Hockenheim 2005

Dienstag, 25. November 2008

Massa der beste Fahrer 2008

Die zu Saisonbeginn für die Formel-1-Weltmeisterschaft gemeldeten 22 Piloten in der Einzelkritik:


Hamilton:
Der Weltmeister gewann in der abgelaufenen Saison die schwierigsten Läufe, machte aber auch im Übereifer den ein oder anderen Fehler. Vom persönlichen Speed her ist er allerdings der schnellste Fahrer 2008 und der beste Überholer im Feld.
(Note 1-)

Massa:
Der brasilianische Vize-Weltmeister steigerte sich 2008 deutlich und agierte, nach zwei verfahrenen Rennen zu Saisonbeginn und einem schlechten Lauf im Regen von Silverstone, fehlerfrei. Selbst unter höchstem Druck überzeugte er mit exellenten Leistungen.
(Note 1)

Räikkönen:
Der Finne, als Weltmeister in die Saison gestartet, konnte nur im ersten Saisonviertel überzeugen. Bis zum fünften Lauf in der Türkei war er klar auf Titelverteidigungskurs. Durch technische Änderungen an den beiden Ferrari kam er allerdings vom Kurs ab und legte eine teilweise katastrophale weitere Saison hin. (Note 3-)

Kubica:
Der Pole konnte nur in der ersten Saisonhälfte, bis sein Fahrzeug seinen Entwicklungszenit erreicht hatte, für Überraschungen sorgen und unter anderem seinen ersten Grand Prix-Sieg feiern. In den letzten Rennen fiel er, wie bereits 2006 und 2007, hinter Teamkollege Heidfeld zurück.
(Note 2-)

Alonso:
Nach einer schlechten ersten Saisonhälfte, in der der Spanier teilweise unmotiviert wirkte und ungewohnte Fehler machte, konnte der Ex-Weltmeister im letzten Drittel der Saison ganz groß auftrumpfen und zwei Laufsiege feiern. Alonso war definitiv, neben Sebatian Vettel, der beste Mann der letzten 6 Rennen.
(Note 2+)

Heidfeld:
Nach einer mässigen ersten Saisonhälfte fand der Mönchengladbacher in den letzten Läufen wieder zu alter Stärke zurück und konnte seinen hochgehandelten Teamkollegen Robert Kubica, wie auch schon in der Vergangenheit, häufig hinter sich lassen.
(Note 3+)

Kovalainen:
Der finnische Teamkollege war 2008 besser als seine Ergebnisse und sein Ruf es vermuten lassen. Seine Rennergebnisse wurden meistens zugunsten von Teamkollege Hamilton "geopfert". Allerdings liegt Kovalainen durchschnittlich eine Zehntel pro Runde über den Zeiten seines jungen weltmeisterlichen Teamkollegen. An guten Tagen ist er allerdings ebenbürtig.
(Note 3+)

Vettel:
Sebastian Vettel ist die Überraschung des Jahres. Er konnte im letzten Drittel der Saison ganz groß auftrumpfen und sogar einen Laufsieg verbuchen! Im Laufe des Jahres legte der 21-jährige Heppenheimer eine nie gesehene Leistungsexplosion an den Tag, die ihn, nach mäßigem Saisonstart, regelmäßige Topplatzierungen herausfahren ließ. (Note 2+)

Trulli:
Jarno Trulli brach im Laufe des Jahres ein wenig ein, ist aber noch immer als absoluter Spitzenpilot einzustufen, der vorallem im Qualifying zu Glanzleistungen fähig ist.
(Note 3+)

Glock:
Timo Glock fuhr eine sehr solide Debüt-Saison und ist zu Recht in der Formel 1. Ihm fehlt zwar das letzte Quentchen zum absoluten Topfahrer, aber mit grosser Rennintelligenz gesegnet ist er in der Lage Achtungserfolge herauszufahren und gelegentlich Teamkollege Trulli zu schlagen.
(Note 3)

Webber:
Mark Webber ist die tragische Figur der heutigen Formel 1. Er steht sich oft selbst im Weg und wird nie zu einem Spitzenfahrer heranreifen. Zudem hat er die Gabe immer zu den falschen Teams zu wechseln.
(Note 3-)

Piquet:
Der Weltmeistersohn aus Brasilien konnte sich zum Ende des Jahres, nach ganz schlechtem Saisonbeginn, ein wenig fangen und regelmäßig Punkteplatzierungen herausfahren. Allerdings fehlt ihm der nötige Biss, um ein guter Formel-1-Pilot zu werden.
(Note 4)

Rosberg:
Nico Rosberg geht zum Teil übermotiviert ans Werk und provoziert dadurch Fehler. Ein schlechtes Auto konnte er 2008 in der Entwicklung nicht entscheidend vorantreiben. Neben einigen Glanzlichtern blieb er teilweise blass.
(Note 3)

Barrichello:
Der brasilianische Altmeister konnte auf seine alten Rennfahrertage, trotz eines katastrophalen Autos, den ein oder anderen respektablen Erfolg landen und seinen Teamkollegen Button weitestgehend in den Schatten stellen. Zum Aufhören ist Barrichello definitiv zu gut.
(Note 3)

Nakajima:
Der junge Japaner fuhr ebenfalls eine sehr respektable Debütsaison und konnte mit seinem hochgehandelten Teamkollege Rosberg durchaus mithalten. Ein ganz grosser dieses Sports wird zwar auch Nakajima nicht werden, aber in die Formel 1 gehört er allemal.
(Note 3-)

Coulthard:
Der 37-jährige Schotte hatte seinen Zenit 2008 bereits längst hinter sich gelassen und durch seinen Rücktritt den längst fälligen Schritt selbst erkannt. Eine teilweise katastrophale Leistung schließt seine Karriere ab.
(Note 4-)

