Hockenheim 2005

Montag, 14. März 2011

Vorschau auf die Saison 2011

In etwa zwei Wochen startet die neue Formel 1-Saison mit dem Lauf im australischen Melbourne in das insgesamt 62 ste Jahr seit Bestehen der Weltmeisterschaft. Dieses Jahr ist es schwieriger als in der Vergangenheit, eine Prognose über das Kräfteverhältnis der zwölf Teams abzugeben. Dies hängt damit zusammen, dass im Vorfeld der Saison kein Team bereit ist, die Karten auf den Tisch zu legen und das eigene Potential aufzudecken. Die Rennställe fahren mit unterschiedlichen Setups, Spritmengen und Reifen, unterschiedlich schnelle Rundenzeiten und nur die wenigsten trauen sich im Qualifying-Modus auf Zeitenjagd zu gehen.

Red Bull der Favorit

Das amtierende Weltmeisterteam um Sebastian Vettel scheint jedoch auch für die bevorstehende Saison gut gerüstet zu sein und ein sowohl zuverlässiges, als auch schnelles und gut ausbalanciertes Auto konstruiert zu haben. Aus diesem Grunde sehe ich den englisch-österreichischen Rennstall des Energydrink-Herstellers als den großen Favoriten für 2011. Unmittelbar dahinter stufe ich Ferrari mit Fernando Alonso und Felipe Massa ein. Ferrari scheint ebenfalls ein sehr zuverlässiges und schnelles Auto gebaut zu haben und muss naturgemäß immer in den engsten Favoritenkreis aufgenommen werden.

Mit einem Kraftakt bei der Fahrzeugentwicklung hat sich Mercedes GP mit Rekordweltmeister Michael Schumacher und dem Aufsteiger der letzten Saison, Nico Rosberg, in den Cockpits, ebenfalls in den Favoritenkreis gefahren. Schumacher konnte am letzten kompletten Tag der Testfahrten in Barcelona, an dem sein Auto erstmals in der Konfiguration für Melbourne fuhr, die absolut schnellste Runde der gesamten Testfahrten in den Asphalt brennen und überraschte dabei nicht nur die Konkurrenz. Insgesamt scheint Mercedes GP mit der letzten technischen Ausbaustufe eine Sekunde gefunden und den Anschluss an Red Bull und Ferrari hergestellt zu haben.

Hinter den drei Topfavoriten geht es auch kommende Saison eng zu. Im vorderen Mittelfeld sehe ich neben Renault, Williams, Sauber und Toro Rosso, überraschend den scheinbar schwächelnden McLaren-Rennstall, die ein ambitioniertes Rennauto auf die Räder gestellt haben, das allerdings ein wenig unzuverlässig und für McLaren Verhältnisse verhältnismäßig langsam zu sein scheint. Da das Fahrzeug ein großes Potential hat, das bisher noch nicht ausgeschöpft werden konnte, wird sich McLaren im Laufe der Saison steigern und wieder nach vorne kämpfen.

Force India, befindet sich ebenfalls im Mittelfeld, mit einem recht großen Vorsprung vor den letztes Jahr eingestiegenen neuen Teams. Lotus scheint hier den größten Schritt gemacht zu haben, was auch an der deutlich aggressiveren Entwicklungsstrategie des Fahrzeugs und dem neuen technischen Paket mit Renault-Motor und Getriebe zu tun hat. Lotus wird sich näher an das hintere Mittelfeld ran kämpfen und den Vorsprung auf Virgin und HRT ausbauen. Letztgenannte haben ihr 2011er Fahrzeug, wie bereits im Vorjahr, noch garnicht getestet, was einen schweren Start ins Jahr nach sich ziehen wird.

Kritik an den Regeländerungen

Die neuen Regeländerungen, die unter anderem einen beweglichen Heckspoiler-Flap und die Rückkehr des Ker-Systems als größte Maßnahmen beinhalten, stoßen bei mir schon vor dem ersten Lauf auf Kritik. Erstens wäre eine gewisse Konstanz bei den Regeln wünschenswert, die für den Laien immer schwerer zu durchschauen und nachzuvollziehen sind und zweitens degradieren die Änderungen, die das Überholen erleichtern sollen, die Formel 1 zu einer Art Computerspiel, bei dem nicht der bessere Fahrer überholt, sondern das bessere elektronische und technische System. Im Zusammenspiel mit den neuen sehr schnell abbauenden Pirelli-Reifen, ist es zukünftig nur noch schwer nachvollziehbar, weshalb ein Pilot den anderen angreift und überholt.

Die Fahrer, die einen runden und weichen Fahrstil pflegen, wie Jenson Button, der neue Lotus-Renault-Pilot Nick Heidfeld und Ferrari-Pilot Felipe Massa, könnten 2011 für einige Überraschungen sorgen. Viel wird zudem von der Taktik abhängen, da der Startplatz nicht mehr unbedingt ein Indiz für den Rennausgang darstellen wird und der Umgang mit den Reifen mehr und mehr das Rennergebnis bestimmt.

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