Sebastian Vettel schreibt die Rekordbücher der Formel 1 weiter um. Nach einem ereignisreichen Rennen im brasilianischen Sao Paulo reichte dem 25-jährigen Heppenheimer ein sechster Platz, um sich den dritten Weltmeistertitel in Folge zu sichern.
Vettel krönte die erst fünfte komplette Formel 1-Saison seiner Karriere mit dem dritten Titel. Der Red Bull-Pilot ist damit der erste Fahrer der Formel 1-Geschichte, der seinen ersten Weltmeistertitel zwei Mal erfolgreich verteidigen konnte. Mit dem Gewinn der dritten Weltmeisterschaft steigt Vettel in den illustren Kreis der dreifachen Titelträger der Königsklasse auf. Mit erst 25 Jahren steht Vettel nun auf einer Stufe mit Jack Brabham, Jackie Stewart, Niki Lauda, Nelson Piquet und Ayrton Senna. Lediglich Alain Prost, Juan-Manuel Fangio und Michael Schumacher haben mehr Titel gewonnen als der Deutsche.
Hülkenberg mit Glanzleistung
Der Zweikampf um die Weltmeisterschaft zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso stellte den spektakulären Kampf um die Spitzenpositionen in den Hintergrund. Während Vettel bereits in der vierten Kurve von Bruno Senna umgedreht wurde und daraufhin das Feld von hinten aufrollen musste, kam es vorne zu einem Dreikampf zwischen den beiden McLaren-Piloten und Nico Hülkenberg. Hülkenberg führte im Force India das Feld sogar lange Zeit an. Lediglich der immer wieder einsetzende Regen führte zu einem Quersteher, den Lewis Hamilton prompt ausnutzte. Doch Hülkenberg gab nicht auf. Der Emmericher setzte fünf Runden später zum erneuten Überholmanöver an. Dabei verlor er auf einer feuchten Stelle das Heck seines Boliden und beförderte den neben ihm fahrenden Lewis Hamilton ins Aus.
Hülkenberg konnte zwar weiterfahren, eine Durchfahrtsstrafe brachte ihn allerdings um die verdienten Lorbeeren. Ohne die völlig zu Unrecht gegen ihn verhängte Strafe wäre der ebenfalls 25-Jährige mindestens Zweiter geworden und hätte damit zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere auf dem Podest gestanden. Brasilien scheint Hülkenberg Glück zu bringen. Zwei Jahre nach seiner ersten Pole Position sammelte der Deutsche an gleicher Stelle seine ersten Führungskilometer. Über weite Strecken war er der schnellste Mann auf der Strecke. Bei Mischverhältnissen zeigt sich, aus welchem Holz die Fahrer geschnitzt sind. Hülkenberg steht eine große Karriere in der Formel 1 bevor. Sollte Sauber in der kommenden Saison ein ähnlich gutes Auto auf die Räder stellen, wie in der abgelaufenen Saison, könnte Hülkenberg womöglich den ein oder anderen Grand Prix-Sieg einfahren.
Die Saison hätte zwei Weltmeister verdient
Sebastian Vettel gewann die Weltmeisterschaft letztlich mit drei Punkten Vorsprung vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso. Vettel, der mit fünf Siegen 2012 auch die meisten Rennen gewinnen konnte, verdient zwar den Titel - Die fahrerisch höher einzustufende Leistung hat allerdings sein Konkurrent Alonso abgeliefert. Ohne die beiden unverschuldeten Startkarambolagen in Spa und Suzuka wäre der Spanier wohl Weltmeister geworden.
Alonso fuhr eine bemerkenswerte Saison. Fehlerlos holte der 31-Jährige über das gesamte Jahr gesehen das absolute Maximum aus dem unterlegenen Ferrari. Dreizehn Podestplätze sprechen Bände. Zwei seiner drei Saisonsiege holte Alonso lediglich aufgrund seiner unglaublichen Rennintelligenz. Sollte es Ferrari kommende Saison gelingen, ein von Saisonbeginn an gutes Rennauto an den Start zu bringen, wird Fernando Alonso in der aktuellen Form auch für Vettel nur schwer zu schlagen sein.
Michael Schumacher beendet seine Karriere endgültig
In Sao Paulo ging nebenbei die erfolgreichste Motorsportkarriere der Formel 1-Geschichte zu Ende. Auf Platz sieben verabschiedete sich Michael Schumacher in den wohlverdienten Ruhestand. Leider war seine zweite Karriere nicht von dem Erfolg gekrönt, den sich alle Beteiligten erhofft hatten. Dennoch kann Schumacher erhobenen Hauptes den Helm an den Nagel hängen. Das letzte Jahr seines Comebacks war das Beste seit seiner Rückkehr 2010.
Trotz vieler technischer Gebrechen an seinem Mercedes konnte der 43-jährige Rekordweltmeister einige Glanzlichter setzen. Sein letzter Grand Prix zählt mit Sicherheit dazu. Nach einem Reifenschaden ans Ende des Feldes zurückgeworfen musste auch Schumacher sich wieder nach vorne durchkämpfen. Seine Glückszahl „sieben“ bedeutete das Ende der Fahnenstange. Erstmals in den vergangenen drei Jahren konnte der Deutsche das teaminterne Trainingduell gegen Kollege Rosberg mit 10:10 unentschieden beenden. Der große Punkteunterschied zwischen den beiden Mercedes-Piloten ist in erster Linie auf Schumachers Technikpech zurückzuführen und somit zu vernachlässigen. Schumacher wird der Formel 1 fehlen!
Ach ja, den Grand Prix in Brasilien gewann übrigens Jenson Button im McLaren-Mercedes. Bei einmal mehr schwierigen äusseren Bedingungen fuhr Jenson Button fehlerlos zu seinem dritten Saison- und insgesamt 15. Karrieresieg.