Hockenheim 2005

Montag, 27. Juli 2009

Hamilton gelingt Überraschungssieg

Der erste Saisonsieg des amtierenden Weltmeisters Lewis Hamilton auf dem Hungaroring bedeutet gleichzeitig auch den ersten Sieg eines Kers-betriebenen Fahrzeugs in der Formel-1-Geschichte.


In den letzten Wochen war zwar ein deutlicher Aufwärtstrend bei der McLaren-Mercedes Mannschaft offensichtlich, dass dieser jedoch so schnell zu einem Sieg führen würde ist schon überraschend. In Ungarn profitierte Hamilton bei seinem ersten Saisonsieg von der für sein Kers-System optimalen Streckenführung in Budapest, den für sein Fahrzeug optimalen Luft-Temperaturen, den von Reifenausrüster Bridgestone angelieferten Reifen und den nachlassenden Favoriten um Brawn GP und Red Bull, die speziell in Bezug auf WM-Spitzenreiter Brawn GP den Anschluss an die Spitze verlieren und um die Verteidigung ihrer Spitzenpositionen in den beiden WM-Wertungen bangen müssen. Jenson Buttons Vorsprung beträgt zwar immer noch stolze 18,5 Punkte vor Red Bull-Pilot Mark Webber, wobei er vom Ausfall seines bisherigen Haupkonkurrenten im WM-Kampf Sebastian Vettel und der grossen Punkteausbeute der im WM-Klassement weit abgeschlagen rangierenden Piloten Hamilton und des zweitplatzierten Räikkönen profitierte, so dass sein Vorsprung nur unwesentlich schrumpfte.

McLarens Form eine Ausnahme

Der Sieg von McLaren-Mercedes dokumentiert die unglaubliche Leistung des Traditionsrennstalls bei der Fahrzeugweiterentwicklung in den letzten Wochen, stellt jedoch nicht unbedingt eine Kehrtwende im Kräfteverhältnis der Formel-1 dar. Bis der Rennstall aus dem englischen Woking kontinuierlich wieder Rennen gewinnen wird, wird es noch einige Rennen dauern. Ähnlich gestaltet sich das Bild bei Ferrari, die, wie auch Renault, einen deutlichen Aufwärtstrend offenbaren. Auch bei diesen beiden Teams in die absolute Siegfähigkeit noch nicht wieder hergestellt. Es zeigt sich jedoch das Potential der ehemaligen Weltmeisterteams, innerhalb weniger Wochen einen dramatischen Rückstand aufholen zu können.

Renault-Strafe völlig überzogen

Der Verlust des rechten Vorderreifens am Renault von Fernando Alonso nach dessen erstem Boxenstopp zog eine drastische Strafe nach dem Grand Prix nach sich. Der Rennstall wurde von den Rennkommissaren für den kommenden Grand Prix von Europa im spanischen Velencia suspendiert, obwohl hier der Fehler eines einzelnen vorliegt. Der "Lollipop-Mann" gab Alonso das Zeichen zum Anfahren nach dessen Boxenstopp eindeutig zu früh, obwohl die Mechaniker am rechten Vorderrad den Reifenwechsel noch nicht abgeschlossen hatten. Daraufhin die Fahrer und die gesamte Mannschaft für das nächste Rennen auszuschließen ist völlig überzogen. Sofern es bei diesem Urteil bleibt und Renault mit Superstar Alonso nicht starten wird, werden deutlich weniger Zuschauer an den neuen Strassenkurs im spanischen Valencia ströhmen, als dies bei einer Teilnahme des spanischen Nationalhelden der Fall wäre.

Ein geeignetes Starfmaß gegen Renault wäre eine Geldstrafe und der vorübergehende Ausschluss aus der Konstrkteurswertung gewesen. Ein gesamtes Team derart für den Fehler eines einzelnen zu bestrafen ist jedoch nicht gerechtfertigt. Mit dieser Entscheidung könnte zudem einem möglichen Ausstieg des Autoherstellers Renault, der im Rahmen der Weltwirtschaftskrise durchaus möglich ist, Vorschub geleistet werden, womit sich die Formel-1, durch die Entscheidung einiger Rennkommissare selbst schaden würde.

