Hockenheim 2005

Donnerstag, 26. September 2013

Vettel der Dominator der Formel 1

Sebastian Vettel fährt derzeit in der Formel 1 die Konkurrenz in Grund und Boden. Dem Dauerweltmeister aus Heppenheim und seinem Red Bull kann seit dem Ende der Sommerpause niemand mehr das Wasser reichen. In Singapur fuhr Vettel den dritten Sieg in Folge ein und baute damit seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft auf 60 Punkte aus. Sechs Rennen vor Ende ist dem 26-jährigen Deutschen der vierte Weltmeistertitel in Folge kaum noch zu nehmen.

Eine solche Dominanz wie in Singapur hat selbst Sebastian Vettel bislang noch nicht gezeigt. Auf dem winkligen Stadtkurs in der südostasiatischen Metropole fuhr Vettel teilweise bis zu 2 Sekunden pro Runde schnelle als die direkte Konkurrenz. Auf der Strecke auf der Vettel die bislang meisten Punkte einfahren konnte, siegte er am vergangenen Wochenende bereits zum dritten Mal in Folge. Mit dem 33. Grand Prix-Sieg im 113. Formel 1-Rennen seiner Karriere ließ Vettel nun auch Fernando Alonso in der Statistik hinter sich. Vettel rangiert inzwischen auf dem vierten Rang der nach Siegen erfolgreichsten Piloten der Formel 1-Geschichte.

Vettel konnte in der laufenden Saison bereits sechs Siege einfahren, während sein Teamkollege, Mark Webber, noch immer leer ausgeht. Da Webber die gleichen technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen wie dem Deutschen, macht Vettel den Unterschied. Ein weiteres Indiz dafür ist das diesjährige Teamduell im Qualifying. Als einziger Pilot im Starterfeld hat Vettel noch keinen Grand Prix hinter seinem australischen Widersache aufnehmen müssen.

Hält die Dominanz von Vettel und Red Bull weiter an?

Dass die Dominanz von Vettel und Red Bull auch nach der großen Regelreform im kommenden Jahr anhält, ist gut möglich. Neben der Umrüstung auf 1,6l Turbomotoren wird auch in Zukunft der Aerodynamik der Boliden eine große Bedeutung zukommen. Längere Getriebe und größere Speicher für die Energierückgewinnungssysteme und deren Kühlung benötigen ebenso mehr Platz, wie die beiden Turbolader der Motoren. Die Aggregate aerodynamisch effizient unter der Motorabdeckung zu platzieren, wird die Techniker noch lange beschäftigen.

Da Red Bulls technischer Direktor, Adrian Newey, in der Vergangenheit bereits häufiger mit guten Ideen von Regeländerungen profitiert hat, könnte dies auch 2014 der Fall sein. Es ist also gut möglich, dass Sebastian Vettel auch in der kommenden Saison der Konkurrenz um die Ohren fährt. Aerodynamisch zumindest hinken die Konkurrenzteams von Ferrari und Mercedes den Red Bull traditionsgemäß immer hinterher. Auch die womöglich stärkeren Motoren, wie sie besonders Mercedes angedichtet werden, gewinnen noch lange keinen Grand Prix. Dazu muss auch das restliche Paket stimmen. Genau wie es Red Bull seit nunmehr 2010 besitzt.

Dienstag, 10. September 2013

Erfolgreiche Schadensbegrenzung

Zwei Wochen nach seinem ungefährdeten Sieg beim Grand Prix von Belgien gewann Weltmeister Sebastian Vettel nun auch den Lauf im italienischen Monza. Damit konnte der 26-jährige Deutsche auf den beiden Strecken triumphieren, die dem Red Bull vom Layout her am wenigsten zu liegen schienen. In beiden Fällen machte Vettel bereits kurz nach dem Start alles klar. Mit einem cleveren Einsatz von Kers überraschte Vettel in Spa den von der Pole Position ins Rennen gegangenen Lewis Hamilton kurz nach der berühmten Eau Rouge-Senke.

