Hockenheim 2005

Montag, 11. Oktober 2010

Red Bull-Doppelsieg in Japan

Mit einem ungefährdeten Doppelsieg in Japan wurde das Red Bull-Duo Sebastian Vettel und Mark Webber seiner Favoritenrolle im japanischen Suzuka gerecht. Dabei gelang dem 23-jährigen Sebastian Vettel sein zweiter Sieg in Folge in Japan, mit dem er seine Titelambitionen drei Rennen vor Saisonende untermauerte.

Vettel konnte bei seinem dritten Saisonsieg seine insgesamt achte Pole Position in diesem Jahr in den langersehnten Grand Prix-Sieg umwandeln, der ihn in der Weltmeisterschaftswertung, punktgleich mit Fernando Alonso, bis auf 14 Punkte an Spitzenreiter Mark Webber heranbrachte. Bei drei noch ausstehenden Läufen zur diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft kann der junge Heppenheimer nunmehr aus eigener Kraft den Weltmeistertitel holen und zum jüngsten Formel 1-Weltmeister der Geschichte werden. Neben der für den Red Bull-Renault maßgeschneiderten Streckencharakteristik, mit vielen mittelschnellen und schnellen Richtungswechseln, spielte Vettel die offensichtliche Passivität seines Teamkollegen Mark Webber in die Karten, der seinen Punktevorsprung über die Distanz zu bringen versucht. Wie schon beim vorangegangenen Grand Prix in Singapur beschränkte sich der 34-jährige Australier auf das Nötigste und mied unnötige Risiken. Um seinen ersten Titelgewinn sicherzustellen, reicht Webber diese Taktik allerdings nicht aus, da er bei mindestens einem der noch ausstehenden drei Läufe vor seinen direkten Kontrahenten Vettel und Alonso ins Ziel kommen muss.

Schumacher und Heidfeld mit deutlichem Formanstieg

Rekordweltmeister Michael Schumacher erreichte in Japan einen guten sechsten Platz und ließ am gesamten Wochenende einen deutlichen Formanstieg erkennen, der auf ein besseres Verständnis für seinen Mercedes GP zurückzuführen ist. Schumacher konnte über das gesamte Wochenende die Pace seines Teamkollegen Nico Rosberg mitgehen und war teilweise sogar deutlich schneller unterwegs als der Wiesbadener. Da Schumacher nichts von seinem Können eingebüßt hat, lässt der Formanstieg auf technische Entwicklungen für die kommende Saison schließen, die bereits jetzt am Auto verwendet wurden und Schumachers aggressivem Fahrstil entgegen zu kommen scheinen. Schumacher, der im Kart und beim alljährlichen ausgetragenen Race of Champions gegen seine jüngeren, hocheingeschätzten Formel 1-Kollegen auf gleichem Material meist siegreich ist, wird in der kommenden Saison wieder zu gewohnter Stärke auflaufen.

Neben einem von ihm maßgeblich mitentwickelten Auto, wird dem Manheimer auch die nächstjährige Reifensituation entgegen kommen. Nach dem Ausstieg des japanischen Ausrüsters Bridgestone, wird Pirelli kommende Saison völlig neuartige Reifen an die Strecken bringen, die für alle Piloten Neuland darstellen. Schumacher, den seine Fähigkeit, sich auf neue Begebenheiten schnell einstellen zu können auszeichnete, wird demzufolge 2011 keinen Erfahrungsrückstand mehr aufweisen, der ihn behindert. Neben der für ihn undurchsichtigen Reifensituation plagt den siebenfachen Weltmeister ein Dienstwagen, der von Jenson Button mit- und auf die Bedürfnisse des amtierenden britischen Weltmeisters hin entwickelt wurde, bevor dieser kurzfristig und völlig unerwartet zu McLaren wechselte. Button, der einen gänzlich anderen Fahrstil als Schumacher hat, ist somit an Schumachers durchwachsener Comeback-Saison nicht unschuldig.

Ebenfalls fehlerfrei war in Suzuka Nick Heidfeld unterwegs, der in seinem zweiten Lauf nach dem Comeback in Singapur einen beachtlichen achten Platz für das Sauber-Team herausfuhr. Nachdem er seinen Teamkollegen Kamui Kobayashi in der Startaufstellung hinter sich lassen konnte, zeigte er auch im Rennen einen deutlichen Aufwärtstrend und offenbarte seine steile Lernkurve, seit Singapur. Heidfelds Teamkamerad Kobayashi demonstrierte hingegen einmal mehr seine beeindruckenden Kämpferqualitäten, die ihn von Startplatz 14 auf Rang sieben führten. Bei seiner Aufholjagd zeigte Kobayashi kompromisslose Überholmanöver, die das vermeindliche Überholproblem in der Formel 1 in Vergessenheit gerieten ließen.

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