Hockenheim 2005

Dienstag, 6. April 2010

Sebastian Vettel dominiert

Im dritten Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft gelang dem 22-jährigen Sebastian Vettel mit seinem Red Bull-Renault der verdiente erste Saisonsieg.

Nach zwei ähnlich dominanten Rennen in Bahrain und Australien, bei denen jeweils technische Defekte Vettels Siege vereitelten, war sein Fahrzeug im dritten Anlauf standfest genug, um einen unangefochtenen Doppelsieg einzufahren. Mit dem insgesamt sechsten Sieg seiner Karriere schloss der junge Heppenheimer damit zu den in der WM-Wertung führenden Ferrari-Piloten auf.

Die Überlegenheit von Vettel und seinem Red Bull, die scheinbar nur durch mangelnde Standfestigkeit vereitelt werden kann, macht den jungen Deutschen in der laufenden Saison zum WM-Anwärter Nr.1, zumal die beiden Ferrari und McLaren dem Tempo des Red Bull bisher nur schwer folgen können. Wenn das englische Team um Stardesigner Adrian Newey das Auto gewissenhaft weiterentwickelt und standfest bekommt, läuft alles darauf hinaus, dass sich Sebastian Vettel in dieser Saison zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte krönt und Lewis Hamilton in dieser Statistik ablöst.

Hamilton und Vettel neben Alonso top

Vom seinem fahrerischen Potential steht Sebastian Vettel bereits im jugendlichen Alter von 22 Jahren mit an der Spitze der aktuellen Formel-1-Piloten. In diesem Ranking stufe ich ihn bereits auf einem Niveau mit dem zweifachen Ex-Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien ein, die unmittelbar hinter dem Spitzenreiter Lewis Hamilton aus England folgen. Hamilton brillierte nach einem glanzvollen Lauf vor einer Woche in Australien auch in Malaysia mit sensationellen und kompromisslosen Überholmanövern, die ihn letztlich bis auf Position 6 nach vorne führten, nachdem er nur von Startplatz 20 aus ins Rennen gegangen war.

Schumacher muss sich steigern

Michael Schumacher hingegen scheint einiges von seiner Überlegenheit der Ferrari-Ära eingebüßt zu haben. Gegen seinen jungen deutschen Teamkollgen Nico Rosberg verliert der siebenmalige Weltmeister auch nach drei Saisonrennen noch deutlich Zeit und das auch im Nassen, seiner einstigen Paradedisziplin. Nach drei Jahren Formel-1-Abstinenz haben sich Technik und Reifen so stark verändert, so dass sich Schumacher in diesen Bereichen nicht mehr auf seine Erfahrung verlassen kann. Auch das Fahrerfeld ist in weiten Teilen besser besetzt, als dies zu Schumachers Glanzzeiten der Fall gewesen ist. Dies zeigt sich vorallem unter nassen Bedingungen, wo inzwischen eine Handvoll Piloten in regelmäßigen Abständen glänzen können.
Der aufsteigenden Tendenz im zweiten Saisonlauf in Bezug auf die Leistung, folgte bei Michael Schumacher eine deutliche Abwärtstendenz im darauffolgenden Malaysia-Rennen, wo der 41-jährige Manheimer unter allen Bedingungen deutlich hinter Rosberg zurück lag.

Allerdings sollten Michael Schumacher etwa fünf Rennen zur Eingewöhnung zugestanden werden, bevor man seine Leistungen beurteilt. Dass sein großes fahrerisches Potential weiterhin vorhanden ist, ist offensichtlich. Momentan scheint ihn allerdings sein Erfahrungsrückstand mit der aktuellen Formel-1-Generation noch zu behindern.

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