Mit 11 Siegen in 19 Saisonläufen kratzte Sebastian Vettel 2011 an der Bestmarke von 13 Siegen in einer Saison - aufgestellt von Michael Schumacher im Jahr 2004. Noch dominanter als im Rennen war Vettel 2011 im Qualifying unterwegs. Mit 15 Pole Positions überbot er den von Nigel Mansell aus dem Jahr 1992 stammenden Rekord um eine Qualifyingbestzeit. Für die Konkurrenz blieb 2011 nicht viel übrig. Vettel stand bei 17 von 19 Rennen auf dem Podium - nur einmal als Dritter. Neben einem vierten Platz, ausgerechnet beim Heimspiel am Nürburgring, hatte er lediglich einen Ausfall über das gesamte Jahr gesehen zu verzeichnen.
McLaren-Mercedes war in der abgelaufenen Saison das einzige Team, das Vettel unter bestimmten Bedingungen gefährlich werden konnte. Die beiden britischen Ex-Weltmeister in den Cockpits, Lewis Hamilton und Jenson Button, konnten insgesamt sechs Saisonsiege einfahren. Ein schlechtes Jahr erwischte die Truppe von Ferrari. Wie jedes Jahr mit dem Anspruch, den Weltmeistertitel gewinnen zu müssen, in die Saison gestartet, blieb die Scuderia aus Maranello mit nur einem Saisonsieg deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück.
Saison startet mit Verzögerung
Die Unruhen in der arabischen Welt wirkten sich auch auf die Formel 1 aus. Nach langem Hin und Her wurde der Saisonauftakt in Bahrain abgesagt. Die Pläne das Rennen am Saisonende auszutragen wurden ebenfalls verworfen - der Start der Formel 1 in Bahrain wäre ein falsches Signal und zu unsicher für alle Beteiligten gewesen. Der Auftakt fand deswegen zwei Wochen später als ursprünglich geplant im australischen Melbourne statt. Bereits dort zeichnete sich die Überlegenheit der Kombination Red Bull/Sebastian Vettel ab. Im Qualifying stand Vettel mit acht Zehntelsekunden Vorsprung auf die Konkurrenz auf der Pole Position.
Red Bull stellte 2011 nicht nur das aerodynamisch effizienteste Auto auf die Räder, sondern war auch der Pionier auf dem Gebiet des angeblasenen Diffusors. Eine Technik, die das Team um den Technischen Direktor Adrian Newey im Laufe des Jahres bis hin zur Perfektion optimierte. Kein anderes Team nutzte die Technik so effizient wie das englisch/österreichische Team. Die Diskussionen um ein Verbot des Systems zu Saisonmitte verhalfen Ferrari zum einzigen Saisonsieg. Fernando Alonso nutzte die Gunst der Stunde und eine kleine Schwäche bei Red Bull eiskalt aus - 60 Jahre nach dem ersten Sieg eines Ferrari in der Formel 1 in Silverstone gewann der Spanier an gleicher Stelle.
Button mit hervorragender Saison
Neben Vettel konnte 2011 besonders Jenson Button überzeugen. Der britische Ex-Weltmeister konnte seinen höher eingestuften Teamkollegen Lewis Hamilton erstmals bezwingen und ist damit der erste Teamkollege, dem dies gelang. Die Art und Weise in der Button seine drei Saisonsiege einfuhr war bemerkenswert. Bei schwierigen und wechselhaften Bedingungen ist der Brite eine Bank. Er trifft die strategisch richtigen Entscheidungen und behält kühlen Kopf.
Button konnte seinen ersten Saisonsieg in Kanada feiern. Ein Rennen das in die Geschichte eingeht. Mit einer Dauer von über vier Stunden ist der Lauf in Montreal das längste Rennen der Geschichte der Formel 1. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 75 km/h ist der Lauf noch dazu das Langsamste aller Zeiten gewesen. Button lag zu Rennmitte noch auf dem letzten Platz. Er absolvierte insgesamt fünf Boxenstopps und musste eine Durchfahrtsstrafe absitzen. Trotzdem gewann Button das Rennen. Einer der wenigen Fehler Vettels in der letzten Runde machte den Weg für den Engländer frei.
Einen kühlen Kopf demonstrierte sein Teamkollege Lewis Hamilton 2011 nicht immer. Insgesamt vier Mal geriet Hamilton im Verlauf des Jahres mit Felipe Massa aneinander. Die Dauerfehde der beiden ging auch abseits der Strecke weiter. Hamilton, der auch privat durch eine Krise ging, machte in Sao Paulo einen ersten Schritt in Sachen Aussöhnung und umarmte Massa nach dem Rennen.
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