Bourdais:
Der Brillenträger aus Le Mans hatte vor allem während der ersten Saisonhälfte mit seinem Fahrzeug zu kämpfen und viel teilweise weit hinter Teamkollege Vettel zurück. Im letzten Drittel der Saison konnte sich Bourdais jedoch fangen und sein wahres Potential zumindest andeuten. Der Franzose ist ebenfalls deutlich besser als seine Ergebnisse zeigen.
(Note 3-)

Button:
Jenson Button konnte einmal mehr nicht überzeugen und fiel hinter Teamkollege Barrichello zurück. Button war die meiste Saison hindurch unmotiviert und teilweise deplatziert. An Hondas Stelle wäre es eher an der Zeit, Button in Rente zu schicken als Barrichello.
(Note 4)

Fisichella:
Nach einer überraschend guten ersten Saisonhälfte brach der Römer ein wenig ein. In einem kleinen Team ist er jedoch durchaus in der Lage Glanzlichter zu setzen.
(Note 4+)

Sutil:
Adrian Sutil war zwar seinem Teamkollegen ebenbürtig, aber um in der Formel 1 aufzutrumpfen, muss er ganz einfach ein altes Schlachtross wie Giancarlo Fisichella, der kurz vor der Rennfahrerrente steht, schlagen.
(Note 4+)

Sato:
Takuma Sato ist ein durchaus schneller Pilot, der ebenfalls einen Platz in der Formel 1 verdient hätte.
(Note 3)

Davidson:
Anthony Davidson ist als Rennfahrer oftmals ein wenig überfordert und wird nie den Durchbruch schafffen. Er ist lediglich ein ganz passabler Testfahrer und wird dies wohl auch zukünftig wieder werden.
(Note 4)

Montag, 20. Oktober 2008

Lewis Hamilton auf dem Weg zum Weltmeistertitel

Der 23-jährige Brite Lewis Hamilton steht nach seinem Sieg in Shanghai kurz vor dem Gewinn seiner ersten Formel-1-Weltmeisterschaft.

Hamilton siegte in seinem McLaren-Mercedes, in einem von Taktik geprägten Grand Prix von China, vor seinem nunmehr einzigen Konkurrenten um den WM-Titel Felipe Massa auf Ferrari. Dritter wurde der noch amtierende Weltmeister Kimi Räikkönen aus Finnland, ebenfalls auf Ferrari.

Lewis Hamilton dominierte das ereignisarme Rennen vom Start weg nach Belieben und führt nun mit sieben Punkten Vorsprung die Weltmeisterschaftswertung vor Felipe Massa an. Ihm reicht nun ein fünfter Platz im letzten Saisonlauf in Brasilien, um der jüngste Champion in der Geschichte der Formel 1 zu werden. Favorit auf den Sieg in Sao Paulo ist allerdings Ferrari-Pilot Massa, dessen Fahrzeug die Streckencharakteristik in Brasilien eher entgegen kommen wird, als dem McLaren von Hamilton. Zusätzlichen Rückenwind wird der Brasilianer Massa in seinem Heimatland durch seine Landsleute erhalten, die alles dran setzen werden, um ihn doch noch zum Weltmeister zu machen. Massas Teamkollege Räikkönen, der noch amtierende Weltmeister, befindet sich zudem, nach einigen technischen Umbauarbeiten an seinem Ferrari, wieder im Aufwärtstrend, so dass er Massa eher unterstützen kann, als Hamilton Hilfe von seinem Teamkollege Kovalainen erwarten kann, der zurzeit seiner guten Form aus dem ersten Saisondrittel ein wenig hinterher fährt.

Hamilton kann lediglich ein technischer Defekt, eine Unachtsamkeit seinerseits oder ein Unfall vom ersten Titelgewinn abhalten. Letzteres scheint hierbei die wahrscheinlichste Variate zu sein, da sich viele Kollegen im Feld Felipe Massa als Weltmeister wünschen...

Montag, 13. Oktober 2008

Rennkommissare betreiben Schadensbegrenzung

Fragwürdige Entscheidungen der Rennkommissare prägten das Bild des gestrigen Formel-1-Grand Prix von Japan.

Eine, der insgesamt drei durch die Rennkommissare verhängten Strafen, war mehr als fragwürdig und lässt den Schluss zu, dass die Kommissare mit dem Ergebnis der zuvor verhängten Strafen nicht zufrieden waren.

Die erste Durchfahrtsstarfe traf einmal mehr den in der WM führenden McLaren-Mercedes Piloten Lewis Hamilton, der beim Start zum Japan Grand Prix mit der Brechstange versuchte seine verlorene Position wieder zurück zu gewinnen. Da es sich hierbei um den Start zu einem Formel-1-Lauf handelt, bei dem es gelegentlich zu heftigen Unfällen kommt, die keine Strafen nach sich ziehen, erscheint eine Bestrafung gegen Hamilton mehr als fraglich. Vielmehr hätte man Hamiltons Teamkollegen Heikki Kovalainen für eine Bestrafung heranzuiehen können, da dieser scheinbar absichtlich den beiden Ferrari-Piloten das Einlenken in die erste Kurve erschwerte.

Die zweite Durchfahrtsstrafe erging gegen den Zweiten der Gesamtwertung, Felipe Massa, der in Runde zwei Lewis Hamilton in einen Dreher zwang. Diese Starfe ist zwar berechtigter als die gegen Hamilton, lässt jedoch auch den Schluss zu, dass man dadurch eine Bevorteilung Ferraris durch die Sport- und Rennkommissare zurückzuweisen versuchte.

