2+)

Kimi Räikkönen:
Räikkönen ist der schnellste Pilot im Feld. Sein Speed ist allerdings extrem materialmordend, was ihm bereits zwei Weltmeistertitel gekostet hat. Wenn er dies mit seinen Ingenieuren in den Griff bekommt, ist er jedoch nur schwer zu schlagen. An seinem technischen Verständnis muss er aber genauso arbeiten, wie an seiner Einstellung zum Sport. Note: (2+)

Jenson Button:
Button ist einer der am meisten überschätzten Piloten im Feld. Es ist mir ein Rätsel, wie Honda einen hohen zweistelligen Millionenbetrag an Williams hat zahlen können, um den Briten dort aus seinem Kontrakt für die Saison 2006 wieder herauszukaufen. Jenson Button macht unter Druck extrem viele schwere Fehler und ist definitiv kein Fahrer, der WM-Titel gewinnen kann. An technischem Verständnis fehlt es ihm ebenso, wie an Führungsqualitäten und dem nötigen Killerinstinkt. Note: (3)

Rubens Barrichello:
Der Brasilianer ist zwar der dienstälteste Pilot im Feld, aber in meinen Augen auch einer der Besten. Barrichello ist technisch versiert, Regenspezialist und beweist grosse Rennintelligenz. Er hält Druck stand und kann seinem Team auf dem technischen Sektor weiterhelfen und neue Ideen zur Entwicklungsreife bringen. An guten Tagen ist er, zumindest im Rennen, mit entsprechendem Material ausgerüstet, weiterhin einer der Besten. Seine Leistung im Qualifiying allerdings lässt nach. Tendenz nach unten. Note: (3+)

Nick Heidfeld:
Der Mönchengladbacher ist einer der am meisten unterschätzten Fahrer im Feld. Er ist, genau wie Barrichello, Regenspezialist, technisch versiert und noch dazu schnell. Grossen Druck auf der Strecke kann er genauso aushalten, wie teaminternem. Seine Teamkollegen hat er in der Regel allesamt im Griff gehabt. Mit seinem technischem Verständnis und analytischem Arbeiten hilft er einem Team wie BMW ungemein weiter. Note: (2-)

Robert Kubica:
Der 22 jährige Pole ist einer der kommenden Stars der Szene. Vom Talent her ist er über jeden Zweifel erhaben. Er besitzt eine extrem grosse Rennintelligenz, gepaart mit grossem natürlichem Speed. Druck hält er, vollkommen abgeklärt, Stand, während er grossen Ehrgeiz und Motivation an den Tag legt. Note: (2)

Ralf Schumacher:
Dem Bruder des zurückgetretenen Rekordweltmeisters fehlt es an Einsatz und Killerinstinkt, um einer der Besten zu sein. An guten Tagen ist aber auch er für spitzen Ergebnisse gut. Leider sind diese guten Tage aber recht selten bei ihm. Schumacher besitzt grosses technisches Verständnis, ist aber im Qualifiying meistens zu langsam. Generell unterliegen auch seine Leistungen recht grossen Schwankungen, die er nicht in den Griff zu bekommen scheint. Sein grösstes Plus in der Vergangenheit war sein Manager Willi Weber. Nach dessen Entlassung dürfte es für Ralf Schumacher allerdings recht schwierig werden, auch in Zukunft ein gutes Cockpit und eine weiterhin herausragende Bezahlung einzustreichen.
Note: (3)

Jarno Trulli:
Der 33 jährige Italiener ist ebenfalls an guten Tagen eine Bank. Er ist zudem nur sehr schwer zu überholen und druckresistent. Trulli ist, gutes Material vorausgestzt, für Grand Prix-Siege gut; WM-reif ist er aber nicht. Note: (3)

David Coulthard:
Der vom Alter her älteste Fahrer im Feld ist längst über seinen Zenit hinweg. Er ist technisch versiert, aber zu unkonstant. Trotz alledem lebt er seinen Sport und ist immer mit vollem Einsatz dabei. Allerdings reicht auch dieser Einsatz nicht aus, um WM-reif zu sein. Dazu fehlt es dem Schotten an zu vielen Ingredienzen. Note: (4+)

