Mit dem zweiten Saisonsieg hält Sebastian Vettel seine Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung am Leben.
Bei seinem zweiten Sieg in den Strassen von Singapur profitierte Vettel vom Ausfall des bis dahin führenden Lewis Hamilton. Der Brite war von der Pole Position in den 14. Saisonlauf gestartet und auf dem besten Weg, seinen vierten Saisonsieg zu erzielen. Ein Getriebeschaden stoppte Hamilton allerdings nach einem Drittel der Renndistanz und machte den Weg für Sebastian Vettel frei.
In Singapur zeigte sich erneut, dass der McLaren-Rennstall derzeit das Maß der Dinge in der Formel 1 ist. Seit der Technikoffensive in Hockenheim haben die beiden McLaren-Piloten drei von vier Rennen gewonnen. In Singapur holte Jenson Button mit seinem zweiten Rang die Kohlen für den britischen Traditionsrennstall aus dem Feuer. Trotz der momentanen Überlegenheit der Chrompfeile aus dem englischen Woking wird es für die beiden Piloten schwer, in die Vergabe um die WM-Titel einzugreifen – womöglich hat der Ausfall in Singapur Lewis Hamilton nicht nur den Laufsieg gekostet.
Kann Vettel Alonso noch gefährlich werden?
Sechs Rennen vor Schluss beträgt sein Rückstand in der Fahrerwertung auf Fernando Alonso bereits stattliche 52 Zähler. Sebastian Vettel, der zuletzt in Monza einen Nuller schreiben musste, liegt derzeit mit 29 Punkten Rückstand auf Alonso auf dem zweiten Rang in der Gesamtwertung. Genau wie Ferrari ist auch Red Bull aktuell nicht in der Lage McLaren Paroli zu bieten. Aber: Die Standfestigkeit von Ferrari lassen die beiden britischen Rennställe weiterhin vermissen. Während Alonso die von der Konkurrenz liegen gelassenen Punkte dankend annimmt, nehmen sich die Red Bull- und McLaren-Piloten gegenseitig wichtige Zähler weg.<(p>
Dabei sitzt Alonso weiterhin nicht im schnellsten Fahrzeug. Sein Ferrari ist wenn überhaupt für Podestplatzierungen gut. Trotzdem punktet Alonso konstant und belegt in jedem Rennen den bestmöglichen Schlussrang. Alonso fährt in diesem Jahr die mit Abstand beste Saison seiner Karriere. Besonders zeichnet den zweifachen Ex-Weltmeister in der laufenden Saison seine außerordentliche Rennintelligenz und Abgeklärtheit aus. Er ist von Saisonbeginn an auf den Gewinn des WM-Titels fokussiert und richtet seine Rennen einzig danach aus. Von der reinen Grundschnelligkeit her sind Fahrer, wie Lewis Hamilton, Alonso weiterhin überlegen – allerdings sind Hamilton und auch Pastor Maldonado viel zu unbeständig, als dass sie eine ernsthafte Konkurrenz für Alonso darstellten.
Der Weltmeistertitel wird in diesem Jahr mehr denn je über die Standfestigkeit vergeben. Ausfälle kann sich kein Pilot leisten, besonders nicht mehr in der Endphase der Saison. Nur wenn Red Bull seine Standfestigkeitsprobleme in den Griff bekommt, besteht noch die Möglichkeit Alonso abzufangen. Lewis Hamilton könnte Vettel mit seinem derzeitigen Speed allerdings in die Suppe spucken und ihn wichtige Punkte im Kampf um den dritten Titel in Serie kosten. Sollte sich das Kräfteverhältnis nicht verschieben, kann Vettel womöglich nur auf einen Ausfall Alonsos hoffen – dann muss der Deutsche allerdings auch zur Stelle sein.
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