Hockenheim 2005

Sonntag, 13. Mai 2012

Sensationssieg durch Pastor Maldonado

Pastor Maldonado hat völlig überraschend den Grand Prix von Spanien in Barcelona gewonnen. Nach einer Strafversetzung des Pole-Setters Lewis Hamilton ging Maldonado vom ersten Startplatz aus ins fünfte Saisonrennen. Beim Spurt in die erste Kurve konnte sich zwar Ferrari-Pilot Fernando Alonso am Williams des Venezolaners vorbeischieben, nach der ersten Runde der Boxenstopps übernahm dann allerdings Maldonado die Führung, die er bis ins Ziel vor Alonso verteidigen konnte.

Maldonado ist bereits der fünfte Sieger im fünften Rennen der laufenden Formel 1-Saison. Der Traditionsrennstall von Williams das fünfte Team, das 2012 gewinnen konnte. Für die Truppe von Frank Williams war es der erste Sieg nach beinahe acht Jahren. Der letzte Triumph eines Williams wurde im letzten Saisonrennen 2004 durch den Kolumbianer Juan-Pablo Montoya eingefahren. Für Williams kommt der Sieg zur rechten Zeit. Nach einer desaströsen Saison 2011 wurde der Rennstall umstrukturiert. Technikchef Sam Michael wanderte in Richtung McLaren ab, Motorenpartner Cosworth wurde in die Wüste geschickt und die alte Verbindung zu Renault wiederbelebt. Bei den Fahrern musste Rubens Barrichello Paydriver Bruno Senna weichen. Im bisherigen Saisonverlauf trat Teammitbesitzer Patrick Head ins zweite Glied zurück und Urgestein Frank Williams kündigte seinen Abschied auf Raten bereits an.

Bedingungen kamen Maldonado entgegen

Deutlich verbessert ging der dritterfolgreichste Rennstall der Formel 1-Geschichte in die neue Saison. Die Umstrukturierungen hinter den Kulissen war in den ersten Saisonrennen auch auf der Strecke zu erkennen. Lediglich die guten Ergebnisse ließen noch auf sich warten. Zu oft standen sich die recht unerfahrenen Piloten selbst im Weg. Bereits in Australien fuhr Maldonado einem hervorragenden sechsten Platz entgegen, als er in der letzten Runde, selbstverschuldet, seinen Boliden in die Mauer pflanzte. In Spanien passte für den 27-Jährigen nun alles zusammen. Ähnlich wie beim Premierensieg von Nico Rosberg in China kamen die äusseren Bedingungen diesmal auch Maldonado entgegen. Bereits in den Trainingsläufen und im Qualifying ließ der Williams-Pilot mit guten Rundenzeiten aufhorchen. Ob Williams die gute Form auch bei den kommenden Rennen konservieren kann, bleibt jedoch mehr als fraglich. In Monaco ist Maldonado dennoch für ein gutes Ergebnis gut. Bereits in der Vergangenheit glänzte der Venezolaner auf dem prestigeträchtigen Strassenkurs an der Cote d' Azur.

Die Pole-Position erbte Maldonado am grünen Tisch. Lewis Hamilton wurde für einen Fehler seines Teams hart bestraft und musste vom anderen Ende der Startaufstellung ins Rennen gehen. Am Ende langte es für den Weltmeister des Jahres 2008 noch für den achten Platz vor seinem Teamkollegen Jensen Button. Hamilton wurde per Boxenfunk nach seiner überlegenen Bestzeit im Qualifying gebeten, seinen Boliden mit einem sich anbahnenden technischen Defekt am Streckenrand abzustellen. Wie sich später herausstellte, hatte Hamiltons Auto nicht mehr genügend Benzin an Bord, um die obligatorische Untersuchung der FIA absolvieren zu können. Beim Abtanken des Boliden wurden sämtliche Benzinleitungen entleert, die beim anschließenden Betanken nicht wieder aufgefüllt wurden. Der menschliche Fehler eines Mechanikers kam Hamilton somit teuer zu stehen. Meines Erachtens ist die Strafen gegen Hamilton zu hart. Was kann der Pilot für einen Fehler seines Teams?

Als er den McLaren am Streckenrand abgestellt hat, ist er lediglich einer Anweisung der Teamoberen von McLaren gefolgt. Eine Geldstrafe gegenüber McLaren wäre eher gerechtfertigt gewesen und hätte Hamilton nicht sämtlicher Siegchancen beraubt. Die Punkte, die er in Barcelona liegen gelassen hat, können ihm am Ende der Saison teuer zu stehen kommen.

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