Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel ist nicht aufzuhalten. Der 24-jährige Red Bull Pilot gewann beinahe ungefährdet zum zweiten Mal in seiner Karriere den Großen Preis von Italien und feierte in Monza den achten Saisonerfolg im dreizehnten Rennen. Seit seinem ersten Sieg in der Formel 1 vor drei Jahren, ebenfalls im italienischen Monza, konnte Vettel seine beeindruckende Karrierebilanz mit dem heutigen Sieg auf nunmehr 18 Siege ausbauen. Vettel führt zudem weiterhin ungefährdet die Gesamtwertung der Formel 1 an und baute seinen Vorsprung auf unglaubliche 112 Punkte aus. Bereits beim nächsten Saisonlauf in Singapur kann sich der Heppenheimer zum zweiten Mal die Krone des Fahrerweltmeisters sichern.
Trotz seiner beeindruckenden bisherigen Saison kam der Sieg für Sebastian Vettel in Monza etwas überraschend. In den vergangenen Jahren war die Traditionsstrecke im Parco di Monza eine Art Angststrecke für das britisch-österreichische Red Bull-Team. Neben aerodynamischer Effizienz zählt in Monza besonders die Motorleistung. Auf diesem Gebiet hinkte der Renault befeuerte Red Bull in der Vergangenheit der Konkurrenz etwas hinterher. In diesem Jahr verzichtete Vettel allerdings auf die absolute Höchstgeschwindigkeit und legte sein Hauptaugenmerk bei der mechanischen Abstimmung seines Fahrzeigs auf die Getriebeübersetzung: Ein Kniff, der sich auszahlen sollte.
Der aerodynamisch extrem effiziente Red Bull-Renault machte auf dem Autodromo di Monza die auf den Geraden auf die Konkurrenz eingebüßte Zeit nicht nur in den langgezogenen Kurven wieder gut, sondern war zusätzlich in der Lage, mit dem deutlich kürzer übersetzten Getriebe besser aus den engen Schikanen heraus zu beschleunigen. Der überragende Vorsprung von mehr als einer halben Sekunde im Qualifying auf Lewis Hamilton zeigte bereits, dass die Strategie aufgehen könnte.
Vettels größte Sorge musste deshalb dem Start gelten. Verlorene Positionen könnte der Weltmeister auf den langen Geraden, aufgrund des Geschwindigkeitsmankos, nur schwer wieder zurückerobern. Nach der Safety Car-Phase, die nach einem heftigen Startunfall zwischen Vitantonio Liuzzi, Vitaly Petrov und Nico Rosberg ausgerufen wurde, gelang es Vettel, die zunächst verlorene Spitzenposition mit einem harten Manöver auf dem Gras außen herum an Fernando Alonso zurück zu holen. Anschließend konnte der Deutsche das Rennen von vorneweg kontrollieren und einen weiteren souveränen Sieg einfahren.
Michael Schumacher zeigt sein Ausnahmetalent
Vettels tolle Siegfahrt geriet aufgrund der vielen spektakulären Szenen, die das Rennen zu bieten hatte, etwas ins Hintertreffen. Ein über weite Strecken äußerst spektakuläres Rennen zeigte der 42-jährige Rekordweltmeister Michael Schumacher, der den deutlich schnelleren McLaren-Mercedes von Lewis Hamilton bis zur 28 Runde bravourös hinter sich halten konnte. Schumacher zeigte dabei eine perfekte Verteidigungsschlacht, die in nichts zu überbieten war. Hamilton konnte Schumacher zwar einmal klassisch in die erste Schikane hinein ausbremsen, allerdings war der Deutsche unmittelbar danach in der Lage, die leicht höhere Top-Speed seines MercedesGP zu einem Konter, außen herum an Hamilton vorbei in der Curva Grande, zu nutzen. Schumacher, der seit seinem Comeback weiterhin auf eine absolute Spitzenposition wartet, zeigte dabei einmal mehr sein Ausnahmekönnen. Besonders in der Startrunde ist Schumacher außergewöhnlich gut. Kein anderer Fahrer im Feld macht nach dem Start so viele Positionen gut wie der Manheimer. Hierbei profitiert der 42-jährige von seiner Erfahrung und der daraus resultierenden Übersicht, die ihn andere Linien fahren lässt als die Konkurrenz. In Monza kam Schumacher auf diese Weise von Startplatz acht aus auf Position vier nach vorne, während er in Belgien in der Startrunde sogar 10 Positionen gutmachen konnte. Nach dem tollen Lauf vor zwei Wochen im belgischen Spa-Francorchamps, als Schumacher von Startplatz 24 bis auf Platz fünf nach vorne fuhr, konnte der Deutsche auch in Italien glänzen.
Als Schumachers Reifen in Monza allerdings immer stärker abbauten, schloss Hamilton Teamkollege Jenson Button auf das Duo auf. Schumacher drängte Hamilton bei einem Überholversuch mit der rechten Fahrzeugseite ins Gras, sodass Hamilton vom Gas gehen musste und Button am Weltmeister des Jahres 2008 vorbeiziehen konnte. Im Gegensatz zu Hamilton war Button danach auch in der Lage den deutschen siebenmaligen Weltmeister mit einem tollen Manöver außen herum in die Ascari-Schikane hinein zu überholen. Button, der Weltmeister des Jahres 2009, bewies auch in Italien einmal mehr seine außergewöhnliche Übersicht, dazu die Fähigkeit seine Reifen zu schonen und im entscheidenden Moment, wenn die Reifen der Konkurrenten nachlassen, zuzuschlagen und Positionen gutzumachen. Button schloss das Rennen letztlich auf Platz zwei hinter Vettel ab, während Teamkollege Hamilton auf Position vier, direkt vor Schumacher, im Ziel einlief.
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