Die dritte Starfe hingegen wurde Toro Rosso-Fahrer Bourdais auferlegt, der aus der Box kommend, Felipe Massa in der engen ersten Kurve berührte. Beide Fahrzeuge drehten sich daraufhin, konnten jedoch ohne Schäden weiterfahren. Nach Abschluss des Rennens wurde Bourdais hierfür um seinen tollen sechsten Platz gebrach und um 25 Sekunden im Endklassement zurückgestuft. Hiervon profitierte widerum Felipe Massa, der dadurch einen Platz nach vorne rutschte und zwei Zähler in der WM-Wertung auf Hamilton gutmachen konnte.

Diese Strafe ist absolut ungerechtfertigt, da es sich um einen vollkommen normalen Rennzwischenfall handelte, der in beinahe jedem Rennen vorkommt. Beide Piloten müssen dem Anderen Raum zum Überleben lassen-da Bourdais in der Kurve bereits ganz innen am Grünstreifen war, ist eher gegen Ferrari-Pilote Massa eine Strafe auszusprechen, da dieser Bourdais den nötigen Raum nicht liess un seinen Dreher somit selbst verschuldete.

Die nachträgliche Strafe lässt viel Raum für Spekulationen. Die Rennkommissare helfen mit der Strafe gegen Bourdais, Felipe Massa und Ferrari auf dem Weg zum Weltmeistertitel gegen den ungeliebten Ron Dennis und seinen Rennstall McLaren. Da Massa, wider Erwarten, nicht in der Lage war mehr Punkte auf Hamilton im Gesamtklassement aufzuholen, wurde ihm auf diese Weise ein weiterer Punkt durch die Kommissarsentscheidung geschenkt.

Alonso siegt erneut

Das Rennen gewann übrigens Fernando Alonso, der den zweiten Sieg in Folge landen konnte und den Aufwärtstrend seines Renault-Teams unterstrich. Alonso profiterte lediglich von der recht unübersichtlichen Startprozedur, die ihn an der Topfavoriten auf den Sieg vorbeibrachte. Alonso war vom Speed seines Renault im weiteren Verlauf jedoch in der Lage die Pace zu setzen und Robert Kubica auf BMW und Weltmeister Kimi Räikkönen hinter sich zu halten.

Montag, 29. September 2008

Alonso gewinnt Nacht Grand Prix in Singapur

Vom 15. Startplatz aus gelang Fernando Alonso ein überraschender Sieg im 800. Formel-1-Grand Prix der Geschichte, der zugleich der erste Nacht Grand Prix überhaupt war.

Alonso profitierte hierbei von einem technischen Defekt im Qualifying, der ihn zwar auf Startplatz 15 zurückwarf, ihm gleichzeitig aber Freiheiten bei der Betankung seines Renault einräumte, die den ersten 10 Piloten der Startaufsetllung nicht erlaubt sind. Die Tatsache, dass Alonsos Teamkollege Nelson Piquet mit einem Unfall in der 15 Runde die erste Safety Car-Phase des Rennens hervorrief und bis auf Alonso, der zwei Runden zuvor getankt hatte, sämtliche Spitzenleute an die Box kamen und dadurch viel Zeit verloren, machte den Weg für den Spanier zu seinem ersten Saisonsieg frei.

Fehler der Ferrari-Boxenmannschaft

Begünstigt wurde der zweimalige Ex-Weltmeister zudem durch die Durchfahrtsstrafe für Nico Rosberg, der trotz Tankverbots, seinen Williams-Toyota betanken musste, um nicht ohne Sprit auszurollen. Auch profitierte Alonso vom Missgeschick der Ferrari-Truppe, die beim ersten Tankstopp den bis dahin unangefochten führenden Felipe Massa zu früh auf die Strecke schickten, obwohl der Tankvorgang an seinem Ferrari noch nicht beendet war, so dass Massa mitsamt Tankschlauch davon fuhr.

Allerdings handelt es sich hierbei, im Gegensatz zu einem ähnlichen Zwischenfall in Valencia, um einen Fehler der Ferrari-Crew, da der Mechaniker, der die neuartige Boxenampel, die nur Ferrari nutzt, zu früh auf grün umschaltete. Das System, ist im Vergleich zu normal üblichen manuellen Freigabe durch einen Mechaniker eindeutig zu problematisch. Die herkömmliche Variante ist nicht nur sicherer, sondern auch schneller, da der bedienende Mechaniker nicht nur die Arbeit der restlichen am Boxenstopp beteiligten Mechaniker an einer gewissen Distanz überblicken, sondern deren Ende technisch freigeben muss, was eine zusätzliche Fehlerquelle in sich birgt.

Dieser Fauxpas wirft Felipe Massa drei Rennen vor Saisonende im WM-Klassement empfindlich zurück, da WM-Konkurrent Lewis Hamilton durch seinen dritten Platz in Singapur hinter Alonso und dem überraschend starken Nico Rosberg seine Fürhrung in der Weltmeisterschaftswertung auf nunmehr 7 Punkte ausbauen konnte.

Singapur - das Highlight im Kalender

Der erstmals gefahrene Grand Prix von Singapur setzte neue Maßstäbe und Orientierungspunkte für die anderen Austragungsorte im Formel-1-Kalender. Die Mischung aus Nacht Grand Prix und spektakulärer Streckenführung durch die Strassen des Stadtstaates, liessen spektakuläre Bilder entstehen, wie sie die Formel-1-Welt noch nicht gesehen hat.

Dienstag, 16. September 2008

Vettel mit Sensationssieg

Sebastian Vettel trug sich in mit seinem sensationellen Sieg beim Grand Prix von Italien in Monza in die Geschichtsbücher der Formel 1 ein.

