Der amtierende GP2-Champion Timo Glock wird von Toyota für seine tollen Leistungen in der Vergangenheit als Stammfahrer für die kommende Saison bestätigt und mit einem mehrjährigen Vertrag ausgestattet.
Fahrerisch steht der 25jährige Hesse mit dem Deutschen Nick Heidfeld auf einer Stufe und hat demnach seinen Paltz in der Formel 1 redlich verdient. Was den Vergleich mit den anderen Formel 1-Fahrern anbelangt muss sich Glock vor niemandem verstecken. Er ist mit einem soliden Speed und einer ausserordentlichen Rennintelligenz ausgestattet, die für sein Alter wahrlich aussergewöhnlich ist. Diese Fähigkeiten hat er, sowohl während seiner vier bereits gefahrenen Formel 1-Grand Prix bei Jordan 2004, in der amerikanischen Champ Car-Serie 2005, als auch während seiner beiden Saisons in der GP2 in den vergangenen beiden Jahren sehr häufig unter Beweis gestellt. Timo Glock kann zwar nicht ganz den Speed eines Alonso, Räikkönen oder Hamilton mitgehen, ist mit gutem Material allerdings im Stande für Achtungserfolge und Podiumsplatzierungen zu sorgen.
Toyota eventuell eine Sackgasse
Abzuwarten bleibt diesbezüglich jedoch, ob Toyota in der Lage sein wird, ein schnelles und zuverlässiges Auto zu bauen, das Timo Glock und seinem Teamkollegen Jarno Trulli die Möglichkeit gibt vorne mitzufahren. Vom Budget des Köln-Marsdorfer Rennstalls her ist dies allemal möglich, allerdings sind dort die Management-Strukturen so festgefahren und unflexibel, dass Erfolge in der näheren Zukunft eher unwahrscheinlich sind. Die Grösse und Firmenphilosophie des Herstellers stehen Erfolgen definitiv im Weg. So dauert es überdurchschnittlich lange, bis überhaupt eine Entscheidung getroffen werden kann, da in einen solchen Prozess immer auch das Firmenhauptquartier in Japan miteinbezogen werden muss.
Das Manko des Teams ist definitiv nicht auf der Motorenseite zu suchen, wo Toyota immer schon gut aufgestellt war und wie man auch an den Ergebnissen des Kundenteams Williams hat sehen können. Probleme bereiten Toyota neben dem Management-Sektor ausserdem die Aerodynamik und die Mechanik der Autos. Fahrerisch waren die Kölner auch in der Vergangenheit schon gut aufgestellt, allerdings war das Team nicht gewillt sich helfen zu lassen, weil man in Köln einfach zu sehr auf die Firmenphilosophie besteht.
Falls Toyota in der Formel 1 ernsthaft Erfolg anstrebt, sollten die Kölner-Japaner sich die Zeit nehmen und die Strukturen des Formel 1-Rennstalls neu sortieren und neu aufbauen; dazu wäre womöglich eine komplette Saison nötig, die man zwar, aus vertraglichen Aspekten, nicht wird pausieren können-eine mögliche Lösung könnte jedoch eine Saison werden, die lediglich vom B-Team bestritten wird, während das A-Team hinter den Kulissen den Supertanker Toyota auf Vordermann bringt.
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