Hockenheim 2005

Dienstag, 12. Juni 2007

Hamilton feiert Premierensieg nach einem chaotischen GP

Der 22jährige Brite Lewis Hamilton gewann in Kanada, in seinem erst sechsten Formel 1 Rennen seinen ersten Grand Prix, der von Unfällen und Safety Car-Phasen geprägt war.

Die einzigen Fahrer, die fehlerlos und problemfrei über die Runden kamen und auch während der Safety Car-Phasen kühlen Kopf bewiesen, waren die beiden erstplatzierten Lewis Hamilton und Nick Heidfeld im BMW-Sauber.

Überschattet wurde der sechste Saison-Lauf allerdings vom schweren Unfall des 22jährigen Robert Kubica, der beim Positionskampf mit Toyota Pilot Jarno Trulli von der Strecke abkam und mit weit über 200 km/h frontal in die Streckenbegrenzung prallte. Sein Wagen schleuderte anschließend über die Fahrbahn, überschlug sich dabei und schlug erneut in die gegenüberliegenden Leitplanken ein, wo das Wrack seines BMW-Sauber letztlich, auf der Seite liegend, zum Stehen kam. Glücklicherweise überstand der junge Pole diesen Crash, wie durch ein Wunder, unverletzt.

Vorausgegangen war der Positionskampf zwischen Kubica und Jarno Trulli, der seine Position mit allen Mitteln verteidigte und Kubica dabei auf die schmutzige Spur abseits der Ideallinie drängte. Da der BMW-Sauber Pilot nicht vom Gas ging, berührte er mit seinem linken Vorderrad Trullis rechtes Hinterrad. Kubicas BMW hob leicht ab und verliess unkontrolliert die Fahrbahn.
Da sich in Kanada kaum Auslaufzonen neben der Fahrbahn befinden, knallte der BMW beinahe ungebremst frontal in die Betonwand auf der Innenseite der Strecke.
Die extremen Sicherheitsbestimmungen der Formel 1, die in den letzten Jahren immer wieder auch verschärft wurden, sowie das Sicherheitssystem HANS, verhinderten schlimme Verletzungen bei Robert Kubica.

Insgesamt kam es während des 70 Runden langen Rennens zu vier Safety Car Phasen, die allesamt durch Unfälle der Piloten ausgelöst wurden.

Zwei davon riefen die Fahrer des holländischen Spyker Teams hervor, die erneut ihre Autos zerlegten. Da das Team deutlich hinter der Konkurrenz hinterherhinkt, überfahren die beiden Fahrer, Adrian Sutil und Christijan Albers, ihre Fahrzeuge, was für beide oft in der Streckenbegrenzung endet.

Kurios war allerdings der Unfall des Toyota Piloten Jarno Trulli, der während einer Safety Car Phase, aus der Box kommend, seinen Toyota in der Boxengassenausfahrt in einen Reifenstapel manövrierte und ausschied. Ein Fehler, der einem so erfahrenen Mann wie Jarno Trulli definitiv nicht passieren sollte.

Genau, wie bereits vor zwei Jahren, kam es in Kanada auch diesmal zu Disqualifikationen wegen Verlassens der Boxengasse, obwohl die rote Ampel den Fahrern dies untersagte. Vor zwei Jahren traf es den damaligen McLaren Piloten Juan Pablo Montoya und diesmal Giancarlo Fisichella im Renault und WM-Kandidaten Felipe Massa in seinem Ferrari, der dadurch einen herben Dämpfer im Kampf um die WM hinnehmen musste.

Apropros Ferrari. Das italienische Team scheint ganz allmählich gegenüber McLaren Mercedes ein wenig ins Hintertreffen zu geraten, da sie weder im Training, noch im Rennen (bis zur ersten Safety Car Phase) das Tempo der McLaren und diesmal auch des BMW von Nick Heidfeld haben mitgehen können. Es scheint nicht zuletzt auch am Rücktritt des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher zu liegen, der mit seinen wertvollen Ratschlägen dem Team nun nicht mehr bei der technischen Weiterentwicklung der Autos zur Seite steht. Sowohl Massa, als auch Räikkönen fehlt es dort an Kompetenz, so dass Ferrari nun etwas den Anschluss zu verlieren scheint. Ebenfalls scheint sich herauszukristallisieren, dass auch fahrerisch einiges bei Ferrari im Argen liegt. Das McLaren Duo scheint dem Ferrari Gespann auch auf diesem Gebiet deutlich überlegen zu sein.

Weltmeister Alonso erwischte hingegen keinen guten Tag und machte vier ungewöhnliche Fehler. Dreimal kam er sogar von der Strecke ab, was für ihn vollkommen untypisch ist. Er scheint nicht nur durch seinen überraschend guten Teamkollegen Lewis Hamilton unter Druck zu stehen, sondern noch dazu mit der diesjährigen Reifengeneration von Bridgestone grosse Probleme zu haben, und seinen aggressiven Fahrstil noch nicht 100%ig an die neuen Gegebenheiten angepasst zu haben.

Von all dem unbeeindruckt fährt momentan Lewis Hamilton von einem Erfolg zum nächsten, und diesmal auch zu seinem bereits überfälligen ersten Grand Prix Sieg, der ihn zum alleinigen WM-Spitzenreiter macht.

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