Mark Webber:
Der 30 jährige Australier ist einer der am meisten überschätzten Piloten der Formel 1. Ferner hat er eine Gabe, immer zur falschen Zeit am falschen Platz zu sein, sprich er sucht sich partout das falsche Team aus. Webber ist zwar auf eine Runde gesehen extrem schnell, kann diesen Speed aber nicht im Rennen an den Tag legen. Er ist sehr unkonstant und macht viele Fehler. Seinen Arbeitgeber kann er weder mit versierten Aussagen unterstüzen und auf den richtigen weg bringen, noch kann er Druck standhalten. Auch Webber ist gelegentlich mit seinem Job überfordert. Note: (4)

Nico Rosberg:
Der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg ist, genau wie die meisten seiner Kollegen zu unkonstant. An guten Tagen ist er zu Glanztaten im Stande, allerdings kann er ein Team in seinen jungen Jahren noch nicht führen und hinter sich bringen. Schnell ist er ja ohne Zweifel, ich sehe ihn aber nicht als WM-verdächtig an. Zu einigen GP-Siegen sollte er im Verlauf seiner Karriere aber in der Lage sein. Tendenz klar nach oben. Note: (3+)

Alexander Wurz:
Wurz ist ein intelligenter fahrender Renningenieur, der ein Team mit seinen technisch versierten Aussagen unterstüzen kann. Sieg-, oder WM-Anwärter ist er aber leider keiner. Der 33 jährige Österreicher besitzt definitiv nicht den nötigen Speed und Killerinstinkt. Note: (3-)

Vitantonio Liuzzi:
Der 25 jährige Italiener ist zweifelsohne mit grossem Talent gesegnet-er macht aber nichts daraus. Er ist unkonstant und macht extrem viele Fehler. Ausserdem hat er nicht die richtige Einstellung zu seinem Job, um erfolgreich zu sein. Note: (4-)

Scott Speed:
Der Amerikaner ist lediglich wegen seiner Nationalität im Fahrerfeld vertreten. Er macht grosse Fehler, besitzt keinen überragenden, na, Speed natürlich, und hat eine zu lasche Einstellung zum Beruf des Formel 1-Fahrers. Auch er ist somit ein Auslaufmodell. Note: (5+)

Christijan Albers:
Der Niederländer ist gelegentlich überfordert. Zwar ist auch er ein hervorragender Rennfahrer, aber für die Formel 1 wahrscheinlich doch nicht gut genug. Oftmals geht er übermotiviert zu Werke, was sich negativ auf seine Leistung auswirkt. Unter Druck macht er zu viele Fehler. Auch an reinem Speed hapert es bei dem Mann aus Eindhoven. Note: (4-)

Adrian Sutil:
Der junge Deutsche aus Gräfelfing ist ein ausserordentlich guter Rennfahrer. Instinkt gepaart mit natürlichem speed haben ihn schon in den unteren Kategorien gut abschneiden lassen. Mit gutem Material ist er in der Lage auch in der Formel 1 respektable Leistungen zu erbringen. Zu GP-Siegen, oder sogar dem WM-Titel wird es dem intelligenten Bayern aber definitiv nicht reichen. Mit etwas mehr Erfahrung sollte er aber einige Teamchefs beeindrucken können. Einen Platz in der Formel 1 hat er auf jeden Fall verdient. Note: (4+)

Takuma Sato:
Der 30 jährige Japaner ist an guten Tagen aussergewöhnlich gut. Leider sind auch bei ihm diese Tage selten. Er besitzt eine sehr grosse Grundschnelligkeit ist aber auch zu unkonstant und oftmals zu ungestüm. Vom Talent her ist er aber im Mittelfeld einzuordnen. Note: (3-)

Anthony Davidson:
Der Brite Davidson ist etwas schlechter einzustufen als sein Teamkollege Sato. Auch Davidson macht oft Fehler und ist unkonstant, sowohl was seine Leistungen generell anbelangt, als auch seine Rundenzeiten während eines Grand Prix. Siegerqualitäten bestizt auch er keine. Note: (4)

Freitag, 30. März 2007

Lewis Hamilton mit tollem F1-Debüt

Der junge Brite Lewis Hamilton beeindruckte die Formel 1-Anhänger mit seinem hervorragenden Debüt beim Saisonauftakt der F1-Weltmeisterschaft im australischen Melbourne.

Hamilton war dabei im Stande, nach einem tollen Start (bei dem er seinen erfahreneren Teamkollegen, den zweifachen Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso , auf der Aussenbahn hat überholen können) Alonso bis zu seinem zweiten Boxenstopp die Stirn zu bieten. Lediglich Alonsos kürzerer Boxenstopp und seine grössere Erfahrung brachten ihn an Hamilton vorbei.