Der 21-jährige Heppenheimer ist nicht nur der jüngste Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der einen Grand Prix-Sieg feiern konnte, sondern, nach seiner überraschenden Trainingsbestzeit im Qualifying am Samstag, zudem der jüngste Pole-Setter in den Statstiken der Königsklasse des Motorsports.

Bei seiner ungefährdeten Triumphfahrt im regnerischen königlichen Park von Monza profitierte Vettel von seiner Trainingsbestzeit und der freien Sicht nach vorne, die den hinterherfahrenden 19 Piloten teilweise zuschaffen machte. Ausserdem passte die Boxenstopp-Startegie von Toro Rosso genau auf den Rennverlauf, so dass Vettel zu den günstigsten Zeitpunkten Reifen wechselte. Konkurrenten um den Sieg, wie WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton aus England, mussten hingegen einen zusätzlichen Boxenstopp einlegen, um die, für abtrocknende Bedingungen geeigneteren Intermediates auszufassen. Im Gegensatz zu den meisten anderen "Glückssiegen" zuvor, profitierte der 21-jährige Deutsche allerdings nicht von Ausfällen und Unzulänglichkeiten der Spitzenpiloten, sondern dominierte in seinem unterlegenen Toro Rosso das Feld nach Belieben.

Eine solche Glanzleistung macht den zurzeit jüngsten Piloten im 20-köpfigen Fahrerfeld interessant für die Spitzenteams McLaren-Mercedes, Ferrari und BMW. Seine herausragenden fahrerischen Qualitäten hat Sebastian Vettel in der Vergangenheit bereits einige Male bei widrigen Witterungssverhältnisse demonstrieren können, jedoch noch nicht in ein solches Spitzenresultat ummünzen können.

Vettel auf dem Weg an die Spitze

Bereits seit einigen Rennen ist bei Sebastian Vettel eine stetige fahrerische Steigerung zu erkennen, die ihn für die Spitzenteams interessant und ihn gleichzeitig zur deutschen Nachwuchshoffung schlechthin macht. Weitere Grand Prix-Siege werden folgen und womöglich auch der ein oder andere WM-Titel in der höchsten Motorsportkategorie.

Vettels Steigerung in den letzten Monaten ist so imposant, dass man ihn neben Lewis Hamilton und Robert Kubica zu den zukünfigen Champions der Formel 1 zählen muss. Er ist abgeklärt, konstant und weitestgehend fehlerfrei unterwegs, was ihn neben seiner Intelligenz und analytischen Herangehensweise an den Job des Formel-1-Fahrers auszeichnet.

Montag, 25. August 2008

Massa dominiert in Valencia

Der brasilianische Ferrari-Pilot Felipe Massa konnte erneut überzeugen und den erstmals ausgetragen Europa Grand Prix auf dem Valencia Street Circuit gewinnen. Hierbei verwies Massa, den weiter in der WM führenden McLaren-Mercedes Piloten, Lewis Hamilton auf den zweiten Platz und BMW-Sauber Fahrer Robert Kubica auf Rang drei.


Felipe Massa dominierte das, entgegen aller Erwartungen, ereignisarme Rennen vom Start weg und konnte sich somit für seinen verloren gegangenen sicheren Sieg beim vorletzten Saisonlauf in Ungarn rehabilitieren, wo ihm ein Motorschaden drei Runden vor Schluss den Sieg kostete. Massa konnte hierbei in Valencia an seine blitzsaubere Fahrt von Ungarn anknüpfen und einen ungefährdeten Sieg herausfahren.

Der Valencia Grand Prix brachte erneut ein teilweise starkes teaminternes Leistungsgefälle zutage, demzufolge Weltmeister Kimi Räikkönen ebenso wenig Felipe Massa folgen konnte, wie Nick Heidfeld seinem Teamkollegen Robert Kubica bei BMW-Sauber. Lewis Hamiltons Teamkollege bei McLaren-Mercedes Heikki Kovalainen fällt ebenfalls, nach einem starken Saisonbeginn, gegenüber dem jungen Briten ab und kann, trotz schwererer Betankung zu Beginn des Rennens auch diesmnal nicht von den Differenzrunden profitieren.

Allen drei Fahrern ist ein zu konservativer Umgang mit den Bridgestone Einheitsreifen gemein, die Räikkönen, Heidfeld und Kovalainen, vorallem im Qualifying nicht auf den Punkt genau auf Temperatur bringen können. Dies resultiert in schlechteren Startplätzen, die sie durch die kritische Aerodynamik bei der Verfolgung der Vorderleute nicht durch Überholmanöver verbessern können.

Massa machte einmal mehr deutlich, dass er im Fahrerfeld zu den absoluten Spitzenpiloten zählt und sich vor niemandem zu verstecken braucht. Der Brasilianer profitiert hierbei von der Saison 2006, wo er als Teamkollege von Rekordweltmeister Michael Schumacher, extrem viel hat lernen und sich abschauen können, was ihn fahrerisch deutlich nach vorne gebracht hat. Sein, im Vergleich zu Teamkollege Räikkönen deutlich aggressiverer Fahrstil, der die Reifen, am ansonsten reifenschonenden Ferrari, schneller auf Temperatur bringt, macht Massa zum Titelanwärter Nummer eins. Sein einziges Manko im WM-Kampf gegen Lewis Hamilton ist derzeit die fehlende Standfestigkeit seines Ferrari, die in Valencia Kimi Räikkönen eine Platzierung in den Punkterennen kostete.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Bilanz zur Saisonhalbzeit

Nach dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone vom vergangenen Wochenende ist in der Formel-1-Weltmeisterschaft Saisonhalbzeit.

