Hockenheim 2005

Dienstag, 31. März 2009

Brawn GP dominiert beim Saisonauftakt

Das Honda-Nachfolgeteam Brawn GP dominierte den Start in die 60ste Formel-1-Saison nach Belieben und konnte nach den Startplätzen 1 und 2 diese Positionen auch im Rennen belegen.

Die Stärke des Teams um das Technik-Genie Ross Brawn wurde bereits bei den Testfahrten vor dem Saisonstart offensichtlich und liess lediglich Diskussionen über die Verfolger zu. Ein klares Bild darüber entstand allerdings auch nicht beim Auftaktrennen in Melbourne, wo gleich mehrere Teams für die erste Verfolgerposition in Frage kamen. Ähnlich starke Eindrücke hinterließen in Melbourne etwas überraschend die Teams von Red Bull, Williams und Toyota, die zurzeit gleichauf zu sein scheinen. Knapp dahinter dürfte sich momentan das erste Top-Team von BMW-Sauber befinden, die von der aktuellen Leistungsfähigkeit her deutlich vor Ferrari und vor allem McLaren-Mercedes liegen.

Das weitere Entwicklungstempo wird das in Melbourne äusserst eng beisammen liegende Feld jedoch wieder auseinander ziehen, so dass die Abstände wieder größer werden. Ferrari und besonders McLaren-Mercedes werden im weiteren Saisonverlauf aus dem vorderen bzw. hinteren Mittelfeld weiter nach vorne stossen und um Punkteplatzierungen kämpfen können. Red Bull und Williams werden hingegen wahrscheinlich an Leistungsfähigkeit einbüssen und etwas an Boden auf Brawn GP und Toyota verlieren.

Neues Reglement erfüllt Erwartungen

Die veränderten Aerodynamik-Regularien, die Einführung der Slicks und die optionale Einführung des Energierückgewinnungssystems KERS führten, wie von der FIA erhofft, tatsächlich zu mehr Überholmanövern als in der Vergangenheit.

Allerdings sind diese Überholmanöver durch gewollt drastisch abbauende weiche Reifen bzw. länger haltbare harte Reifenspezifikationen, die beide im Rennverlauf einzusetzen sin, künstlich herbeigeführt. Ein weiterer Punkt, der Überholmanöver begünstigt, ist die Verwendung des KER-Systems, das in Melbourne in lediglich sieben der zwanzig Autos verbaut war. So konnten Piloten mit KERS an Bord ihre Positionen gegenüber schnelleren Verfolgern verteidigen bzw. ähnlich schnelle Autos dank der 82 Extra-PS leichter überholen. Unter diesen Gesichtspunkten sind die Überholmanöver des Saisonauftakts in Australien zu erklären. Die aerodynamischen Veränderungen führten jedoch wie gewünscht dazu, dass dem vorausfahrenden Auto gefolgt werden konnte, ohne den bisherigen Strömungsabriss zu riskieren, so dass es in Zukunft wohl eher selten zu Prozessionen bei einem Formel-1-Rennen kommen sollte.

Protestwelle in Melbourne


Überschatttet wurde der Saisonauftakt einmal mehr von gegenseitigen, teilweise an den Haaren herbeigezogenen, Protesten unter den Teams. Hier ist zu hoffen, dass sich die Rennställe zukünftig auf das Wesentliche besinnen, nämlich den Motorsport auf der Strecke und akzepieren, dass auch in anderen Teams clevere Ingenieure arbeiten, deren gute Ideen ihren Teams Vorteile einbringen können. Diese ständigen juristischen Auseinandersetzungen unter- bzw. gegeneinander lenken von dem Hautgeschäft der Formel-1 zu sehr ab und schaden dem Image des Sports mehr als sie ihm einbringen. Natürlich geht es in der Formel-1 um extrem viel Geld, Prestige und oftmals auch verletzte Eitelkeit, allerdings sollten die Teams die momentane wirtschaftliche Weltsituation nicht aus den Augen verlieren und lieber geschlossen auftreten, als sich gegenseitig zu bekriegen. Ein Aspekt der auch bei zukünftigen Verhandlungen mit der FIA in Bezug auf Reglements und Bernie Ecclestone in Sachen finanzielle Beteiligung an den Einahmen von großem Vorteil wäre - zudem sich die Königsklasse des Motorsports weitere Austritte von Herstellern ebenso wenig erlauben kann, wie das Desinteresse der Zielgruppen, die von den Machenschaften hinter den Kulissen abgeschreckt werden könnten.

Keine Kommentare: