Hockenheim 2005

Montag, 25. Juni 2012

Alonso gewinnt turbulenten Grand Prix in Valencia

Fernando Alonso macht das Unmögliche möglich. Von Starplatz 11 ins Rennen gegangen holte sich der Spanier den Sieg vor heimischer Kulisse.

Die diesjährige Formel 1-Saison ist unvorhersehbar. Nicht nur, dass es sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Saisonläufen gab. Jetzt gewinnt plötzlich mit Fernando Alonso auch noch ein Pilot von Startposition 11 aus ein Rennen. Und das auf einer Strecke, die das Überholen nicht gerade einfach macht. In der Formel 1 scheint derzeit alles möglich zu sein.

Alonso behält in der laufenden Saison als einziger Fahrer stets den Überblick. Mit einem weit unterlegenen Ferrari fuhr der 30-Jährige bereits zu Saisonbeginn bemerkenswerte Ergebnisse ein. Darunter der Sieg im verregneten Malaysia. Nach dem zweiten Coup in Valencia führt der inzwischen 29-fache Grand Prix-Sieger sogar die Gesamtwertung mit 20 Punkten Vorsprung vor Mark Webber an. Eine Tatsache, die alleine dem außergewöhnlichen Talent Alonsos geschuldet ist. Ohne den Spanier stünde die Truppe aus Maranello weiterhin nirgendwo.

Bei seiner Fahrt auf das oberste Podest bestach Alonso mit kompromisslosen Überholmanövern. So gewann er bereits nach dem Start vier Positionen. Im weiteren Rennverlauf arbeitete sich der Asturier bis auf Position zwei nach vorne, ehe er vom technisch bedingten Ausfall des über weite Strecken unangefochten führenden Sebastian Vettel profitierte.

Pech für Vettel und Grosjean

Ein ähnliches Schicksal wie den deutschen Doppelweltmeister ereilte wenig später den auf Position zwei fahrenden Romain Grosjean. Auch er musste seinen Lotus plötzlich ohne Vortrieb am Streckenrand abstellen. Apropos Grosjean. Der junge gebürtige Schweizer ist die Überraschung der Saison. Wenn man einmal von einigen Unfällen in der Startphase absieht, die übermotiviert zustande gekommen sind, fährt Grosjean eine beeindruckende erste Saisonhälfte. Davon war nach seinem völlig missglückten Formel 1-Einstand im Jahr 2009 nicht auszugehen. Damals war Grosjean als Teamkollege von Fernando Alonso bei Renault den Anforderungen in der Königsklasse noch nicht gewachsen.

Nach zwei Jahren Formel 1-Abstinenz scheint Grosjean nun den Dreh raus zu haben. Teamkollege Kimi Räikkönen hat er im Qualifying mit meist einer Zehntel Sekunde Vorsprung weitestgehend im Griff und auch im Rennen ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen. Wie zuletzt in Kanada hätte Grosjean auch in Valencia als Zweiter auf dem Podium gestanden, wenn ihm die Technik keinen Streich gespielt hätte.

Trotz seines Überraschungssieges in Barcelona ist hingegen bei Pastor Maldonado noch immer nicht viel von Abgeklärtheit und Übersicht im Cockpit zu erkennen. Der Williams-Pilot macht weiterhin zu viele Fehler, die dem Team und ihm wichtige Punkte kosten. Den Unfall mit Lewis Hamilton in der vorletzten Runde des Grand Prix kann man zwar als normalen Rennunfall abhaken, allerdings wäre es in diesem Fall einmal mehr sinnvoll gewesen abzuwarten.

Mehr Überblick gefragt

Hamiltons Reifen waren bereits am Ende, so dass sich Maldonado ganz sicher noch eine gute Möglichkeit geboten hätte, Hamilton den dritten Platz abspenstig zu machen. Durch die nach dem Rennen gegen Maldonado ausgesprochene 20-Sekunden-Strafe verliert der Venezolaner auch noch den letzten ergatterten Punkt, den er ohne Frontspoiler noch eingefahren hatte. Gleiches gilt übrigens auch für Lewis Hamilton. Im Nachhinein wäre es klüger gewesen, Maldonado ziehen zu lassen und die Punkte für den vierten Platz sicher nach Hause zu fahren. Im Kampf um die WM-Krone könnten ihm die Zähler am Ende der Saison fehlen.

Beeindruckend ist die diesjährige Leistung von Maldonados Williams-Team dennoch. Nachdem Williams in den vergangenen Jahren nicht allzu viel zustande brachte, konnte der Traditionsrennstall in der laufenden Saison das Ruder herumreißen. Hätte der Rennstall nicht vor der Saison Rubens Barrichello in die Wüste geschickt und gegen Paydriver Bruno Senna ausgetauscht, stünde der Rennstall noch weit besser dar als es momentan der Fall ist. Der Oldie aus Brasilien hätte ebenfalls schon ein Rennen gewonnen.

Durch den Unfall im Kampf um Platz drei wurde letztlich ein Mann auf das Podium gespült, von dem man dieses Ergebnis vor dem Rennen nicht erwartet hätte. Michael Schumacher ging von Position 12 ins Rennen. Nach über sechs Jahren stand der Rekordweltmeister in Valencia erstmalig wieder auf dem Podium. Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, das Mercedes nach dem Sieg von Nico Rosberg in China die gute Frühform ein wenig verloren hat.

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