Der Brite fuhr dabei ein konstant schnelles Rennen und leistete sich lediglich zwei kleine Ausrutscher über die Curbs, die jedoch nur wenige Zehntel kosteten und der Wettbewerbsfähigkeit des Autos nicht schadeten.


Streckenlayout in Melbourne kommt Neulingen zugute:

Dem 22jährigen Hamilton kam in Melbourne allerdings auch die recht einfach zu erlernende Streckenführung zugute, die es einem Debütanten einfacher macht, sich gut aus der Affäre zu ziehen, als dies etwa auf einer reinen Fahrerstrecke, wie in Monaco, oder in Spa Francorchamps, Belgien der Fall sein würde.

Ich bin zwar der festen Überzeugung, dass Hamilton in dieser Saison noch einige Glanzlichter wird setzen können, er jedoch nur bei vereinzelten Grand Prix dazu im Stande sein wird. So wird er auch gegenüber seinem Teamkollegen ein klein weing ins Hintertreffen geraten und dabei den ganz normelen Lernprozess durchlaufen müssen.

Auch Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve hat in Melbourne im Jahr 1996 sein noch beeindruckenderes Debüt gegeben und viel danach ein klein weinig gegenüber seinem Teamkollegen Damon Hill zurück.
Okay, der Kanadier hatte damals ein deutlich überlegenes Auto und extrem viele Testkilometer auf dem Puckel, was auf Hamilton nicht ganz so extrem zutrifft, aber die Leistungskurve wird auch bei ihm einigen Schwankungen unterliegen.

Nichtsdestotrotz hat er eine grosse Zukunft vor sich, wenn er im Stande sein wird, sich gegen Fernando Alonso gut aus der Affäre zu ziehen!!!

Mittwoch, 28. Februar 2007

Michael Schumacher - die Nummer 1

Rechts stehend befindet sich meine persönliche Auflistung der drei besten Formel 1 Fahrer aller Zeiten. Schuldig geblieben bin ich Euch aber immer noch die Gründe für diese Reihenfolge.

Michael Schumacher ist eindeutig der beste Formel 1 Fahrer aller Zeiten. Er ist nicht nur der erfolgreichste, sondern hat noch dazu in seiner über 15 Jahre währenden Karriere extrem häufig seine Ausnahmestellung unter Beweis gestellt.

Ein Punkt, den er der Nummer 2 in meiner Rangfolge, Ayrton Senna, unter anderem voraus ist, ist die Tatsache, dass Michael Schumacher über all die Jahre durchweg hochmotiviert und ehrgeizig zu Werke ging.
Er hat in jedem Jahr, bis auf 1999, wo er aufgrund seines Beinbruchs sechs Rennen hat pausieren müssen, und 1992, 1993 und 1996 wo er materialbedingt nicht in den WM-Kampf hat eingreifen können, in jedem anderen Jahr bis zum Schluss um den Titel mitgekämpft. Andere Fahrer, wie etwa Mika Häkkinen, waren nach drei Jahren an der Spitze so ausgebrannt, dass sie dem Druck nicht mehr Stand halten konnten und zurücktraten.

Auch Ayrton Senna unterlag grossen Leistungsschwankungen und war noch dazu nur dann ausserordentlich motiviert, wenn sein zur Verfügung stehendes Material siegfähig war.
Der Brasilianer war Michael Schumacher und allen anderen Fahrern in der Geschichte der Formel 1 jedoch in einer Disziplin haushoch überlegen; nämlich in der Qualifikation.

Senna fuhr in seinen 163 Grand Prix's 65 mal die Pole Position heraus, während Michael Schumacher 249 Rennwochenenden benötigte, um 68 mal vom ersten Startplatz aus ins Rennen zu gehen. Sennas Speed auf eine Runde, und seine Fähigkeit, sich auf den Punkt genau konzentrieren zu können sind noch immer unerreicht.

Die Bilanz bei Regenrennen fällt unentschieden zwischen diesen beiden Ausnahmefahrern aus.