In Silverstone konnte Lewis Hamilton einmal mehr seine Extraklasse bei schlechten Wetterverhältnissen unter Beweis stellen und einen ungefährdeten Sieg vor seinem Heimpublikum herausfahren. Zweiter wurde ein einmal mehr fehlerfrei fahrender Nick Heidfeld auf BMW-Sauber, der mit herausragenden Überholmanövern auffiel. Den dritten Platz konnte Rubens Barrichello herausfahren, der dieses Ergebnis, weinger seinem kaum konkurrenzfähigen Honda, als vielmehr seiner fahrerischen Brillianz und einer guten taktischen Überlegung seiner Teamleitung zu verdanken hat. Das Honda-Team fuhr bei stärker werdendem Regen als einziger Rennstall mit Regenreifen, während die Konkurrenz auf den Intermediates, die für Mischverhältnisse gedacht sind, blieb, so dass Barrichello Gegner um Gegner überholen und zwischenzeitlich bis auf Rang 2 nach vorne fahren konnte.

Auffallend schlecht sortiert waren einmal mehr die beiden Ferrari von Weltmeister Kimi Räikkönen und Felipe Massa, die hauptsächlich durch Dreher und falsche Taktik auffielen. Räikkönen konnte mit einem vierten Rang halbwegs Schadensbegrenzung betreiben, während der WM-Spitzenreiter Massa abgeschlagen Letzter wurde.


Unkonstante Topteams

Am bisherigen Saisonverlauf fällt bisher auf, dass es kaum eine Konstante gibt. So geht es im Titelkampf zwischen Lewis Hamilton und den beiden Ferrari hin und her. Im Gegensatz zu vergangenen Jahren gewinnen die Ferrari diese Saison auf McLaren-Mercedes Terrain, während Hamilton das ein oder andere Mal Ferrari-typische Strecken als Sieger verlassen konnte. Auffallend war bisher auch die aussergewöhnlich hohe und unerklärliche Fehlerquote bei den beiden Topteams, weshalb BMW-Sauber sowohl in der Fahrer, als auch in der Teamwertung bisher Anschluss halten kann.


Trulli bisher überragend

Ausserordentlich gut tritt in den bisherigen neun Saisonläufen den 34-jährige Toyota-Pilot Jarno Trulli auf, der einmal mehr demonstriert, dass er zu den absoluten Spitzenfahrern zählt. Trulli ist weiterhin kaum zu überholen und fährt seinen Toyota zudem zuverlässig in die Punkteränge. Neben Trulli fällt mir bisher, wie immer, positiv der Grand Prix-Rekordstarter Rubens Barrichello auf, der meistens vor seinem Teamkollegen Button liegt, der von Pseudoexperten noch immer als kommender Weltmeister angesehen wird. Barrichello fährt konstant und bringt bei chaotisch verlaufenden Rennen regelmäßig Punkte heim, die kaum ein anderer Pilot im Feld herausfahren würde.

Trotz ihres hohen Formel-1-Fahreralters sind Trulli und Barrichello (36Jahre)noch immer eine Bank, während David Coulthard mit 37 Jahren schon seit langem ausgemustert gehört. Coulthard ist sich dessen inzwischen auch selbst bewusst und ist seiner kurz bevorstehenden Ausmusterung durch eine rechtzeitige Rücktrittsankündigung zum Saisonende hin zuvorgekommen.

Freitag, 13. Juni 2008

BMW feiert Premierensieg

Das BMW-Sauber Formel-1-Team konnte im kanadischen Montreal seinen ersten Sieg feiern

Dabei glückte nicht nur BMW der Premierensig, sondern auch dem polnischen Piloten Robert Kubica, der beim 29sten Start in der Formel1 triumphieren konnte. Zweiter wurde Kubicas deutscher Teamkollege Nick Heidfeld, der BMW damit einen Doppelsieg bescherte.

Möglich wurde der Sieg durch eine Unachtsamkeit des bisherigen WM-Spitzenreiters, Lewis Hamilton, der bis dato unangefochten in Führung lag. Hamilton übersah bei seinem ersten Boxenstopp, während einer Safety Car-Phase, die beiden an der roten Ampel am Ende der Boxengasse stehenden Fahrzeuge von Weltmeister Kimi Räikkönen und Robert Kubica und fuhr dem Ferrari des Finnen beinahe ungebremst ins Heck. Hamilton seinerseits wurde vom Wiesbadener Nico Rosberg auf Williams-Toyota ebenfalls gerammt, der jedoch, im Gegensatz zu Räikkönen und Hamilton, das Rennen nach einem Nasenwechsel fortsetzen konnte.

Strafen für Hamilton und Rosberg

Beide Piloten bekamen nach Rennende von den Renn-Kommissaren eine Rückversetzung um 10 Startplätze für den nächsten Grand Prix im französischen Magny Cours als Konsequenz für die Auffahrunfälle aufgebrummt, was zumindest im Falle Hamiltons vollkommen in Ordnung geht. Schließlich hat Hamilton sowohl die rote Ampel übersehen, als auch die beiden parkenden Autos. Vermutlich hat Hamilton über sein Lenkrad elektronische Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen und war deshalb unachtsam. Ein solcher Fehler darf einem Fahrer vom Schlage eines Lewis Hamilton jedoch definitiv nicht passieren.

Bei Nico Rosberg sieht der Fall allerdings anders aus. Rosberg hatte Hamilton direkt vor sich und muss sich somit am vor ihm fahrenden McLaren-Mercedes orientieren. Da die beiden stehenden Fahrzeuge von Räikkönen und Kubica durch Hamilton verdeckt sind, kann Rosberg diese nicht sehen und ihm bleibt somit nichts anderes übrig, als auf den McLaren von Hamilton ebenfalls aufzufahren.

