Hockenheim 2005

Montag, 23. Juli 2007

Alonso verwandelt "Big-Point"

Der zweifache Formel 1 Weltmeister Fernando Alonso hat den von Wetterkapriolen geprägten 10. Saisonlauf der Formel 1 auf dem Nürburgring, in eindrucksvoller Manier für sich entschieden.

Bei seinem Sieg profitierte Alonso sowohl vom insgesamt zweiten Regenschauer kurz vor Schluss des Rennens, als auch vom Ergebnis seines Teamkollegen Lewis Hamilton, der nach seinem Unfall im Qualifying und Startplatz 10, sowie einem Ausrutscher zu Beginn des Rennens, dem Feld hinterherhetzen musste und lediglich den neunten Platz belegen konnte. Punktemässig ging der 22-jährige Engländer und WM-führende somit, erstmalig in dieser Saison, leer aus.

Durch dieses Ergebnis sind die beiden McLaren Piloten in der Weltmeisterschaftsgesamtwertung nur noch durch zwei Punkte voneinander getrennt und der WM-Ausgang ist dadurch wieder deutlich spannender und womöglich die grosse Chance für Fernando Alonso, seinen dritten Titel in Folge zu gewinnen.

Der zweite Regenschauer, kurz vor Ende des Rennens, zwang sämtliche Piloten zum Wechsel auf Intermediate-Reifen an die Box, was Alonso letztlich den Sieg einbrachte, da er mit den Bedingungen deutlich besser zurecht kam, als der bis dahin führende Felipe Massa auf Ferrari.
Massa klagte über starke Vibrationen und daraus resultierenden Handlingsproblemen, die es Alonso möglich machten, den Rückstand aufzuholen und wenig später am Brasilianer vorbeizuziehen. Das Überholmanöver und dessen Vorbereitung waren weltmeisterlich. Überhaupt gewinnt einen solch chaotischen Lauf, wie er gestern auf dem Nürburgring stattgefunden hat, nur ein ganz Grosser dieses Sports, der unter sämtlichen Bedingungen kühlen Kopf bewahrt und in den entscheidenden Situationen Killerinstinkt beweist, eben einer wie Alonso, oder einst Michael Schumacher.

Kühlen Kopf bewahrt haben letztlich auch Lewis Hamilton, der, nachdem er zu Beginn des Rennens auf den regenüberfluteten Strecke ins Kiesbett gerutscht und dort stecken geblieben war, im Auto bei laufendem Motor sitzen blieb und auf den Abschleppkran wartete, um wieder zurück auf die Strecke gehieft zu werden.
In einer solchen Situation, so grossen Überblick zu behalten ist ebenfalls nur ganz Grossen vorbehalten, zu denen Hamilton mit Sicherheit noch aufsteigen wird.

Auch Williams-Pilot Alexander Wurz blieb cool und liess sich nicht von den Wetterbedingungen aus dem Konzept bringen. Einmal mehr profitierte er, wie schon in Kanada, von den teilweise chaotischen Verhältnissen und holte fünf wichtige WM-Punkte.

Bei seinem voraussichtlich einzigen Formel 1-Rennen, ging der 27-jährige Markus Winkelhock in die Geschichte des Sports ein, da er, als Einziger, bereits nach der Einführungsrunde zum Wechsel auf Regenreifen an die Box fuhr und vom heftig einsetzenden Regen wenige Sekunden später profitieren konnte, und die ersten Führungskilometer für sich und sein Spyker-Team verbuchen konnte.

Leider, ist der Sohn des 1985 bei einem Sportwagenrennen tödlich verunglückten ehemaligen Formel 1-Fahrers Manfred Winkelhock, allerdings vom Speed her nicht in der Lage, das Tempo der anderen Fahrer mitzugehen, so dass er keine Zukunft in diesem Sport haben wird. Sein Abschneiden während der ersten vier Runden des Rennens sind lediglich auf die Wetterbedingungen und den Reifenwechsel-Coup seines Teams zurückzuführen. Das das Spyker-Team allerdings den Holländer Christijan Albers vor die Tür setzte, ist aus fahrerischen Gründen absolut richtig, wenn auch finanzielle Gründe durch ausbleibende Zahlungen eines Sponsors, letztlich ausschlaggebend gewesen sind. Ein womöglich langfristig guter Ersatz für Albers stellt in meinen Augen lediglich Renault-Testfahrer Nelson Piquet jun. dar, der neben Sebastian Vettel und Timo Glock, das Zeug zum Formel 1-Piloten hat. Da Glock und Vettel jedoch an BMW gebunden sind, bleibt also nur Piquet junior.

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