Red Bull-Pilot Mark Webber ist der zweite Fahrer, der in der laufenden Saison zwei Rennen gewinnen konnte. Nachdem zuletzt Fernando Alonso in Valencia den Bann gebrochen hatte, konnte sich nun Webber zum zweiten Mal in der laufenden Saison in die Siegerliste eintragen. Mit seinem zweiten Sieg in Silverstone verkürzte der Australier den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso auf 13 Punkte.
Alonso startete von der Pole Position in den neunten Lauf der Saison und führte das Rennen über weite Strecken unangefochten vor Webber an. Nach dem letzten Boxenstopp konnte Webber schließlich auf Alonso aufschließen und den zweifachen Ex-Weltmeister vier Runden vor Schluss überholen. Alonso war neben Lewis Hamilton und Nico Hülkenberg der einzige Pilot, der auf harter Slickbereifung ins Rennen gegangen war - Rückwirkend ein Fehler.
Nach komplett verregneten Trainingssitzungen fehlten den Teams Erfahrungswerte mit den Trockenreifen von Pirelli. Nachdem sich Alonso anfänglich leicht vom Feld hat absetzen können und alles nach einem erneuten Sieg des Spaniers aussah, machte Ferrari den entscheidenden strategischen Fehler. Man reagierte auf den vorgezogenen Boxenstopp von Mark Webber und holte Alonso ebenfalls zum Service rein. Als Alonso auch im zweiten Turn mit der härteren Reifenmischung bestückt wurde, witterte die Konkurrenz von Red Bull im letzten Rennabschnitt ihre Chance auf den Sieg.
Nach dem zweiten Boxenstopp reagierte Ferrari erneut auf die Strategie bei Red Bull und holte Alonso wenige Runden nach Webber zum Reifenwechsel an die Box. Red Bull spekulierte darauf, dass der Ferrari die weiche Mischung zu sehr strapazieren könnte und sich auf diese Weise kurz vor Schluss eine Chance bieten würde, an Alonso vorbeizuziehen. Fünf Runden vor Schluss hatte Webber schließlich den Anschluss hergestellt. Nur eine Runde später zog er vorbei.
Die Regenschlacht blieb ausDer Grand Prix in Silverstone schien einmal mehr zu einer Regenlotterie zu werden. Nachdem die Trainingssitzungen bereits komplett verregnet waren, stellten sich die Protagonisten auch auf einen nassen Sonntag ein. Die Wettervorhersage schien dies zu bestätigen. Doch wider Erwarten blieb es am Sonntag trocken. Einige Teams schienen bei der Abstimmung ihrer Boliden zu sehr auf die Karte ‚Regen’ gesetzt zu haben. Mercedes schien dazu zu gehören. Michael Schumacher ging von Position drei aus ins Rennen. Im Ziel lag er auf Platz sieben. Teamkollege Rosberg erwischte es noch schlechter. Als Zwölfter gestartet, reichte es nach einem verpatzten Boxenstopp nur zu Platz fünfzehn.
In der WM scheint sich allmählich ein Dreikampf zwischen Fernando Alonso und den beiden Red Bull-Piloten abzuzeichnen. Das technisch bessere Paket hat trotz Alonsos Führung im Gesamtklassement allerdings die Truppe aus England. Wenn McLaren seine derzeitige schlechte Form überwinden kann, muss auch der derzeit viertplatzierte Lewis Hamilton zum Favoritenkreis gerechnet werden. Nach seinem Patzer in Valencia fuhr der Ex-Weltmeister auch in Silverstone nicht um den Sieg mit. Auf Platz acht gestartet kam er auf ebendiesem Rang ins Ziel. McLaren scheint sich bei der Weiterentwicklung ihres Boliden verrannt zu haben und noch keinen Ausweg finden zu können. Wenn es allerdings einem Formel 1-Team gelingt, sich aus einer schwierigen Situation zu befreien, dann McLaren. Diese Eigenschaft hat die Truppe aus Woking in den vergangenen Jahrzehnten schon oft genug unter Beweis gestellt.
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