Hockenheim 2005

Dienstag, 3. August 2010

Vettel verspielt sicheren Sieg in Ungarn

Der deutsche Red Bull-Renault-Pilot Sebastian Vettel hat durch eine Unachtsamkeit am Ende einer Safety-Car-Phase beim Ungarn Grand Prix einen sicheren Sieg verspielt und seinem australischen Teamkollegen Mark Webber den vierten Saisonsieg und die erneute WM-Führung beschert.


Nachdem sich der 23-jährige Deutsche mit vier Zehnteln Vorsprung die Pole-Position auf der kurvigen Strecke vor den Toren Budapests auf Webber und schier unglaublichen 1,2 Sekunden auf Ferrari-Pilot Fernando Alonso gesichert hatte, schien ein Doppelsieg für das Red Bull-Duo so gut wie festzustehen. Vettel, der mit einer Durchfahrtsstrafe belegt wurde, weil er am Ende der Safety-Car-Phase deutlich mehr als die vorgeschriebenen 10-Wagenlängen Abstand auf seinen Vordermann Webber ließ, bescherte Ferrari und Fernando Alonso daraufhin einen unverhofften zweiten Platz und das weitere Aufschließen des Spaniers in der Gesamtwertung. Dort profitierten die Red Bull-Piloten und Alonso allerdings vom technisch bedingten Ausfall des bis dahin führenden Lewis Hamilton, der einen ungefährdeten vierten Platz und die dafür vergebenen 12 Punkte verlor.

In Bezug auf McLaren fällt seit einigen Rennen eine leichte Stagnation bei der Fahrzeugweiterentwicklung gegenüber der britischen und italienischen Konkurrenz auf, so dass die beiden britischen Weltmeister Hamilton und Button ohne Hilfe der Red Bull und Ferrari-Piloten zurzeit nicht mehr im Stande sind, aus eigener Kraft auf das Podium zu fahren. Hamilton ist allerdings eher in der Lage das Maximum aus dem Paket zu holen, als Teamkollege Jenson Button, der mehr und mehr gegenüber seinem Teamkollegen ins Hintertreffen gerät.

Bei Ferrari ist, trotz des gewaltigen Trainingsrückstandes auf Vettel, ein deutlicher Aufwärtstrend ersichtlich, so dass es im Kampf um die WM, auf ein Duell zwischen Mark Webber, Sebastian Vettel und Fernando Alonso hinauszulaufen scheint. Streckenabhängig wird dabei mal Alonso, bzw. das Red Bull-Duo die Oberhand behalten. Speziell in Ungarn wurde offensichtlich, das der Red Bull auf winkligen, engen Strecken die wenige Geraden, aber auch auf Kursen mit schnellen Kurven, so gut wie unschlagbar sind. In der eindeutigen Favoritenrolle auf die WM-Titel sind demnach die beiden Red Bull, denen die noch ausstehenden sieben Streckenlayouts in der Mehrzahl deutlicher entgegenkommen, als dem Ferrari von Fernando Alonso. Fernando Alonso, geht wegen einer möglichen Bestrafung im Zusammenhang mit der Stallregie vom Deutschland Grand Prix und seines etwas angespanntes Motorenkontingents zudem gehandicapt in den Endspurt um die diesjährige Fahrerkrone.

Um den verdienten Gewinn der Fahrer- und Konstrukteurswertung in diesem Jahr zu erreichen, muss Red Bull, und dort in erster Linie Sebastian Vettel, die erzielten Trainingsergebnisse auch in Grand Prix-Siege ummünzen. Die Leistungsausbeute bei Vettel sieht diese Saison diesbezüglich mager aus. Bei sieben Pole-Positions in zwölf Läufen, konnte Vettel lediglich zwei Siege herausfahren. Technische Defekte zu Saisonbeginn und eigene Fehler verhinderten eine deutlich bessere Punkteausbeute des Heppenheimers und eine mögliche diesjährige "Vettel-Show".

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