Ferrari-Pilot Felipe Massa konnte seinen letztjährigen Premierenerfolg in der Formel 1, in der Türkei wiederholen und verwies dabei seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen sowie Doppelweltmeister Fernando Alonso auf McLaren-Mercedes auf die weiteren Podiums-Plätze.
Der 26-jährige Spanier Alonso profitierte dabei von einem Reifenschaden seines Teamkollegen und WM-Spitzenreiters Lewis Hamilton, der diesen um zwei Plätze auf Position fünf zurückwarf. Dadurch konnte Alonso den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf fünf Zähler bei noch fünf ausstehenden Rennen verringern.
Rennen geprägt von Strategie
Einmal mehr war auch dieser 12. Saisonlauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft von Strategie geprägt und hatte demnach wenige packende Positionskämpfe auf der Strecke zu bieten.
Aufgrund der besseren Traktion, konnten sowohl Kimi Räikkönen, als auch die beiden BMW-Piloten Robert Kubica und Nick Heidfeld, die vor ihnen gestarteten Lewis Hamilton bzw. Fernando Alonso überholen und Plätze gutmachen. Die bessere Strategie brachte den McLaren-Mercedes von Alonso letztlich jedoch wieder an Heidfeld und Kubica vorbei auf Position vier hinter den beiden Ferrari und, bis zu dessen Reifenschaden, seinem Teamkollegen Hamilton.
Auffallend war dabei allerdings, dass Alonso nicht in der Lage war, das Tempo der vor ihm liegenden drei mitzugehen, so dass er, etwas Zeit auf die vor ihm liegenden verlor und somit der Langsamste dieses Quartetts war.
Qualifying-Leistungen im Brennpunkt
Ein weiterer interessanter Aspekt dieses Grand Prix-Wochenendes waren die teaminternen Abstände nach dem Qualifying.
Da die ersten zehn der Startaufstellung den dritten Teil der Qualifikation mit der Menge Benzin fahren müssen, mit der sie letztlich auch ins Rennen gehen, können immer erst nach der ersten Runde der Boxenstopps Rückschlüsse auf die jeweiligen Trainingsleistungen gezogen werden.
Demnach waren die von Massa und Hamilton gefahrenen Trainingszeiten deutlich besser, als die ihrer Teamkollegen, die jeweils vor ihnen die Box zum ersten Reifenwechsel anfuhren. Noch besser steht rückwirkend die Trainingsleistung von Nick Heidfeld dar, der vier Runden länger bis zu seinem ersten Boxenstopp hat fahren können, als sein Teamgefährte Robert Kubica, der lediglich drei Zehntel im Training schneller war, als der 30-jährige Deutsche. Dieser Abstand hätte, bei gleichwertigem Material, den Unterschied für eine Runde im Rennen ausmachen dürfen, nicht aber für vier.
Vettel muss sich Gedanken machen
Der 20-jährige Heppenheimer Sebastian Vettel muss sich langsam Gedanken über seine Leistung im Toro Rosso-Rennstall machen. Auch bei seinem zweiten Rennen für das Team aus dem italienische Faenza, stand er deutlich im Schatten seines zum Saisonende hin bereits ausgemusterten Teamkollegen, Vitantonio Liuzzi. Dieser schenkte ihm ganze sieben Zehntel Sekunden unter gleichen Bedingungen ein, was einem "Mann der Zukunft", für den Vettel von vielen Seiten gehalten wird, nicht passieren darf. Auch unter den Umständen, dass Vettel erst sein zweites Rennen für das Nachfolge-Team Minardi's bestritt und keinerlei Testfahrten mit dem Team hat fahren können, ist dies für einen wirklich guten Mann nicht zu erklären. Bleibt zu hoffen, dass er das Blatt schnell wird wenden können.
Seit Vettels Ankunft im Team scheint Liuzzi hingegen regelrecht erwacht zu sein.
Das er grosses Talent besitzt, hat Liuzzi bereits in den unteren Kategorien bewiesen, in der Formel 1 fiel er jedoch in eine Art Dornröschenschlaf, der nun, wo es für den Italiener um einen neuen Vertrag in der Formel 1 geht, zu Ende zu sein scheint.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen