Der Ferrari-Doppelsieg in Bahrein geriet fast schon zur Selbstverständlichkeit und war alles andere als eine Überraschung.
Dass der Sieger des dritten Saisonlaufs zur Formel1-1-Weltmeisterschaft Felipe Massa und nicht Weltmeister Kimi Räikkönen hiess, ebenso wenig. Schliesslich sind die beiden Ferrari-Piloten vom Potential her beinahe ebenbürtig.
Der 26-jährige Brasilianer Massa braucht sich, solange er seine Nerven im Griff hat, vor absolut niemandem im Fahrerfeld zu verstecken!
Fehler, wie er sie in den ersten beiden Läufen der Saison gemacht hat, sollten zwar nicht passieren, kommen aber bei jedem Formel-1-Piloten, mehr oder weniger häufig vor. Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher unterliefen gelegentlich dramatische Fehler, so dass Felipe Massa diesbezüglich in prominenter Runde ist und nicht allein dasteht.
Zur Zeit wird Ferrari der Favoritenrolle durchaus gerecht. Die technischen und strategischen Fehler, die dem Team in Melbourne unterliefen, scheinen ausgemerzt. Wenn es beim Hauptkonkurenten McLaren-Mercedes weiter nicht zusammenläuft, dann sollte inzwischen sogar schon BMW-Sauber aus eigner Kraft für Podiumsplatzierungen und, bei Problemen der beiden Ferrari, für den ein oder anderen Sieg gut sein.
Die Probleme, die das deutsch-schweizerische BMW-Sauber-Team vor der Saison mit der sich ständig verschiebenden Balance der beiden Fahrzeuge gehabt hat, sind zwar noch nicht 100%ig im Griff, aber BMW hat den Abstand auf Ferrari und McLaren dennoch deutlich verkürzen können.
McLaren fehlt es an Speed
Bei McLaren-Mercedes läuft es hingegen zur Zeit nicht rund. Nach dem überlegenen Laufsieg in Melbourne, büßten die Autos etwas an Speed auf die Konkurenten Ferrari und BMW ein, so dass sie in den letzten beiden Läufen nicht mehr in der Lage waren, das Tempo der Ferrari und BMW mitzugehen.
Allerdings muss der englische Rennstall auch in Schutz genommen werden, da, in der heutigen Formel-1 bereits Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Von besonderer Bedeutung ist in dieser Saison, mehr denn je, die Kombination Auto, Reifen, Temperatur und Streckenbelag.
So hat selbst Ferrari unter bestimmten Bedingungen Probleme die Reifen auf die richtige Arbeitstemperatur zu bringen, was in dieser Saison zu sich ständig ändernder Konkurenzfähigkeit führen könnte.
Toyota, Honda und Fisichella die grossen Überraschungen
Überraschend stark präsentieren sich bisher die beiden japanischen Hersteller Toyota und Honda. Bei beiden bewahrheiten sich die schlechten Testzeiten in der Saisonvorbereitung nicht, so dass vorallem Toyota zu einem heissen Anwärter auf vordere Punktplatzierungen und eventuell auch vereinzelte Podestplatzierungen geworden ist. Auch Honda kann, mit etwas Glück, aus eigener Kraft, regelmässig in die Punkte vorstossen, wonach es vor der Saison wahrlich nicht ausgesehen hat.
Beide Teams haben eine drastisch verbesserte Aerodynamik gemein, was auch diesen Leistungssprung erklärt.
Giancarlo Fisichella scheint beim Hinterbänklerteam Force India, die von einem deutlich höheren Budget, als in den Vorjahren profitieren, förmlich aufzublühen.
Fisichella galt immer als ein grosses Talent, das in einem Topteam durchaus um Siege und Titel würde mitreden können. Als er ab der Saison 2005 bei Renault diese Chance drei Jahre lang bekam, konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen jedoch keinesfalls erfüllen und wurde vor dieser Saison ausgemustert.
Die Tatsache, dass Fisichella nun erneut zu spitzen Leistungen in einem kleinen Team im Stande ist, nährt den Verdacht, dass er lediglich mit kleinen Mannschaften und begrenztem Budget zu Glanzleistungen in der Lage ist. Seinen recht hoch eingeschätzten Teamkollegen Adrian Sutil hat der 35-jährige Römer jedenfalls locker im Griff, so dass sich Sutil ernsthafte Gedanken um seine Zukunft in der Formel-1 machen muss.
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