Der Deutsche ist jedoch definitiv der bessere Rennfahrer bei trockenen Witterrungsbedingungen gewesen. Unter anderem lag dies an seinem extremen Fitnessgrad, der ihn ein gesamtes Rennen ohne Konzentrationsmängel hat durchstehen lassen, während dies bei Ayrton immer ein Manko gewesen ist. Zu Beginn seiner Formel 1 Karriere war Senna den körperlichen Anforderungen in einem Formel 1 Boliden kaum gewachsen und musste erst einmal seine Fitness aufbessern.
Als Michael Schumacher 1991 in Spa die Bühne der Königsklasse betrat setzte er hingegen direkt neue Maßstäbe auf diesem Sektor.
Beim Brasilien GP 1994, als Senna auf der Verfolgung des führenden jungen Deutschen war unterlief ihm auch prompt ein Konzentrationsfehler, der das Aus für den Brasilianer bedeutete. Genau wie in Monaco 1988, wo Senna mit über einer halben Runde Vorsprung vor dem Zweiten, Alain Prost, eingangs des Tunnels in die Leitplanken knallte und ausschied.

Auch was die Fahrzeugabstimmung und das technische Verständis anbelangte war der Manheimer seinem brasilianischen Kontrahenten, der 1994 in Imola tödlich verunglückte, ebenso überlegen, wie bei der Regelkunde in der Formel 1.

Im Gegensatz zum Brasilianer absolvierte der ältere Schumacher vor Beginn seiner Profilaufbahn eine Kfz-Mechanikerlehre, wo er sich die technischen Grundkenntnisse zulegte, die ihm im späteren Verlauf seiner Laufbahn zu Gute kommen sollte. Die technischen Briefings dauerten bei beiden ausserordentlich lange, da sowohl Senna, als auch Schumacher sich zu jeder Tages- und Nachtzeit ihrem Beruf verschrieben hatten.

Im Vergleich zu Schumacher benötigte Ayrton Senna die komplette Winterpause dazu, seine Akkus wieder aufzuladen, um erholt und vollmotiviert beim ersten Saisonlauf antreten zu können.
Schumacher hingegen war bereits nach sechs Wochen schon wieder so heiss aufs Fahren, dass er bei seinem Team telefonisch regelrecht um Arbeit bettelte.


Jim Clark war jahrzehntelang unerreicht:

Jim Clark war während seiner kurzen Karriere der absolute Überflieger, der alles dominierte und Maßstäbe setzte. Clark war zu seiner Zeit technisch extrem versiert und unvorstellbar schnell.

Die von Clark bis zu seinem Unfalltod 1968 aufgestellten Rekorde hatten viele Jahre Bestand. Doch das Wasser reichen konnte dem Schotten, bis zum Beginn der Ära Senna Ende der 80er Jahre, niemand.


Fernando Alonso ist bereits der viertbeste Fahrer aller Zeiten:

Der zweifache Weltmeister aus Spanien ist bereits mit 25 Jahren einer der Grössten aller Zeiten.

Er ist nicht nur extrem schnell und versiert, sondern noch dazu technisch beschlagen, er zeigt grossen Arbeitseinsatz und agiert unglaublich abgeklärt während eines Formel 1 Rennens.

Sein überdurchschnittliches Potential demonstrierte Fernando Alonso beispielsweise beim Grand Prix von San Marino 2005, wo er es schaffte den siebenfachen Weltmeister Michael Schumacher ein Viertel des Rennens hinter sich zu halten, obwohl der Deutsche ein klar schnelleres Auto zur Verfügung hatte.
Gleiches gelang ihm eineinhalb Jahre später erneut; während des Türkei GP verfolgte Schumacher ihn im WM-Kampf, doch auch dort liess sich Alsonso nicht aus der Ruhe bringen und fuhr seine Position sicher nach Hause. Ein weiterer Glanzpunkt war das Regenrennen in Ungarn, ebenfalls 2006, wo er, bis zu seinem Ausfall, Kreise um die Gegner fuhr.
Nur die ganz Grossen können solchem Druck standhalten und bewahren dabei einen klaren Kopf.

Jenson Button etwa gelingt so etwas so gut wie nie. Solbald er Michael Schumacher in einem Rennen hinter sich hatte, folgte meistens innerhalb weniger Runden ein Fehler des Briten, der den Deutschen eine Position weiter nach vorne brachte.

Der junge Spanier Alonso ist überdies immer schon in der Lage gewesen das Beste aus einer bestimmten Situation herauszuholen.
Wenn sein Auto einmal nicht siegfähig war, konzentrierte er sich prompt darauf, im WM-Kampf soviele Punkte wie möglich nach Hause zu fahren.


