Hockenheim 2005

Donnerstag, 8. Februar 2007

Nick Heidfeld-zu Unrecht in der Kritik

Der zweiterfahrenste aktuelle deutsche Formel 1-Fahrer, Nick Heidfeld, steht vor einer richtungsweisenden Saison 2007.

Er muss sich kommende Saison nicht nur gegen seinen jungen, aufstrebenden polnischen Teamkollegen Robert Kubica durchsetzen, sondern auch die Kritiker von seinem Talent überzeugen. -Schliesslich stehen zwei weitere deutsche Talente, die ausgerechnet auch noch im gleichen Team wie Heidfeld, nämlich bei BMW-Sauber, als Test- bzw. Test- und Ersatzfahrer, im Falle des 19-jährigen Sebastian Vettel, angestellt sind in den Startlöchern, um den Mönchengladbacher Heidfeld zu beerben.


Vettel auch während eines GP Wochenendes stark?

Sebastian Vettel muss sich allerdings ersteinmal im Formel 1-Auto während eines Grand Prix Wochenendes beweisen.
Dass er schnell fahren kann hat er ja bereits als Freitagsfahrer für BMW-Sauber während der letzten Saison-Rennen 2006 unter Beweis gestellt; ob er jedoch dieses Pottential auch während eines kompletten Wochenendes abrufen kann, bleibt ersteinmal abzuwarten.

Es hat schon sehr viele andere Fahrer vor ihm gegeben, die extrem versiert ihren Testfahrerjob ausgeübt haben und noch dazu sehr schnell unterwegs waren, jedoch in das kalte Wasser eines kompletten Rennwochenendes geworfen, dies Leistung plötzlich nicht mehr abrufen konnten. In der jüngsten Vergangenheit ist ein solches Beispiel der diesjährige Super Aguri Pilot Anthony Davidson gewesen, der bereits drei Formel 1 Läufe absolviert hat ( Minardi 2002 bzw. Malaysia 2005 für BAR-Honda ), jedoch in diesen Läufen keine gute Figur abgegeben hat.


Timo Glock hat sein Können bereits unter Beweis gestellt!!!

Der zweite deutsche BMW-Sauber Testfahrer Timo Glock hat seine Fähigkeiten im Jahr 2004 als Ersatz für Giorgio Pantano bereits in vier GP's unter Beweis stellen können; er wäre also definitiv in der Lage als Formel 1-Fahrer, auch über einen längeren Zeitraum zu bestehen.
Ob diese beiden jedoch Nick Heidfeld langfristig das Wasser reichen könnten bleibt allerdings sehr fraglich.


Heidfelds positive Formel 1 Bilanz:

Nick Heidfeld geht kommende Saison, als 29-jähriger, bereits in seine achte Saison in der Königsklasse des Motorsports.
In all den vorangegangenen sieben Saisons hatte er, bis auf die Saison 2003, wo er gegen seinen Teamkollegen Heinz-Harald Frentzen den kürzeren zog und das teaminterne Duell verlor, seine Teamkollegen stets im Griff. So auch in der Saison 2005, wo er das Trainingsduell gegen Mark Webber bei Williams BMW zwar verlor, aber in den Rennen der eindeutig stärkere Mann war. Nicht nur das, er war in diesem Jahr auch der bessere Entwickler, was ihm letzten Endes auch einen Vertrag beim neuen Team von BMW-Sauber für das Jahr 2006 eingebracht hat.

So hatte "Qick Nick", als amtierender Formel 3000 Europameister, in seinem Debütjahr 2000 beim damaligen Rennstall von Alain Prost, seinen weitaus erfahreneren Teamkollegen Jean Alesi ebenso im Griff, wie ein Jahr später bei Sauber den jungen Finnen Kimi Räikkönen, der damals schon als das Supertalent schlechthin angepriesen wurde.

Im Jahr darauf, Räikkönen war bereits von Mercedes aus seinem Vertrag bei Sauber herausgekauft und zu McLaren gewechselt, gesellte sich der brasilianische Debütant Felipe Massa als neuer Teamkollege neben Heidfeld zu Sauber. Doch auch Massa konnte mit dem Deutschen nicht mithalten und wurde im darauffolgenden Jahr als Testfahrer zu Ferrari abgeschoben, wo er erstmal ein erstes von insgesamt zwei Lehrjahren neben Michael Schumacher einlegen sollte.

2003, in seinem letzten Formel 1 Jahr, war Heinz-Harald Frentzen schliesslich Heidfelds Teamkollege bei Sauber. Gegen Frentzen hatte Heidfeld zwar grosse Probleme, behielt jedoch einen Platz in der Formel 1, da Frentzen zu Gunsten von Heidfeld auf einen Platz beim Jordan Team für die Saison 2004 verzichtete. Laut Frentzen sei Heidfeld "zu gut und zu jung, um sich bereits aus der Formel 1 zu verabschieden", so dass Frentzen letztlich freiwillig auf ein Cockpit verzichtete und seine Formel 1 Karriere daraufhin beendete.

Heidfelds Teamkollegen bei Jordan waren Giorgio Pantano und eben Timo Glock, die jedoch beide deutlich schwächer waren als der Mönchengladbacher.

Im Jahr 2005 kam es dann bei Williams-BMW zum bereits beschriebenen Duell mit dem Australier Mark Webber, bevor Heidfeld dem Ruf von BMW zum neugegründeten Team für 2006 folgte. Dort traf er auf Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, den er bis zu dessen Entlassung nach dem GP auf dem Hockenheimring, weitestgehend die Stirn hat bieten können. Villeneuves Nachfolger wurde daraufhin der bisherige Testfahrer Kubica, dem Heidfeld, sowohl nach Punkten als auch nach Trainingsduellen ( 5:1 für Heidfeld ) davonfuhr.


Das Fazit fällt positiv aus:

Nick Heidfeld ist alles in allem ein hervorragender Rennfahrer und Entwickler. Das gewisse Quentchen um Weltmeister zu werden hat er jedoch bisher noch nicht aufzeigen können. Ob seine möglichen Nachfolger über diese Fähigkeiten verfügen, bleibt eher fraglich. Somit bleibt Nick Heidfeld bei BMW die eindeutig bessere Wahl.
Zukünftige Weltmeister fallen bekanntlich nicht einfach so vom Baum-im aktuellen Fahrerfeld sind auch nur etwa drei bis vier Piloten, die dazu tatsächlich das Zeug haben...

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