BMW-Sauber konnte aus dem Unfall zwischen Hamilton und Räikkönen Profit schlagen und das Rennen unangefochten nach Hause fahren. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass BMW zwar weiterhin auf die beiden Top-Teams von Ferrari und McLaren-Mercedes aufholt, jedoch noch nicht im Stande ist aus eigener Kraft zu siegen. Dazu sind weiterhin besondere Umstände vonnöten.

Piquet zu schlecht

Auffällig ist, wie von mir bereits vor Saisonbeginn vorausgesagt, dass Nelson Piquet das Tempo von Fernando Alonso bei Renault nicht mitgehen kann und ihm einfach der Speed für die Formel 1 fehlt. Piquet war in keiner Kategorie ein ernstzunehmender Fahrer, was sich nun, einmal mehr, in der Königsklasse des Motorsports bewahrheitet.

Allerdings gibt es zur Zeit kaum Alternativen zu Piquet. Anthony Davidson ist ebenfalls nicht als das Top-Fahrer zu bezeichnen, während Takuma Sato eher in Frage käme. Da Sato allerdings ein Honda-Mann ist, ist die Variante Sato/Renault auszuschließen. Die einzige ernsthafte Möglichkeit für Renault stellt derzeit Ralf Schumacher dar, der auf dem Markt wäre, so er denn aus seinem DTM-Vertrag heraus käme. Schumacher hat das fahrerische und technische Potential, um Renault weiter zu helfen. Ralf Schumacher wäre zwar auch nicht in der Lage vor Alonso herum zu fahren, allerdings ist er definitiv besser als der Weltmeistersohn aus Brasilien, Nelson Piquet jun.

Dienstag, 27. Mai 2008

Hamilton siegt in Monaco

Dank eines Fahrfehlers in der sechsten Runde des Monaco-Grand Prix konnte Lewis Hamilton seinen ersten Sieg im Fürstentum an der Cote d' Azur feiern.


Der 23-jährige Brite geriet Ausgangs der Tabakkurve mit seinem rechten Hinterrad an die Leitplanke und beschädigte sich dabei den Reifen. Da sein McLaren-Mercedes, bei dem folgenden Boxenstopp, neben dem fälligen Reifenwechsel vollgetankt wurde, verschaffte man sich dadurch den entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkrurrenz in Form von Felipe Massa auf Ferrari und Robert Kubica auf BMW-Sauber. Sowohl der BMW-Sauber-Pilot, als auch Felipe Massa mussten deutlich vor Hamilton zum Tankstopp die Boxen aufsuchen, was Hamilton zum Sieg nutzen konnte.

Chaos blieb erwartungsgemäss aus

Das von vielen "Experten" im Vorfeld befürchtete Chaos, im Regen in Monaco ohne Traktionskontrolle und Motorbremse zu fahren, blieb aus. Schliesslich wurde in Monaco der bereits sechste Saisonlauf gefahren, so dass die besten Piloten der Welt, neben ausgiebigen Testfahrten, ausreichende Möglichkeiten hatten, die, seit Saisonbeginn neuen Vorraussetzungen, kennenzulernen. Die Fehler, die während des vergangenen Formel-1-Wochenendes stattfanden sind genauso zahlreich wie in der Vergangenheit und vollkommen typisch für Monaco.

Deutsche im Aufwind

Sämtliche deutsche Piloten befinden sich derzeit eindeutig im Aufwind. Der Force India-Pilot Adrian Sutil aus Gräfelfing fuhr bis zu seinem unverschuldeten Ausscheiden kurz vor Ende des Grand Prix, auf Position vier liegend, einen genauso eindrucksvollen, fehlerfreien Lauf wie der junge Heppenheimer Sebastian Vettel, der letztlich Fünfter werden konnte.

Sutil konnte zudem erstmals in dieser Saison das Trainingsduell gegen seinen bis dato deutlich überlegenen Teamkollegen Giancarlo Fisichella für sich entscheiden.
Der Erfolg im Rennen wird für beide einen psychologischen Aufwind bedeuten, von dem sie in den nächsten Rennen profitieren werden können.

Timo Glock aus Wersau kommt seinem Teamkollegen Jarno Trulli ebenfalls immer näher und wird mehr und mehr zu einer ernst zu nehmenden Bedrohung für den Italiener. Trulli wird zwar weiterhin die Oberhand behalten können, ist aber stärker gefordert, als zuletzt.

Im Rennen allerdings beging Glock drei Flüchtigkeitsfehler, die Beschädigungen am Auto, jedoch keinen Ausfall, zur Folge hatten, so dass er, mit weidwundem Auto, das Rennen vor seinem Teamkollegen beenden konnte.

Der gebürtige Wiesbadener Nico Rosberg konnte seine brilliante Trainingsleistung, mit Startplatz sechs, leider nicht umsetzen, da er oftmals zu ungestüm ans Werke ging. Er schied, nach seinem ebenfalls dritten Fehler, nach einem heftigen Unfall aus. Rosberg wird seine Lehren daraus ziehen und in Zukunft geduldiger sein und abwarten.

Nick Heidfeld wird derzeit zwar kritisiert, teilweise auch zu Recht, dennoch sollte man bei BMW-Sauber Geduld mit ihrem Piloten haben!
Heidfelds Problem liegt im Reifenaufwärmprozess, weshalb er im Training nicht richtig in Fahrt kommt und deutlich hinter seinem schnellen polnischen Teamkollegen Kubica ins Rennen geht. Kubica besitzt zwar das größere Potential als Heidfeld kann es aber nicht immer umsetzen, weshalb Heidfeld häufig vor Kubica lag.

