Hockenheim 2005

Sonntag, 14. März 2010

Red Bull der Top-Favorit

Der Spanier Fernando Alonso gewann auf Ferrari den Saisonauftakt zur Formel-1-Weltmeisterschaft vor seinem Teamkollegen Felipe Massa. Dabei profitierte Alonso bei seinem ersten Lauf für den italienischen Traditionsrennstall vom technischen Pech des über zwei Drittel des Rennens führenden Sebastian Vettel, dessen Red Bull-Renault aufgrund eines gebrochenen Auspuffs an Leistung. Vettel konnte seinen waidwunden Wagen zwar über die Distanz retten, musste allerdings neben den beiden Ferrari auch den McLaren-Mercedes von Lewis Hamilton ziehen lassen, so dass ihm nur noch der vierte Platz blieb.

Vettel heißer Anwärter auf den WM-Titel


Nachdem Sebastian Vettel bereits im Qualifying überlegen Bestzeit gefahren war, konnte er auch die Saisoneröffnung zur 61sten Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft bis zu seinem technischen Problem dominieren. Lediglich die beiden Ferrari konnten dem Tempo des 22-jährigen Heppenheimers folgen, so dass der WM-Ausgang nur über diese beiden Rennställe führt.

Michael Schumacher konnte bei seinem Comeback nach über dreijähriger Formel-1-Abstinenz in seinem Mercedes GP das Rennen zwar fehlerlos auf Platz sechs beenden, blieb dabei jedoch über das gesamte Wochenende deutlich hinter seinem Teamkollegen Nico Rosberg zurück. Test- und Ersatzfahrer Nick Heidfeld hätte an diesem Wochenende definitiv mehr aus dem Auto herausgeholt als der hochgehandelte Rekordweltmeister aus Manheim. Es bleibt abzuwarten, ob Schumacher das Auto zukünftig auf seinen Fahrstil abgestimmt und das Team auf seine Seite bekommt. Aufgrund Schumachers Erfahrung und Ergeiz wird er spätestens ab dem vierten oder fünften Saisonlauf auf Augenhöhe mit Rosberg sein.

Der erste Saisonlauf lässt den Schluss zu, dass sich Mercedes GP mit McLaren-Mercedes in etwa auf einem Leistungs-Niveau befindet, diese beiden Teams jedoch deutlich hinter den führenden Rennställen hinterher hinken. Schumacher und Co werden zwar kontinuierlich auf Red Bull und Ferrari aufholen, allerdings ist der momentane Rückstand nur schwer aufzuholen, so dass sich das Fazit ziehen lässt, dass Sebastian Vettel und die beiden Ferrari-Piloten den WM-Titel unter sich aus machen werden.

Mercedes-Marketing Strategie in Gefahr?

Sollte diese Einschätzung nicht zutreffen wäre Mercedes auf Michael Schumacher zugeschnittene, groß angelegte Marketing-Offensive in großer Gefahr. Ein Fahrer, der deutlich hinter seinem Teamkollegen zurückliegt lässt sich schließlich deutlich schlechter verkaufen als der weitestgehend unbekannte Teamleader. Aus diesem Grunde hat auch Mercedes ein großes Interesse daran, dass Schumacher schnellst möglich mindestens auf einem Niveau mit Nico Rosberg unterwegs ist.

Reglement-Änderungen führen nicht zu mehr Action auf der Rennstrecke

Das Verbot der Tankstopps führte nicht, wie erhofft, zu mehr Action auf der Strecke, da die Autos schlicht und ergreifend in Bahrain nicht in der Lage waren einander zu überholen. Auch das neue Punkteschema bietet den Fahrer nur bedingt Anreiz ein Überholmanöver zu riskieren-von der zukünftigen Vergleichbarkeit der Piloten in den Statistiken ganz zu schweigen.

Die drei neuen Teams, die in Bahrain debütierten folgen dem momentanen Trend der gesamten Formel-1, die sich auf dem Weg zurück in die Zukunft befindet. Nach dem Ausstieg von den drei Herstellern Honda, BMW und Toyota und einem Teilrückzug von Renault schrumpft sich die Formel-1 momentan wieder auf ein gesundes Niveau zurück. Die aufgeblasene Formel, die bis vor zwei Jahren kurz vor der Implosion stand scheint überleben zu können-hierzu bedarf es auch der Teilnahme neuer Teams, die zwar auf einem deutlich geringen Professionalitäts-Level agieren als die Top-Teams, die der Formel-1 jedoch eine gewisse Würze geben. Hierbei sind nicht nur die deutlich spektakuläreren Onboardaufnahmen aus diesen Autos gemeint, die sich deutlich mehr bewegen, sondern auch das gesamte Erscheinungsbild der neuen Rennställe. Die Formel-1 wird sich zukünftig auf dem deutlich gesünderen und für den Fan wohl auch attraktiveren Level der 1990er Jahre einpendeln, wo neue Teams kamen und wieder gingen. Ähnliches wird sich auch auf dem Fahrermarkt ereignen, wo zukünftig wieder vermehrt Pay-Driver anzufinden sein werden.

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