Der 32-jährige Australier Mark Webber hat am Nürburgring ein fast fehlerfreies Wochenende mit seinem ersten Formel-1-Sieg gekrönt. Webber bestätigte damit seine zurzeit hervorragende Form und verwies seinen jungen Teamkollegen Sebastian Vettel auf den zweiten Platz. Für Red Bull bedeutete dieses Ergebnis den bereits dritten Doppelsieg dieser Saison.
Der einzig wahre Konkurrent Webbers um den Sieg, der Brasilianer Rubens Barrichello, wurde hingegen von seinem Team um eine bessere Position als Platz sechs gebracht. So kostete ein seltsam verlaufender Tankvorgang Barrichello etwa fünf Sekunden, während seine Drei-Stopp-Strategie ebenfalls Zweifel aufkommen lässt. Es hat den Anschein, als würde das Brawn-Team Barrichellos Teamkollegen Jenson Button eindeutig bevorzugen.
Brawn GP verliert an Boden
Zur Saisonhalbzeit scheint es, als würde Brawn GP im Wettrüsten der Formel-1-Teams etwas an Boden auf die Konkurrenz einbüßen. Unabhängig von den niedrigen Aussentemperaturen, die den anderen Teams eher in die Karten spielen, scheint das Team um Ross Brawn zurzeit deutlich langsamer zu sein als Red Bull, während man allerdings noch immer von einem recht großen Vorsprung in den Weltmeisterschaftswertungen profitieren kann.
Fazit nach der Saisonhalbzeit
Der Grand Prix von Deutschland markierte die Saisonhalbzeit in einer von ständig wechselnder Konkurrenzfähigketit auf Seiten der Teams geprägten Formel-1-Saison. Einzige Konstanten sind bisher die beiden diesjährigen Topteams von Brawn GP und Red Bull, die bisher sämtliche Siege unter sich aufteilten. Dahinter gibt es von Rennen zu Rennen Verschiebungen, die entweder der Streckencharakteristik oder den Wetterbedingungen geschuldet sind. Der Lauf auf dem Nürburgring erweckt jedoch den Anschein, als würde speziell das Team von McLaren-Mercedes um Weltmeister Lewis Hamilton einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht und den Anschluss an die Spitze fast hergestellt haben. Auch bei Ferrari sind deutliche Verbesserungen vorgenommen worden, die regelmäßige Punkteplatzierungen im Bereich des Podiums erwarten lassen.
Auf dem Fahrersektor gibt es einige Enttäuschungen, die auf baldige Cockpit-Wechsel schließen lassen. So enttäuscht bisher auf ganzer Linie der Toro Rosso-Fahrer Sebastien Bourdais, der sich oft selbst im Weg steht und mit seinem jungen Kollegen Sebastien Buemi kaum mithalten kann. Ein ähnliches Bild herrscht auch bei Renault vor, wo Nelson Piquet jun. ebenfalls ausgetauscht werden sollte. Piquet bekam sein diesjähriges Cockpit auch nur, weil er im letzten Jahr mit seinem Ausscheiden in Singapur maßgeblich am ersten Saisonsieg seines Teamkollegen Alonso beteiligt war und als Dank dafür eine Vertragsverlängerung erhielt. Ebenfalls enttäuschend agieren bisher auch Kazuki Nakajima bei Williams und Heikki Kovalainen bei McLaren-Mercedes, die zwar im Gegensatz zu Piquet großes Potential besitzen, sich allerdings weit unter Wert verkaufen. Kurz vor dem verdienten Ruhestand steht zudem Giancarlo Fisichella, der bei Force India seine letzten Rennen vor seinem Abschied aus der Königsklasse bestreitet.
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