Der 22 jährige WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hat nach einem Start-Ziel-Sieg in Ungarn, die Tabellenführung in der Formel 1 auf sieben Punkte gegenüber Teamkollege Fernando Alonso ausbauen können.
Hamilton verwies, in einem von Strategie geprägten Lauf, Kimi Räikkönen auf Ferrari und Nick Heidfeld auf BMW-Sauber auf die weiteren Podestplätze, während der zweifache Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso lediglich fünf WM-Punkte für Platz 4 einfahren konnte.
Der diesjährige Ungarn-Grand Prix war, ohne Regenschauer, auch in diesem Jahr wenig spektakulär, was durch die Streckenführung bedingt ist, die kaum Überholmanöver zulässt. Somit konnten weder Kimi Räikkönen, noch Fernando Alonso ihre Konkurrenten Hamilton, bzw. Nick Heidfeld überholen, obwohl sie schneller zu fahren im Stande gewesen wären. Bei etwa gleich schnellen Fahrzeugen ist es allerdings in der heutigen Formel 1, ohne Fehler des Vordermanns, bei Trockenheit beinahe unmöglich zu überholen. So wurde der 11-Saisonlauf einmal mehr zu einer Prozessionsfahrt der Beteiligten.
Unsportlichkeiten bestimmten das Wochenende
Überschattet wurde das Rennwochenende allerdings von den Machenschaften Ferraris hinter den Kulissen und einem unsportlichen Manöver Fernando Alonsos, der im entscheidenden Qualifying-Abschnitt exakt 10 Sekunden länger an der Box stehen blieb, als ihm angezeigt wurde, um dadurch dem hinter ihm wartenden WM-Konkurrenten und Teamkollegen Lewis Hamilton dessen letzten Anlauf auf die Pole Position zu verbauen. Als Konsequenz dafür wurde der 26-jährige Spanier in der Startaufstellung um fünf Plätze weiter nach hinten, auf Platz 6 gestuft, was ihm letztlich auch seine Siegchancen raubte. Die Strafe für Alonso geht allerdings absolut in Ordnung. Für ein ähnliches, wenn auch viel offensichtlicheres Manöver, wurde letztes Jahr Michael Schumacher in Monaco sogar ans Ende der Startaufstellung verbannt. Solche Manöver sind zwar unsportlich aber im knallharten Business der Formel 1 absolut nachvollziehbar. Erst recht im Kampf um den WM-Titel wird dort mit allen Bandagen gekämpft, was bei den Egoisten, die das Fahrerfeld bestimmen, gang und gäbe ist. Nur wer mit allen Wassern gewaschen ist, und gelegentlich auch zu unfairen Mitteln greift, wird in der Formel 1 Erfolg haben.
Die Tatsache jedoch, dass auch sein Team McLaren-Mercedes bestraft wurde und keine Punkte für die Konstrukteurswertung in Ungarn zugesprochen bekam, ist für mich nicht nachvollziehbar, da es sich bei dieser Aktion eindeutig um die eines Fahrers und nicht des Teams McLaren handelte.
Ferrari intrigiert mit allen Mitteln
Was Ferraris Machenschaften gegenüber McLaren anbelangt, muss auch in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass sich beide Teams im Kampf um die WM befinden und Ferrari alles daran setzt, seinem Konkurrenten aus England zu schaden.
Ferrari setzt hierbei seine mächtige Position hinter den Kulissen geschickt ein, um McLaren aus dem Konzept zu bringen, und sich dadurch einen Vorteil im Kampf um die Weltmeisterschaft zu verschaffen.
Das sogenannte "Stepney-Gate" ist in meinen Augen nur ein willkommener Aufhänger, da selbst Ferrari klar sein sollte, dass ein Konkurrent, dessen Auto schon existiert, nicht wirklich viel mit technischen Zeichnungen und Arbeitsabläufen des Rennstalls aus Maranello anfangen kann. Schliesslich unterscheiden sich die Konzepte der beiden Autos so fundamental, dass es nichts bringt, etwa einen Spoiler des Anderen einfach an sein Auto zu schrauben, da dadurch die Balance des Fahrzeugs aus dem Gleichgewicht geraten würde.
Anstatt mit allen möglichen, unfairen Mitteln in den Kampf um die höchste Krone im Motorsport einzugreifen, sollte man sich bei Ferrari auf das Wesentliche konzentrieren und das ist und bleibt der Sport auf der Strecke.
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