Montag, 13. Juli 2009

Webber mit Premierensieg

Der 32-jährige Australier Mark Webber hat am Nürburgring ein fast fehlerfreies Wochenende mit seinem ersten Formel-1-Sieg gekrönt. Webber bestätigte damit seine zurzeit hervorragende Form und verwies seinen jungen Teamkollegen Sebastian Vettel auf den zweiten Platz. Für Red Bull bedeutete dieses Ergebnis den bereits dritten Doppelsieg dieser Saison.

Der einzig wahre Konkurrent Webbers um den Sieg, der Brasilianer Rubens Barrichello, wurde hingegen von seinem Team um eine bessere Position als Platz sechs gebracht. So kostete ein seltsam verlaufender Tankvorgang Barrichello etwa fünf Sekunden, während seine Drei-Stopp-Strategie ebenfalls Zweifel aufkommen lässt. Es hat den Anschein, als würde das Brawn-Team Barrichellos Teamkollegen Jenson Button eindeutig bevorzugen.

Brawn GP verliert an Boden

Zur Saisonhalbzeit scheint es, als würde Brawn GP im Wettrüsten der Formel-1-Teams etwas an Boden auf die Konkurrenz einbüßen. Unabhängig von den niedrigen Aussentemperaturen, die den anderen Teams eher in die Karten spielen, scheint das Team um Ross Brawn zurzeit deutlich langsamer zu sein als Red Bull, während man allerdings noch immer von einem recht großen Vorsprung in den Weltmeisterschaftswertungen profitieren kann.

Fazit nach der Saisonhalbzeit

Der Grand Prix von Deutschland markierte die Saisonhalbzeit in einer von ständig wechselnder Konkurrenzfähigketit auf Seiten der Teams geprägten Formel-1-Saison. Einzige Konstanten sind bisher die beiden diesjährigen Topteams von Brawn GP und Red Bull, die bisher sämtliche Siege unter sich aufteilten. Dahinter gibt es von Rennen zu Rennen Verschiebungen, die entweder der Streckencharakteristik oder den Wetterbedingungen geschuldet sind. Der Lauf auf dem Nürburgring erweckt jedoch den Anschein, als würde speziell das Team von McLaren-Mercedes um Weltmeister Lewis Hamilton einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht und den Anschluss an die Spitze fast hergestellt haben. Auch bei Ferrari sind deutliche Verbesserungen vorgenommen worden, die regelmäßige Punkteplatzierungen im Bereich des Podiums erwarten lassen.

Auf dem Fahrersektor gibt es einige Enttäuschungen, die auf baldige Cockpit-Wechsel schließen lassen. So enttäuscht bisher auf ganzer Linie der Toro Rosso-Fahrer Sebastien Bourdais, der sich oft selbst im Weg steht und mit seinem jungen Kollegen Sebastien Buemi kaum mithalten kann. Ein ähnliches Bild herrscht auch bei Renault vor, wo Nelson Piquet jun. ebenfalls ausgetauscht werden sollte. Piquet bekam sein diesjähriges Cockpit auch nur, weil er im letzten Jahr mit seinem Ausscheiden in Singapur maßgeblich am ersten Saisonsieg seines Teamkollegen Alonso beteiligt war und als Dank dafür eine Vertragsverlängerung erhielt. Ebenfalls enttäuschend agieren bisher auch Kazuki Nakajima bei Williams und Heikki Kovalainen bei McLaren-Mercedes, die zwar im Gegensatz zu Piquet großes Potential besitzen, sich allerdings weit unter Wert verkaufen. Kurz vor dem verdienten Ruhestand steht zudem Giancarlo Fisichella, der bei Force India seine letzten Rennen vor seinem Abschied aus der Königsklasse bestreitet.