Heidfeld besitzt definitv das Zeug, um diese Pechsträhne zu beenden und wieder zu Kubica aufzuschliessen. Letztes Jahr war Heidfeld der deutlich bessere, weil erfolgreichere, Fahrer bei BMW-Sauber. Heidfeld hat über Nacht nicht das Fahren verlernt, so dass er sich aus dieser Situation wird befreien können.

Nach seinem schlechten 13. Startplatz konnte sich der Mönchengladbacher zügig bis auf Platz 5 nach vorne fahren, bis ihn die Folgen eines unverschuldeten Unfalls mit Ex-Welmeister Fernando Alonso aussichtslos zurückwarfen. Das Rennen Heidfelds war bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls fehlerfrei-ihm fehlt lediglich zur Zeit das nötige Glück!!!

Montag, 7. April 2008

BMW der Favoritenschreck

Der Ferrari-Doppelsieg in Bahrein geriet fast schon zur Selbstverständlichkeit und war alles andere als eine Überraschung.

Dass der Sieger des dritten Saisonlaufs zur Formel1-1-Weltmeisterschaft Felipe Massa und nicht Weltmeister Kimi Räikkönen hiess, ebenso wenig. Schliesslich sind die beiden Ferrari-Piloten vom Potential her beinahe ebenbürtig.

Der 26-jährige Brasilianer Massa braucht sich, solange er seine Nerven im Griff hat, vor absolut niemandem im Fahrerfeld zu verstecken!

Fehler, wie er sie in den ersten beiden Läufen der Saison gemacht hat, sollten zwar nicht passieren, kommen aber bei jedem Formel-1-Piloten, mehr oder weniger häufig vor. Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher unterliefen gelegentlich dramatische Fehler, so dass Felipe Massa diesbezüglich in prominenter Runde ist und nicht allein dasteht.

Zur Zeit wird Ferrari der Favoritenrolle durchaus gerecht. Die technischen und strategischen Fehler, die dem Team in Melbourne unterliefen, scheinen ausgemerzt. Wenn es beim Hauptkonkurenten McLaren-Mercedes weiter nicht zusammenläuft, dann sollte inzwischen sogar schon BMW-Sauber aus eigner Kraft für Podiumsplatzierungen und, bei Problemen der beiden Ferrari, für den ein oder anderen Sieg gut sein.

Die Probleme, die das deutsch-schweizerische BMW-Sauber-Team vor der Saison mit der sich ständig verschiebenden Balance der beiden Fahrzeuge gehabt hat, sind zwar noch nicht 100%ig im Griff, aber BMW hat den Abstand auf Ferrari und McLaren dennoch deutlich verkürzen können.

McLaren fehlt es an Speed

Bei McLaren-Mercedes läuft es hingegen zur Zeit nicht rund. Nach dem überlegenen Laufsieg in Melbourne, büßten die Autos etwas an Speed auf die Konkurenten Ferrari und BMW ein, so dass sie in den letzten beiden Läufen nicht mehr in der Lage waren, das Tempo der Ferrari und BMW mitzugehen.

Allerdings muss der englische Rennstall auch in Schutz genommen werden, da, in der heutigen Formel-1 bereits Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Von besonderer Bedeutung ist in dieser Saison, mehr denn je, die Kombination Auto, Reifen, Temperatur und Streckenbelag.
So hat selbst Ferrari unter bestimmten Bedingungen Probleme die Reifen auf die richtige Arbeitstemperatur zu bringen, was in dieser Saison zu sich ständig ändernder Konkurenzfähigkeit führen könnte.

Toyota, Honda und Fisichella die grossen Überraschungen

Überraschend stark präsentieren sich bisher die beiden japanischen Hersteller Toyota und Honda. Bei beiden bewahrheiten sich die schlechten Testzeiten in der Saisonvorbereitung nicht, so dass vorallem Toyota zu einem heissen Anwärter auf vordere Punktplatzierungen und eventuell auch vereinzelte Podestplatzierungen geworden ist. Auch Honda kann, mit etwas Glück, aus eigener Kraft, regelmässig in die Punkte vorstossen, wonach es vor der Saison wahrlich nicht ausgesehen hat.

Beide Teams haben eine drastisch verbesserte Aerodynamik gemein, was auch diesen Leistungssprung erklärt.

Giancarlo Fisichella scheint beim Hinterbänklerteam Force India, die von einem deutlich höheren Budget, als in den Vorjahren profitieren, förmlich aufzublühen.

Fisichella galt immer als ein grosses Talent, das in einem Topteam durchaus um Siege und Titel würde mitreden können. Als er ab der Saison 2005 bei Renault diese Chance drei Jahre lang bekam, konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen jedoch keinesfalls erfüllen und wurde vor dieser Saison ausgemustert.

Die Tatsache, dass Fisichella nun erneut zu spitzen Leistungen in einem kleinen Team im Stande ist, nährt den Verdacht, dass er lediglich mit kleinen Mannschaften und begrenztem Budget zu Glanzleistungen in der Lage ist. Seinen recht hoch eingeschätzten Teamkollegen Adrian Sutil hat der 35-jährige Römer jedenfalls locker im Griff, so dass sich Sutil ernsthafte Gedanken um seine Zukunft in der Formel-1 machen muss.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Das aktuelle Kräfteverhältnis

Die Saisonvorbereitungen der elf Formel-1 Teams laufen zur Zeit auf Hochtouren und obwohl es noch ein Monat bis zum ersten Weltmeisterschaftslauf im australischen Melbourne ist, lässt sich das derzeitige Kräfteverhältnis in der Formel-1 erkennen.