Fangio immer im besten Auto unterwegs:

Der Argentinier Juan Manuel Fangio, der von vielen, vor allem älteren Anhängern der Formel 1 oft als der Größte aller Zeiten tituliert wird, ist in meinem Ranking unter ferner liefen.

Fangio verstand es immer sich das beste Team herauszusuchen. Er tauschte während der Saison die Teams und übernahm sogar gelegentlich während des Rennens von seinem Teamkollegen das Auto, um dadurch wenigstens noch Punkte einfahren zu können, wenn er zuvor bereits ausgeschieden war. (War damals vom Reglement her noch erlaubt.)
Er war in seiner Zeit sicher auch ein ganz guter Formel 1 Fahrer, aber eben nur während der 50er Jahre.

Fazit:

Die genannte Fahrer haben während ihrer Phase allesamt Trends gesetzt und dadurch neue Maßstäbe in die Königsklasse eingebracht.
Sie waren zu ihrer Zeit der Maßstab, weil sie einfach die komplettesten in dieser Periode gewesen sind.
Michael Schumacher, Fernando Alsonso und die heutigen Fahrer sind aber allesamt nicht mit ihren Vorgängern aus den vorangegangenen Jahrzehnten zu vergleichen, weil sie von kleinauf Motorsport leben und in vielen Fällen nie etwas anderes gemacht haben. Allein aus diesem Grunde sind sie deshalb schon besser als ihre Vorgänger es haben sein können.

Michael Schumacher ist deshalb der Größte, weil er der kompletteste Fahrer bisher gewesen ist. Er vereint alle Tugenden, die seine Vorgänger in der Formel 1 eingeführt haben: Fitness, Technikverständnis, Arbeitseinsatz, Rennintelligenz und Abgeklärtheit und natürlicher Speed.

Der talentiertste ist Michael Schumacher deshalb aber nicht unbedingt gewesen. Vom natürlichen Speed und der Fahrzeugbeherschung gab es in der Geschichte der Formel 1 Fahrer, die besser waren als er. Gilles Villeneuve, Jean Alesi und Juan Pablo Montoya zum Beispiel. Diese Leute waren jedoch nur schnell und mit einer ausserordentlichen Fahrzeugbeherschung ausgestattet und demnach, vor allem im Falle Alesi und Montoya, meilenweit davon entfernt wirklich grosse Fahrer zu sein!!!

Samstag, 24. Februar 2007

Das momentane Kräfteverhältnis

Die Vorbereitungen auf die am 18. März in Melbourne startende Formel 1 Saison 2007 laufen momentan auf Hochtouren. Die letzten Testtage vor dem Saisonbeginn finden derzeit in Bahrain statt und es scheint sich so ganz allmählich das Kräfteverhältnis des 2007er Formel 1 Jahrgangs abzuzeichnen:

Ganz vorne dabei sind auch weiterhin die üblichen Topteams von McLaren und Ferrari. Überraschenderweise folgt dann auch schon BMW mit seinen Fahrern Nick Heidfeld und Robert Kubica. Das 2006 gegründete Team um Mario Theissen scheint einen überdurchschnittlich grossen Leistungssprung im Winter mit dem neuen Auto gemacht zu haben.
Etwas hinter diesem Trio liegt das Weltmeisterteam von Renault, gefolgt von Honda. Ein deutlichen Abstand zu diesen beiden Teams hat dann wohl schon Toyota aufzuweisen, die trotz ihres exorbitant grossen Budgets scheinbar auch dieses Jahr wieder nicht in der Lage sein werden einen deutlichen Schritt in den Ergebnislisten nach vorne zu machen, obwohl die Führungsetagen in Japan und Köln-Marsdorf für dieses Jahr die ersten Siege einfordern. In dieser Region der Startaufstellung sollte auch das Williams-Team mit ihren neuen Toyota-Motoren liegen, die auffallend standfest bei den bisherigen Testfahrten sind.
Hinter Toyota und Williams rangiert, ebenfalls sehr enttäuschend, das Team um Stardesigner Adrian Newey, dem es, wie es zur Zeit aussieht, nicht gelang, in 14-monatiger Vorbereitungszeit, einen podiumsfähigen Red Bull auf die Räder zu stellen.
Das Team von Super Aguri folgt kurz dahinter -hier ist ein ganz deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen- gefolgt von Toro Rosso und dem neuen Team von Spyker.


Die deutsche Formel 1 Jahrgang 2007:

Am besten scheint zur Zeit, was die deutschen Fahrer anbelangt, ganz eindeutig Nick Heidfeld in seinem erst 20006 gegründeten BMW Team darzustehen. BMW scheint die Lücke zu den Topteams weiter verkürzen zu können und auch in der Lage zu sein, um Podestplätze aus eigener Kraft mitfahren zu können, und dabei, mit etwas Glück, vielleicht auch der ein oder andere Sieg für das noch junge Team herausspringen zu können.

Ralf Schumacher scheint bei Toyota in einer Sackgasse zu stecken, da es bei dem in Köln ansässigen Team nicht vorwärts zu gehen scheint. Er kann, so hat es derzeit den Anschein, lediglich Punkteplatzierungen anstreben.

Nico Rosbergs Williams Team scheint über den Winter Fortschritte, vorallem bei der Zuverlässigkeit, erzielt zu haben. Dies sollte zu gelegentlichen Platzierungen in den Punkten reichen, da der Williams noch dazu recht schnell zu sein scheint.

Der 23-jährige Debütant Adrian Sutil wird nicht in den Bereich der Punktevergabe vorrücken können, zumindest solange nicht, bis Mike Gascoigne das neue aerodynamisch überholte Auto zur Mitte der Saison vorstellt.
Sutil sollte aber in der Lage sein, seinen weitaus erfahreneren Teamkollegen bei Spyker-Ferrari, Christijan Albers, die Stirn bieten zu können und dadurch auf sich aufmerksam zu machen.

Ganz vorne aber ist ein Team mit Mercedes Power im Heck-nämlich McLaren, die nur schwer zu schlagen sein werden.
Der Weltmeister sollte also, wie ich es bereits im November vorhergesagt habe, erneut Fernando Alonso aus Spanien heissen, der sich damit anschickt, Michael Schumachers Rekord von sieben WM-Titeln, in einigen Jahren egalisieren zu können. Er hätte dann ja bereits Ende 2007 drei Titel auf seiner Habenseite, und das im noch jugendlichen Alter von dann gerade einmal 26 Jahren!!!

Donnerstag, 8. Februar 2007

Nick Heidfeld-zu Unrecht in der Kritik

Der zweiterfahrenste aktuelle deutsche Formel 1-Fahrer, Nick Heidfeld, steht vor einer richtungsweisenden Saison 2007.

Er muss sich kommende Saison nicht nur gegen seinen jungen, aufstrebenden polnischen Teamkollegen Robert Kubica durchsetzen, sondern auch die Kritiker von seinem Talent überzeugen. -Schliesslich stehen zwei weitere deutsche Talente, die ausgerechnet auch noch im gleichen Team wie Heidfeld, nämlich bei BMW-Sauber, als Test- bzw. Test- und Ersatzfahrer, im Falle des 19-jährigen Sebastian Vettel, angestellt sind in den Startlöchern, um den Mönchengladbacher Heidfeld zu beerben.


Vettel auch während eines GP Wochenendes stark?

Sebastian Vettel muss sich allerdings ersteinmal im Formel 1-Auto während eines Grand Prix Wochenendes beweisen.
Dass er schnell fahren kann hat er ja bereits als Freitagsfahrer für BMW-Sauber während der letzten Saison-Rennen 2006 unter Beweis gestellt; ob er jedoch dieses Pottential auch während eines kompletten Wochenendes abrufen kann, bleibt ersteinmal abzuwarten.

Es hat schon sehr viele andere Fahrer vor ihm gegeben, die extrem versiert ihren Testfahrerjob ausgeübt haben und noch dazu sehr schnell unterwegs waren, jedoch in das kalte Wasser eines kompletten Rennwochenendes geworfen, dies Leistung plötzlich nicht mehr abrufen konnten. In der jüngsten Vergangenheit ist ein solches Beispiel der diesjährige Super Aguri Pilot Anthony Davidson gewesen, der bereits drei Formel 1 Läufe absolviert hat ( Minardi 2002 bzw. Malaysia 2005 für BAR-Honda ), jedoch in diesen Läufen keine gute Figur abgegeben hat.


Timo Glock hat sein Können bereits unter Beweis gestellt!!!

