Der erste Saisonsieg des amtierenden Weltmeisters Lewis Hamilton auf dem Hungaroring bedeutet gleichzeitig auch den ersten Sieg eines Kers-betriebenen Fahrzeugs in der Formel-1-Geschichte.
In den letzten Wochen war zwar ein deutlicher Aufwärtstrend bei der McLaren-Mercedes Mannschaft offensichtlich, dass dieser jedoch so schnell zu einem Sieg führen würde ist schon überraschend. In Ungarn profitierte Hamilton bei seinem ersten Saisonsieg von der für sein Kers-System optimalen Streckenführung in Budapest, den für sein Fahrzeug optimalen Luft-Temperaturen, den von Reifenausrüster Bridgestone angelieferten Reifen und den nachlassenden Favoriten um Brawn GP und Red Bull, die speziell in Bezug auf WM-Spitzenreiter Brawn GP den Anschluss an die Spitze verlieren und um die Verteidigung ihrer Spitzenpositionen in den beiden WM-Wertungen bangen müssen. Jenson Buttons Vorsprung beträgt zwar immer noch stolze 18,5 Punkte vor Red Bull-Pilot Mark Webber, wobei er vom Ausfall seines bisherigen Haupkonkurrenten im WM-Kampf Sebastian Vettel und der grossen Punkteausbeute der im WM-Klassement weit abgeschlagen rangierenden Piloten Hamilton und des zweitplatzierten Räikkönen profitierte, so dass sein Vorsprung nur unwesentlich schrumpfte.
McLarens Form eine Ausnahme
Der Sieg von McLaren-Mercedes dokumentiert die unglaubliche Leistung des Traditionsrennstalls bei der Fahrzeugweiterentwicklung in den letzten Wochen, stellt jedoch nicht unbedingt eine Kehrtwende im Kräfteverhältnis der Formel-1 dar. Bis der Rennstall aus dem englischen Woking kontinuierlich wieder Rennen gewinnen wird, wird es noch einige Rennen dauern. Ähnlich gestaltet sich das Bild bei Ferrari, die, wie auch Renault, einen deutlichen Aufwärtstrend offenbaren. Auch bei diesen beiden Teams in die absolute Siegfähigkeit noch nicht wieder hergestellt. Es zeigt sich jedoch das Potential der ehemaligen Weltmeisterteams, innerhalb weniger Wochen einen dramatischen Rückstand aufholen zu können.
Renault-Strafe völlig überzogen
Der Verlust des rechten Vorderreifens am Renault von Fernando Alonso nach dessen erstem Boxenstopp zog eine drastische Strafe nach dem Grand Prix nach sich. Der Rennstall wurde von den Rennkommissaren für den kommenden Grand Prix von Europa im spanischen Velencia suspendiert, obwohl hier der Fehler eines einzelnen vorliegt. Der "Lollipop-Mann" gab Alonso das Zeichen zum Anfahren nach dessen Boxenstopp eindeutig zu früh, obwohl die Mechaniker am rechten Vorderrad den Reifenwechsel noch nicht abgeschlossen hatten. Daraufhin die Fahrer und die gesamte Mannschaft für das nächste Rennen auszuschließen ist völlig überzogen. Sofern es bei diesem Urteil bleibt und Renault mit Superstar Alonso nicht starten wird, werden deutlich weniger Zuschauer an den neuen Strassenkurs im spanischen Valencia ströhmen, als dies bei einer Teilnahme des spanischen Nationalhelden der Fall wäre.
Ein geeignetes Starfmaß gegen Renault wäre eine Geldstrafe und der vorübergehende Ausschluss aus der Konstrkteurswertung gewesen. Ein gesamtes Team derart für den Fehler eines einzelnen zu bestrafen ist jedoch nicht gerechtfertigt. Mit dieser Entscheidung könnte zudem einem möglichen Ausstieg des Autoherstellers Renault, der im Rahmen der Weltwirtschaftskrise durchaus möglich ist, Vorschub geleistet werden, womit sich die Formel-1, durch die Entscheidung einiger Rennkommissare selbst schaden würde.
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