Im Gegensatz zu Vettel hatte Hamilton seinen Kers-Vorrat bereits kurz nach dem Start aufgebraucht, während Vettel antizyklisch unterwegs war. Der Heppenheimer sparte sich den 82-PS-Schub auf und zog problemlos auf dem langen Bergaufstück am Mercedes von Hamilton vorbei. Sein Sieg in den belgischen Ardennen war anschließend nicht mehr in Gefahr. In Monza traktierten die Red Bull-Strategen und Techniker des Teams nach 2011 erneut mit einer gut durchdachten Getriebeübersetzung.

Der bislang in Monza als Erfolgsindikator schlechthin angesehene Top-Speed wurde zugunsten einer besseren Beschleunigung aus den engen Schikanen heraus und einer etwas höheren Kurvengeschwindigkeit geopfert. Wie 2011 spekulierte die Erfolgsmannschaft aus dem englischen Brackley richtig. Vettel konnte vom besten Startplatz aus in den Grand Prix starten und seine Führung in den kritischen ersten Runden verteidigen. Den in den Kurven herausgefahrenen Vorsprung konnten die Konkurrenten trotz höheren Top-Speeds auf den Geraden nicht aufholen.

Red Bull im Sicherheitsmodus

Dabei gingen die beiden Red Bull mit einem Sicherheitsschaltmodus in das Rennen. Nachdem am Samstag bereits die Schaltklauen und das Getriebeöl an den Schaltboxen der beiden Boliden gewechselt wurden, verordnete Technik-Direktor Adrian Newey seinen Piloten einen Regenmodus, bei dem die Gänge schonender und etwas verlangsamt eingelegt werden. Newey reagierte damit auf erhöhte Drücke in der Schaltbox von Mark Webber in den freien Freitagstrainings.

Nach seinem sechsten Saisonsieg ist Sebastian Vettel der vierte Weltmeistertitel in Folge kaum mehr zu nehmen. Der Dauer-Weltmeister schickt sich an, sämtliche Rekorde zu brechen. In Monza triumphierte Vettel bereits zum 32 Mal in der Formel 1 und zog damit mit Fernando Alonso gleich. Der Spanier wurde wie zuletzt in Spa auch in Monza hinter Vettel Zweiter. Kommendes Jahr könnte es zwischen den Ferrari-Piloten nicht mehr so harmonisch zugehen wie zuletzt in Monza. Die Spatzen pfeifen bereits von den Dächern, dass Felipe Massa sein Cockpit nach acht Jahren in Rot wird räumen müssen. Sein Nachfolger wird sein ehemaliger Teamkollege bei Ferrari, Kimi Räikkönen, werden. Räikkönen, der Ende 2009 zugunsten von Fernando Alonso das Team verlassen musste, würde damit Lotus den Rücken kehren und den Rennstall nach nur zwei Jahren wieder verlassen.

In Monza zeigte sich einmal mehr, dass sich Felipe Massa vollkommen in den Dienst des Teams stellte. Er bot seinem Teamkollegen im Qualifying Windschatten und ließ Alonso im Rennen kampflos passieren. Solch ein Entgegenkommen dürfte mit Kimi Räikkönen im Cockpit der Vergangenheit angehören. Alonso sollte zwar das teaminterne Duell gegen den Weltmeister von 2007 für sich entscheiden, doch sollte ihm Räikkönen näher kommen, als dies Massa in den vergangenen vier Jahren schaffte.

Die Entscheidung für Räikkönen bedeutet auch, dass Ferrari die fahrerisch sichere Karte spielt und sich gegen die Unbekannte Nico Hülkenberg entschied. Hülkenberg, der in Monza vom hervorragenden dritten Startplatz in das Rennen ging, könnte im Gegenzug Räikkönen bei Lotus beerben. Ein besseres Auto als der diesjährige Sauber sollte Hülkenberg helfen, sich weiter zu profilieren. Ähnlich wie Sebastian Vettel steht auch Hülkenberg vor einer erfolgreichen Zukunft in der Formel 1.