Ferrari der Top-Favorit

Trotz erneuter Umstrukturierung und Neubesetzung des Postens des Ferrari-Teamchefs durch Stefano Domenicali, der den Franzosen Jean Todt, nach über 14 äußerst erfolgreichen Jahren, ablöst, stellt sich der Titelverteidiger aus Maranello derzeit in Topform dar.

Die bei den bisherigen Testfahrten gefahrenen Zeiten lassen den amtierenden Weltmeister Kimi Räikkönen auf die erfolgreiche Titelverteidigung hoffen. Der 28-jährige Finne scheint durch seinen überraschenden Titelgewinn 2007 gereift und selbstbewusster zu Werke zu gehen, was ihn zu dem Fahrer macht, den es in der bevostehenden Saison zu schlagen gilt. Auch im teaminternen Duell gegen den Brasilianer Felipe Massa scheint Räikkönen seit dem letzten Drittel der vergangenen Saison die Oberhand gewonnen zu haben.

Knapp hinter Ferrari folgt das McLaren-Mercedes Team, das wegen der Folgen der Spionageaffäre, vorallem aber wegen des Teamwechsels des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso zu Renault, Federn lassen musste. Alonsos Fähigkeiten ein Auto zu entwickeln und sämtliche Teammitglieder zu motivieren werden dem Rennstall aus dem englischen Woking definitiv fehlen. Der Superstar der vergangenen Saison, Lewis Hamilton, muss erst noch zeigen, dass er ein Team führen und auf der Entwicklungsseite in die richtige Richtung lenken kann. Sein neuer Teamkollege Heikki Kovalainen wird es schwer gegen Hamilton haben und circa ein Zehntel pro Runde hinter Hamilton liegen.

BMW-Sauber schwächelt

Eine kleine Lücke, von in etwa fünf Zehntel Sekunden, tut sich hinter McLaren auf, bis das noch immer recht junge Team von BMW-Sauber folgt. Dort gibt es derzeit einige Probleme mit dem Handling des Fahrzeugs, so dass der Abstand auf das Duo Ferrari und McLaren nicht verringert werden konnte. Mit dem etwas kritisch zu fahrenden Auto scheint zudem der junge Pole Kubica besser zurecht zu kommen als der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der etwas an Boden auf seinen Teamkollegen zu verlieren scheint.

BMW-Sauber führt eine Gruppe bestehend aus Williams-Toyota, Renault und Red Bull an, die allesamt für regelmässige Punkteplatzierungen gut sind. Im Fall von Renault wird der Rückkehrer Alonso wieder erfolgreichere Zeiten einleuten, als dies in der abgelaufenen Saison der Fall war. Renault sollte ab Saisonmitte für Podestplätze gut sein.

Williams auf dem Weg zurück

Das Williams-Team um Nico Rosberg könnte die Überraschung der kommenden Saison werden. Schnell war das Auto in den vergangenen beiden Jahren zwar auch, aber an der Zuverlässigkeit haperte es, so dass dem Traditionsrennstall aus dem englischen Grove viele Punkte verloren gingen. Bei den bisherigen Testfahrten zeigte sich neben einem beeindruckenden Speed auch die nötige Standfestigkeit, was dem Rennstall im Jahr seines 30-jährigen Bestehens helfen sollte, wieder den Anschluss an die Spitze zu schaffen.

Bei Red Bull macht sich die Arbeit des Techniker-Stabes um Adrian Newey bemerkbar, die allmählich erste Früchte tragen sollte.

Hinter Red Bull folgt auch schon das Schwesterteam von Toro Rosso, die die ersten Läufe mit einem überarbeiteten Vorjahreswagen bestreiten werden, um dort von dessen ausgereifter Technik und Standfestigkeit zu profitieren. Bei Toro Rosso wird es einen interessanten teaminternen Zweikampf zwischen dem jungen Heppenheimer Sebastian Vettel und dem vierfachen Champcar-Meister Sebastien Bourdais geben, der, nach langen Jahren des Wartens, endlich sein Debüt in der Formel-1 geben wird, bei dem Vettel knapp die Oberhand behalten sollte.

Toyota und Honda stagnieren

In dieser Gruppe wird sich einmal mehr auch Toyota einfinden, die aufgrund von aerodynamischen Defiziten auch dieses Jahr über vereinzelte Punktgewinne nicht hinaus kommen werden. Das diesjährige Fahrzeug der Kölner-Japaner ist schlicht und ergreifend zu konservativ designt und im Vergleich zu den Fahrzeugen der Mitkonkurrenten fast schon antiquiert.

Bei Honda wird auch nach der Ankunft des neuen Teamchefs Ross Brawn nicht allzu viel zusammenlaufen. Das Team wird erneut auf den hinteren Plätzen in der Startaufstellung zu finden sein und nicht in den Kampf um Podestplätze eingreifen können. Erst im kommenden Jahr wird die Arbeit von Ross Brawn erste Früchte tragen. Sein Einfluss auf das 08er Auto war, wegen seiner späten Ankunft im Team, zu gering.

Am Ende des Feldes tummeln sich das chronisch finanzschwache Team von Super Aguri, das dem Spyker-Nachfolgerennstall Force India hinterher fahren wird. Während Force India durch den neuen Besitzer auf finanziell gesicherten Beinen steht, sieht es bei Super Aguri diesbezüglich recht düster aus. Wenn das finanzstarke Schwesterteam Honda seine Zahlungen einstellt, wird der japanische Rennstall um Ex-Formel-1-Fahrer Aguri Suzuki seine dritte Saison in der Königsklasse wohl nicht zu Ende fahren können.