Hockenheim 2005

Sonntag, 24. Oktober 2010

Alonso nach Vettels Pech auf dem Weg zum WM-Titel

Der zweifache spanische Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso hat nach seinem fünften Saisonsieg mit elf Punkten Vorsprung die Führung in der Weltmeisterschafts-Gesamtwertung übernommen und steht zwei Rennen vor Saisonende vor dem Gewinn seines dritten Fahrertitels.

Doppel-Ausfall bei Red Bull


Dabei profitierte Alonso vom Pech der beiden Red Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber, die an Position eins und zwei liegend ausschieden. Der bisherigen WM-Spitzenreiter Mark Webber verlor kurz nach der Rennfreigabe durch das Safety-Car auf regennasser Piste die Kontrolle über seinen Boliden und krachte heftig in die Begrenzungsmauer, dabei riss er auch noch den aussichtsreich auf Position vier liegenden Nico Rosberg mit aus dem Rennen.

Schlimmer erging es jedoch seinem 23-jährigen Teamkollegen Sebastian Vettel, der ein fehlerfreies Rennen fuhr und einem sicheren Sieg entgegen zu fahren schien, als ihn ohne Vorwarnung ein kapitaler Motorschaden ereilte, der ihn wertvolle Punkte in der WM kostete und ihn mit 25 Punkten Rückstand in der Gesamtwertung fast aussichtslos hinter Fernando Alonso zurückwarf.

Da der Heppenheimer nach seinem Ausfall weiterhin 14 Punkte Rückstand in der Gesamtwertung auf seinen Teamkollegen Mark Webber hat, wäre es für das britische Team ratsam das Hauptaugenmerk bei den noch ausstehenden beiden Saisonläufen auf den besser platzierten Australier zu legen. Die beiden kommenden Strecken in Sao Paulo und Abu Dhabi spielen den Red Bull zwar durchaus in Karten, allerdings reichen Alonso lediglich Ankünfte in den Punkterängen aus, um in seinem ersten Ferrari-Jahr den Titel nach Spanien und Italien zu holen. Red Bull muss deswegen auf wenigstens einen weiteren Ausfall des Asturiers, bei gleichzeitiger größtmöglicher eigener Punkteausbeute, hoffen, um den Spanier noch abzufangen. Wie es scheint bekommt Alonso auch seinen dritten Titel nach 2005 und 2006 auf dem Silbertablett serviert!

Über die gesamte Saison gesehen stellte Red Bull das unangefochten beste Auto auf die Räder, allerdings konnte diese offensichtliche Überlegenheit nicht immer in entsprechende Ergebnisse umgewandelt werden. So stand Sebastian Vettel in dieser Saison etwa neun Mal auf dem besten Startplatz, allerdings konnte der Deutsche nur drei Läufe gewinnen. Wenn es nach der Trainingsplatzierung Vettels geht, müsste der Deutsche theoretisch bereits als jüngster Weltmeister in der Geschichte der Formel 1 feststehen. Technische Defekte, oder eigene Fehler verhinderten jedoch eine größere Punkteausbeute des Heppenheimers.

Auf der technisch sehr anspruchsvollen neuen Strecke in Süd-Korea galten von der Papierform her die McLaren-Mercedes eigentlich als Favoriten. Trotz einer deutlich verbesserten Aerodynamik waren die beiden britischen Weltmeister in den Cockpits, Hamilton und Button, jedoch nicht in der Lage, aus eigener Kraft um den Sieg zu kämpfen. Hamilton konnte seine WM-Hoffnungen nach seinem zweiten Platz, bei dem er von den Ausfällen der vor ihm liegenden Vettel, Webber und Rosberg profitierte, zwar aufrecht erhalten, aber der Leistungsstand der McLaren scheint derzeit nicht siegverdächtig zu sein, so dass Hamilton ohne Alonsos Pech nicht in der Lage sein sollte, den Spanier auf der Zielgeraden der WM noch abzufangen und den diesjährigen WM-Titel zu holen. Aus diesem Grunde scheint es auf ein Duell zwischen Fernando Alonso und Mark Webber hinauszulaufen, bei dem der Spanier seinen aktuellen elf-Punkte-Vorsprung wird verteidigen können. Nach anfänglichen Standfestigkeitsproblemen bei Ferrari konnte diese Baustelle in Italien weitestgehend behoben werden, während auch Alonso seine Fehlerquote in den letzten Rennen deutlich hat senken können. Diese beiden Aspekte und die stark verbesserten roten Autos halfen dem 29-jährigen Spanier die meisten Punkte in der zweiten Saisonhälfte einzufahren und einen scheinbar aussichtslosen Rückstand in der Gesamtwertung in einen nunmehr fast schon komfortablen Vorsprung zwei Rennen vor Saisonende umzuwandeln.

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