Der zweite deutsche BMW-Sauber Testfahrer Timo Glock hat seine Fähigkeiten im Jahr 2004 als Ersatz für Giorgio Pantano bereits in vier GP's unter Beweis stellen können; er wäre also definitiv in der Lage als Formel 1-Fahrer, auch über einen längeren Zeitraum zu bestehen.
Ob diese beiden jedoch Nick Heidfeld langfristig das Wasser reichen könnten bleibt allerdings sehr fraglich.


Heidfelds positive Formel 1 Bilanz:

Nick Heidfeld geht kommende Saison, als 29-jähriger, bereits in seine achte Saison in der Königsklasse des Motorsports.
In all den vorangegangenen sieben Saisons hatte er, bis auf die Saison 2003, wo er gegen seinen Teamkollegen Heinz-Harald Frentzen den kürzeren zog und das teaminterne Duell verlor, seine Teamkollegen stets im Griff. So auch in der Saison 2005, wo er das Trainingsduell gegen Mark Webber bei Williams BMW zwar verlor, aber in den Rennen der eindeutig stärkere Mann war. Nicht nur das, er war in diesem Jahr auch der bessere Entwickler, was ihm letzten Endes auch einen Vertrag beim neuen Team von BMW-Sauber für das Jahr 2006 eingebracht hat.

So hatte "Qick Nick", als amtierender Formel 3000 Europameister, in seinem Debütjahr 2000 beim damaligen Rennstall von Alain Prost, seinen weitaus erfahreneren Teamkollegen Jean Alesi ebenso im Griff, wie ein Jahr später bei Sauber den jungen Finnen Kimi Räikkönen, der damals schon als das Supertalent schlechthin angepriesen wurde.

Im Jahr darauf, Räikkönen war bereits von Mercedes aus seinem Vertrag bei Sauber herausgekauft und zu McLaren gewechselt, gesellte sich der brasilianische Debütant Felipe Massa als neuer Teamkollege neben Heidfeld zu Sauber. Doch auch Massa konnte mit dem Deutschen nicht mithalten und wurde im darauffolgenden Jahr als Testfahrer zu Ferrari abgeschoben, wo er erstmal ein erstes von insgesamt zwei Lehrjahren neben Michael Schumacher einlegen sollte.

2003, in seinem letzten Formel 1 Jahr, war Heinz-Harald Frentzen schliesslich Heidfelds Teamkollege bei Sauber. Gegen Frentzen hatte Heidfeld zwar grosse Probleme, behielt jedoch einen Platz in der Formel 1, da Frentzen zu Gunsten von Heidfeld auf einen Platz beim Jordan Team für die Saison 2004 verzichtete. Laut Frentzen sei Heidfeld "zu gut und zu jung, um sich bereits aus der Formel 1 zu verabschieden", so dass Frentzen letztlich freiwillig auf ein Cockpit verzichtete und seine Formel 1 Karriere daraufhin beendete.

Heidfelds Teamkollegen bei Jordan waren Giorgio Pantano und eben Timo Glock, die jedoch beide deutlich schwächer waren als der Mönchengladbacher.

Im Jahr 2005 kam es dann bei Williams-BMW zum bereits beschriebenen Duell mit dem Australier Mark Webber, bevor Heidfeld dem Ruf von BMW zum neugegründeten Team für 2006 folgte. Dort traf er auf Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, den er bis zu dessen Entlassung nach dem GP auf dem Hockenheimring, weitestgehend die Stirn hat bieten können. Villeneuves Nachfolger wurde daraufhin der bisherige Testfahrer Kubica, dem Heidfeld, sowohl nach Punkten als auch nach Trainingsduellen ( 5:1 für Heidfeld ) davonfuhr.


Das Fazit fällt positiv aus:

Nick Heidfeld ist alles in allem ein hervorragender Rennfahrer und Entwickler. Das gewisse Quentchen um Weltmeister zu werden hat er jedoch bisher noch nicht aufzeigen können. Ob seine möglichen Nachfolger über diese Fähigkeiten verfügen, bleibt eher fraglich. Somit bleibt Nick Heidfeld bei BMW die eindeutig bessere Wahl.
Zukünftige Weltmeister fallen bekanntlich nicht einfach so vom Baum-im aktuellen Fahrerfeld sind auch nur etwa drei bis vier Piloten, die dazu tatsächlich das Zeug haben...